Linkes oder rechtes Ruder?

Schon vor drei oder vier Jahren, als die Grünen einen ersten und scheinbar irrationalen Höhenflug hatten, schrieb ich, daß man sie nur regieren lassen müsse, um sie langfristig zu erledigen. Zumindest als Partei, die Regierungsmacht zu übernehmen droht. Als Ideologie sind sie freilich längst ins Mark dieser Gesellschaft eingesickert. Das Problematische an diesem Gift ist die Mischung aus absolut notwendigen Grundeinsichten und Vorhaben, deren Essenz zu bewahren und zu nutzen ist, und einer hochtoxischen Ideologie, Aktionsextremismus gepaart mit politischer Selbstverdummung. Weiterlesen

Was auf uns zukommt I

In der Nähe unseres Wohnortes gibt es ein kleines Spalier wild wachsenden Weines. Nicht leicht zu finden, denn ein Elektrohäuschen steht davor. Abnehmer für den Wein gab es bisher nie, seit mehr als 10 Jahren – wir waren die einzigen. Ende August bis Ende September nahm ich jeden Tag ein, zwei Trauben ab. Wir aßen sie. Den Rest – Anfang Oktober – verarbeiteten wir zu Saft. Zuckersüß war er dann schon, die ersten Beeren begannen Rosinen zu werden. Weiterlesen

Der Polnisch-Deutsche Krieg

Polen hat uns mit seiner unsinnigen Reparationsforderung von 1,3 Billionen Euro offiziell den Krieg erklärt – dieser Satz stimmt natürlich nur unter der Annahme, daß es so etwas wie die Position Polens gibt; tatsächlich haben wir es mit Meinungen einzelner Politiker zu tun. (siehe dazu: Nationale Interessen)

Überhaupt geht die polnische Regierung zunehmend auf Konfrontationskurs mit seinem einst mächtigen Nachbarn. Das allein ist ein Hinweis darauf, wie man Deutschlands Stärke einschätzt. Weiterlesen

Das Problem mit den „Satanischen Versen“

Vielleicht sehen sie auch, daß die Kontroverse um die Satanischen Verse im Grunde ein Streit um die Frage war, wer die Macht über die große Erzählung, die Geschichte des Islams, ausüben soll, und um die Meinung, daß diese Macht allen Gläubigen gleichermaßen zusteht. (Salman Rushdie)
Romanfiguren werden geschaffen, damit sie auf eigene Rechnung leben. (Umberto Eco)

Vor 33 Jahren wurde die Fatwa gegen Salman Rushdie, den Verfasser des bedeutenden Buches „Die Satanischen Verse“, verhängt. Gestern gab es den vermutlich ersten erfolgreichen Versuch, sie durchzuführen. Warum aber hassen viele Muslime den Mann und das Buch? Weiterlesen

Das Monster wächst

Martin Wagener – Politikwissenschaftler an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung – hatte es auf 500 ausladenden, aber sehr rationalen Seiten einer Untersuchung unterzogen. Das Buch wurde ein szeneinterner Bestseller, verdient aber eine weitere Lektüre; darin zeigt er u.a. die Kompetenzüberschreitungen des Verfassungsschutzes unter Haldenwang und zeichnet die inneren Denunziationsmechanismen nach. Der Versuch, damit eine sachbezogene und offene Diskussion anzufachen, wurde mit weiteren Restriktionen beantwortet. Darüber berichtet Wagener – noch immer sachlich-trocken –  in diesem Podcast: Haldenwangs Rache Weiterlesen

Mediale Realitätserschaffung

Wie im Reagenzglas ließ sich dieser Tage der Prozeß der Realitätserschaffung durch Medien verfolgen. Der Fall ist besonders instruktiv, da er das Werk nur eines Blattes, ja nur eines einzigen Journalisten ist. So konnte ein Nicht-Ereignis über mehrere Tage die Leser in Atem halten – es war die berühmte Wertschöpfung aus dem Nichts im medialen Bereich.

Der „Focus“ setzte nach Einführung des 9-Euro-Tickets einen seiner Männer in einen Personen-Zug nach Sylt – mehr braucht es nicht, um Geschichte zu machen. Das Ziel stand von vornherein fest: den Un- und Wahnsinn einer solchen Volksbefriedung aufzuzeigen und Klicks zu generieren. Daß der „Focus“ sich damit auf „Bild“-Niveau begibt, wird eingepreist.

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Die zwei Pink Floyd

Pink Floyds Comeback“, „Pink Floyd treffen sich erstmals seit 30 Jahren”, „Pink Floyd reunite“ … derart sensationalistisch klangen die Zeilen der letzten Tage. Ein entsprechendes Video auf Youtube hatte schon nach wenigen Stunden Millionen von Klicks – die Fangemeinde ist noch immer enorm und die gute Sache lockt zum Gutsein an.

Aber Pink Floyd hat sich gar nicht wiedervereinigt, um einen Protestsong in der Causa Ukraine aufzunehmen, denn jedermann kann sehen, daß mit David Gilmour und Nick Mason nur zwei der drei noch lebenden Legenden am Set waren – es fehlt Roger Waters. Und das ist so erwähnenswert wie folgerichtig.

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Heute möchte ich kein Ungar sein

Der ungarische Wähler steht heute vor einer sehr schwierigen Entscheidung, er muß zwischen Pest und Cholera wählen. So empfinden es viele Ungarn, jene zumindest, die sich keinem der beiden konträren Lager zugehörig fühlen, die keine direkten Interessen mit einer der beiden Kontrahenten verbinden und deren Entscheidung letztlich die Wahl bestimmen wird.

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Spritpreis-Explosion

„Tatsächlich wird es ohne einen fundamentalen Bewußtseinswandel nicht zu machen sein. Dieser muß letztlich zur Bereitschaft führen – die mit Überzeugung nicht zu erlangen ist, sondern die verinnerlicht werden müßte – seinen materiellen Grundumsatz um mindestens eine Zehnerpotenz zu verringern um dadurch an die eigenen Glücksreserven, in ‚der inneren Mitte‘, zu gelangen.“ (Bahro)

Die Tatsache, daß man auch gegen seine Interessen handeln kann, wenn man sie vertritt, wird durch die exorbitanten Spritpreise wunderbar illustriert. Man muß nur in der Lage sein, von seinen unmittelbaren individuellen Interessen zu abstrahieren.

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Mein Kriegstagebuch IV

Willkommenskultur: Wir haben wieder Flüchtlingsströme in Europa und Refugees auch in Deutschland. Aber die Wahrnehmung ist eine ganz andere, das äußere Bild stellt sich komplett anders dar, verglichen zu damals ist die Medienabdeckung dünn – all das entlarvt die Verlogenheit der „Willkommenskultur“. Die Medienberichterstattung bleibt gedämpft, trotz zehnfach höherer Flüchtlingszahlen. Damals kamen viele junge Männer aus Kriegsgebieten in Syrien und noch mehr mischten sich darunter, die aus keinem Krieg flohen. Frauen und Kinder waren die Ausnahme und hatten unterwegs oft traumatisierende Ereignisse zu bestehen. Es kamen just jene Männer, die die Diktatoren, vor denen sie zu flohen angeben, aktiv hätten bekämpfen können und sie ließen ihre Mütter, Frauen und Kinder in der Hölle zurück, aus der sie flohen.

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Mein Kriegstagebuch III

Hintergrund: Daß ich hier schreibe: Sinnvoll ist das nur vor dem Hintergrund, daß alles andere genauso sinnlos ist!

Die Völkischen. Scholz: Putin vergeht sich am ukrainischen Volk.“ Eins muß mal klar sein! Wenn es kein deutsches Volk gibt, dann erst recht kein ukrainisches. Korrekter wäre zu sagen: Putin vergeht sich an der Bevölkerung, die in der Ukraine lebt. Übrigens schon deswegen, weil dort mehr als nur Ukrainer leben: Russen in erster Linie, aber auch Ungarn, Rumänen, Bulgaren, Juden, Weißrussen, Polen, Krimtataren und Juden, um nur einige zu nennen.

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Mein Kriegstagebuch II

Endsieg: Biden will „vernichtende Sanktionen“, Baerbock will Sanktionen, die „Rußland ruinieren“ … es ist exakt diese Rhetorik, die den Konflikt anheizt. Sie zeigt das wahre Ansinnen des „freien Westens“: die Ausschaltung Rußlands als globale Macht. Das ist seit eh und je amerikanische Staatsdoktrin – die Deutschen sind nur belanglose Vasallen in diesem Spiel. Putin war dumm genug – so zumindest nehme ich das wahr –, den Amis nun den Vorwand zu geben, wenn schon Rußland nicht in die Steinzeit zu bomben, so es doch dahin zu sanktionieren. Psychologisch ist der Versuch, sich aus dem sich immer enger schließenden Schlangengriff zu befreien, durchaus verständlich, offensichtlich aber führte die – eingebildete? – Luftnot zu irrationalen Entscheidungen, die den Griff letztlich verstärken könnten. Es könnte nun sogar ein Regimechange in Moskau zur Debatte stehen. Damit hätte sich der Regimechange in der Ukraine hundertfach bezahlt gemacht. Selenykyj sprach in seiner Mutrede auch vom Mut, in Gesprächen mit Rußland über die Neutralität der Ukraine zu verhandeln – ein klares Signal des Eingeständnisses, das vermutlich Grund der jetzigen Verhandlungen ist –, der Westen hingegen denkt offen über EU- und NATO-Mitgliedschaft nach: ein sicheres Rezept für Konfrontation – solange das Putin-Lager an der Macht ist. Erst mit einem Regimechange wäre Rußland gefügig zu bekommen. Bis dahin jedoch müßte noch manche Abschußrampe unschädlich gemacht werden. Wie dem auch sei: offen ausgesprochene Vernichtungsphantasien können schwerlich hilfreich sein!

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Mein Kriegstagebuch

Innerhalb weniger Stunden ist das Wolkenkuckucksheim der links-grünen Politikblase in großen Teilen zusammengebrochen. Scholz verspricht 100 Mrd. für die marode Bundeswehr, die Heimstatt des ewigen Nazis sendet Waffen an den Gegner jenes Landes, dem man den Großen Krieg aufgezwungen hatte, schon wird die Wehrpflicht wieder diskutiert, das große energetische Umpolungsprogramm steht vor unlösbaren Problemen und wird wohl fallen müssen, die Einforderung politisch korrekter, feministischer und gendergerechter Sprachformen erscheint plötzlich als absurd … und das alles haben wir Putin zu danken.

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Darf der Putin das?

Vermutlich wird es vielen Lesern so gehen – wenn man morgens erwacht und sich die Nachrichten anschaut, dann stets mit einem gewissen Erwarten oder einer Furcht vor dem nächsten großen Ereignis. Wir werden immer öfter befriedigt, die Einschläge von welthistorischer Dimension nehmen scheinbar zu. Das kann einerseits ein Wahrnehmungsproblem sein, geschaffen durch die komplette und globale Durchmedialisierung der Aufmerksamkeitssphäre – deshalb zählen auch größere Naturereignisse dazu – , zum anderen handelt es sich um „menschengemachte“ Katastrophen, also um Phänomene der allgemeinen historischen Akzeleration.

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Die Arroganz des Westens

Was ich im Folgenden sage, sage ich ohne Autorität und ohne tiefere Kenntnis der komplexen Zusammenhänge und ganz ausdrücklich nur auf der Spitze meines Nicht-Wissens – als Meinung, die man gern ignorieren kann.

Als Joe Biden zum Präsident gewählt worden war, da unkten einige Kommentatoren, daß man nun in kürzester Zeit mit Krieg rechnen könne. Sie sollten Recht behalten. Die Feststellung mag absurd erscheinen, denn immerhin sind nicht die Amerikaner die Aggressoren, sondern die Russen. So zumindest lesen wir es an allen Fronten und man müßte schon Arabisch beherrschen, Russisch oder Chinesisch, um etwas anderes lesen zu können. Dennoch ist die hypothetische Frage berechtigt: Hätte es zur jetzigen Eskalation kommen können, wenn Trump – der Vielgescholtene – eine zweite Regierungsperiode bekommen hätte? Man darf die Frage im vermutenden Gestus wohl mit „Nein“ beantworten und Trump selbst stellte diese These in „wirren Worten“ auf.

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Die woke Woge

Die Woge des Wokismus schwappt wie das steigende Meer tagtäglich an unsere Küsten, läßt die Ränder des festen Landes erodieren und verschlingt immer mehr unschuldige Opfer.

Relativ unschuldige zumindest, denn die Vergehen sind meist klein, die Strafen dafür gigantisch. Ich fürchte, so stellen sich Future-Friday-Kinder – „Keine Zeit für Kompromisse“ –  die Zukunft vor: du hast deinen Joghurtbecher im Glasmüll entsorgt! Verflucht sei dein Name bis ins zehnte Glied, besiegelt dein Schicksal und in die ehernen Tontafeln des Wikipedia-Gerichts eingehauen.

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Sinnvoller Widerstand

Seid klug wie Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. (Mt 10,16)

Als 1956 die Rote Armee in Budapest eindrang, um den ungarischen Volksaufstand mit ihren Panzern niederzuwalzen, da gab es für viele Ungarn kein Zögern mehr: sie griffen zur Waffe und leisteten Widerstand, ganz gleich, welcher politischen Orientierung sie angehörten. Imre Nagy etwa war Kommunist und riskierte dennoch sein Leben. Solche klaren Linien gibt es in der Geschichte freilich nicht oft – Situationen, die das richtige Handeln zweifelsfrei definieren. Wer sich am Widerstand nicht beteiligt, ist ein Schuft oder Feigling.

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Dixie

Jeden Tag sterben Leute – man nimmt das zur Kenntnis und weiter geht’s. Dieser Tage verstarb ein Bekannter von mir als Ungeimpfter an den Folgen … na, ihr wisst schon. Zur Kenntnis genommen, Witwe bedauert, aber nicht wirklich nahe gegangen.

Aber dann gibt es Tode, die erschüttern einen, selbst wenn man den Menschen nicht persönlich kannte,  und von einem solchen habe ich soeben erfahren. Dixie Dörner war einer der großen Helden meiner wilden Jugend.

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