Märtyrer, Versöhnung, Hirn …

Rumänisches Tagebuch IV

Die Rückfahrt gibt uns Gelegenheit, das Erlebte aufzuarbeiten. Die Autobahn gen Norden ist fast autofrei. Wir halten an einer Raststätte, um zu tun, was man hin und wieder tun muß, finden aber keine Gelegenheit. Zurück in der rumänischen Realität: eine Autobahnraststätte nebst Tankstelle ohne Toilette. Ich laufe um das Gebäude herum und stehe unverhofft vor dem Anblick dreier junger Damen, die Hosen heruntergezogen und in Hockstellung, sich entleerend. Da wurde mir der zweite Teil der Carl Schmittschen Sentenz, die gerade die Runde macht, unmittelbar einsichtig: „Für drei Dinge danke ich Gott: Erstens, daß ich ein Mensch bin und kein Tier. Zweitens, daß ich ein Mann bin und keine Frau. Drittens, daß ich preußischer Staatsrat bin und kein Nobelpreisträger.“

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Der Heimatbegriff der Magyaren

Zum 15. März

Aus den beeindruckenden Wortkaskaden in Sandor Petőfis Gedicht „Europa schweigt“ („Europa csendes“) ragt in der dritten Strophe ein seltsamer Fremdkörper heraus, der den Fluß der Alliterationen und das wellenhafte Auf und Ab der Satzmelodie wie eine scharfe Zäsur seltsam zu stören scheint.

Oh hon“ heißt die Vokabel und sie kann vielleicht einiges erklären.

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Orbáns Wahlkampfdesaster

Plötzlich ist die so sicher geglaubte Mehrheit zu den Parlamentswahlen am 8. April für Viktor Orbán und den Fidesz in Gefahr. Die Ursachen sind mannigfaltig. Hinter allen liegt die schlechte Stimmung im Volk und der resignierte Wille, Orbán loszuwerden.

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Die alten Zeiten

Es war einmal, bitteschön, eine wirklich schöne Zeit,
Als ein Mann noch ein Mann war und eine Frau noch eine Frau.
Den dreisten Verleumdungen folgte am Tag darauf das Duell
Und die Beleidigung wurde mit Blut abgewaschen.

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Türklingelpsychologie

(Warnung! Es gibt ihn nicht, den Deutschen, Italiener, Ungarn oder Rumänen. Trotzdem werden diese Begriffe hier der Anschaulichkeit halber genutzt – um deren Existenz zu beweisen.)

Mehrfach die Woche stehe ich vor einer verschlossenen Tür und will den Klingelknopf drücken. Anfangs wartete ich vergebens, mittlerweile kann ich das kleine handgeschriebene Schildchen darüber lesen und klopfe, statt zu klingeln.

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