Viro-Logisches VII

Maske. Ich gestehe, eifriger Maskenträger zu sein, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn ich in die Straßenbahn in meiner ostdeutschen Heimatstadt steige, dann kostet es oft Überwindung – sich mit diesen Menschen zu mischen, ihren Odem, ihre Ausdünstungen und Absonderungen aufzunehmen. Der Präkariatsanteil ist überwältigend. Die Differenz zum ungarischen Stadtbild ist eklatant. Weiterlesen

Der doppelte Ehrlich

Manche Leute kennen keine Grenzen. Wenn man sich einmal einem solchen Telegram- oder WhatsApp-Kreis anschließt – ich selbst tue das aus Mangel an entsprechender Technik nicht, beobachte es aber aus den Augenwinkeln –, dann wird man ununterbrochen mit Clips, Videos, Artikeln, Kopien, Hördateien und allem möglichen, also mit Meinung bombardiert. Und manchmal ist auch ein Fakt dabei – aber der ist meistens Fake. Wie überhaupt 90% dieses Erregungsdopings schlichtweg Unsinn oder in Ton und Methodik unerträglich sind.

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Viro-Logisches VI

1.  Die Haltung zur Corona-Politik bringt die alte Links-Rechts-Dichotomie in die Bredouille. Linke demonstrieren für den straff durchgreifenden kapitalistischen Ausbeuterstaat und Rechte oder auch nur Heimatverbundene – traditionell staatstreu – verweigern den Gehorsam … und so an vielen Fronten.

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Viro-Logisches V

Nach wie vor bin ich der Meinung, daß man sich als Laie – und auch als Experte – in virologischen, also rein medizinischen, naturwissenschaftlichen Fragen zurückhalten sollte, weil wir einfach zu wenig wissen und verstehen. Das betrifft auch alle sich daraus ergebenden politischen Probleme. Nicht, daß man sie nicht thematisieren sollte, aber wer in diesen Punkten zu absoluten Urteilen kommt, erweist sich zumeist als nicht seriös. Daher gibt es hier, auf diesem Blog, auch weiterhin nur Stichpunkte, vage Überlegungen und Beobachtungen.

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Pandemie ohne Ende

Gerade macht ein Artikel aus „La Razón” die Runde in den Chats und Netzwerken. Wohl aus zwei Gründen: zum einen findet sich dieser kritische Rundumschlag in einem spanischen Hauptmedium – „La Razón“ hat eine Auflage von 150000 Exemplaren, ist damit die fünftstärkste Tageszeitung in Spanien, ist konservativ und wesenhaft katholisch; in Deutschland gibt es nichts Entsprechendes – vielleicht kann man sie am ehesten mit „Die Welt“ vergleichen. Zum anderen schlägt der Autor einen Ton an, den man in Europa dieser Tage selten zu hören bekommt und in Deutschland schon gar nicht.
Allerdings geistern – soweit ich sehe – nur Zitatfetzen durchs deutsche Netz. Immer ein schlechtes Fundament. Daher zitiere ich hier etwas ausführlicher – der Leser soll entscheiden, ob sich die Aufregung lohnt oder nicht:

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Menschliches Handeln in der Gesundheitskrise II

Fortsetzung von: Menschliches Handeln in der Gesundheitskrise I

(von: Johannes Leitner)

PDF: Menschliches Handeln in der Gesundheitskrise (komplett)

4)

In der Rücksichtslosigkeit gegen die Opfer zum Erreichen des guten Zwecks zeigt sich etwas, das Hannah Arendt die Banalität des Bösen genannt hat. Es gibt drei Stufen, wie wir das Böse und den, der Böses tut, verstehen und einordnen: a) die Lust am Bösen, von satanischer Qualität, uns mangels Einfühlung in diese Lust vollkommen unverständlich; b) die Banalität des Bösen, ein zwar nicht allgegenwärtiges Böses, das wir aber verstehen und für empörend halten; c) die Mitarbeit mit dem Bösen, die unter bestimmten Bedingungen sittlich erlaubt, folglich normal und gewöhnlich ist.

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Menschliches Handeln in der Gesundheitskrise I

„Oft hat man den Eindruck, dass der deutsche Bürger vom Teufel geritten wird.“[1]

von Johannes Leitner

1)

Am 15. November 2021 ist in Österreich während rasch steigender Coronafallzahlen und einer anscheinend drohenden Überlastung der Intensivstationen ein zeitlich unbeschränkter lockdown für Ungeimpfte in Kraft getreten. Der Kontakt zwischen den Ungeimpften und den Geimpften und Geschützten sollte auf ein Minimum gebracht werden, wie der damalige Bundeskanzler Schallenberg erklärte. – Diese Maßnahme stellt die bisher bemerkenswerteste im derzeitigen gesellschaftlichen Ausnahmezustand dar, aus guten Gründen bemerkenswerter als allgemeine lockdowns, deren österreichweit nunmehr vierter eine Woche danach verhängt wurde. Die nächste Qualitätsstufe wird mit dem allgemeinen Impfzwang erreicht, dessen Wirksamwerden für 1. Februar 2022 angekündigt ist.

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Mein Corona Update

Vor einiger Zeit schrieb ich eine kurze persönliche Darlegung der Gründe, warum ich nicht oder noch nicht geimpft bin, endete aber damit, meine Entscheidung jederzeit neuen Lagen und Erkenntnissen anzupassen.

Eine neue Größe ist offenbar das zunehmende Einsamkeitsgefühl. Vor ein paar Tagen rief mich jemand an und fragte, ob wir noch dabei wären, auf der richtigen Seite stünden oder ob wir auch schon umgekippt seien. Im dortigen Umfeld klappten die Leute zunehmend um und ließen sich impfen, was demnach einer Niederlage gleicht.

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Goethe in Zeiten der Pandemie

Ja, die Natur reagiert nicht bloß gegen die leibliche Krankheit, sondern auch gegen die geistigen Schwächen; sie sendet in der steigenden Gefahr stärkern Mut. (Goethe, Gespräch mit Lobe)
PDF:  Goethe in Zeiten der Pandemie

Es finden sich in Goethes Werken bemerkenswerte Überlegungen und Erfahrungen, die uns heute noch inspirieren können. Denn Goethe war mehr als ein großer Autor und Denker, er war auch ein großer Kranker! Immer wieder schlugen ihn schwere, zum Teil auch lebensbedrohliche Krankheiten nieder – lernen kann man vor allem aus seinen dazugehörigen Überlegungen und aus seinem persönlichen Umgang damit.

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Was erlauben Kimmich?

OMG! Da hat sich der Joshua Kimmich was Schönes eingebrockt – es gibt sogar schon einen ausführlichen Wikipedia-Vermerk „Kontroversen„.

Nicht impfen lassen, Bedenken haben, auf Totimpfstoff warten – und all das auch noch öffentlich zugeben. Das Sportliche hat keine Bedeutung mehr, schon nach dem letzten Bayern-Spiel gab es das erste Grundsatz-Verhör und seither prasseln die Belehrungen auf ihn – und uns – nieder. In allen Hauptmedien das gleiche Bild.

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Covid-Opfer und Covid-Impf-Opfer

Zwei Artikel mit scheinbar gegensätzlichen Botschaften kreuzten sich heute im Internet.

Zum einen hatte Martin Lichtmesz auf „Sezession im Netz“ den zweiten Teil seiner „Bilanz der Impfschäden“ vorgelegt, zum anderen zeigte sich Jan Josef Liefers, Initiator der #allesdichtmachen-Initiative, nach einem Besuch auf einer Intensivstation geläutert und plädiert nun offen für die Corona-Impfung. Sein Fazit: „Bei keinem der Patienten wäre eine Intensivbehandlung nötig gewesen, wenn sie geimpft gewesen wären.“

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Mein Corona-Tod

Im aktuellen „Focus“ kommt der Chefarzt der Intensivstation einer Münchener Klinik zu Wort und darf dort auch über seine Wut auf Ungeimpfte reden. Demnach arbeite man seit 19 Monaten bis zur Erschöpfung hauptsächlich wegen Corona-Patienten. Alle, zu 100%, der dort Behandelten seien Ungeimpfte gewesen, sagt der Mann. Die Opfer werden immer jünger, – meine Alterskohorte ist deutlich überrepräsentiert –, die Hälfte habe Vorbelastungen wie Diabetes oder Fettsucht, die andere Hälfte aber sei kerngesund. Ob er auch einen Groll auf Adipöse, Trinker, Raucher, Autofahrer, Suizidale – und was weiß ich, wer noch so statistisch überrepräsentiert auf der Intensivstation landet – hat, erfahren wir nicht.

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Warum ich nicht geimpft bin

Noch nicht – müßte es eigentlich heißen. Denn ich bin kein sogenannter Impfgegner. Ich glaube auch nicht, daß die Impfungen irgendein sinistres Geheimnis transportieren, daß sie uns Menschen irgendwann zu irgendetwas machen oder uns ausrotten soll, ja, ich vermute sogar, daß die Wahrscheinlichkeit negativer Spätfolgen vergleichsweise gering ist, und wenn es sie gibt, dann sind sie wohl ungewollt. Sollte es je einen Moment geben, in dem mir das Bewußtsein einer tatsächlichen, statistisch relevanten Gefahr durch „das Virus“ aufsteigt, dann werde ich mich ohne größere Bedenken unter die Nadel begeben.

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Die Delta-Variante

Am Wochenende fand in den Tiefen des Darknets ein Schachturnier statt, die meisten Teilnehmer waren Insulaner und – wie das bei Schachspielern die Regel ist – immer auf dem neuesten Stand und konform. Folgender kleiner Dialog entspann sich in der Analyse eines Spiels:

–        Sorry, ich war schlecht drauf, hatte Corona und fühle mich noch ein wenig schwach, die Eröffnung ging in die Hose.

–        Welche Variante denn?

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Sloterdijks Samthandschuhe

Bewahrung läßt sich nur durch Modernisierung verwirklichen. Die echten Konservativen sind progressiv, weil sie etwas haben, wovon sie überzeugt sind, es verdiene Bewahrung. Leerer Progressismus führt zu nichts. Nur wer etwas hat, wofür er die Hand ins Feuer legt, betreibt Bewahrungspolitik authentisch. Peter Sloterdijk

Diese kleine Sammlung später, vor allem coronaler Interviews ist zuvörderst ein Beweis des vitalen und virulenten vierzigjährigen Denkens Sloterdijks. Es stellt ihm ein ganzes, längst erarbeitetes Arsenal an Begriffen und Denkbewegungen zur Verfügung, die jetzige Ausnahmesituation ansatzweise zu erfassen.

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Maos Spatzen in Berlin

Sicheres Anzeichen dafür, daß Politik durch Abkapselung vom realen Leben in die gefährlichen Sphären der selbstimmunisierenden Phantasie abwandert, ist es, wenn die Protagonisten damit beginnen, ihre eigenen, ganz persönlichen Wahrnehmungen, Erfahrungen, Empfindungen und die daraus gezogenen Schlüsse zu verallgemeinern, als Universallösung anzupreisen und die Öffentlichkeit dazu bringen wollen – durch Zwang, Überredung oder Propaganda – diese auch zu verwirklichen. Stalin und Mao gelten als klassische Beispiele.

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Hitler lebt

Ja, Hitler lebt tatsächlich noch und zwar massenweise, vermutlich vielmillionenfach in den Köpfen  arabischer Männer.

Auf diesen vergessenen Tatbestand hatte etwas verdruckst und vermutlich die Macht der politischen Korrektheit fürchtend, der Spiegel-Journalist Christian Stöcker in einem Gespräch mit Thilo Jung aufmerksam gemacht.

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