Naivität politischer Parteilichkeit

Nobody can deny that Orbán is a political talent but personally he is a coward, a sneaky bar fighter. He’s like North Korean software running on Japanese hardware. The base is good but the end result is bad. Gábor Vona 

Eine Frau wird von zwei „Typen“ belästigt. Ein junger Mann kommt hinzu und schreitet ein, verteidigt die Frau. Sympathisch! Wir fragen ihn, woher er komme. Er weist auf einen Raum in der Nähe. Dort finden wir vier Leichen.

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Werther in Ungarn

Wir kommen gerade aus dem Theater. Eigentlich gehe ich nicht mehr. Kann diese dauernde Belehrung, das ewige Moralisieren, gepaart mit Verhunzung einfach nicht mehr ertragen: die Springerstiefel, die Uniformen, die nackten Brüste, dieses Dudududu, das macht man, denkt man, sagt man nicht, das verkappte AfD-Bashing, das wir-sind-bunt-Gelaber … vor allem aber die Erstarrung der schauspielerischen Leistung unter all diesen Vorgaben, die abgelebten Verkörperungen, die Wiederholung gekünstelter Mimik und Gestik und die ideologische Verfremdung oft bewundernswerter Texte.

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Der Ungar als Untertan

Pathetisch hatte Sándor Petőfi, der ungarische Nationaldichter schlechthin, in seinem Nationallied – das ich an anderer Stelle besprochen, übersetzt und vorgetragen habe –, Ungarn in sechsfachem kraftvollem Refrain vereidigt:

A magyarok istenére
Esküszünk,
Esküszünk, hogy rabok tovább
Nem leszünk!

Beim Gott der Ungarn
Schwören wir,
Schwören wir, Gefangene
wir nicht bleiben werden!

Gemeinhin wird „rab“ etwas dramatisch mit „Gefangener“ oder „Gebeugter“ übersetzt – für heute lese ich den Untertanen, wenn nicht den Sklaven heraus.

Wie ist die Lage? Haben die Ungarn sich Petőfis Schwur zu Eigen gemacht?

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Gespräch mit einem Polen

Junger Mann, vielleicht Mitte 30. Banker, angestellt bei einem großen internationalen Finanzunternehmen. Seit Jahren im Ausland unterwegs – hat in London, Prag, Mailand und Wien gearbeitet. In seinem jetzigen Team arbeiten Menschen aus 15 verschiedenen Nationen: die perfekte globalistische Karriere.

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Leerstand

Ein Leser, der sich als ostdeutscher Handwerksmeister und Besitzer eines Handwerksbetriebes vorstellt, schreibt mir:

„Mir fällt auf, daß in Ungarn sehr viele und teils sehr schöne Immobilien in schöner Lage zu (nach deutschen Maßstäben) äußerst günstigen Preisen angeboten werden. Teilweise sind diese erst wenige Jahre alt oder neu erbaut. Dieses Phänomen kann ich mir als Außenstehender nur schwer erklären. Es entsteht fast der Eindruck, daß viele ungarische Bürger ihr Land ,fluchtartig‘ verlassen.

Können Sie diesen Eindruck bestätigen?

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Ungarndeutsche Tragödien

Die Ungarndeutschen können bis auf den heutigen Tag eine Kultur die ihrige nennen, deren Fäden tief in das Gewebe der ungarischen Kultur eingeflochten sind. Wenn wir diese Fäden herauszögen, so würde das gesamte Gewebe zerfallen. (Viktor Orbán)[1]

Wenn wir verreisen, bitten wir eine Nachbarin, eine ältere Frau, nach Haus und Katze zu schauen. Immer wieder kommen ihr im Gespräch deutsche Sätze, Wortgruppen, Vokabeln über die Lippen, über die sie selber erstaunt zu sein scheint. Seit Jahrzehnten hat sie kein Deutsch mehr gesprochen und doch war es einst ihre Muttersprache.

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