*innen

Nur mal so im Vorbeifahren: Las diesen Satz im Parteiorgan „Frankfurter Rundschau“ über „Rassistische Polizeigewalt“:

„Trotz der Polizeiaktion harrten rund 50 Demonstrierende weiter aus. Sie riefen den Polizist*innen Begriffe wie „Mörder“ zu und forderten sie auf, ihren Dienst zu quittieren.“

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Intoleranztoleranz

Die Klappe zu halten, ist gar nicht so einfach. Jeden Tag werden wir Zeugen neuen Unsinns, neuer Lügen, Verdrehungen, Windungen, überall werden die Dinge von den Füßen auf den Kopf gestellt, uns aber das Gegenteil versichert.

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Argumentum ad lapidem

Eine schöne Legende berichtet, daß Samuel Johnson den Solipsismus Berkeleys, sein esse est percipi – Sein ist Wahrgenommenwerden –, also den Gedanken, es gebe keine materiellen Dinge, sondern immer nur Ideen und Vorstellungen von ihnen, mit einem beherzten Tritt gegen einen Stein widerlegte oder zu widerlegen glaubte.

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Die rechte Männerwelt

Joko und Klaas haben es mal wieder geschafft, das richtige Filmchen zur richtigen Zeit zum opportunen Thema im Fernsehen zu lancieren und medial die zu erwartenden Blumen geerntet. Ihr Beitrag über sexuelle Belästigung von Frauen leuchtet in eine kaum vorstellbare Welt hinein. Das sage ich als Mann, der sich vom Titel nicht repräsentiert fühlt – denn meine Welt ist diese „Männerwelt“ nicht, der ausgesprochene Verdacht gegen alle Männer ist eine Frechheit. Es ist auch weniger ein Männerding, wäre meine Vermutung, sondern eines der Moderne, des moralischen Verfalls gepaart mit neuer technischer Realität.

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Der Sherrock-Klub

„Es ist unvermeidlich, daß die Natur gegen sie arbeitet, und das sehr bald. Sie besitzt phantastisches Schachtalent, aber sie ist trotz allem eine Frau. Das liegt alles an den Un­voll­kommen­heiten der weiblichen Psyche. Keine Frau kann einen längeren Kampf durchhalten. Sie kämpft gegen die Gewohnheit von Jahrhunderten und Jahrhunderten, seit Anbeginn der Welt.“ Garri Kasparow

Die Presse hatte sich fast nicht mehr einbekommen. Zum ersten Mal gewann eine Frau bei der legendären Darts-Weltmeisterschaft ein, dann zwei Spiele gegen Männer. Ihre Siege wurden Weltnachrichten, jeder Pfeil wurde ein „Fanal für Frauenrechte“, wie Billie Jean King schrieb – die Presse nahm den Ton begeistert auf und verstärkte ihn hundertfach.

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Einsame Frauen

Vor Jahren schockierte mich eine Anwältin, deren beeindruckende Bücherwand ich befragte, mit dem Satz: „Wenn ich lese, will ich nicht nachdenken“. Ihre Sammlung bestand aus hunderten Krimis und Thrillern und sogenannten Bestsellern aller Art.

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Stammtischparolen

Jeder kennt das: man liest unsere Presse und greift sich alle paar Minuten kopfschüttelnd an den Kopf. Es gehen einem ein paar Gedanken durch selbigen, aber ehe man sie ausgefaltet hat, liest man schon den nächsten Artikel – das Drama beginnt von vorn. Man muß nicht immer alles bis ins Kleinste ausdeuten. Manchmal – auch aus Selbstschutz – genügt das Stammtischniveau.

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Das älteste Programm

Vor dem Fenster plustert sich der Star auf.

Er sitzt auf dem Starenkasten und pfeift sein Lied. In der Sonne weitet er seine Flügel aus, damit er von oben besser gesehen wird, imposanter, männlicher wirkt. Dann hebt er den Kopf, tiriliert und klappert, so daß sich am Hals alle Federn aufstellen und rhythmisch mitschwingen.

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Vertragssex

Darf ich bitten, oder wollen wir erst tanzen?

In Schweden, da kann man Fortschritt! Jetzt haben sie sich was Neues ausgedacht: Der Mann, wenn ihm mal so ist, muß die Frau ausdrücklich um Erlaubnis bitten, daß er jetzt ran darf.

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Das Große im Kleinen

Im Mai hatte ich von einer jungen Frau berichtet, die in Wien, in einer Geburtsklinik erschrocken feststellen mußte, fast die einzige Schwangere zu sein, die kein Kopftuch trug. Daraufhin wählte sie eine katholische Geburtsklinik und brachte dort ihr Kind zur Welt. Allein, die Welt ist nicht mehr so …

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Auf die Hündin gekommen

Frau Göring-Eckardt hat gelitten – „wie eine Hündin“. Das hat sie gesagt: „Ich habe an dem Morgen, an dem ich darüber nachgedacht habe, gelitten wie eine Hündin.“ Es geht um die Koalitionsverhandlungen, doch die sind nebensächlich. Die Hündin ist wichtiger! Das eine ist nur Politik, das andere Ontologie.

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Was Barbie drunter hat

Großer Bahnhof wegen Hidschab-Barbie!

Sehen wir es doch mal von einer anderen Seite, von unten. Seit je ist das Entscheidende nicht, was Barbie anhat, sondern was sie drunter hat.

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Sexualdimorphismus

Ab und an schaue ich das örtliche TV – um offen zu sein, sogar regelmäßig.

Dieser Tage ging es um zwei Versammlungen.

Das eine Mal traf man sich, um über die frühe Kindesentwicklung beim Neugeborenen zu debattieren (ab: 5:15)

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Das neue Frauenbild

Was in Ungarn sofort auffällt: es gibt keine ningelnden, nörgelnden, nervenden Kinder. Zumindest habe ich noch keines gesehen. In Deutschland jedoch genügen in der Regel fünf Minuten im Stadtzentrum oder einem Einkaufspalast, um gestressten Müttern, die ihre Kleinen anblaffen, und weinenden, schreienden, zappelnden Kindern zu begegnen.

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Das Problem ist das Problem

Ein schönes Beispiel falschen Bewußtseins schmückt gerade deutsche Werbeflächen:

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Berichtigung

„Immer schreibst du über den Islam“, flüstert Hussain mir zu, während Khaleds Ehevertrag gerade geschrieben wird. In der Wohnung sitzen circa 15 Männer, die Stühle an die Wand gerückt, so daß ein großer leerer Platz in der Mitte bleibt. Dort steht ein Tisch, darauf Süßigkeiten, Turkish delight, Bonbons und andere arabische Plombenzieher. Es wird nur geflüstert. Ein älterer Herr hatte ein Blatt Papier aus einem Block heraus gerissen und schreibt nun den Vertrag.

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Verbieten! Verbieten! Verbieten?

Burkiniverbot, Burkaverbot, Obergrenze … Deutschland ist nach vulgärer Laissez-fair-Phase gerade auf dem Verbotstrip. Alles, was nicht paßt, gehört unterdrückt. Die Argumente fliegen hin und her, jedes einzelne für sich durchaus nachzuvollziehen.

Ich frage mich – um die unzulässige Vereinfachung wohl wissend –: Was macht das mit uns? Und was macht es mit jenen, denen man verbietet?

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Verstörendes Bild

Hitze! 30 Grad im Schatten. Gnadenlos prallt die blanke Sonne auf den Asphalt. Jedes Fleckchen Schatten unter dem Dach der Straßenbahnhaltestelle findet einen Flüchtling vor dem Feuerball.

Um die Ecke biegt ein junger Mann in weißem T-Shirt, kurze Hosen, Sandalen, Sonnenbrille. Die gegelten und nach hinten gekämmten Haare legen die Kopfhaut frei. Lässig läßt er ein Schlüsselbund in den Fingern kreisen, es scheint als pfeife oder singe er; wippend sein Schritt.

Plötzlich taucht eine weitere Gestalt auf. In gebührendem Abstand wehen schwarze Stoffetzen um ihre Beine. Eine schwarzhäutige, in mehrere Lagen schwarzen Stoffes verhüllte Frau mit einem dunklen violetten Tuch auf dem Kopf, tief in die Stirn gezogen. Sie trägt zwei schwere Lidl-Plastik-Einkaufstaschen. Sofort regt sich Mitleid bei mir und sichtbar auch bei den Wartenden. Was muß diese Frau schwitzen! Ist es nicht unerträglich heiß? Wer kleidet sich bei praller Sonne denn freiwillig schwarz?

Das Entsetzen wird noch größer, als der junge Mann die Haltestelle erreicht. Wenig später gesellt die Frau sich dazu. Erst jetzt wird deutlich: die beiden gehören zusammen, sie sind wohl ein Paar, Mann und Frau. Sie lächelt.

Ihr Lachen wirkt wie eine Provokation. Noch vor einem guten Jahr kannte kein Bürger der sächsischen Kleinstadt auch nur den Anblick einer voll verhüllten Muslimin. Heute, im Sommer 2016, wechselt man kurze Blicke, hier und da ein Kopfschütteln und senkt dann die Augen, als schäme man sich.