Entdeckung der Kollektivseele

Die fünf Jahrzehnte nach dem Verlust Schleswigs und Holsteins 1864 bis hin zum ersten Weltkrieg haben Dänemark derart fundamental verändert wie keine andere Periode seit der letzten Eiszeit. Die „kollektive Seele“ der Dänen läßt sich nur verstehen, wenn man die tektonischen Verschiebungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt, aber auch in Kultur und Alltagsleben begreift. Eine ganze Generation von sehr unterschiedlichen und erstrangigen Autoren arbeitete daran, den Veränderungen aus der Retrospektive der 20er und 30er Jahre habhaft zu werden.

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InterNationalismus

Wie tief das Nationale und Volkliche in uns verankert ist, beweisen gerade jene, die es aus ideologischen Gründen verleugnen.

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Der Ungar als Untertan

Pathetisch hatte Sándor Petőfi, der ungarische Nationaldichter schlechthin, in seinem Nationallied – das ich an anderer Stelle besprochen, übersetzt und vorgetragen habe –, Ungarn in sechsfachem kraftvollem Refrain vereidigt:

A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Beim Gott der Ungarn
Schwören wir,
Schwören wir, Gefangene
wir nicht bleiben werden!

Gemeinhin wird „rab“ etwas dramatisch mit „Gefangener“ oder „Gebeugter“ übersetzt – für heute lese ich den Untertanen, wenn nicht den Sklaven heraus.

Wie ist die Lage? Haben die Ungarn sich Petőfis Schwur zu Eigen gemacht?

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Ungarndeutsche Tragödien

Die Ungarndeutschen können bis auf den heutigen Tag eine Kultur die ihrige nennen, deren Fäden tief in das Gewebe der ungarischen Kultur eingeflochten sind. Wenn wir diese Fäden herauszögen, so würde das gesamte Gewebe zerfallen. (Viktor Orbán)[1]

Wenn wir verreisen, bitten wir eine Nachbarin, eine ältere Frau, nach Haus und Katze zu schauen. Immer wieder kommen ihr im Gespräch deutsche Sätze, Wortgruppen, Vokabeln über die Lippen, über die sie selber erstaunt zu sein scheint. Seit Jahrzehnten hat sie kein Deutsch mehr gesprochen und doch war es einst ihre Muttersprache.

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Szegediner Überraschungen

Ich wache mit Kopfschmerzen auf. Es war keine gute Nacht: zu laut, zu warm, die Matratze zu hart, zu viel roter Wein. Ohne Frühstück fahren wir die 20 km nach Szeged. Dort muß irgendwo ein Kaffee her!

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Der katalanische Vulkan

Wenn wir von Vulkanen sprechen, dann denken die meisten wohl an einen Bergkegel mit einem Trichter in der Mitte. Tatsächlich gibt es jedoch eine ganze Reihe von Vulkanen und nicht jedem sieht man das „Vulkanische“ an. Vor allem aber gehört zu ihm die unterirdische Magmakammer – dort, im Unsichtbaren, entscheidet sich in langen und langsamen Prozessen aus Vermischungen und Konzentration, ob, wann und wie der Vulkan sich „entäußert“.

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Warum der Osten?

Selbstredend sind die Gründe, weshalb der Osten so anders als der Westen wählt, vielfältiger als gestern angedeutet. Einige davon sind, in aller Kürze und ohne wertende Reihung, folgende:

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