Das Monster wächst

Martin Wagener – Politikwissenschaftler an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung – hatte es auf 500 ausladenden, aber sehr rationalen Seiten einer Untersuchung unterzogen. Das Buch wurde ein szeneinterner Bestseller, verdient aber eine weitere Lektüre; darin zeigt er u.a. die Kompetenzüberschreitungen des Verfassungsschutzes unter Haldenwang und zeichnet die inneren Denunziationsmechanismen nach. Der Versuch, damit eine sachbezogene und offene Diskussion anzufachen, wurde mit weiteren Restriktionen beantwortet. Darüber berichtet Wagener – noch immer sachlich-trocken –  in diesem Podcast: Haldenwangs Rache Weiterlesen

Ein feministischer Denkfehler

Die Weigerung der spanischen Wirtschaftsministerin Nadia Calviño, sich fortan nicht mehr mit reinen Männergruppen photographieren zu lassen, wurde in der Presse zwar interessiert vorgestellt, enthält meines Erachtens aber einen typischen Denkfehler des Feminismus und überhaupt jeder Gleichberechtigungsideologie, die auf Repräsentation als Machtmittel setzt. Calviño wolle auch nicht mehr an Konferenzen teilnehmen, in denen sie die einzige anwesende Frau sei. Man fand beim Phototermin schnell die einleuchtende Lösung und stellte ihr eine andere Frau dekorativ an die Seite.

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Die Grenzen der Propaganda

Es gilt mittlerweile als sicher, daß Propaganda wie folgt funktioniert: Wiederhole eine Lüge oft genug, dann werden die Leute sie glauben. Das hatte einer geäußert, der – wie man sagt – etwas davon verstanden hatte. Aber ganz so einfach ist es doch wieder nicht.

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Nationale Interessen

Was bedeutet es eigentlich, wenn wir von nationalen oder geostrategischen Interessen sprechen, die wir einzelnen Ländern oder Verbünden zuerkennen? So liege es etwa im geopolitischen Interesse Rußlands, eine Pufferzone zu den NATO-Grenzen zu haben, oder im nationalen Interesse der Ukraine, der EU anzugehören usw.

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Das Denunziationsparadox

Manche Menschen haben die Gabe, das unsichtbare Offensichtliche greifbar zu machen.

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, ein paar Worte mit Kubitschek zu wechseln. Da sprach er diesen Gedanken aus, der mich aufschrecken ließ. Alles war mit einem Male so evident – warum habe ich das bisher nicht gesehen? Für ihn war das ein Nebensatz, vielleicht nicht mal sonderlich betont, wahrscheinlich seit Langem eine Standarderkenntnis[1], für mich ein Augenöffner.

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Viro-Logisches V

Nach wie vor bin ich der Meinung, daß man sich als Laie – und auch als Experte – in virologischen, also rein medizinischen, naturwissenschaftlichen Fragen zurückhalten sollte, weil wir einfach zu wenig wissen und verstehen. Das betrifft auch alle sich daraus ergebenden politischen Probleme. Nicht, daß man sie nicht thematisieren sollte, aber wer in diesen Punkten zu absoluten Urteilen kommt, erweist sich zumeist als nicht seriös. Daher gibt es hier, auf diesem Blog, auch weiterhin nur Stichpunkte, vage Überlegungen und Beobachtungen.

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Judäische Volksfront oder Volksfront von Judäa?

Wo wir stehen II

… in der Welt und speziell in Deutschland, das kann man oft am besten an Marginalien, Petitessen und Nebeninformationen sehen.

In der „Jungen Welt“ etwa war ein kleiner, aber aufschlußreicher und zugleich verstörender Artikel zu lesen. Darin war zu erfahren, daß im Studienrat der Universität Halle über den Arbeitskreis Antifaschismus gestritten wird. Es gebe dort demnach „drei Hochschulgruppen mit linkem Selbstverständnis – die Jusos, die Grüne Hochschulgruppe und die Offene Linke Liste“ und die versuchten den „Arbeitskreis Antifaschismus aufzulösen, können das auch, denn sie stellen die Mehrheit im „Studierendenrat“. Denn dieser hat gesündigt. Und das, obwohl er auf 27 verdienstvolle Jahre verweisen kann.

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Wahrheit oder Verleumdung?

Der ganze Hype um den Stand des „Jungeuropa“- und des „Oikos“-Verlages – letzterer veröffentlicht das Umweltmagazin „Die Kehre“ – ließe sich eigentlich in einem Satz entschärfen. Hat Jasmina Kuhnke – alias „Quattromilf“ – recht oder lügt sie? Ich selbst kann diese Frage nicht beantworten, wundere mich aber, daß es diejenigen, die sie beantworten könnten, es noch nicht getan haben.

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Covid-Opfer und Covid-Impf-Opfer

Zwei Artikel mit scheinbar gegensätzlichen Botschaften kreuzten sich heute im Internet.

Zum einen hatte Martin Lichtmesz auf „Sezession im Netz“ den zweiten Teil seiner „Bilanz der Impfschäden“ vorgelegt, zum anderen zeigte sich Jan Josef Liefers, Initiator der #allesdichtmachen-Initiative, nach einem Besuch auf einer Intensivstation geläutert und plädiert nun offen für die Corona-Impfung. Sein Fazit: „Bei keinem der Patienten wäre eine Intensivbehandlung nötig gewesen, wenn sie geimpft gewesen wären.“

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Mein Corona-Tod

Im aktuellen „Focus“ kommt der Chefarzt der Intensivstation einer Münchener Klinik zu Wort und darf dort auch über seine Wut auf Ungeimpfte reden. Demnach arbeite man seit 19 Monaten bis zur Erschöpfung hauptsächlich wegen Corona-Patienten. Alle, zu 100%, der dort Behandelten seien Ungeimpfte gewesen, sagt der Mann. Die Opfer werden immer jünger, – meine Alterskohorte ist deutlich überrepräsentiert –, die Hälfte habe Vorbelastungen wie Diabetes oder Fettsucht, die andere Hälfte aber sei kerngesund. Ob er auch einen Groll auf Adipöse, Trinker, Raucher, Autofahrer, Suizidale – und was weiß ich, wer noch so statistisch überrepräsentiert auf der Intensivstation landet – hat, erfahren wir nicht.

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Das Problem mit der Briefwahl

Am Wochenende wird gewählt und dennoch ist die Wahl eigentlich schon fast entschieden, denn circa die Hälfte aller Stimmen sind bereits abgegeben – mittels Briefwahl.

Die massenhafte Briefwahl aber ist ein weiteres Symptom der schleichenden Erosion der Demokratie.

Sie ist selbstverständlich anfälliger für alle möglichen Formen der Manipulation und des Betruges.

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Warum ich nicht geimpft bin

Noch nicht – müßte es eigentlich heißen. Denn ich bin kein sogenannter Impfgegner. Ich glaube auch nicht, daß die Impfungen irgendein sinistres Geheimnis transportieren, daß sie uns Menschen irgendwann zu irgendetwas machen oder uns ausrotten soll, ja, ich vermute sogar, daß die Wahrscheinlichkeit negativer Spätfolgen vergleichsweise gering ist, und wenn es sie gibt, dann sind sie wohl ungewollt. Sollte es je einen Moment geben, in dem mir das Bewußtsein einer tatsächlichen, statistisch relevanten Gefahr durch „das Virus“ aufsteigt, dann werde ich mich ohne größere Bedenken unter die Nadel begeben.

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Zeit, „Neger“ zu sagen

Wozu braucht man eigentlich Philosophie, wenn man Annalena Baerbock hat?

Mit ihrer neuesten Volte – nämlich das Wort „Neger“ aus ihrem Munde zu „muten“ – hat sie ein bedeutsames philosophisches Problem aufgerissen und zugleich eine Lösung vorgeschlagen.

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Die Delta-Variante

Am Wochenende fand in den Tiefen des Darknets ein Schachturnier statt, die meisten Teilnehmer waren Insulaner und – wie das bei Schachspielern die Regel ist – immer auf dem neuesten Stand und konform. Folgender kleiner Dialog entspann sich in der Analyse eines Spiels:

–        Sorry, ich war schlecht drauf, hatte Corona und fühle mich noch ein wenig schwach, die Eröffnung ging in die Hose.

–        Welche Variante denn?

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Die ewige Rechte

Die mediale Aufarbeitung einiger ironischer Videos bekannter Kulturschaffender wirft mindestens zwei subtextuelle oder meta-mediale Fragen auf. Die eine ist die Frage nach Rechts.

Nur wenige der Delinquenten hatten bisher den Mut, für ihr eigenes Handeln offensiv einzustehen, dazu gehören ein Schauspieler namens Liefers und ein Regisseur Brüggemann. Viele andere haben den Schwanz eingezogen oder das schon längst eingeübte Reueritual vollzogen, das alten DDR-Zeitzeugen so unangenehm bekannt vorkommen sollte, müßte man darüber nicht jedes Mal laut lachen.

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