Budapester Innenstadt

Budapester Impressionen II

„Südliche Innenstadt“, so nennt mein Reiseführer jenen Teil der Metropole, den ich am ersten Tag erkunde. Das ergibt sich aus der einfachen Tatsache, daß die Sprachschule in der Váci Utca liegt. Zu meinem Erstaunen realisiere ich, daß dies die moderne Flaniermeile der Stadt ist.

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Ungarn unter dem Mikroskop

Vor ein paar Wochen wurde hier ein Beitrag unter dem etwas provokanten Titel „Deutschland? Ein Gerücht!“ veröffentlicht. Darin wurde die Diskrepanz zwischen dem verherrlichenden Deutschlandbild, das sich in Ungarn sehr hartnäckig hält, und der aktuell-deutschen Realität, dem mehr oder weniger schleichenden Verfall des „Made in Germany“, beschrieben.

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Der Heimatbegriff der Magyaren

Zum 15. März

Aus den beeindruckenden Wortkaskaden in Sandor Petőfis Gedicht „Europa schweigt“ („Europa csendes“) ragt in der dritten Strophe ein seltsamer Fremdkörper heraus, der den Fluß der Alliterationen und das wellenhafte Auf und Ab der Satzmelodie wie eine scharfe Zäsur seltsam zu stören scheint.

Oh hon“ heißt die Vokabel und sie kann vielleicht einiges erklären.

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Szegediner Überraschungen

Ich wache mit Kopfschmerzen auf. Es war keine gute Nacht: zu laut, zu warm, die Matratze zu hart, zu viel roter Wein. Ohne Frühstück fahren wir die 20 km nach Szeged. Dort muß irgendwo ein Kaffee her!

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Voyeurismus

Die Gemächlichkeit dieser Schildereien paßt zu dem Habitus des Flaneurs, der auf dem Asphalt botanisieren geht. (Walter Benjamin: Charles Baudelaire)

Ein sonniges Wochenende lädt dazu ein, Land und Leute besser kennen zu lernen.

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Nationallied – Präsentation

„Die Übersetzungen erreichen nie das Original, und es gab meines Wissens noch keinen Ausländer, der die ungarische Sprache bis zu dem Grade erlernt hätte, daß man ihn als solchen nicht bereits nach seinem ersten Satz identifizierte.“ Mario Szenessy

Im letzten Teil möchte ich nun meine Übertragungen vorstellen. Diese orientieren sich am angenommenen  Aussagevorhaben des Dichters und opfern poetische Schönheit der bestmöglichen Wiedergabe der Autorintention, ohne dabei kompromißlos vorzugehen. Sie erheben nicht den Anspruch, perfekt oder auch nur gelungen zu sein. Das nach einem halben Jahr Bekanntschaft mit dem Ungarischen zu erwarten, wäre unsinnig. Ich sehe es selber als Übung und Einübung, sowohl in die Sprache als auch in das „Wesen“ des Ungarischen. Die Ungarn und Ungarischsprechenden – aber es gibt de facto keine aus anderen Ländern – mögen sowohl die Mängel als auch die Anmaßung verzeihen und es als freundschaftlich gesinnten Versuch der Annäherung begreifen.

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Nemzeti Dal – Übersetzung

„Dieses Gedicht eiferte am 15. März die Pester Jugend an. Ich deklamierte es zuerst im Kaffeehaus der Jugend, dann in der medizinischen Universität, dann auf dem Seminarplatz und schließlich vor der Druckerei, die wir mit Gewalt besetzten. Aus der befreiten Presse kam als erstes dieses Gedicht heraus.“ (Petöfi – handschriftliche Notiz auf dem Original)

„So aber war der Anfang des Nationalliedes, das der Dichter an diesem Morgen seiner Nation schenkte und das sich sogleich wie Feuer in die Ohren und Adern der großen Zuhörerschaft einfraß und die Herzen erschauern und schrecken ließ:

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Nationallied – Petőfi

Er war der erste, der in den einfachen Menschen das Bewußtsein weckte, was es eigentlich bedeute, ein Volk zu sein. Was das Wort „Heimat“ bedeute. Und damit verbunden, das Wort „Freiheit“. Denn er konnte beide nicht voneinander trennen.  László F. Földényi

Schon Tage zuvor tauchen sie auf, die Nationalkokarden in den ungarischen Landesfarben. Zuerst auf den Märkten, dann in den Auslagen und Schaufenstern und schließlich an den Revers, Schals und Kragen der Menschen. Bald ist der 15. März, der Nationalfeiertag.

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Deutschland, deine Wege

Der Kampf um die Deutungshoheit auf unseren Straßen ist in vollem Gange. Historisch Gewachsenes, aber politisch Unkorrektes – wie z.B. eine „Mohrenstraße“ – soll in Frage gestellt werden.

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