Viro-Logisches

Das Corona-Virus hält uns in Atem, die Menge der Informationen, die Geschwindigkeit ihrer Veränderungen überfordert uns alle; selbst sogenannte Experten verlieren den Überblick, es geistern Zahlen und Theorien im Netz umher. Nachfolgend ein paar lose, freie Gedanken, allein aus dem fehleranfälligen Denken geboren und ohne jegliche Expertise.

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Das innere Werdeziel der Kellerassel

„Ich sammle Kellerasseln“ – mit diesem Eingangssatz fängt Fritsche seinen Leser sofort ein. Noch weiß man nicht, was der Titel „Pan vor den Toren“ bedeuten soll, aber schon sind alle Sinne gespannt.

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Was die Pfütze lehrt

„Wenn du am Wassergraben vorüberkommst, unvorbereitet und ohne Zeit zu besinnlichem Aufenthalt, so bleibe getrost stehen. Ich weiß, du hast Pflichten. In Wahrheit haben die Pflichten dich. Laß einmal die Dinge, die dich rufen, vergeblich auf dein Kommen warten. Denn hier ergeht ein höherer Ruf an dich.“

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Der Auschwitz-Rap

Vom Rap verstehe ich so viel wie mein Großvater vom I-Phone – trotzdem würde ich mein Leben dafür einsetzen, daß er seine Meinung dazu frei äußern kann.

Gerade lese ich Stefan George. Vielleicht verzeiht man vor diesem Hintergrund eher die leicht aggressive Stimmung, in die mich die mediale Beschallung mit einem Thema versetzt, von dessen Existenz ich bisher – glücklicherweise – noch nicht einmal wußte. Weder kannte ich Kollegah und Farid Bang noch ahnte ich, daß es eine Echo-Verleihung gibt. Allerdings war mir bekannt, daß die Künstlerszene in ihren ausgezeichnetsten Exemplaren zum Moralismus neigt.

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Carossa: Rumänisches Tagebuch

Gerade mal drei Monate des Jahres 1916 umfaßt dieser schmale Band Tagebuch, Einquartierung in Frankreich, Verlegung nach Siebenbürgen, Märsche, Einquartierungen, wieder Märsche, wieder Einquartierungen, nur wenige Kampfhandlungen … Hans Carossa begleitet den Troß als Arzt, mit nahezu sezierendem Blick, scheinbar emotionslos zeichnet er das große Treiben auf, verliert den Blick für das individuelle, das menschliche Schicksal nicht, bestaunt, inmitten der herbstlich-winterlichen Kriegswirren die grandiose Natur, zeichnet akribisch eigene Träume auf, notiert am Wegesrand verwesende Leichname und zerfetzte Torsi, erinnert sich eindringlicher Poesie.
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Ist Sterben noch modern?

I’m not planning to die. Ray Kurzweil

Schlägt man ein beliebiges Werk zur Spiel- oder Kulturgeschichte des Schachs auf, so wird man mit großer Wahrscheinlichkeit die Reiskornlegende finden; der Kundige kann sie schon nicht mehr hören, die Erzählung vom klugen Bauer/Wesir/Weisen/Zauberer, der den König/Sultan zu einer Schachpartie überredet/das Schachspiel erfand/einen Krieg damit abwendete und den Herrscher derart damit begeisterte, daß dieser ihm einen hohen Lohn versprach. Der Weise mimt den Bescheidenen und erbittet sich lediglich ein Reis/Weizenkorn auf dem ersten der 64 Felder, zwei auf dem zweiten, vier auf dem dritten, acht auf dem vierten und so fort, immer die jeweils doppelte Menge des vorherigen Feldes. Der Machthaber wird anfangs von der Genügsamkeit des Weisen überrascht, muß aber bald feststellen, daß alles Korn der Welt nicht genügte, dem Wunsch nachzukommen, und wird durch dieses kathartische Erlebnis geheilt und ein besserer Mensch.

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Sexualdimorphismus

Ab und an schaue ich das örtliche TV – um offen zu sein, sogar regelmäßig.

Dieser Tage ging es um zwei Versammlungen.

Das eine Mal traf man sich, um über die frühe Kindesentwicklung beim Neugeborenen zu debattieren (ab: 5:15)

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Das dritte Geschlecht

Das dritte Geschlecht. — „Ein kleiner Mann ist eine Paradoxie, aber doch ein Mann, — aber die kleinen Weibchen scheinen mir, im Vergleich mit hochwüchsigen Frauen, von einem anderen Geschlechte zu sein“ — sagte ein alter Tanzmeister. Ein kleines Weib ist niemals schön — sagte der alte Aristoteles. (Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft)

Wir lesen in den Gazetten: „Das Bundesverfassungsgericht fordert, daß künftig ein drittes Geschlecht im Geburtenregister eingetragen werden kann. Intersexuellen Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, solle damit ermöglicht werden ihre geschlechtliche Identität „positiv“ eintragen zu lassen, entschieden die Karlsruher Richter in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluß.“

Was auf den ersten Blick wie ein zu begrüßender Akt der Gerechtigkeit klingt, enthält eine ganze Reihe an inneren Problemen.

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Luther als Prinzip

Der Kampf ist in der Welt, ein Kampf auf Leben und Tod, der Geist ist parteiisch geworden, man schließt sich zusammen zu feindseligen Rotten: der Freie, der Unabhängige, der Abseitige wird nicht mehr geduldet. Stefan Zweig

Eine liebgewonnene Tradition, eine Marotte, ein Erbstück aus Studienzeiten. Ein Jahr meines Studierendenlebens habe ich Luther gewidmet. Zumindest fing es mit ihm an, bald waren Münzer und der wenig bekannte Andreas Karlstadt wichtiger. Geblieben ist eine Vorliebe für diese wesentliche Periode deutscher Geschichte – seither versuche ich jedes Jahr um die Zeit des Reformationstages mindestens ein Buch zum Thema zu lesen.

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Blick in die Zukunft V

Nun ist es also so weit. Zum vorerst letzten Mal werde ich Hussain sehen. Über fast ein Jahr trafen wir uns mehrmals die Woche. Anfangs zusammen mit anderen, aber da der Kreis der Teilnehmer immer kleiner wurde, blieben nur wir zwei übrig, gelegentlich von Khaled oder Salim gestört.

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Burkini für alle!

Ein besonders infames Possenstück auf dem Narrenschiff der vereinigten Journaille liefert der linkspopulistische „Focus“. Die wenigen Zeilen, unter dem Titel „Burkini-Debatte: Hautkrebs-Spezialisten loben das Kleidungsstück“ (Lektüre empfohlen) könnte man ruhigen Gewissens als einen panischen Einbruch von Idiotie oder als einen schlechten Scherz abtun, doch bei genauerer Hinsicht kann er uns tatsächlich etwas lehren, wenn man zwischen den berühmten Zeilen zu lesen sich bemüht.

Bei der linkstörichten „Huffington Post“ auch als Filmchen

Die plumpe Botschaft geht in aller Kürze so: Hautkrebs wird durch Sonnenbestrahlung mitverursacht, also schütze man seine Haut, gut geeignet sei dafür der Burkini. Er lebe hoch!

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Embryologie im Islam

Die Wissenschaft denkt nicht, weil sie nach der Art ihres Vorgehens und ihrer Hilfsmittel niemals denken kann – denken nämlich nach der Weise der Denker. Daß die Wissenschaft nicht denken kann, ist kein Mangel, sondern ein Vorzug. Er allein sichert ihr die Möglichkeit, sich nach der Art der Forschung auf ein jeweiliges Gegenstandsgebiet einzulassen und sich darin anzusiedeln. (Martin Heidegger)

Kennen Sie Keith L. Moore? Nein? Das ist keine Schande. Aber das könnte sich bald ändern, spätestens wenn Sie mit dem Moslem von nebenan sprechen. Unter Muslimen ist Keith Moore nämlich ein Star! Ich wurde mehrfach und aus verschiedenen Richtungen auf ihn angesprochen – also nahm ich mich der Sache an.

Keith Moore ist Embryologe. Er hat eines der größten Wunder des Korans erfunden. Entschuldigung, umgekehrt: Das Wunder war natürlich schon seit 1400 Jahren da, aber erst mit Keith Moore und der modernen Embryologie ist es aus dem Dunkel der Frauenschöße ans Licht der Welt gedrungen. Mohammed hat nämlich im Koran – in einem verkürzten Satz und in der Intonation des bedeutenden islamischen „Evangelisten“ Zakir Naik – „die Entwicklung des Fötus im Mutterleib in großem Detail beschrieben“.  Und wenn Männer wie Zakir Naik das sagen, die ein gutgläubiges Hundertmillionenpublikum haben, dann sollten wir es sehr ernst nehmen, denn heute gehört ihnen der Nahe Osten und morgen vielleicht die ganze Welt.

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Islam in homöopathischen Dosen

In regelmäßigen Abständen beglücken uns die Zeitungen mit Meinungen zur Homöopathie – neun „Das-ist-alles-Humbug“-Artikeln steht vielleicht eine bejahende Studie oder ein Erfahrungsbericht entgegen (Beispiele unten).  Die Hauptargumente sind immer die gleichen: Placebo und „Da ist doch nichts drin“. Die Alltagsrealität sieht anders aus: Millionen Menschen (und Tiere) fühlen sich geheilt.

Wer so argumentiert, stellt nur unter Beweis, daß er von der Homöopathie nicht das Geringste verstanden hat. Allopathie denkt körperphysikalisch, chemisch und vor allem kausal, für die Homöopathie ist die Abwesenheit des Materiellen aber essentiell, es ist die Verabschiedung des chemo-physikalischen Materialismus. Die zugrundeliegende Signaturenlehre – Similia similibus currentur – gehört zu den kultur- und zeitübergreifenden Weisheiten der Menschheit. Sie fragt weniger nach dem Warum als nach dem Wozu, sie heilt den Menschen im „entelechalen Sog“ seiner Individualität, sie erkundet das „Wesens-Werdeziel“. Das sind Begriffe, die Herbert Fritsche, der bedeutendste deutsche Homöopathie-Philosoph entworfen hat und der die Homöopathie in mehreren Anläufen bis zur „Homöopathie Divina“ verallgemeinerte.

Doch die Homöopathie ist im Moment unser kleinstes Problem. Und trotzdem wirft sich die medizinisch-journalistische Fortschrittspartei, die Berufsrationalisten, immer wieder mit Furor auf sie, um sie zu diskreditieren. Dabei stecken die eklatantesten metaphysischen Auswüchse in ganz anderen Büchern und Lehren. Zum Beispiel im Koran und im Islam. Warum wohl hat sich noch niemand der Entzauberer auf dieses dankbare Ziel eingeschossen?

Nehmen wir etwa die Frage der Engel. Daß es sie gibt, belegt der Koran selbst – schönes Zirkelargument – und also ist jeder Muslim, der einer sein will, verpflichtet, daran zu glauben. Auch an die verschiedenen Typen der Engel. Sie sind aus reinem Licht erschaffen, sind frei von menschlichen Bedürfnissen und Eigenschaften, müssen nicht essen noch trinken, mögen aber Knoblauch- und Zwiebelmundgeruch nicht und auch keine Hunde.

Da gibt es Gabriel, den Oberengel mit mehr als 600 Flügeln, der zu Mohammed gesandt wurde und den Koran brachte. Oder Michael, der sich um Regen und Pflanzen kümmert. Oder Israfil, dessen Aufgabe es ist, am jüngsten Tag die Posaune zu blasen – was er in der Zwischenzeit so treibt, wissen wir nicht. Anders bei Azrail, der immer viel zu tun hat, denn er ist der Todesengel und zieht die Seele aus dem Körper. Ganz allein schafft er das nicht, weswegen er „Helferengel“ zur Seite hat. Davon wiederum gibt es zwei Arten: die Engel der Barmherzigkeit und die Engel der Bestrafung.

Ridwan ist so eine Art Gärtner im Paradiesgarten und zugleich Chef der „Dienerengel“. Sie dienen den Paradiesbewohnern, also, wie manche glauben, den Selbstmordattentätern oder aber auch den wahren und gläubigen Muslimen. Nicht weniger als 8000 – manchmal liest man 80000 – solcher Diener sollen jeden einzelnen Paradiesbewohner bedienen – im Hier und Jetzt hätte man schon Probleme, sich überhaupt hundert Bedürfnisse auszudenken: ich komme nur bis 72.

Auch wenn Engel per definitionem weder das Böse kennen noch tun, arbeiten die „Wärterengel der Hölle“ im Dauerdienst, um das Höllenfeuer am Glühen zu halten und darauf zu achten, daß die Verdammten dieser Erde den Flammen nicht entkommen. Ihrer gibt es – jemand hat das exakt gezählt – 19 an der Zahl. Und um es nicht ausufern zu lassen, erwähne ich nur noch die „ehrenwerten Schreiberengel“, die auf Ihren Schultern sitzen, etwas ausführlicher, die jeden Menschen begleiten – also auch Sie, lieber Leser, liebe Leserin – und die guten und bösen Taten in ein Buch einschreiben, das „Buch der Taten“, das Allah am Tag des Jüngsten Gerichts studieren wird, um den Daumen zu heben oder zu senken. Erstes Kapitel dürfte die Frage sein: Hast du diese Phantastereien bzw. Offenbarungen auch alle geglaubt?

Und nicht nur an das: auch an den Mutterleibengel, der das Geschlecht bestimmt, den „Engel der Berge“, der die Berge beaufsichtigt – wozu eigentlich? –, die „umherziehenden Engel“, die die an Mohammed gesandten Segens- und Friedenswünsche der Gläubigen sammeln, die „Engel des Bittgebets“, die „Engel des Aufsteigens“, die „Befragenden Engel“ usw.

Von den Djinn – aus rauchfreiem Feuer geschaffen, darunter Muslime, Christen und Juden, Gläubige und Ungläubige – und Teufeln, die noch komplizierter sind, soll der Ermüdung wegen hier geschwiegen werden.

Nun, das ist Religion, ist Glaube ohne Aber und muß daher geschützt und respektiert und geachtet werden und frei gelebt werden können … Trotzdem, so scheint mir, sollte das Berufsrationalisten beunruhigen, aber um derartiges zu erfahren, muß man schon die islamischen Klassiker lesen und nicht die Presse.

Homöopathen sind in der Regel sehr friedliche Zeitgenossen, sie sind ein dankbares Ziel …

Freiwillige vor!

Quellen:
Herbert Fritsche:
Samuel Hahnemann. Idee und Wirklichkeit der Homöopathie
Der Erstgeborene. Ein Bild des Menschen
Die Erhöhung der Schlange. Mysterium, Menschenbild und Mirakel homöopathischer Heilkunde
Die unbekannten GesundheitenVom therapeutischen Eros
IATROSOPHIA – Metabiologische Heilung und Selbstheilung
Ahmad A. Reidegeld: Handbuch Islam. Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime
Der Koran

Homöopathie als Gegner in: Focus, Welt, Zeit, Süddeutsche, Spiegel. …