Vorurteile retten!

Ich hatte mich verkalkuliert – mit meiner Blase. Unmittelbar vor der Grenzkontrolle in Nickelsdorf drückt sie unangenehm im langen Stau. Man ist auch ein wenig aufgeregt, weiß ja nicht, was einen am Schlagbaum in diesen panischen Stunden erwartet. Also fahren wir an der Raststätte raus und parken unmittelbar hinter der Tankstelle.

Genau an dieser Stelle hatten wir schon einmal ein paar interessante Erlebnisse.  Es weht ein genius loci über diesem Ort.

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An der Grenze

Puh, das war knapp! Hals über Kopf haben wir Deutschland verlassen, um wieder nach Ungarn zu kommen. Überall machten die Länder dicht, auch die Ungarn hatten begonnen, an den Übergängen zu kontrollieren, jeden Moment konnte gänzlich Schluß sein.

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Stuhlweißenburg

Bevor man nach Székesfehérvár reist, sollte man eine halbe Stunde in Zungenübungen investieren und lernen, den Namen der Stadt akkurat auszusprechen. Jeder Akzent muß sitzen! Andernfalls riskiert man, von jedem Ungarn mit dem man spricht, eine phonetische Lektion zu erhalten. Im phonetischen Alphabet sieht das so aus:ˈseːkɛʃfɛheːrvaːr – die deutsche Transkription vielleicht so: ßeehkeschfäheehrvaahr.

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Grenzen der Freiheit

Georges Perec hatte bekanntlich einen Roman geschrieben, in dem er auf den Buchstaben „E“ komplett verzichtete – das hätte er mal auf Ungarisch probieren sollen – aber dazu später.

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Die deutsch-ungarische Differenz

Auf einer Festveranstaltung eines deutsch-ungarischen Unternehmens halten beide Direktorinnen eine Rede, zuerst die Deutsche, dann die Ungarin. Die erste spricht Deutsch, die zweite Ungarisch. Ich lasse mir die Rede der ungarischen Leiterin geben, denn natürlich habe ich beim Zuhören fast nichts verstanden. Nun, nachdem ich sie in aller Ruhe gelesen habe, bestätigt sich der erste Eindruck.

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Lebenskreise

Im November saß ich während einer Festveranstaltung neben einer jungen Frau. Taiwanesin, amerikanische Staatsbürgerin, kinderlos und bereits jenseits der hoffnungsguten Jahre. Sie war mit einem deutschen Ingenieur, der gerade in Ungarn arbeitete, liiert. Sie trug schwarze enganliegende Lederhosen, Dr. Martens Springerstiefel und eine bronzefarbene metallic glänzende Jacke.

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Volk und Scham

Angela Merkel war in Auschwitz. Zu Ende ihrer Ära geht sie diesen Weg, den andere – wie Heiko Maas etwa – an den Anfang ihrer politischen Karriere setzen, ja sogar als Agens bezeichnen: „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“, tönte der Außenminister.

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