Ontologie des Tötens

Daß tausende Menschen auf die Straße gehen, wenn Migranten deutsche Bürger töten, hat einen tiefen Grund, den die meisten vermutlich nicht denken und erst recht nicht ausdrücken können, den sie aber – und darauf kommt es an – tief innerlich fühlen. Und solange dieses Gefühl noch funktioniert, hat das Volk in beiderlei Gestalt – als „der Mensch“ im Plural und als historisch-soziales Gefüge –  noch eine Seele.

Wenn Heinz seine Ulla absticht, dann liegt ontologisch ein anderer Fall vor, als wenn Ulla von Hussain[1] abgestochen wird.

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Und doch möchte ich kein solches Glück

Auf meinen Reisen traf ich einen alten Brahmanen, einen weisen, geistvollen und sehr gelehrten Mann; außerdem war er reich und folglich nur um so mehr weise; denn, da er alles hatte, was er brauchte, so hatte er nicht nötig, irgend jemand zu täuschen. Sein Haushalt war sehr gut geleitet von drei schönen Frauen, deren einziges Streben war, ihm zu gefallen; und wenn er sich nicht mit seinen Frauen dem Vergnügen hingab, so brachte er seine Zeit mit Philosophieren zu.

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Humanismus und kein Ende?

Die Seele von Europa sei die Humanität, behauptete Angela Merkel kürzlich mit großem Pathos und konterte damit Orbáns Sachargument, daß die Grenzsicherung in Ungarn Europa rette und täglich vier- bis fünftausend Migranten abhielte. Zwei Welten treffen aufeinander. Aber selbst, wenn man sich dem Moralgerede verpflichtet fühlt – es hat keinen inneren Bestand. Gerade am Begriff Humanismus – die Ideologieform der „Humanität“ –  läßt sich das aufzeigen. Ein Nachruf auf den Humanismus:

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Die Welt nach Harry Potter

Vor 20 Jahren erschien der erste Band der Harry-Potter-Reihe. Zu Zeiten seines größten Hypes hatte auch ich mir die Mühe gemacht – und eine solche war es – zumindest die ersten Bände zu lesen. Es entstand eine kleine Rezension, man darf auch von Verriß sprechen, der, so will es mir scheinen, noch immer Bestand hat:

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Stefan Georges Moderne

Muß man unbedingt modern sein?

Il faut être absolument moderne. Arthur Rimbaud

Stefan George (* 12. Juli 1868 bis † 4. Dezember 1933) gehört zu jenen wenigen rein polarisierenden Autoren, die nahezu ausschließlich apodiktische Urteile provozieren.

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Gastfreundschaft statt Multikulti

Das muß man erst mal können, angesichts der plötzlich mit aller Gewalt hereinbrechenden Migrationskrise, einen 25 Jahre alten Text aus dem Schubfach ziehen und ihn als Antwort auf hochaktuelle Fragen neu verlegen.

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Sanés mißlungene Integration

Als Manchester City vor drei Wochen die Meisterschaft mit 100 000 Fans in der Stadt feierte, wurde Ilkay Gündogan, der den ganzen Tag schon sehr nachdenklich wirkte – es war der Tag, an dem sein Besuch bei Erdogan publik wurde –, auf offener Bühne gefragt (ab 16.55):Do you think this Manchester City side can beat the German National side?“ Gündogan kann endlich wieder lachen, muß eine Weile nachdenken – ein wahres Dilemma der Loyalitäten – und sagt dann lachend, zur Freude der Fans: „It’s possible“. Ich glaube, seit heute ist es mehr als das, es ist probable.

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