Sieferles Sieg

Die hiesige Leserschaft teilt sich, soweit das zu sehen ist, in zwei Teile. Jene, die ähnliche Gedankengänge haben und sich mit einem gewissen Aufwand auf den gleichen Kanälen informieren, und dann die, denen entweder die Zeit oder der Überblick dafür fehlt. Für die letzteren ist diese Seite eine Informationsquelle, die anderen wollen vermutlich Argumente und Diskussionsstoff, an dem sie sich reiben können.

Für die Faktensucher tue ich heute etwas, was ich eigentlich vermeiden wollte: Banales und längst Bekanntes ausposaunen. Sie haben vielleicht noch nicht mitbekommen, was in kritischen Kreisen seit Wochen intensiv diskutiert wird. Es geht noch einmal um Rolf-Peter Sieferles kleines Büchlein: „Finis Germania“, welches bereits mehrfach Thema war.

Was sich allerdings in den letzten Tagen abspielte, war so typisch und entlarvend, daß man es allen verdeutlichen muß. Diese Posse steht als Symbol für den geistigen Zustand unseres Landes, das selbsterklärte Demokraten noch immer demokratisch nennen, während sie die urdemokratischsten Grundsätze mit Füßen treten.

Nachdem also ein Spiegel-Redakteur das Buch auf einer belanglosen Bestsellerliste plaziert hatte und daraus ein landesweiter Skandal entstand – es sollte „verschwörungstheoretisch“, „antisemitisch“, „rechtsextrem“ und dergleichen sein (Was es nicht ist! Und selbst wenn es das wäre, ändert das nichts!) –, der mit Diffamierungen des Autors und des Verlages einherging, wurde das Buch nun tatsächlich auf die relevanten, nämlich die verkaufsbasierten Bestsellerlisten katapultiert, und das, obwohl Amazon, als Hauptanbieter in Deutschland, das Buch aus seinem Sortiment nahm – schon das ist ein Skandal! – und es nur über Drittanbieter zu erwerben war.

Zehn Tage stand es dort auf Platz 1! Das lesende Volk hatte abgestimmt. Derweilen häuften sich die Besprechungen in den Großmedien. Eine glich der anderen, keine wagte eine inhaltliche Auseinandersetzung.

So gelangte es also auf die „Spiegel-Bestsellerliste“ und auf die „Stern-Bestsellerliste“.

Der „Stern“ war nun der Meinung, das Buch kommentieren zu müssen und tat es – ein einmaliger Akt! – auf folgende Art und Weise:

„Spiegel“, wo es Platz 6 belegte, reagierte anders und nahm es gleich ganz aus der Bestsellerliste heraus. Nahm es heraus! Und viele Buchläden, die die Spiegel-Bestseller prominent plazieren, zogen nach und boten das Buch nicht mehr an. Das ist mittlerweile dutzendfach dokumentiert.

Auch Amazon zog nach und entfernte das Buch aus der Liste – Henryk M. Broder hat dazu alles gesagt. Schließlich wurde es ganz aus dem Sortiment genommen und war für zwei Tage nicht erhältlich. Zu diesem Zeitpunkt war es zum zweiten Male, aufgrund der Verschweige- und Diffamierungsspirale! – auf Platz eins gelangt. Da es nicht mehr verkauft werden konnte, sank es kurzfristig auf sechs. Schließlich hat man sich bei Amazon – offensichtlich schwer verunsichert, nicht wissend, wie man damit umgehen sollte (gibt es Druck von außen oder ist es Selbstzensur?) – doch wieder für die Listung entschieden, was umgehend erneut die pole position einbrachte. Während ich das schreibe, ziert es wieder die Spitze:

Das ist die Lage! Bücher werden virtuell „verb(r)annt“, kritische Facebook- und Twitter-Konten gesperrt und entfernt, Bankkonten geschlossen, Gaststätten in den Ruin getrieben, Menschen aufgrund politischer Überzeugungen ausgeschlossen …

Wer jetzt nicht erschrickt, ist hier fehl am Platze. Wer jetzt nicht vom Faktensucher zum aktiven Diskutanten wird, der hat den Schuß nicht gehört.

siehe auch: Augen auf und durch (zu Sieferles „Migrationsproblem“)

Eine Erfolgsstory

Hin und wieder gibt es Gespräche – ich versuche, sie zu meiden –, die einem lange drinstecken. Immer wieder schweifen die Gedanken ab, geht man die Argumente des anderen durch, bedauert, nicht schlagfertig genug gewesen zu sein.

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Wenn man glaubt, der Tiefpunkt einer Debatte sei erreicht, dann gibt es meist noch einen, der auch das letzte Halteseil kappt und den Flug in die Hölle antritt.

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Relativierungen

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Von vierhundert Identitären in Deutschland kamen, trotz landesweiter Verunglimpfung aus allen Rohren, 1000 um  für eine „Zukunft in Europa“ und gegen die Masseneinwanderung zu demonstrieren.[2]

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Die gefährlichste Frau der Welt

Schwachsinn, dein Nam‘ ist Weib (frei nach Shakespeare)

Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt: wenn die Kanzlerin den Mund in freier Rede auftut, dann sind die Fettnäpfchen nicht weit. Den gestrigen ungeheuren Satz jedoch als Fettnäpfchen abzutun, wäre fatal.

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