Stefan Georges Moderne

Muß man unbedingt modern sein?

Il faut être absolument moderne. Arthur Rimbaud

Stefan George (* 12. Juli 1868 bis † 4. Dezember 1933) gehört zu jenen wenigen rein polarisierenden Autoren, die nahezu ausschließlich apodiktische Urteile provozieren.

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George: Mehr als Charisma

Wenn man mit leisen Tönen und ohne gewagte Theorien sich über Stefan George zu Wort meldet, dann hat man wenig Aussicht, Gehör zu finden.

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Die ganze Geschichte des Untergangs

„Trotz aller traumatischen Ereignisse, die das Imperium erschüttert hatten, war die Integration der Barbaren in philanthropischer oder religiöser Absicht weiterhin das dominierende Motiv der offiziellen Diskurse.“(Alessandro Barbero)[1]

Möglicherweise erntete Barbero mit seiner im leicht zugänglichen Ton geschriebenen Aufarbeitung der Schlacht von Adrianopel, die aufgrund der nicht mehr zu beherrschenden Migration der Anfang des Endes Westroms war, Kritik unter Fachgenossen oder aber er wollte seine These auf breitere Füße stellen …, jedenfalls ließ er im Jahr darauf eine dreifach umfängliche Studie veröffentlichen, in der der Katastrophenkurs weit in die historische Vergangenheit zurück und die folgenden Jahrzehnte weiter entwickelt wird. Schon im Ton wirkt es akademisch, zudem ist es mit extensivem Apparat versehen und strahlt Kennerschaft aus – aber auch ein wenig Langeweile, wie sich das für einen akademischen Text gehört.

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Oi wie Oikos

Eine Buchbesprechung

Was für ein kraftvoller und selbstbewußter Titel! Das weckt Vorfreuden. Man erwartet eine stringente Analyse nebst Prognose eines der Zentralprobleme der Jetztzeit, des Verlustes und der „Verteidigung des Eigenen“. Zudem wird uns Thierry Baudet, der Autor, als „konservatives Wunderkind“ vorgestellt – da hätte man schon skeptisch werden sollen. Weiterlesen

Intensität – ein Kryptodialog

Eine Buchbesprechung

Manche Bücher versteht man erst, wenn sich erschließt, was fehlt, was sie verschweigen, umso mehr, wenn es wissensgesättigte Werke sind, wenn man also davon ausgehen muß, daß der Autor tatsächlich meidet, was er kennt. Dies könnte der heimliche Dirigent sein. In Tristan Garcias philosophischem Bestseller sind es zwei absente Namen: Husserl und Heidegger.

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Carossa: Rumänisches Tagebuch

Gerade mal drei Monate des Jahres 1916 umfaßt dieser schmale Band Tagebuch, Einquartierung in Frankreich, Verlegung nach Siebenbürgen, Märsche, Einquartierungen, wieder Märsche, wieder Einquartierungen, nur wenige Kampfhandlungen … Hans Carossa begleitet den Troß als Arzt, mit nahezu sezierendem Blick, scheinbar emotionslos zeichnet er das große Treiben auf, verliert den Blick für das individuelle, das menschliche Schicksal nicht, bestaunt, inmitten der herbstlich-winterlichen Kriegswirren die grandiose Natur, zeichnet akribisch eigene Träume auf, notiert am Wegesrand verwesende Leichname und zerfetzte Torsi, erinnert sich eindringlicher Poesie.
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Lektüren März

Johannes Heinrichs: Gastfreundschaft der Kulturen. Der Weg zwischen Multikulti und neuem Nationalismus. Ibidem-Verlag Stuttgart 2017, 208 Seiten

Als 2015 die Migration scheinbar urplötzlich auf der Tagesordnung stand, da konnte der Philosoph Heinrichs ein 25 Jahre altes Manuskript aus der Schublade ziehen, neu auflegen und noch immer zeitgemäß klingen.

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