Segen der Vergeßlichkeit

„Auf einer endlosen Vergangenheitsbewältigung liegt kein Segen.“

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Politische Entmenschlichung

Vor ungefähr zehn Jahren passierte mir folgendes: An einem sehr heißen und schwülen Sommertag wollte ich im naheliegenden Wald eine Runde joggen. Aber schon als ich in den Schatten einbog, sah ich am Ende des Weges etwas liegen. Es waren zwei Füße, die senkrecht nach oben wiesen. Sie gehörten zu einem Mann, der am Wegrand lag. Daneben stand ein Fahrrad sauber abgestellt.

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Deutsch oder nicht

Gespräch mit einer ungarischen Bekannten.

Deren Schwester lebt nebst Ehemann und zwei Kindern seit 15 Jahren in München. Beide arbeiten dort und haben sich im Schul- und Erziehungswesen weiterqualifiziert. Lehrer, Erzieher. Gute Jobs, Wohnung, die Kinder am Gymnasium, eines hat gerade Abitur gemacht.

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Neue Koalitionen

In rasantem Tempo ändert sich die parteipolitische Plattentektonik. Jedem einsichtigen Menschen muß klar sein, daß dies zuallererst Nachbeben des großen Ereignisses im Herbst 2015 ist. So lange die Altparteien sich diese Evidenz nicht vor Augen halten, so lange werden sie weiter kopflos nach jedem neuen Erdstoß herumirren. Derweil könnte die politische Rechte mehr tun, als nur den Schaum (und Abschaum) der Tsunamiwellen abzuschöpfen, sie könnte strategische Überlegungen anstellen.

Ein Blick nach Dänemark mag hilfreich sein.

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Ontologie des Tötens

Daß tausende Menschen auf die Straße gehen, wenn Migranten deutsche Bürger töten, hat einen tiefen Grund, den die meisten vermutlich nicht denken und erst recht nicht ausdrücken können, den sie aber – und darauf kommt es an – tief innerlich fühlen. Und solange dieses Gefühl noch funktioniert, hat das Volk in beiderlei Gestalt – als „der Mensch“ im Plural und als historisch-soziales Gefüge –  noch eine Seele.

Wenn Heinz seine Ulla absticht, dann liegt ontologisch ein anderer Fall vor, als wenn Ulla von Hussain[1] abgestochen wird.

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Nächtliche Begegnung

Fahre nachts halb Elf nach dem Fußball mit dem Fahrrad durch die Stadt. Feuerwehr und Krankenwagen rauschen an mir vorbei, am Himmel kreist ein Hubschrauber. Was wird da nun wieder passiert sein? Plauen anno 2018. Jedenfalls durchaus keine Wohlfühlatmosphäre.

Am Friedhof winkt mir jemand vom Gehsteig zu, ein Fahrrad liegt im Gras. Ich solle halten. Mustere den Mann, bevor ich es tue: südländisches Aussehen, hager, einen Kopf kleiner – den traue ich mir zur Not zu und stoppe also.

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