Das Stadtwäldchen

Budapester Impressionen VI

Der Városliget – der Stadtwald – gehört nun zu den touristischen Hauptpunkten der ungarischen Metropole. Man kann ihn trotzdem kaum umgehen, weil sich in seiner Nähe einige nicht zu missende Attraktionen befinden.

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Politische Kultur und nationale Identität

Die dänische Folketingswahl 2019 ist Geschichte. Und sie wird Geschichte machen. Unter Führung der Sozialdemokraten hat der linke Block wieder die Zügel übernommen. Er konnte das nur, weil die Sozialdemokratie unter Mette Frederiksen die straffe Einwanderungspolitik der „Dänischen Volkspartei“ in ihre eigene implementiert hat und weil einige ihrer potentiellen Koalitionspartner wie die „Radikale Venstre“ oder die „Sozialistisk Folkeparti“ für ihre Verhältnisse deutlich zulegen konnten.

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Was ist Europa?

Was ist Europa, wie wurde es, woran krankt es, was könnte es retten?

von Johannes Leitner

Heute, da Europa wieder einmal in seinem Dasein gefährdet scheint, beherrscht die Frage nach dem Wesen Europas erneut das öffentliche Gespräch: Wer sind wir, wie wurden wir, woran leiden wir, wie wollen wir sein und wie nicht sein? – Wo man dieses Wesen, das es gar gegen seine innere Schwäche zu erhalten und gegen seine Feinde zu verteidigen gälte, nicht überhaupt leugnet, da greift man gerne zu dem Gemeinplatz von den drei Hügeln, auf denen Europa erbaut sei (der als Gemeinplatz wenigstens hinreichend stimmig ist): Golgotha, das für das Christentum steht, die Akropolis für die griechische Philosophie, das Kapitol für römisches Recht und römische Verwaltung.

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Der Großmeister der Melancholie

Heute vor 30 Jahren starb – von eigener Hand – der große ungarische und europäische Autor, der Großmeister der Melancholie, Sándor Márai im Alter von 88 Jahren. Neben seinen zahlreichen Romanen schuf er als einer der wenigen ein umfängliches Tagebuch von bleibendem künstlerischen und historischen Rang. Ihm verdanken viele Leser unvergeßliche Stunden.

In letzter Zeit ertappe ich mich immer öfter – spät in der Dunkelheit, wenn die Welt schläft und nur die Marder sich weit nach Mitternacht mit aufgeregten Schreien durch die Gassen jagen –, wie ich beim zweiten Glas des rubinroten „Primitivo“, der die Zunge ein wenig pelzig macht, im gelben Lichtkegel der Leselampe gedankenverloren im gigantischen Großwörterbuch, dem Magyar-Német Nagyszótár blättere – es gibt nichts Vergleichbares auf dem deutschen Markt – und mit selbstvergessenem Lächeln wundersame ungarische Wörter kaue und leise vor mich hin spreche, um ihr Geheimnis zu erlauschen.

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Warum gibt es „Populismus“?

 Die politische und ökonomische Elite will das Volk erziehen – aber die Elite muß selbst erzogen werden

Von Ralf Pittelkow[1]

Wir leben in unruhigen Zeiten. Große Sprünge und Risse wurden in die einst sichere und selbstsichere Welt geschlagen, ausgerechnet als der Westen um die Jahrtausendwende auf dem Höhepunkt seiner Macht war.

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Sezession mit Briefmarken

Hin und wieder bekomme ich Post von der „Sezession“. Und manchmal fragt mich jemand, was denn Sezession überhaupt bedeute. Man braucht nur den Briefumschlag hinhalten und sagen: „Siehst du, das ist Sezession.“

Und vielleicht sieht der Gesprächspartner das kleine Detail, das den Unterschied macht.

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Suche nach der verlorenen Zeit

Zufällig stieß ich auf diesen Film, an dem man sich nicht sattsehen kann. New York 1911, scharfe Bilder, plastische Menschen, natürliche Bewegungen. 90 Jahre vor 9/11. Ein schwedisches Kamerateam hatte „drauf gehalten“, alltägliche Szenen in verschiedenen Milieus – darunter in der Mitte vermutlich auch China Town – festgehalten.

Was sieht man? Was sehen wir? Was sehen Sie?

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