AfD, Islam und Konvertiten

Das islamische Wertesystem verinnerlicht man durch Sozialisation, nicht durch Koranlektüre; es besteht, wie das Wertesystem anderer Kulturen auch, aus tausenden von zumeist ungeschriebenen Regeln und Wertvorstellungen, die einer Gesellschaft erst ermöglichen zu funktionieren. Bewußt bejahte politische Ideologien machen nur einen winzigen Bruchteil dieser Systeme aus. (Manfred Kleine-Hartlage)

Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der AfD Brandenburg ist zum Islam konvertiert und die Presse kann sich die Häme nicht verkneifen. In einer scheinbar skurrilen Pressekonferenz gibt der Mann, ein Rußlanddeutscher, Auskunft und wird belächelt.

Dabei spricht er einige wesentliche Punkte an, die diskutiert gehören.

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Segen der Erde

„Den lange, lange sti over myrene og inn i skogene hvem har trakket opp den? Mannen, mennesket, den første som var her. Det var ingen sti før ham.”

Es gibt Bücher, die entziehen sich einer Rezension – wollte man ihnen gerecht werden, müßte man selber Bücher, vielleicht sogar ganze Bibliotheken vollschreiben. Die Bibel ist so ein Buch und Hamsuns „Segen der Erde“ ist auch so eines. Es ist wie eine Bibel. Alles, was ein Mensch wissen kann, alles, was für ihn wichtig ist, ist in diesem Buch enthalten.

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Das Weingut

Die Deutschstunden mit dem Weingutsbesitzer sind besonders instruktiv. Ein kultivierter Mann mit Charakter und Würde. Sein Deutsch ist gut genug, um auch über komplexere Themen zu sprechen.

Natürlich kommt die Rede immer wieder auf den Wein. Nach der politischen Wende wurde das große Staatsgut in Nemesnádudvar abgewickelt. Teile der Weinanbauflächen wurden verkauft, der Großteil jedoch platt gemacht. Ungarn hatte den Osten beliefert, aber der Osten wollte keinen ungarischen Wein mehr. Heute ist die einstige Fabrik an der Hauptstraße eine Ruine.

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Die alte Leidkultur

Angesichts der von Thomas de Maizière gerade tumb angestoßenen Leitkulturdebatte gestatte ich mir einen Artikel aus dem letzten Jahr noch einmal aufzuwärmen.

Da sich die Zahl der Leser in letzter Zeit erfreulicherweise erhöht hat und da unter der Leserschaft – soweit zu sehen ist – auch ein „großer Austausch“ stattgefunden hat, kann es in Zukunft Zweitdurchläufe einiger Beiträge geben. Die Stammleser mögen das bitte verzeihen.

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Die falsche Spur

In der „Welt” wird das neue Monumentalwerk des Literaturwissenschaftlers Dieter Borchmeyer – „Was ist deutsch“ – besprochen. Im Artikel „Wir Deutsche müssen uns entdeutschen“ fällt der Satz:

„Versenkt man sich in das Buch, hört man in die Gespräche der Ahnen hinein und entdeckt einen Reichtum an Ideen, der so groß ist, daß sich mit schmerzhafter Wucht die Frage aufdrängt, warum es ausgerechnet die Deutschen waren, die den größten Zivilisationsbruch der Moderne zu verantworten haben.“

Der größte Zivilisationsbruch der Moderne? – für einen Moment muß ich an den Herbst 2015 denken … bis die Denkmaschine einsetzt und mich wieder in die richtige Spur hievt.

Nachruf auf den Humanismus

Es macht gewisse Schwierigkeiten, tradierte Ideale, scheinbar altbewährte Theorien, gewohnte Ansätze, anerkannte Begriffe und liebgewonnene Klassiker in Frage gestellt zu sehen. Aber es kann nicht Sinn und Zweck sein, sich derartiger Dinge immer wieder nur neu zu versichern, sie zu rekapitulieren, ohne dabei noch den offenen Blick auf Anderes zu haben. Weiterlesen