Michel Onfray: „Niedergang“

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei und auch die – um Hegel zu paraphrasieren – hat ein Ende. Diese Wurstigkeit ist kein Fehlgriff, wenn man die philosophische Essenz des Wälzers von Onfray auf einen Nenner bringen will. Zwischen den Sätzen „Der Himmel ist schwarz“ und „Das Nichts ist uns gewiß“ wird auf 638 Seiten die Weltgeschichte, die westliche insbesondere, die sich auf das Christentum bezieht, als Nichts, zum Nichts und ins Nichts ragend entworfen.

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Jargon der Weltoffenheit

Über dieses Buch hatte ich schon einiges Begeistertes gehört – der beste Garant, es besonders kritisch zu lesen. Doch diesmal verfängt es nicht, denn schnell wird deutlich, daß man es mit einem Meisterwerk zu tun hat und daß Böckelmann ein ganz eigenständiger und originärer Kopf ist.[1] Ihm gelingt es auf erhellende Art und Weise, die Paradoxien, Aporien und Dilemmata des linken Denkens, der linken Sprachspiele aufzuzeigen, die sich im Zuge der 68er „Revolution“ etabliert haben und unser Denken bis heute bestimmen und lähmen.

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Björn Höckes Selbstentzerrung

Höckes Gespräch mit dem Journalisten Sebastian Hennig überrascht vor allem durch seinen Ton. Mit den typischen Politiker-Bekenner-Büchern hat es wenig gemein; es legt eine Offenheit und Direktheit an den Tag, die man fast als unpolitisch oder gar antipolitisch bezeichnen kann, sofern man dem mittlerweile gängigen Politikbegriff anhängt. Höcke aber ist einer vom alten Stamm, der unter Politik nicht das Vertreten von Parteiinteressen versteht, sondern dem Volke zu nutzen und Schaden von ihm abzuwehren und dazu gehört es, die „Deutungshoheit des Establishments“ auch durch Ablehnung seiner Sprachregelungen zu brechen.

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George: Kreis ohne Meister

Man war sich doch einig. Vor 10 Jahren hatte Thomas Karlauf die ultimative George-Biographie geschrieben; sie wurde wenig später von Ulrich Raulffs gelehrter Studie über Georges Erben im bundesrepublikanischen Betrieb und durch Ernst Osterkamps tiefsinnige paradigmatische Analyse einiger Gedichte – als Flaggschiffe der postsakralen George-Deutung – kongenial ergänzt, das Kapitel schien vorerst abgeschlossen.

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Gastfreundschaft statt Multikulti

Das muß man erst mal können, angesichts der plötzlich mit aller Gewalt hereinbrechenden Migrationskrise, einen 25 Jahre alten Text aus dem Schubfach ziehen und ihn als Antwort auf hochaktuelle Fragen neu verlegen.

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Die ganze Geschichte

„Trotz aller traumatischen Ereignisse, die das Imperium erschüttert hatten, war die Integration der Barbaren in philanthropischer oder religiöser Absicht weiterhin das dominierende Motiv der offiziellen Diskurse.“(Alessandro Barbero)[1]

Möglicherweise erntete Barbero mit seiner im leicht zugänglichen Ton geschriebenen Aufarbeitung der Schlacht von Adrianopel, die aufgrund der nicht mehr zu beherrschenden Migration der Anfang des Endes Westroms war, Kritik unter Fachgenossen oder aber er wollte seine These auf breitere Füße stellen …, jedenfalls ließ er im Jahr darauf eine dreifach umfängliche Studie veröffentlichen, in der der Katastrophenkurs weit in die historische Vergangenheit zurück und die folgenden Jahrzehnte weiter entwickelt wird. Schon im Ton wirkt es akademisch, zudem ist es mit extensivem Apparat versehen und strahlt Kennerschaft aus – aber auch ein wenig Langeweile, wie sich das für einen akademischen Text gehört.

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