Stefan Georges Moderne

Muß man unbedingt modern sein?

Il faut être absolument moderne. Arthur Rimbaud

Stefan George (* 12. Juli 1868 bis † 4. Dezember 1933) gehört zu jenen wenigen rein polarisierenden Autoren, die nahezu ausschließlich apodiktische Urteile provozieren.

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Wiedersehen im Widerstand

Weit zurück in der Geschichte dieses Blogs liegt dieser Artikel: Gut zu wissen.

Darin findet sich eine Liste exklusiver Namen, die sich im Herbst 2015 durch kritische Kommentare – damals Mangelware, Sensation und tapfer – in jenes Lager geschlagen hatten, in dem auch ich und wohl die Mehrheit der Leser gelandet war. Das war und ist mir noch immer wichtig, denn der Zweifel, man könne irren und die permanente Arbeit daran, diesen Zweifel zu nähren, bleibt.

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Tellkamps Gesinnungskorridor

There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all. (Oscar Wilde)

Mindestens drei Mal wurde in der Presse der Versuch unternommen, Uwe Tellkamps „deutschnationales Pathos“ (Dotzauer), seinen „mentalen Aufbaustoff“ für Neurechte (Assheuer), seine „heftige Abstoßung“ (Kämmerlings), sprich seine „rechte Verirrung“ im Gespräch mit Durs Grünbein aus seiner Werkgeschichte zu erklären. Dabei geriet sein früher Erfolgsroman „Der Eisvogel“ (2005) besonders ins Visier, der sich nun, dreizehn Jahre später, scheinbar neu deuten lassen soll. All sein rechtes Gedankengut sei dort schon, mehr oder weniger versteckt, angelegt gewesen.

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Knallrechts: Die Grenzen der Toleranz

Mal wieder Neues aus Schnellroda.

„Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!“ (Joh. 1.46)

Nicht viel, wenn man Mariam Lau glaubt. Die hat sich diesmal Ellen Kositza vorgenommen, nachdem im August schon Kubitschek dran gewesen ist. Entstanden ist das Porträt einer geschlossenen Frau, verbiestert, verhärtet, verrannt. So zumindest lese ich den Artikel – es gab darüber Streit mit meiner Frau … man kann es offenbar anders sehen.

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Lektüren Januar

Immer wieder bekomme ich Feedback, daß Leser des Blogs die besprochenen Bücher tatsächlich kaufen und lesen. Das tut mir leid, das habe ich nicht gewollt … Da es nun einmal so ist, werde ich von nun an am Ende des Monats Beispiele aus meiner Leseliste nebst sehr kurzen Annotationen bekannt geben. Ausgenommen werden Privatissima und indizierte Literatur. Falls die Hauptkommentatoren es möchten, dann veröffentliche ich auch gerne deren Lektüren – das könnte, wie verschiedentlich schon unter Beweis gestellt,  manche Anregung beinhalten und zudem zum Lesen verführen.

Januar 2018

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Die Neue Rechte ist ein Konstrukt

Viel Lob bekam und viel Kontroverse initiierte Thomas Wagners – bekennender Linker – Buch „Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten“. Mittlerweile hat er es damit auch in fast alle großen Gazetten geschafft. Man goutiert seinen „Mut“, sich in die Höhlen der Löwen gewagt, den Aussätzigen und Gefährlichen zugehört und mit ihnen diskutiert zu haben und fragt sich, ob das nicht borderline sei. Wie einem Extremsportler schaut man ihm fasziniert zu, genießt den Nervenkitzel, weil man weiß, daß man selber nie den Schneid hätte …

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Von der Sowjetunion lernen

È possibile mettersi l’animo in pace dicendosi che tutto questo è il risultato del fallimento comunista? O è forse altrettanto vero che questa tendenza della gente a voler tornare a essere solo fra simili è il frutto dell’assurdo tentativo di mischiare troppo alla svelte tutti e tutto? (Tiziano Terzani)

Als ich kürzlich ein paar starken Bildern nachsann, griff ich wieder zu einem Buch, das ich vor sieben Jahren gelesen hatte: Tiziano Terzanis „Buonanotte signor Lenin“, einer Reisebeschreibung, die in Italien nach dem Welterfolg Terzanis („Noch eine Runde auf dem Karussell“) und seinem Tod, im Zuge einer Terzani-Euphorie, in allen Buchläden auslag. Die Italiener liebten diesen weisen Mann, besonders die Jugend sah ein Idol in ihm. Plötzlich waren alle seine Arbeiten, auch die kleineren, erhältlich, Biographien und Bildbände erschienen.

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