Wiedersehen im Widerstand

Weit zurück in der Geschichte dieses Blogs liegt dieser Artikel: Gut zu wissen.

Darin findet sich eine Liste exklusiver Namen, die sich im Herbst 2015 durch kritische Kommentare – damals Mangelware, Sensation und tapfer – in jenes Lager geschlagen hatten, in dem auch ich und wohl die Mehrheit der Leser gelandet war. Das war und ist mir noch immer wichtig, denn der Zweifel, man könne irren und die permanente Arbeit daran, diesen Zweifel zu nähren, bleibt.

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Tellkamps Gesinnungskorridor

There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all. (Oscar Wilde)

Mindestens drei Mal wurde in der Presse der Versuch unternommen, Uwe Tellkamps „deutschnationales Pathos“ (Dotzauer), seinen „mentalen Aufbaustoff“ für Neurechte (Assheuer), seine „heftige Abstoßung“ (Kämmerlings), sprich seine „rechte Verirrung“ im Gespräch mit Durs Grünbein aus seiner Werkgeschichte zu erklären. Dabei geriet sein früher Erfolgsroman „Der Eisvogel“ (2005) besonders ins Visier, der sich nun, dreizehn Jahre später, scheinbar neu deuten lassen soll. All sein rechtes Gedankengut sei dort schon, mehr oder weniger versteckt, angelegt gewesen.

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Sei authentisch!

Eine Buchbesprechung

Als Engler dieses Buch veröffentlichte, da war er noch Rektor der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ – dies zu wissen hilft, die Person zu verstehen.

Sein Ausgangspunkt, das Problem der Authentizität zu fassen, ist der Begriff der Arbeit, den Engler seit vielen Jahren bedenkt. Seit je sei der Sinn der Arbeit gewesen, „die elementare Not zu wenden“. Mit den modernen und postmodernen Zeiten wird es dann die Selbstverwirklichung, erstmals kann die alte Frage „Wer bin ich“ massenhaft durch Selbstwahl beantwortet werden – woraus sich Freiheiten und Zwänge ergeben!

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Knallrechts: Die Grenzen der Toleranz

Mal wieder Neues aus Schnellroda.

„Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!“ (Joh. 1.46)

Nicht viel, wenn man Mariam Lau glaubt. Die hat sich diesmal Ellen Kositza vorgenommen, nachdem im August schon Kubitschek dran gewesen ist. Entstanden ist das Porträt einer geschlossenen Frau, verbiestert, verhärtet, verrannt. So zumindest lese ich den Artikel – es gab darüber Streit mit meiner Frau … man kann es offenbar anders sehen.

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Lektüren Januar

Immer wieder bekomme ich Feedback, daß Leser des Blogs die besprochenen Bücher tatsächlich kaufen und lesen. Das tut mir leid, das habe ich nicht gewollt … Da es nun einmal so ist, werde ich von nun an am Ende des Monats Beispiele aus meiner Leseliste nebst sehr kurzen Annotationen bekannt geben. Ausgenommen werden Privatissima und indizierte Literatur. Falls die Hauptkommentatoren es möchten, dann veröffentliche ich auch gerne deren Lektüren – das könnte, wie verschiedentlich schon unter Beweis gestellt,  manche Anregung beinhalten und zudem zum Lesen verführen.

Januar 2018

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Entdeckung der Kollektivseele

Die fünf Jahrzehnte nach dem Verlust Schleswigs und Holsteins 1864 bis hin zum ersten Weltkrieg haben Dänemark derart fundamental verändert wie keine andere Periode seit der letzten Eiszeit. Die „kollektive Seele“ der Dänen läßt sich nur verstehen, wenn man die tektonischen Verschiebungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt, aber auch in Kultur und Alltagsleben begreift. Eine ganze Generation von sehr unterschiedlichen und erstrangigen Autoren arbeitete daran, den Veränderungen aus der Retrospektive der 20er und 30er Jahre habhaft zu werden.

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