Das Schweigen der Landsmänner

Wesentlich interessanter – aus einer höheren, abstrakteren Perspektive – als die Messermorde, die Messerstechereien, Vergewaltigungen, Schlägereien, Raubtaten, ja selbst als die ge- und mißglückten Terrorfälle – sofern sie nicht apokalyptische oder systemrelevante Ausmaße annehmen – sind die Geschichten, die sich dahinter verbergen und die ganz offenbar immer nur dann ans Licht kommen, wenn solch ein Fall öffentlich aufgearbeitet werden muß.

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Sinneswandel

CDU-Chefin Angela Merkel sagte am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin: „Für uns ist entscheidend, daß im Gesetz auch das Wort Begrenzung auftaucht und es eben keine Zuwanderung in großer Form in die sozialen Sicherungssysteme gibt.“ (Merkel 14.2.2002)

Quo Vadis Hungaria?

Es ist schon ein großer Trost bei Wahlen, daß von mehreren Kandidaten immer nur einer gewählt werden kann! (Mark Twain)
Rabok legyünk vagy szabadok?
Ez a kérdés, válasszatok! –( Petőfi Sándor)

Nehmen wir an, es tritt am Sonntag ein, wovon die deutsche Presse vielstimmig träumt. Nehmen wir an, es gelingt in mindestens 40 Wahlkreisen eine erfolgreiche Koalition gegen die Kandidaten des Fidesz. Nehmen wir an, die Fidesz-Gegner können mindestens 10 Prozent der habituellen Wahlverweigerer mobilisieren und eine allgemeine Wahlbeteiligung von 70 Prozent erreichen – dies gilt als Voraussetzung für einen Wechsel. Nehmen wir also an, Orbán wird in dieser oder jener Form entmachtet.

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Alles Makulatur

Zuletzt erkennen auch immer mehr Marxisten und sonstige Ideologen, die im 20. Jahrhundert hängengeblieben sind, daß ihre abstrakten Debatten und Fragen in einem kaum bewußten kulturellen Resonanzraum stattfanden, der mit dem Großen Austausch vernichtet wird. (Martin Sellner)

Irgendwann im Herbst 2015, als die Meldungen sich überschlugen, tagtäglich neue phantastische Zahlen von Menschen, die die Landesgrenze meist unkontrolliert überschritten hatten, genannt wurden, dazu Bilder scheinbar endloser Menschenschlangen und –mengen, die auf Autobahnen oder über Felder liefen, an Grenzstationen in großen Trauben hängen blieben, während offenbar verrückt Gewordene die Massen mit Heilsgesängen, Blumen, Teddybären und Tonnen an Altkleidern empfingen, irgendwann in dieser Zeit, saß ich mit meiner Frau – mit der ich damals jeden Tag, jede Stunde dieses eine Thema immer und immer wieder und immer fassungsloser besprach – im Wohnzimmer, das vom Boden bis zur Decke mit einer wunderschönen Buchtapete – in sechs europäischen Sprachen – ausgekleidet ist, an der seit Jahren der Blick mindestens ein Mal am Tag liebe- und auch ein wenig vorwurfsvoll – Warum hast du keine Zeit mehr für Fontane? Wie lang willst du den Goethe noch hinausschieben? Du wagst es, über skandinavische Literatur zu schreiben und hast den Olav Duun noch immer nicht gelesen! … – entlang glitt, und sagte plötzlich zu ihr, auf die Regale weisend: Das ist alles Makulatur!

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Migrationsunterricht in Ungarn

Ein seltsames Phänomen: seit ich in Ungarn bin, muß ich mich um nichts mehr kümmern, alles kommt auf mich zu. Aus kaum erklärlichen Gründen werden mir dauernd Vorschläge gemacht, werden Anfragen gestellt und ich kann mir heraussuchen, was ich annehme und was nicht.

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Europas eigenartiges Ende

“Day by day the continent of Europe is not only changing but is losing any possibility of a soft landing in response to such change. An entire political class have failed to appreciate that many of us who live in Europe love the Europe that was ours.” Douglas Murray

Es tut mir leid, Douglas Murray, daß ich Ihr herausragendes Buch „The strange death of Europe“ nicht – wie es verdient wäre – ausführlich bespreche. Mir fehlt, um ganz offen und ehrlich zu sein, mittlerweile die Kraft!

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Augen auf und durch!

Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem

Es war voreilig, als ich Anfang Januar Lothar Fritzes „Der böse gute Wille“ als das Buch des Jahres 2016 anpries. Rolf Peter Sieferles „Das Migrationsproblem – Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung“, das nachfolgend vorgestellt werden soll, macht noch stärkere Ansprüche auf diesen Titel. Wo Fritze auf stringente Art und Weise all das zusammenfaßt, was jedem common-sense-Inhaber bewußt und einleuchtend sein muß, geht Sieferle weiter, denkt einerseits um die Ecke, deckt die Dialektik und die Paradoxien des Prozesses auf, nimmt aber auch die Außenposition ein und ist so in der Lage, das jüngere Geschehen in die großen historischen Prozesse einzuordnen.

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Frauenmangel

Im zentralen Einkaufstempel in Plauen werde ich plötzlich an alte Zeiten erinnert – an meine Armeezeit.

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Ghettoisierung

Wenn man sich eine vernünftige Harmonie der Gesellschaft wünscht, dann läuft mit der Verteilung der Einwanderer etwas schief. Aber ich werde nichts Schlechtes über die ethnischen Mitbürger sagen, und wir werden niemanden aus unserer Kommune hinauswerfen. (Ib Terp, Sozialdemokrat und Bürgermeister von Brøndby)

Einwanderung und mangelnde Integrationsbereitschaft der und in die Gesellschaft führt zu Segregationen. Das ist in der Theorie alles bekannt, doch braucht es offenbar die Empirie, um die Menschen aufzurütteln.

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Gebärmaschinen

Las ich doch letztens irgendwo in der Zeitung von einer jungen deutschen akademisch gebildeten Frau, sie wolle keine Gebärmaschine sein, wolle keine Kinder zwischen ihren Vorstellungen von Erfolg und Leben haben.

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Das Blame Game

Der Mord in Freiburg erschüttert die Nation. Auf diversen Seiten war man sich lange vor Veröffentlichung der Ermittlungsdaten sicher, daß der Tod der jungen Studentin in einer von Ausländerkriminalität gerade hart getroffenen Stadt nicht zufällig mit der verschärften Flüchtlingssituation zu tun hat. Sogar der Spiegel veröffentlichte eine Liste von Schwerverbrechen „mit Migrationshintergund“ allein in Freiburg innerhalb der letzten Wochen.

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Ungarn, Referendum, Nachlese

Die deutsche Presse ist sich einig: Orbáns Referendum ist gescheitert, er hat eine krachende Niederlage erlitten. Sie macht es sich wieder einmal zu einfach, läßt Wunschdenken als Realität gelten. Besser wäre es, die Realität wahrzunehmen und danach seine Wünsche zu formulieren. Diese jedoch ist komplex und widersprüchlich. Kein Wunder, daß links und rechts, In- und Ausland sofort um die Deutungshoheit des Ergebnisses kämpfen.

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Neue Bürgerlichkeit

Von der deutschen Presse noch nicht recht wahrgenommen, spielt sich in Dänemark gerade eine politische Revolution ab, die, sollte sie Erfolg haben, eine Vorankündigung auch für andere Länder werden könnte, die vor allem aber das Europäische Projekt, wie es derzeit praktiziert wird, fundamental in Frage stellen würde.

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Eine andere Perspektive

Ein alter Werbefilm aus England macht in weniger als 30 Sekunden ein uraltes Problem unmittelbar einsichtig: ein Ereignis, aus nur einer Perspektive betrachtet, gibt einen bestimmten Eindruck, aus einer anderen Perspektive, einen ganz anderen, aber erst, wenn man den Gesamtkontext kennt, versteht man, was tatsächlich passiert ist. Das gilt umso mehr, wenn klischeebehaftete Personen, wenn Stereotypen involviert sind.

An einem aktuellen Artikel des „Spiegel“ kann man das wunderbar durchexerzieren. Er behandelt das Haschischproblem des Kopenhagener Szeneviertels „Christiania“. Dort hatte es vor ein paar Tagen einen ernsthaften Zwischenfall mit einem Todesopfer, einem lebensgefährlich verletzten Polizisten und zwei Schwerverletzten gegeben.

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West-östlicher Dschihad

Man kann die Geschichte des Abendlandes als eine Geschichte des (wenngleich nicht immer erfolgreichen) Versuchs schreiben, Gewalt zu minimieren. Im Hinblick auf islamische Gesellschaften wäre eine solche Perspektive absurd. (Manfred Kleine-Hartlage: Das Dschihad-System)

Als Manfred Kleine-Hartlage diese Zeilen in seinem ausgesprochen diskutablen Buch schrieb – 2010 –, da kannte er Steven Pinkers Monumentalwerk „Gewalt – eine neue Geschichte der Menschheit“ (engl.: The better Angels of our Nature. Why violence has declined) von 2011 (dt.: 2013) noch nicht. Auf 1200 Seiten und mit allen empirischen, statistischen und soziologischen Wassern gewaschen, versucht Pinker nachzuweisen, daß die Welt sich seit 400 Jahren und akzelerierend seit 70 Jahren auf einer globalen abwärtsweisenden Gewaltspirale befindet.

Wohin man schaut und welche Form von Gewalt man auch nimmt – von der zwischenstaatlichen Konfrontation oder Formen der Tyrannei über Mordraten, Folter, Todesstrafe, Gefängnisstrafen, Sexualverstümmelungen, Kindesmißbrauch, Homophobie, Sklavenhandel, Vergewaltigungen … bis hin zu Tischsitten und gesellschaftlichen Umgangsformen, überall scheint es eine tendenzielle Verminderung von Brutalität und Unsitten zu geben.

Das Buch erregte viel Aufsehen, denn der medial vermittelte Anschein war doch ein ganz anderer: immer mehr und immer intensiver werden wir mit Gewaltbildern weltweit versorgt.

Doch die Zahlen lügen nicht. Pinker konnte sein Buch mit beeindruckenden Diagrammen pflastern, die fast alle einen beruhigenden Abwärtstrend zeigen.

Pinker Krieg

Das Buch freilich krankt an zwei Fehlern. Es pflegt den eurozentrischen Blick und es kann das Paradox aller Geschichtsschreibung nicht lösen, daß Historie eigentlich nur im Futur II ge- und beschrieben werden kann. Erst wenn sie beendet ist, läßt sie sich schreiben, nur stellt sich dann die Frage, wer sie noch schreiben können soll. Ignorieren wir diese geschichtsphilosophische Frage (die ich an anderer Stelle ausführlich besprochen habe). Eine notwendige Zwischenlösung ist stets die Abschnittsgeschichte und Pinker ist sich dessen natürlich bewußt: Seine ganze Argumentation könnte durch einen einzigen Akt des Wahnsinns widerlegt werden. Er löst das Problem hinreichend mit der Aussage: „Dieses Buch möchte nicht hypothetische Wahrsagerei über die Zukunft betreiben, sondern die Tatsachen von Vergangenheit und Gegenwart erklären.“ Akzeptiert!

Die Frage des Eurozentrismus – ein umgestülpter Euphemismus, denn natürlich meint sie die Frage des Islam – läßt sich nicht metaphysisch wegdiskutieren. Gelten Pinkers Einsichten auch für die islamischen Länder oder hat Kleine-Hartlage mit seiner Vermutung, die nicht empirisch belegt wird, recht?

Ganze neun Seiten (539ff.) werden der Thematik gewidmet – man könnte das schon für eine Antwort halten. Aber vielleicht kennt sich der Harvard-Professor in diesem Metier einfach nicht aus? „Muslime“, schreibt er, „machen ungefähr ein Fünftel der Weltbevölkerung aus und stellen in ungefähr einem Viertel der Staaten der Welt die Mehrheit, aber 2008 waren an mehr als der Hälfte aller bewaffneten Konflikte muslimische Staaten oder Aufständische beteiligt.“ Das würde den Erwartungen entsprechen, nähme man Huntington ernst. Vom „Clash of Civilizations“ will Pinker jedoch nichts wissen, denn die größte Anzahl der Konflikte finde doch zwischen muslimischen oder innerhalb von muslimischen Gesellschaften statt.

Er sieht „in islamischen Staaten zufällig (sic!) besonders viele Risikofaktoren für Autokratie“, weil sie ärmer, größer, ölreicher sind, muß aber zugeben: „Selbst wenn man diese Faktoren in einer Regressionsanalyse konstant hält, gibt es in den Staaten mit einem größeren Anteil an Muslimen weniger politische Rechte.“

„An den Gesetzen und Praktiken vieler muslimischer Staaten scheint die Humanitäre Revolution vorbeigegangen zu sein.“ Es gibt fast überall Todesstrafen, 100 Millionen Mädchen erleiden jährlich (sic!) Genitalverstümmelungen, Ehrenmorde, Sklaverei, körperliche Züchtigungen etc. seien noch immer an der Tagesordnung. „Religiöser Aberglaube“ und ein überzogener Ehrbegriff seien dafür ebenso mitverantwortlich wie ein „beeindruckender Katalog von Kränkungen“: Kreuzzüge, Kolonisation, Israel, amerikanische Truppen in arabischen Ländern, geringe Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Westen. Die Frage, warum das als Kränkung empfunden wird, stellt sich Pinker leider ebenso wenig wie die Frage, weshalb der vermeintliche wissenschaftliche Vorteil des Mittelalters so leichtfertig aufgegeben wurde.

Das ist die Crux an Pinkers Argumentation. Er wagt sich nicht an die Religion heran und wenn doch, dann umschifft er die Untiefen der politischen Inkorrektheit. Zwar sind die Fakten eindeutig, doch meidet der ansonsten so messerscharfe Geist die Schlüsse zu ziehen: „Die Ergebnisse (verschiedener Umfragen) bestätigen, daß die meisten islamischen Staaten sich in absehbarer Zukunft nicht zu säkularen, liberalen Demokratien entwickeln werden. Die Mehrzahl der Muslime in Ägypten, Pakistan, Jordanien und Bangladesch gab in der Umfrage an, die Scharia … solle in ihren Staaten die einzige Quelle der Gesetzgebung sein, und die Mehrheit in den meisten anderen Ländern gab an, sie solle mindestens eine der Quellen sein.“ Aber: „Religion gedeiht auf wolkigen Allegorien, einer emotionalen Bindung an Texte, die niemand liest (sic!), und andere Formen der gutartigen Heuchelei.“

Hier offenbart Pinker eine spektakuläre Unkenntnis der Welt des Islam: Es ist eine Glaubenspflicht für Muslime, den Koran zu lesen, zu studieren und zu memorieren – die man freilich auch verletzen kann. Daher entbehrt der Vergleich mit den Amerikanern – von ein paar Evangelikalen abgesehen – jeder Grundlage: „Wie die Anhänglichkeit der Amerikaner an die Bibel, so ist auch die Anhänglichkeit der meisten Muslime an die Scharia wahrscheinlich eher ein symbolisches Festhalten an moralischen Einstellungen, die sie mit den besten Seiten ihrer Kultur in Verbindung bringen und kein buchstäblicher Wunsch, Ehebrecherinnen gesteinigt zu sehen.“ Ein verräterisches „wahrscheinlich“ und ein theatralisches Beispiel entlarven den guten Willen.

Wie schnell Unwahrscheinlichkeit wahrscheinlich werden kann, zeigt die Türkei: „Manche muslimischen Staaten, darunter die Türkei, Indonesien und Malaysia, sind auf dem Weg zu einer recht liberalen Demokratie.“ Der Katholik Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, mag als Gegenbeispiel dienen.

Pinker Terror

Um seine schönen Abwärtsspiralen in diesem Kontext präsentieren zu können, muß Pinker, wenn es um Terrorismus geht, etwa Afghanistan und den Irak herausrechnen – heute würde er wohl auch Syrien ausschließen müssen. Und während die zwischenstaatlichen Konflikte weltweit abnehmen, verzeichnen die islamischen Staaten einen sanften, aber kontinuierlichen Anstieg.

Wer hat nun recht: Kleine-Hartlage oder Pinker? Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, das Ergebnis ist ambivalent und zukunftsoffen. Auch in den meisten islamischen Staaten dürfte es (im Moment) eine tendenziell kritische Auseinandersetzung mit vielen Formen der Gewalt geben – man kann in einer globalisierten Welt nicht so tun, als lebe man auf einer Insel – aber auch Pinkers Fazit hat noch eine gewisse Aussicht auf Realisierung: „… daß der ‚kommende Krieg mit dem Islam‘ in Wirklichkeit nie kommen wird.“

Quellen:
Kleine-Hartlage, Manfred: Das Dschihad-System. Wie der Islam funktioniert. Gräfelfing 2010
Pinker, Steven: Gewalt – eine neue Geschichte der Menschheit. Frankfurt 2013

Die Welt im August

"Die Welt" vom 11.8.2016

„Die Welt“ vom 11.8.2016

Dieser Screenshot zeigt den Mittelteil der „Welt“ online vom 11.8.2016, einem ganz normalen Tag der neuen Zeitrechnung, an dem nichts Besonderes passiert ist: kein Attentat, kein Bootsunglück, kein Putsch, keine Demonstration …

Die „meistgelesenen Artikel“ beschäftigen sich mit einer Scharia-Polizei in Hamburg, einer Studie über die Meinung der Deutschen zur Grenzschließung, die Provokation Erdogans in Richtung USA, den Tumult von 30 Bürgern mit Migrationshintergrund gegen eine legitime Polizeiaktion.

Darüber hinaus sinniert der Innenminister über Terrorabwehr und die Aberkennung der doppelten Staatsbürgerschaft, ereifert sich Buschkowsky über die Burka und spricht Wendt über Parallelgesellschaften, arabische Großfamilien und einen weiteren Fall von Zusammenrottung nach einem Routine-Polizeieinsatz.

Das sind auf einer halben Zeitungsseite sieben Artikel, die sich direkt oder indirekt mit ISLAM, ISLAMisierung, ISLAMismus, Terrorismus, Migration und Parallelgesellschaften beschäftigen.

Terror und Immigration

In der deutschen Presse und Politik wird gerade eine Schlacht geschlagen – allerdings fast nur in eine Richtung – um die Frage: Haben die Terroranschläge in Paris etwas mit Immigration zu tun?

Hier die einfache (und auf kulturelle Differenzierungen verzichtende) Antwort:

Die Terroranschläge in Paris haben unmittelbar nichts mit Immigration zu tun, wenn

1. es sich bei den Attentätern und deren Hintermännern um ethnische Franzosen gehandelt haben sollte …
2. es sich bei den Attentätern und deren Hintermännern um Touristen gehandelt haben sollte und …
3. es sich bei den Attentätern und deren Hintermännern um direkte oder indirekte Nachfahren einer einst eingewanderten ethnischen Minderheit in Frankreich oder Europa gehandelt haben sollte, deren ethnische Kontinuität und religiöse Identität sich mittlerweile aufgelöst hat – vergleichbar den Hugenotten.

Die Terroranschläge in Paris haben mit Immigration zu tun, wenn

1. sich aus der derzeitigen Flüchtlingsbewegung einer oder mehrere Attentäter rekrutiert haben sollten und sie haben auch mit Immigration zu tun,
2. wenn die Attentäter einer ethnischen oder religiösen Gruppe angehören sollten, die vor einer, zwei, drei oder vier … Generationen nach Frankreich immigriert sind und ihre ethnische Kontinuität oder religiöse Identität nicht der französischen eingegliedert haben.

Die Behauptung oder Unterstellung, oder die Behauptung oder Unterstellung einer solchen Behauptung oder Unterstellung, daß die Flüchtlinge Terroristen seien, ist nicht wert, besprochen zu werden.