Something is rotten

Ryanair machte es möglich. Im Jahre 2006 weilte ich zehn Wochen in Dänemark. Der Flug von London nach Tirstrup, nördlich von Århus, beinahe geschenkt. Fast in Laufdistanz davon entfernt die Folkehøjskole på Kalø – sie war mein Ziel, dort wollte ich Dänisch lernen und tat es auch.

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Migrationsunterricht in Ungarn

Ein seltsames Phänomen: seit ich in Ungarn bin, muß ich mich um nichts mehr kümmern, alles kommt auf mich zu. Aus kaum erklärlichen Gründen werden mir dauernd Vorschläge gemacht, werden Anfragen gestellt und ich kann mir heraussuchen, was ich annehme und was nicht.

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Seelenfänger

Kurzer Heimatbesuch. Zwei Stunden bei Hussain sind fest eingeplant.

Es funktioniert noch immer zwischen uns. Küßchen links, Küßchen rechts, ein paar Floskeln, ein verschämtes Räuspern, eine Tasse schwarzer Tee – im arabischen Laden gekauft –, aber dann sind wir sofort wieder drin im Gespräch, im Eingemachten.

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Nemzeti Dal – Übersetzung

„Dieses Gedicht eiferte am 15. März die Pester Jugend an. Ich deklamierte es zuerst im Kaffeehaus der Jugend, dann in der medizinischen Universität, dann auf dem Seminarplatz und schließlich vor der Druckerei, die wir mit Gewalt besetzten. Aus der befreiten Presse kam als erstes dieses Gedicht heraus.“ (Petöfi – handschriftliche Notiz auf dem Original)

„So aber war der Anfang des Nationalliedes, das der Dichter an diesem Morgen seiner Nation schenkte und das sich sogleich wie Feuer in die Ohren und Adern der großen Zuhörerschaft einfraß und die Herzen erschauern und schrecken ließ:

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Sprachkompetenz

Zweisprachig aufzuwachsen ist ein Glücksfall. Kinder, die in fremden Landen heranwachsen und im elterlichen Heim einen festen und sicheren Stützpunkt haben, der sie ungezwungen auch mit der Muttersprache vertraut macht, haben enorme Vorteile für das ganze Leben. Ich kenne Familien, die sogar drei- oder viersprachig (ein Elternteil als Katalane zweisprachig) aufwuchsen und diese Herausforderung, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten, meisterten. Oft lernen diese Kinder dann noch ein oder zwei Fremdsprachen in der Schule und können mit 18 auf ganz natürliche Art und Weise in fünf verschiedenen Idiomen parlieren.

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Sprache und Sein – produktives Paradox

Lesen ist auf etwas zugehen,das gerade entsteht und von dem noch keiner weiß, was es sein ­wird … Italo Calvino

Es gibt seit je eine Schere zwischen der Sprache und dem Sein, doch erst mit der Moderne beginnt diese sich in einem solch rasanten Tempo zu spreizen, daß es zunehmend schwie­riger wird, das Sein sprachlich bewältigen zu können, dem Sein zu ent-sprechen. Zu­nehmend werden die Menschen vom Sein überrannt – sie werden, im Verhältnis zu diesem, sprachlos. Dabei wird das überschüssige Sein erst vom Menschen in die Existenz gesetzt. Überschüssig ist das Sein, das nicht sein oder nicht wahrgenommen werden müßte. Nicht, daß es den Men­schen je­mals ge­lungen wäre, selbst dem nicht überschüssigen Sein zu entspre­chen – aber das muß­te auch nie sein. Daß die Sprache keine Seinsverdopplung sein und auch nicht an­streben kann, ist evident, und die Sprache in der Geschichte entsprach, alles Über­schüssige abge­zogen, immer nur dem, was sein mußte – um zu überleben. Die neu­zeitli­chen Proble­me betreffen folglich nicht den Überlebenswortschatz und auch nicht dessen Mangelerscheinungen, die auszufül­len das Überlebenwol­len nicht verlangte.

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