Der Sherrock-Klub

„Es ist unvermeidlich, daß die Natur gegen sie arbeitet, und das sehr bald. Sie besitzt phantastisches Schachtalent, aber sie ist trotz allem eine Frau. Das liegt alles an den Un­voll­kommen­heiten der weiblichen Psyche. Keine Frau kann einen längeren Kampf durchhalten. Sie kämpft gegen die Gewohnheit von Jahrhunderten und Jahrhunderten, seit Anbeginn der Welt.“ Garri Kasparow

Die Presse hatte sich fast nicht mehr einbekommen. Zum ersten Mal gewann eine Frau bei der legendären Darts-Weltmeisterschaft ein, dann zwei Spiele gegen Männer. Ihre Siege wurden Weltnachrichten, jeder Pfeil wurde ein „Fanal für Frauenrechte“, wie Billie Jean King schrieb – die Presse nahm den Ton begeistert auf und verstärkte ihn hundertfach.

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Das Der und das Die

Es gibt „im Realen“, was immer das heißen mag, so etwas wie nicht synthesefähige Gegensätze, die koexistieren, obwohl sie sich gegenseitig ausschließen. (Peter Sloterdijk)

Wir kommen gerade aus einem Heilbad zurück. In der großen Halle mit 36 Grad warmem Wasser herrscht gewöhnlich Ruhe. Heute Abend leider nicht. Die drei Dutzend Ungarn stehen, bis zum Hals im Wasser, wie immer in kleinen Grüppchen oder Paaren zusammen und unterhalten sich schläfrig und zurückhaltend. So ist es immer! In der Ecke aber stehen fünf Männer, alle im frühen Rentenalter und reden animiert, gestikulieren, lachen und schreien sich förmlich an, obwohl sie nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Sie übertönen alle Ungarn um ein Vielfaches, ihr Gespräch – wenn man das so nennen kann – durchschallt die gesamte Halle. Erst wenn man etwas näher tritt, hört man, daß sie nicht Ungarisch, sondern wohl Serbisch sprechen. Und auch das war schon immer so:

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Die unerträgliche Leichtigkeit des Rassismus

„Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, daß wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans – endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz.“ (Hertha BSC)

Die Vorwürfe gegen eine junge Fußballmannschaft aus Sachsen gehen mir nahe. Man hatte den Spielern aus Auerbach i.V. Rassismus vorgeworfen. Der Ankläger war kein Geringerer als Hertha BSC in Gestalt des Jugendtrainers  Sofian Chahed, einem Deutsch-Tunesier, der einst auch für die Hertha auf großer Bühne aufgelaufen war.

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Die Messer-Falle

Wir erhalten täglich eine Liste von Erregungsvorschlägen und dürfen entscheiden, worüber wir uns echauffieren wollen. (Peter Sloterdijk)

Die folgenden Zeilen werden nicht allen meiner Leser gefallen – ein Grund mehr, sie zu schreiben.

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Volk und Scham

Angela Merkel war in Auschwitz. Zu Ende ihrer Ära geht sie diesen Weg, den andere – wie Heiko Maas etwa – an den Anfang ihrer politischen Karriere setzen, ja sogar als Agens bezeichnen: „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“, tönte der Außenminister.

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„Mein Kampf“ Jetzt!

Der Spiegel schreibt im sensationsheischenden Enthüllungston, daß man beim Attentäter von Halle auf „nationalsozialistisches Propagandamaterial gestoßen“ sei – darunter „Mein Kampf“. Aber dieses Buch ist unter diesem Begriff nicht zu fassen: es ist ein historisches Dokument und sollte Pflichtlektüre sein. Jetzt! Auch in meinem Regal würde man darauf „stoßen“ – aber was soll das bedeuten?

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