Vorurteile retten!

Ich hatte mich verkalkuliert – mit meiner Blase. Unmittelbar vor der Grenzkontrolle in Nickelsdorf drückt sie unangenehm im langen Stau. Man ist auch ein wenig aufgeregt, weiß ja nicht, was einen am Schlagbaum in diesen panischen Stunden erwartet. Also fahren wir an der Raststätte raus und parken unmittelbar hinter der Tankstelle.

Genau an dieser Stelle hatten wir schon einmal ein paar interessante Erlebnisse.  Es weht ein genius loci über diesem Ort.

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Orientalische Geschichten

Vor kurzem habe ich meine Walter-Scott-Werkausgabe verkauft, 38 Bände. So lange werde ich nicht leben, um mich auch noch um Scott zu kümmern und überhaupt liest das niemand mehr und im Regal ist endlich ein Meter Platz.

Bei der Räumaktion fiel mir ein kleines blaues Buch in die Hand, von dessen Existenz ich nicht mal mehr wußte. „Oriental Encounters. Palestine and Syria (1894-96)“ lautet der Titel, sein Verfasser trägt den auffälligen Namen Marmaduke Pickthall. Pickthall? Der Name klang in meinem Ohr. Wikipedia lieferte die Erklärung: Pickthalls Koran-Übertragung ins Englische gilt noch heute als Standardübersetzung.

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Lebenskreise

Im November saß ich während einer Festveranstaltung neben einer jungen Frau. Taiwanesin, amerikanische Staatsbürgerin, kinderlos und bereits jenseits der hoffnungsguten Jahre. Sie war mit einem deutschen Ingenieur, der gerade in Ungarn arbeitete, liiert. Sie trug schwarze enganliegende Lederhosen, Dr. Martens Springerstiefel und eine bronzefarbene metallic glänzende Jacke.

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Klimanotstand – ein Szenario

Mit der Notstandsresolution des Europäischen Parlaments wurde die Panikschraube eine entscheidende Runde weitergedreht. Der Beschluß ist selbst bereits ein Beweis tiefsitzender Angst und weitverbreiteter Kopflosigkeit. Diese wird die Demokratie in der jetzigen Form weiter schwächen und vielleicht sogar abschaffen.

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Es braut sich was zusammen

Ein Deutscher in Ungarn erzählt von seiner Wochenendradtour gen Süden, streng die Donau entlang, bis zur serbischen Grenze. Auf den letzten Kilometern immer wieder Polizei und Militär. Es wird ihm etwas mulmig, aber er will es wissen und bis an den Zaun fahren. Kann er auch, wird dann aber von Polizisten gestoppt und ausgefragt, muß Papiere vorzeigen und eine Weile warten. Sie wundern sich, was er da wolle. Kann schließlich aber zurückfahren. Für den Deutschen ein seltsames Erlebnis, das gewisse Klischees zu bestätigen scheint. Was er offenbar nicht weiß, erfahre ich zwei Tage später von einem Ungarn.

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Die Budapester Burg

Budapester Impressionen VIII

Auch die Burg gehört zum Basisprogramm eines jeden Budapest-Reisenden. Vom Szell-Kalmán-Ter nehme ich den Bus, der den Anstieg bequem in drei Minuten schafft und steige gleich an der ersten Station innerhalb der Mauern aus. Wie der Zufall es will, stehe ich fast direkt vor dem Militärmuseum, das schon von Anfang an auf meiner Liste stand. Also wird der Burgspaziergang nach hinten verschoben, wohl wissend, daß sich das Gelände am Sonntagmittag bald zu einem Ameisenhaufen verwandeln wird.

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Muslime in Sarajevo

Man ist in Sarajevo hochgradig verunsichert, ob man sich noch in einem europäischen oder schon einem nahöstlichen Land befindet. Daß der radikale Islam an dieser europäischen Grenze zudem mehr als einen Fuß in der Tür hat, ist offensichtlich. Viele Frauen laufen mit Kopftuch, die schwarze Komplettverschleierung ist Alltag.

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