Petőfi und die permanente Revolution

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Am 31. Juli 1849 fiel Ungarns Nationaldichter Sándor Petőfi in der Schlacht von Segesvár. Das wird gemeinhin als ein trauriges Ereignis rezipiert, tatsächlich aber könnte es ein großes historisches Glück für beide gewesen sein: für Ungarn und für den Dichter.

Es wäre – vorab – eine lange Überlegung wert, über die Differenz von Deutschen und Ungarn zu sinnieren, etwa entlang der Frage, weshalb die einen ein Universalgenie, das in 84 langen ausgefüllten Lebensjahren ein immenses dichterisches und wissenschaftliches Werk geschaffen hat, zum Nationaldichter erhoben haben, während sich die Magyaren für einen hitzköpfigen Jüngling entschieden, dessen Gesamtwerk in zwei Buchbände paßt und in erster Linie aus feurigen, anzüglichen oder depressiven Versen besteht. Goethe und Petőfi zu vergleichen, hieße Äpfel mit Birnen, nein Äpfel mit Gurken zu messen. Damit soll nichts von Petőfis poetischer Genialität genommen werden, aber in der einen Gestalt haben wir ein unerschöpfliches Universum vor uns, in der anderen ein paar geniale Gedichte; der eine war eine hyperkomplexe Persönlichkeit, der andere läßt sich recht einfach verstehen. Sie zum jeweiligen hochkulturellen Symbol zu machen, könnte einiges über den Volkscharakter verraten, zumal auch die Ungarn über Typen vom Schlage Goethes verfügten. Mór Jókai etwa – ein Freund und Kampfgefährte Petőfis – schuf ein 300-bändiges vielfältiges Werk, das zwar nicht vergessen, aber bei weitem nicht so präsent ist wie des Dichters Appellationen. Doch dazu später.

Rekapitulieren wir in groben Zügen: Petőfi, 1823 geboren als Sohn eines Metzgers und einer Bauerntochter, hatte schon in jungen Jahren beschlossen, seinen serbischen Nachnamen  Petrovič zu magyarisieren. Das sich ständig wandelnde Lebensschicksal der Eltern hatte das Kind entwurzelt, an vielen verschiedenen Orten ging es zur Schule und hatte somit objektive Probleme, Bindungen aufzubauen. Eine kurze Zeit saß er mit Mór Jókai auf der Schulbank. Als sein Vater letztlich pleite machte, war an eine Schulbildung nicht mehr zu denken – der Jüngling war 16 Jahre alt. Es begann eine mehrjährige Wanderzeit durch alle Ecken und Enden des Landes, auf der er nicht nur mit den Nöten und Sorgen der Menschen Bekanntschaft, sondern selbst die Erfahrung von Hunger, Elend, Obdachlosigkeit machte. Er mußte sich immer wieder verschiedentlich verdingen, wurde Wanderschauspieler, Statist, Soldat. Ein Leben auf der Straße, das prägend wurde. Erst 1844, durch die Hilfe Vörösmartys – der sein Genie erkannte –, gelang es ihm, eine bescheidene Stelle als Assistenzsekretär einer Pester Zeitschrift zu bekommen.

Beides, die harten Erfahrungen und die Nähe zum einfachen Volk, dürften Ursachen für eine gewisse Unnachgiebigkeit und Härte in seinen wesentlichen poetischen Passagen sein. Man kann hier natürlich nur einige wenige aus dem Gesamtwerk herausziehen – seine Vielstimmigkeit darf nicht unterschlagen werden –, aber es sind jene Verse, die tatsächlich vom Volk und später auch von der Legende und dem Mythos aufgenommen wurden. Das läßt sich sehr einfach etwa an einer der in Ungarn so beliebten nationalen Rockopern aufzeigen, in der man just jene Zeilen vertonte und mit viel Pathos sang.

Allen voran selbstredend das berühmteste Gedicht der Nation: „Talpra Magyar“ („Steh‘ auf Ungar“) – ich hatte ihm, dem „Nationallied“, in drei Teilen bereits ausführlich Aufmerksamkeit gewidmet.

Ein anderes Schlüsselwerk ist das Poem „A XIX. század költői“ („Die Dichter des 19. Jahrhunderts“). Darin nötigt er den ungarischen Dichter und engt seinen Wirkungsbereich radikal ein:    

Előre hát mind, aki költő,
A néppel tűzön-vízen át!
Átok reá, ki elhajítja
Kezéből a nép zászlaját.
Átok reá, ki gyávaságból
Vagy lomhaságból elmarad,
Hogy, míg a nép küzd, fárad, izzad,
Pihenjen ő árnyék alatt!

Vorwärts denn, wer Dichter ist,
durch Wasser und durch Feuer!
Fluch dem, der fallen läßt
Aus seiner Hand des Volkes Flagge.
Fluch dem, der aus Feigheit
Oder aus Trägheit stehen bleibt,
der, während das Volk müde, schwitzend kämpft,
unter dem Schatten ruht.

Man kann die Kraft dieser Zeilen, dieses Urteil nicht unterschätzen. Petőfi entzieht der Dichtung alle ästhetische Legitimation und stellt sie komplett in den Dienst der politischen Sache. Der Fluch, mit dem er jeden Abweichler, jeden Freigeist bedenkt, hat exterminatorische Kraft. Diese wirkt umso bedenklicher, als er zu diesem Zeitpunkt bereits politische Ambitionen hegte – die Zeilen wurden ein Jahr vor Ausbruch der Revolution, deren treibende Kraft er für einen kurzen historischen Moment werden sollte, geschrieben. Es folgt eine aufschlußreiche Vergatterung aller in die Zukunft:

Ha majd a bőség kosarából
Mindenki egyaránt vehet,
Ha majd a jognak asztalánál
Mind egyaránt foglal helyet,
Ha majd a szellem napvilága
Ragyog minden ház ablakán:
Akkor mondhatjuk, hogy megálljunk,
Mert itt van már a Kánaán!

Wenn dann aus des Korbes Fülle
Jeder gleichviel nehmen kann,
Wenn am Tische der Gerechtigkeit
Jeder gleichermaßen Platz nehmen kann,
Wenn dann das Sonnenlicht des Wissens
Durch aller Häuser Fenster strahlt:
Dann können wir sagen, daß wir aufhören,
Denn dann haben wir das Kanaan.

Da wird eine Utopie entworfen, deren Realisierung durch ihre ausgesprochenen Verabsolutierungen von vornherein verunmöglicht wird, denn eine Zeit, in der alle immer alles zu gleichen Teilen bekommen, in der alle komplett gleich und gleichberechtigt sind, ist undenkbar, hat es nie gegeben und wird es nie geben und wenn es sie gäbe, es wäre die Hölle auf Erden. Und weil sie unmöglich ist, folgt aus ihr die Unbeendbarkeit des Kampfes, ja mehr noch: der Kampf muß umso verbitterter werden, je größer die Fortschritte sind, je auffälliger damit die Restdefizite werden. Die Parallelen zu heutigen Zuständen sind augenscheinlich: je gerechter die Gesellschaft wird, je weniger „Rassismus“, „Ungerechtigkeit“, Unterschiede es gibt, umso mehr muß dagegen gekämpft werden, so daß der Eindruck entsteht, man befände sich im schlimmsten Repressionssystem aller Zeiten.

Petőfi hatte das – quasi als Negativ – bereits gesehen, wenn er fortfährt:

És addig? addig nincs megnyugvás,
Addig folyvást küszködni kell.

Und bis dahin? Bis dahin gibt es kein Ausruhen,
Bis dahin muß der Kampf fortgeführt werden.

Das ist der Aufruf zur permanenten Revolution, bis das gelobte Land (siehe oben: Kanaan) verwirklicht wird. Aus diesen Zeilen spricht aber auch Petőfis eigener politischer Ehrgeiz.

Am 15. März 1848 war es dann soweit. Die mit Sicherheit idealisierte Geschichtsschreibung sieht den Dichter an der Spitze der Bewegung, ja man spricht oft von Petőfi und den seinen. Man traf sich des Morgens im Café Pilvax, dort deklamierte er zum ersten Mal sein Brandgedicht „Talpra Magyar!“ und als die Stimmung mit revolutionärer Energie aufgeheizt war, ging man zur Universität, wo man die Studentenschaft gewinnen konnte – Petőfi nutzte dazu erneut seine entzündlichen Zeilen.

Derweil hatte Mór Jókai ein weiteres mitreißendes Dokument verfaßt, die berühmten 12 Forderungen u.a. nach freier Presse, nach nationalen Banken, nach Beendigung der Leibeigenschaft, nach Abzug aller fremden Gruppen usw.

Diese und Petőfis Gedicht wurden wenig später gedruckt – es hatte sich ihnen eine Menge angeschlossen, man besetzte die Druckerei „Landerer“ und verfügte ohne Druckerlaubnis den Druck der Schriften. Sie gingen als erste unzensierte Pamphlete in die Geschichte ein. Auf dem Handexemplar des Dichters steht in seiner Schrift der Satz „Aus der befreiten Presse kam als erstes dieses Gedicht heraus“. Der Legende nach verbreiteten sich die Zettel in Windeseile und bald schon sang man begeistert das Lied auf allen Gassen. Vor dem Nationalmuseum versammelten sich später viele Tausende, dort deklamierte der Dichter noch einmal seine Zeilen – es entstand jenes ikonische Bild, das tief ins gesellschaftliche Bewußtsein einsickerte. Petőfi war auf dem Höhepunkt seiner Macht – war er bisher nur ein Liebling der Budapester Intelligenz, so wurde er nun ein Volksheld.

Trotzdem sich die Ereignisse in diesen Tagen überschlugen, fand Petőfi Zeit, Tagebuch und Briefe zu schreiben. An János Arany schrieb er die euphorischen Zeilen: „Es ist Revolution, mein Freund, da kannst du dir vorstellen, wie sehr ich in meinem Elemente bin“. Und seinem Tagebuch vertraut er an: „Heute ist die ungarische Freiheit geboren, denn die Presse wurde von ihren Fesseln befreit … Oder gibt es jemanden, der so töricht wäre zu denken, irgendeine Nation könnte frei sein ohne freie Presse?“ Man darf darin eine gewisse revolutionäre Naivität vermuten, die oft jenen Aufrührern eigen ist, die eine Revolution als Ereignis und nicht als Prozeß betrachten, denen der weite historische Blick fehlt. Denn wie die spätere Geschichte zeigen sollte, war noch lange nichts gewonnen.

Wir wissen freilich aus Petőfis eigenen Worten, daß er sich mit Geschichte beschäftigt hatte, aber auch diese Worte – zwei Tage später ins Tagebuch geschrieben – passen ins Gesamtbild: „Seit Jahren ist meine fast ausschließlich Lektüre, mein Morgen- und mein Abendgebet, mein tägliches Brot die Geschichte der Französischen Revolution, dieses neue Evangelium der Welt, in dem der zweite Erlöser der Menschheit, die Freiheit, ihre Botschaft verkündet. Jedes ihrer Worte, jeden Buchstaben habe ich mir ins Herz eingraviert, und die toten Buchstaben sind drinnen zum Leben erwacht. Der Platz wurde zu eng für die Lebendigen, sie tobten und rasten in mir. Ich müßte meine Feder in die Mitte eines Vulkans tauchen, um meine Tage, die Qualen meiner Tage beschreiben zu können.“ 

Es wäre die Frage zu prüfen – die hier naheliegend erscheint – welcher Partei der Französischen Revolution sich Petőfi nahe fühlte. Einige seiner Gedanken streifen Babeufs vorsozialistische Welt, aber man hat literaturwissenschaftlich eruiert, daß Petőfis Studien sehr kursorisch waren und er Babeuf vielleicht gar nicht gekannt hatte. Das macht Robespierre und die Jakobiner zur wahrscheinlichsten Inspirationsquelle. Eine vergleichbare Unerbittlichkeit spricht sich in zahlreichen seiner Verse aus, von denen nur das berühmte Gedicht „Ha férfi vagy, légy férfi” („Wenn du ein Mann bist, dann sei ein Mann”) erwähnt werden soll. Dort wird die Härte gegen sich selbst und andere in fast liturgischen Klängen wie diesen verherrlicht …

Ha férfi vagy, légy férfi,
Legyen elved, hited,
És ezt kimondd, ha mindjárt
Véreddel fizeted.

Wenn du ein Mann bist, dann sei ein Mann,
Habe Prinzipien, habe Glaube,
Und dies sprich: daß ohne zu zögern
Mit deinem Blut du bezahlst.

… und zu einem kategorischen Imperativ versteift. 

Fast zeitgleich zu Petőfis Faszination an der Französischen Revolution, studierte in Deutschland ein junger Advokat und angehender Philosoph die historischen Vorgänge bis ins Detail und vergleichbar besessen – wenn auch geistig weit begabter. Der junge Marx verschlang alles, was man darüber erhalten konnte und zeitlebens ließ die Attraktion am Thema nicht nach. Aus ihren Abläufen versuchte er die innere Dynamik revolutionären Geschehens, ja sogar darin enthaltene historische Gesetzmäßigkeiten zu extrahieren. Seine Gedanken wurden geschichtsmächtig.

Daß Petőfi das erspart blieb, kann man im Nachhinein nur als großes Glück für die Ungarn begreifen. Nach den revolutionären Ereignissen in Budapest übernahmen bald gemäßigtere Kräfte um Kossuth und Batthyány das Zepter – freilich konnten auch sie nicht verhindern, daß – nach ersten Teilerfolgen – die Reaktion bald den Lauf der Geschichte bestimmte. Spätestens mit dem Eintritt des übermächtigen Rußlands war das Schicksal besiegelt. Kossuths Honvéds schlugen sich tapfer, ihr Einsatz gereichte zur Legende, aber geschlagen waren sie trotzdem. Hätte aber Petőfi eine tragende politische Rolle gespielt und wäre die Revolution erfolgreich gewesen, hätte er also tatsächliche Macht erhalten, man hätte das Schlimmste fürchten müssen. In ihm schlummerte das Zeug zum Tyrannen, vieles spricht für eine jakobinische Verfaßtheit.

Wie viele hatte auch Petőfi auf die „internationale Solidarität“, wie man das heute nennen würde – eine moderne Form der Parusie-Verzögerung, der noch Lenin Tribut zahlen mußte –, auf die „Weltrevolution“ gehofft, jedoch vergeblich. Auch Marx und Engels gaben sich dieser Illusion hin, letzterer nahm sogar aktiv an einigen Kämpfen teil. „Europa csendes“ („Europa schweigt“) drückt die abgrundtiefe Enttäuschung des Dichters aus. Die Botschaft dieses schwermütigen Gedichtes wird in Ungarn bis heute vernommen und immer wieder bestätigt und hat sogar den Eintritt in die Popkultur gefunden – wie so vieles von Petőfi.

Der jedenfalls wählte den Beitritt zu den Honvéds als persönlichen und ganz logischen Ausweg. Man machte ihn zum Hauptmann, aber es kam zu Streitereien mit der Kommandantschaft – denn im Grunde genommen ist so einer kein Soldat; er soll selbst ohne Uniform, im Seidenhemd gekämpft haben –; in der Schlacht bei Segesvár soll er gefallen sein: es gibt keine Zeugen – nur Legenden – und keinen Leichnam. Petőfi verglühte wie eine ausgebrannte Kerze auf dem Schlachtfeld. Die Bataille war zwar lange Zeit unentschieden, sie war im gesamten Kriegsgeschehen aber sinnlos, denn der Sieg der Russen war längst besiegelt. Wer sich hier auf ungarischer Seite opferte, der tat es aus äußeren Zwängen oder aus Verzweiflung oder aus Idealismus.  

Es wäre faszinierend zu wissen, ob der junge Held sich selbst im letzten Moment an seine Lebensvorgaben – die er dem Patrioten von Geburt bis zum Tod vorschreiben wollte – gehalten hatte:

Haza és szabadság, ez a két szó, melyet
Először tanuljon dajkától a gyermek,
És ha a csatában a halál eléri,
Utószor e két szót mondja ki a férfi !

Heimat und Freiheit, diese beiden Worte, welche
Zuerst die Kinder von der Amme erlernen sollen,
Und wenn in der Schlacht, der Tod ihn erreicht,
Als letzte der Mann diese beiden Worte spricht.

Sein Heldentod war die notwendige Voraussetzung für seine Quasi-Sakralisierung. Er war als Heros gefallen, für die Heimat, für die Freiheit, für das Wahre und das Gute. Ein solcher Tod hat desweiteren den Vorteil, daß ein recht monolithisches Werk nicht mehr durch spätere literarische Unüberlegtheiten relativiert werden kann. Genialische Dichter vom Typus Rimbaud, Lenz, Büchner, Kleist oder Petőfi müssen zeitig verschwinden, wenn sie bleiben wollen. Sie haben in der Regel ihre poetische Kraft in den Nachpubertätsjahren verbraucht, sie sind verbrannt und man muß um ihre weitere Produktion bangen. Sie gehen – wenn sie klug sind – in die Wüste, fallen in Brunnen, infizieren sich bei Leichensektionen, schießen sich eine Kugel durch den Kopf oder lassen sich von feindlichen Säbeln durchbohren.

Was hätte Petőfi – wäre er heil aus dem Krieg zurückgekommen – noch schreiben können? Der Weg Mór Jókais, mit seinen 300 Büchern, stand ihm wohl nicht offen. Aber in einer seltsamen dialektischen Volte hat Petőfi durch diesen Tod jenen Weg erst ermöglicht.

Doch das ist Thema des nächsten Beitrages.

Übersetzungen: © Seidwalk
Quellen:
Petöfi, Sándor: Doch währt nur einen Tag mein Leuchten. Ausgewählte Prosa. Leipzig 1977
Petöfi, Sándor: Összes Költeményei. 2 Bände, Budapest 1959
Illyés, Gyula: Petőfi. Ein Lebensbild. Berlin (Ost) 1971

siehe auch: Nationallied – Petőfi

Nemzeti Dal – Übersetzung

Nationallied – Präsentation

Der Heimtabegriff der Ungarn 

u.a.

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