Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

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Wir sind im Fernsehen!

Das war Ende der 70er Jahre eine kleine Sensation, als bekannt wurde, daß die „Aktuelle Kamera“ in unserer kleinen Stadt drehen würde. Wir, die Straßenkinder – also die Kinder, die noch unbeschwert in großen Horden beiderlei Geschlechts stundenlang und ohne Aufsicht auf den Straßen spielten –, rannten dort hin und sahen zu: Kameras, Aufnahmewagen, Menschen mit Mikrophon, endlose Kabel … das war aufregend und abends kam alles im Fernsehen.

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Intensität – ein Kryptodialog

Eine Buchbesprechung

Manche Bücher versteht man erst, wenn sich erschließt, was fehlt, was sie verschweigen, umso mehr, wenn es wissensgesättigte Werke sind, wenn man also davon ausgehen muß, daß der Autor tatsächlich meidet, was er kennt. Dies könnte der heimliche Dirigent sein. In Tristan Garcias philosophischem Bestseller sind es zwei absente Namen: Husserl und Heidegger.

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There’s a thought

The laws against incest are typical examples of gross intolerance. Most of us feel a sharp physical reaction – something like a shudder – at the idea of connections of this sort; and these reactions we are apt to mistake for profound ethical judgements.

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Der Auschwitz-Rap

Vom Rap verstehe ich so viel wie mein Großvater vom I-Phone – trotzdem würde ich mein Leben dafür einsetzen, daß er seine Meinung dazu frei äußern kann.

Gerade lese ich Stefan George. Vielleicht verzeiht man vor diesem Hintergrund eher die leicht aggressive Stimmung, in die mich die mediale Beschallung mit einem Thema versetzt, von dessen Existenz ich bisher – glücklicherweise – noch nicht einmal wußte. Weder kannte ich Kollegah und Farid Bang noch ahnte ich, daß es eine Echo-Verleihung gibt. Allerdings war mir bekannt, daß die Künstlerszene in ihren ausgezeichnetsten Exemplaren zum Moralismus neigt.

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Mehr zum Thema

Die Besessenheit einiger rechter Portale, jede öffentlich gewordene Straftat eines Ausländers oder Migranten zu einem gruppentypischen ethnischen Problem zu machen, ist ein großer Fehler, der von der wahren Dimension der Migrationskrise, die vor allem im unaufhaltsamen Kulturwandel und Kulturverlust zu sehen ist, ablenkt. Menschen sterben und werden geboren – Kulturen verschwinden für immer und nehmen dabei nicht selten Millionen mit einer Kelle mit.

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Yücels Satire

Die Leute, die #DenizYücel und seinen feuchten Traum vom Germanozid großzügig als Satire verstehen wollen, drehen bei einem Kamelwitz in der politischen Faschingsrede von #Poggenburg das Empörungsgas auf… (Raskolnikow)

Plötzlich liest man überall, daß Deniz Yücels infamer Artikel über Deutschland und die Deutschen Satire gewesen sei und die Rechten mal wieder zu blöd seien, Satire als solche zu erkennen – wie A. Poggenburg gerade erst demonstriert hat.

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