Besetztes Gelände

Autobahnraststätte Göttlesbrunn, 10 Minuten hinter Wien in Richtung Ungarn. Wir parken zwischen zwei Fahrzeugen mit holländischem Kennzeichen. Vor einem sitzt eine Familie im Gras und kocht sich auf arabische Weise Tee. Die Frau mit Kopftuch. Auch der andere Holländer hat eine Frau mit Kopftuch und jetzt werde ich aufmerksam – tatsächlich, wir sind von Holländern umgeben, muslimischen Holländern. Noch ist Holland nicht verloren?

Ich gehe eine Vignette kaufen. Direkt neben der Tankstelle stehen zwei weitere Holländer. Deren Frauen sind komplett schwarz verhüllt, eine verrichtet gerade auf einem Teppich ihr Gebet.

Mich berührt diese Szene sehr unangenehm. Sie schockiert mich! Ein Gebet ist ein sehr intimer Akt – ich will bei anderen nicht dabei sein. Vor allem aber entsetzt mich die Selbstverständlichkeit des Raumergreifens. Es gibt keine Scham, keine Zurückhaltung, keine Diskretion. Hätten dort zwei ihre sexuelle Notdurft verrichtet, es wäre nicht schlimmer gewesen.

Mitten in Österreich, einem christlichen Land, wird in der Öffentlichkeit, ohne Scham oder Diskretion, der muslimische Glaube zelebriert, ohne die geringste Anstalt, einen Rückzugsraum zu suchen.

Andererseits: das ist gelebte Toleranz. Was würde – geht es mir durch den Kopf – passieren, wenn ein Christ oder Buddhist seine „religiöse Notdurft“ (Karl Marx) offen auf einer türkischen, syrischen oder ägyptischen Raststätte verrichten würde?

Wir gehen in den „Autogrill“, um unsere leibliche Notdurft zu verrichten und einen Kaffee nach europäischen Gepflogenheiten zu trinken. Bei der Rückkehr ein kurzer Schreck! Die Autotür sperrangelweit offen! Aber es fehlt nichts, wir müssen vergessen haben, sie zu schließen. Unsere holländischen Nachbarn sitzen noch immer im Gras und haben vielleicht aufgepaßt.

Advertisements

Neue Koalitionen braucht das Land

In rasantem Tempo ändert sich die parteipolitische Plattentektonik. Jedem einsichtigen Menschen muß klar sein, daß dies zuallererst Nachbeben des großen Ereignisses im Herbst 2015 ist. So lange die Altparteien sich diese Evidenz nicht vor Augen halten, so lange werden sie weiter kopflos nach jedem neuen Erdstoß herumirren. Derweil könnte die politische Rechte mehr tun, als nur den Schaum (und Abschaum) der Tsunamiwellen abzuschöpfen, sie könnte strategische Überlegungen anstellen.

Ein Blick nach Dänemark mag hilfreich sein.

Weiterlesen

Björn Höckes Selbstentzerrung

Höckes Gespräch mit dem Journalisten Sebastian Hennig überrascht vor allem durch seinen Ton. Mit den typischen Politiker-Bekenner-Büchern hat es wenig gemein; es legt eine Offenheit und Direktheit an den Tag, die man fast als unpolitisch oder gar antipolitisch bezeichnen kann, sofern man dem mittlerweile gängigen Politikbegriff anhängt. Höcke aber ist einer vom alten Stamm, der unter Politik nicht das Vertreten von Parteiinteressen versteht, sondern dem Volke zu nutzen und Schaden von ihm abzuwehren und dazu gehört es, die „Deutungshoheit des Establishments“ auch durch Ablehnung seiner Sprachregelungen zu brechen.

Weiterlesen

Ontologie des Tötens

Daß tausende Menschen auf die Straße gehen, wenn Migranten deutsche Bürger töten, hat einen tiefen Grund, den die meisten vermutlich nicht denken und erst recht nicht ausdrücken können, den sie aber – und darauf kommt es an – tief innerlich fühlen. Und solange dieses Gefühl noch funktioniert, hat das Volk in beiderlei Gestalt – als „der Mensch“ im Plural und als historisch-soziales Gefüge –  noch eine Seele.

Wenn Heinz seine Ulla absticht, dann liegt ontologisch ein anderer Fall vor, als wenn Ulla von Hussain[1] abgestochen wird.

Weiterlesen

Das Schweigen der Landsmänner

Wesentlich interessanter – aus einer höheren, abstrakteren Perspektive – als die Messermorde, die Messerstechereien, Vergewaltigungen, Schlägereien, Raubtaten, ja selbst als die ge- und mißglückten Terrorfälle – sofern sie nicht apokalyptische oder systemrelevante Ausmaße annehmen – sind die Geschichten, die sich dahinter verbergen und die ganz offenbar immer nur dann ans Licht kommen, wenn solch ein Fall öffentlich aufgearbeitet werden muß.

Weiterlesen

Zur Ökonomie des Nazis

Angesichts der entlarvenden Reaktionen linker Politik und Presse auf die Feststellungen (!) Kretschmers und Maaßens, daß es keine Hetzjagden, Mobs und Pogrome in Chemnitz gegeben habe, erlaube ich mir, noch einmal den Artikel „Zur Ökonomie des Faschismus“ einzustellen, der seine Aktualität gerade wunderbar bestätigt bekommt. Die Linke braucht den Nazi, sie hängt von ihm ab, sie verteidigt ihn, sie pflegt ihn und wenn er im virtuellen Raum verschwindet, gerät sie sofort in Schnappatmung, in Panik. Ein glänzender Beweis dafür, daß am sinistren Ufer der Vernunft sich die Realität den eigenen ewigen Wahrheiten zu beugen hat.

Weiterlesen