Das existentielle Apriori

Manchmal, wenn man liest, schlägt einem unverhofft ein Satz, eine Aussage vor den Kopf, oftmals eine Banalität, ragt ein erschütternder Gedanke heraus, beben die Fundamente. Plötzlich öffnen sich – vielleicht nur für einen Moment und allzu oft verschwindet der entscheidende Einfall schon nach wenigen Augenblicken für immer – die Himmel … oder die Hölle. Da wird alles infrage, da werden manchmal Weichen gestellt, da fragt man sich die Frage aller Fragen: Wozu?

So ein Satz war dieser:

„Da ich inzwischen intellektuell-wissenschaftliche Divergenzen nicht im Argument, sondern in einem existentiellen Apriori des Urteilenden begründet sah, ließ ich alles unentschieden.“

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Die Weisheit der Sprache

Im Ungarischunterricht wird im Vorbeigang die Steigerungsform erörtert. Man braucht sich nicht lange aufhalten, da es eine der wenigen grammatischen Prinzipien ist, die für den Ausländer unproblematisch sind – die üblichen Ausnahmen nicht berücksichtigt. Dem Adjektiv wird in der ersten Steigerung ein –bb angehängt, wobei die Lautharmonie beim Verbindungsvokal zu beachten ist und in der zweiten Form noch ein –leg vorangestellt.

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Augen auf und durch!

Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem

Es war voreilig, als ich Anfang Januar Lothar Fritzes „Der böse gute Wille“ als das Buch des Jahres 2016 anpries. Rolf Peter Sieferles „Das Migrationsproblem – Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung“, das nachfolgend vorgestellt werden soll, macht noch stärkere Ansprüche auf diesen Titel. Wo Fritze auf stringente Art und Weise all das zusammenfaßt, was jedem common-sense-Inhaber bewußt und einleuchtend sein muß, geht Sieferle weiter, denkt einerseits um die Ecke, deckt die Dialektik und die Paradoxien des Prozesses auf, nimmt aber auch die Außenposition ein und ist so in der Lage, das jüngere Geschehen in die großen historischen Prozesse einzuordnen.

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Die alte Leidkultur

Angesichts der von Thomas de Maizière gerade tumb angestoßenen Leitkulturdebatte gestatte ich mir einen Artikel aus dem letzten Jahr noch einmal aufzuwärmen.

Da sich die Zahl der Leser in letzter Zeit erfreulicherweise erhöht hat und da unter der Leserschaft – soweit zu sehen ist – auch ein „großer Austausch“ stattgefunden hat, kann es in Zukunft Zweitdurchläufe einiger Beiträge geben. Die Stammleser mögen das bitte verzeihen.

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Die autoritäre Revolte

Vor einiger Zeit beschrieb Götz Kubitschek auf „Sezession im Netz“ in halbironischem Ton eine kleine peinliche Szene während einer Buchvorstellung, der er soeben beigewohnt hatte. Volker Weiß stellte sein neues Buch vor – „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ –, das ihm sogleich sehr viel mediale Aufmerksamkeit bescherte – in der Regel natürlich positiv –, nebst der Nominierung zum prestigeträchtigen „Preis der Leipziger Buchmesse“. Das Buch erschien ausgerechnet im Klett-Cotta-Verlag, der u.a. die Werke Ernst Jüngers vertreibt.

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Die schwedische Katastrophe

Der schwedische Fernsehsender S4 deckte in seinem Programm „Kalla Fakta“ weitere Hintergründe der schwedischen Katastrophe auf. Schauen wir eine Minute schwedisches TV:

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Ich, ein anderer

Jemand fragt hier erstaunt, weshalb ich mich so ins Ungarische stürze (was ohnehin übertrieben ist), in die Sprache, aber vor allem in die Kultur und Geschichte?

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