W a s t u n? Selbstrettung!

Wir rufen dazu auf, lange angebetete und todgeweihte Idole wie den Staat, die repräsentative Demokratie, die Großstadt, das moderne Schulsystem, die angebliche Notwendigkeit zum andauernden Abbüßen der geschichtlichen Schuld der Europäer oder die Idealisierung dessen, was „anders“ ist, loszulassen und vielmehr eine ausschließlich vom Persönlichen ausgehende Haltung einzunehmen. (David Engels)

Historisch wird der Konservatismus der Verlierer sein. Zu stark ist der progressistische Strom. Er hat alle Gesellschaftsbereiche begeistert mit sich gerissen: Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien, Ideologie, Kirchen. Der Konservative kommt sich darin vor, wie der Fels in der Brandung und er meint zu sehen, daß bald alle Dämme brechen müssen, ruft dies dem wildgewordenen Strudel auch verzweifelt zu, wird aber hoffnungslos vom Gebrause übertönt. Die Einsicht in die Ausweglosigkeit greift um sich und während die einen noch fleißig investieren, kommunizieren und transformieren als gäbe es kein Morgen, beginnt im rechten Milieu die Einsicht um sich zu greifen, daß man nun – da der Wirbel wohl nicht zu stoppen ist – sich um sich selbst zu kümmern habe.

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Europas kulturelle Einheit

Europas kulturelle Einheit – PDF

1946 hielt T. S. Eliot in der Sendereihe „Lebendiges Abendland“ des Deutschen Dienstes des Londoner Rundfunks einen dreiteiligen Vortrag unter dem Titel „The Unity of European Culture“, der trotz seiner enormen Bedeutung und Aktualität längst vergessen wurde. Ihn zu rekapitulieren, wieder in Erinnerung zu rufen, zu erneuter Lektüre anzuregen, ist die Aufgabe dieses Beitrages.

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1. Weltbürgertum und Globalisierung

Heute fragte mich ein ungarischer Freund, ob ich nicht auch Weltbürger sei? Sein Sohn war zu Gast, nebst Familie. Die lebt nun in Spanien, hatte zuvor lange Jahre in der Schweiz gewohnt. Die Enkeltochter, um die 12 Jahre, mit der ich ein paar Worte sprechen konnte – auf Deutsch – nannte Englisch ihre bevorzugte Sprache. Die Muttersprache beider Eltern ist freilich Ungarisch, in Zürich lernte sie Deutsch als Umgangssprache und Schweizerisch als Lebensgefühl, und nun erlernt sie an einer englischen Schule in Spanien auch Französisch. Und Spanisch nebenbei auf der Straße.

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Don’t mention Calcutta!

Hach, was habe ich gelacht – oder doch geweint? – als ich heute diesen Artikel las. Dort gibt es „generelle Erkenntnisse der Migrationssoziologie“ zu lesen, von unglaublichem Neuheitswert.

unbedingt lesenswert: Artikel aus © Welt.de

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Es braut sich was zusammen

Ein Deutscher in Ungarn erzählt von seiner Wochenendradtour gen Süden, streng die Donau entlang, bis zur serbischen Grenze. Auf den letzten Kilometern immer wieder Polizei und Militär. Es wird ihm etwas mulmig, aber er will es wissen und bis an den Zaun fahren. Kann er auch, wird dann aber von Polizisten gestoppt und ausgefragt, muß Papiere vorzeigen und eine Weile warten. Sie wundern sich, was er da wolle. Kann schließlich aber zurückfahren. Für den Deutschen ein seltsames Erlebnis, das gewisse Klischees zu bestätigen scheint. Was er offenbar nicht weiß, erfahre ich zwei Tage später von einem Ungarn.

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Was ist Europa?

Was ist Europa, wie wurde es, woran krankt es, was könnte es retten?

von Johannes Leitner

Heute, da Europa wieder einmal in seinem Dasein gefährdet scheint, beherrscht die Frage nach dem Wesen Europas erneut das öffentliche Gespräch: Wer sind wir, wie wurden wir, woran leiden wir, wie wollen wir sein und wie nicht sein? – Wo man dieses Wesen, das es gar gegen seine innere Schwäche zu erhalten und gegen seine Feinde zu verteidigen gälte, nicht überhaupt leugnet, da greift man gerne zu dem Gemeinplatz von den drei Hügeln, auf denen Europa erbaut sei (der als Gemeinplatz wenigstens hinreichend stimmig ist): Golgotha, das für das Christentum steht, die Akropolis für die griechische Philosophie, das Kapitol für römisches Recht und römische Verwaltung.

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Die Lehre aus der EU-Wahl

… die gibt es nicht. Nur im Plural. Sie zu ziehen, soll hier nicht versucht werden – die Gazetten sind voll und manche Analyse durchaus treffend. Ich möchte hier nur auf ein paar einzelne Aspekte aus ganz persönlichem Interesse eingehen.

Wenn ich sage, es gibt nicht die, sondern viele Lehren, dann kann man daraus vielleicht doch eine Lehre ziehen: Vielfalt. Zu diesem Wort kann man das Synonym „Buntheit“ bilden – das tun unsere politischen Gegner ad nauseam – oder das Wort „Zersplitterung“. Das trifft es wohl eher.

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Neue ungarische Vignetten

Arztbesuch in Ungarn. Beim Spezialisten. Freie Sprechstunde von 17 bis 18 Uhr – wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich finde mich dreiviertel sechs ein und drehe sofort um. Der Warteraum übervoll, die Schlange bis auf die Straße. Eine einfache Rechnung: jeder Patient mindestens fünf Minuten, mal 30 … Komme kurz nach acht wieder und kurz vor neun endlich dran. Die anderen saßen dort, oft noch in Arbeitsklamotten, direkt nach der Arbeit, manche mit Kleinkindern. Ein fünfjähriger Junge ist nur noch mit Ballerspielen auf dem Handy seines Vaters ruhigzustellen. Vollkommen emotionslos knallt er einen Soldaten nach dem anderen ab. Die Behandlung kostet 8000 Forint, auf die Hand. Eine Quittung – so sagt mir der Arzt und wird etwas rot dabei – könne er nicht ausstellen, da es keine Verträge zwischen den Kassen gebe. Er selbst dürfte den ganzen Tag bereits im Krankenhaus gearbeitet haben. Die Sonderschicht, die er zwei Mal pro Woche einlegt, dürfte sich aber lohnen. Wenn nur 25 Patienten jeweils 8000 (oder bei Nachbesuchen 5000) Forint bezahlen, dann verdient er in den vier Stunden mehr als 40% der normalen Menschen, die nach einer Monatsarbeit mit Mindestlohn nach Hause gehen: 149000 Forint (ca. 460 Euro).

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Der ewige Timmermans

Gerade macht Frans Timmermans‘, seines Zeichens „SPE-Spitzenkandidat bei der Europawahl 2019″ – „S“ steht für „Sozialdemokratisch“ und „Europa“ meint die EU – und Träger der Ehrenpalme Bulgariens, gerade macht sein kleiner faux pas genüßlich die Runde, worin er dem Islam eine 2000-jährige Zugehörigkeit zu Europa bescheinigt hatte.

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Weltgeschichtliche Betrachtungen

… auf der Autobahn (Achtung: Pauschalisierungen!)

Wir fahren drei Tage vor Weihnachten mit dem Auto von Südungarn über Wien nach Sachsen. Überall kann man gegenwärtige Weltgeschichte beobachten.

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Die ganze Geschichte

„Trotz aller traumatischen Ereignisse, die das Imperium erschüttert hatten, war die Integration der Barbaren in philanthropischer oder religiöser Absicht weiterhin das dominierende Motiv der offiziellen Diskurse.“(Alessandro Barbero)[1]

Möglicherweise erntete Barbero mit seiner im leicht zugänglichen Ton geschriebenen Aufarbeitung der Schlacht von Adrianopel, die aufgrund der nicht mehr zu beherrschenden Migration der Anfang des Endes Westroms war, Kritik unter Fachgenossen oder aber er wollte seine These auf breitere Füße stellen …, jedenfalls ließ er im Jahr darauf eine dreifach umfängliche Studie veröffentlichen, in der der Katastrophenkurs weit in die historische Vergangenheit zurück und die folgenden Jahrzehnte weiter entwickelt wird. Schon im Ton wirkt es akademisch, zudem ist es mit extensivem Apparat versehen und strahlt Kennerschaft aus – aber auch ein wenig Langeweile, wie sich das für einen akademischen Text gehört.

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Untergang des Imperiums

Historische Vergleiche hinken immer. Immer! Allein weil es diese konkreten Menschen nicht mehr gibt mit ihren ganz konkreten Denk- und Fühlweisen. Und da wir zum ersten Mal seit Menschengedenken in einem Zeitalter der Gleichzeitigkeit, der permanenten Verfügbarkeit und der Schrumpfung der Erde zu einem gemeinsamen Ort leben, dessen Karte wir zudem im Kopf haben, können wir uns mit keiner historischen Epoche der Vergangenheit vergleichen, die länger als 20 Jahre zurück liegt.

Dennoch: wenn gesagt wird, es gebe keinen historischen Präzedenzfall für die epochalen Ereignisse des Jahres 2015, also das freiwillige Öffnen einer administrativen, durch ein politisches und/oder ethnisches Gefüge definierten Grenze und das gewollte Hereinlassen von Millionen Menschen anderer Kulturkreise, dann kann die Geschichtsschreibung mindestens einen Fall vorweisen, wo derartiges bereits geschehen war. Wir können den Ablauf vergleichen und die Folgen abschätzen.

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Märtyrer, Versöhnung, Hirn …

Rumänisches Tagebuch IV

Die Rückfahrt gibt uns Gelegenheit, das Erlebte aufzuarbeiten. Die Autobahn gen Norden ist fast autofrei. Wir halten an einer Raststätte, um zu tun, was man hin und wieder tun muß, finden aber keine Gelegenheit. Zurück in der rumänischen Realität: eine Autobahnraststätte nebst Tankstelle ohne Toilette. Ich laufe um das Gebäude herum und stehe unverhofft vor dem Anblick dreier junger Damen, die Hosen heruntergezogen und in Hockstellung, sich entleerend. Da wurde mir der zweite Teil der Carl Schmittschen Sentenz, die gerade die Runde macht, unmittelbar einsichtig: „Für drei Dinge danke ich Gott: Erstens, daß ich ein Mensch bin und kein Tier. Zweitens, daß ich ein Mann bin und keine Frau. Drittens, daß ich preußischer Staatsrat bin und kein Nobelpreisträger.“

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Deutschland über Rumänien

Rumänisches Tagebuch III

Wir besuchen in Temeswar Bekannte ehefraulicherseits. Die Bekanntschaft reicht weit in die Vergangenheit, in DDR-Zeiten, zurück. Anfang der 80er Jahre wagte ein rumänisches Paar im Dacia 1300 die Tour in den Osten Deutschlands. Sie blieben auf der Straße liegen, ein Trabant-Fahrer hielt und half bei der Reparatur, so kam man sich nahe, lud sich gegenseitig ein und pflegte den Kontakt seither, wenn auch in großen Abständen. Meist in Form eines Weihnachtspaketes gen Süden und einer Weihnachtskarte nordwärts. Das berühmte Westpaket kam für die Rumänen aus dem Osten.

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In 20 Jahren Bürgerkrieg

Deutsches Fernsehen schaue ich schon lange nicht mehr. Dafür sehe ich mich hin und wieder im Ausland um. Im norwegischen TV lief gerade (16.3.) eine informative Sendung zum Thema Schweden: Alles nur Meinung natürlich, aber eine, die man sich anhören sollte.

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Der Heimatbegriff der Magyaren

Zum 15. März

Aus den beeindruckenden Wortkaskaden in Sandor Petőfis Gedicht „Europa schweigt“ („Europa csendes“) ragt in der dritten Strophe ein seltsamer Fremdkörper heraus, der den Fluß der Alliterationen und das wellenhafte Auf und Ab der Satzmelodie wie eine scharfe Zäsur seltsam zu stören scheint.

Oh hon“ heißt die Vokabel und sie kann vielleicht einiges erklären.

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Orbáns Wahlkampfdesaster

Plötzlich ist die so sicher geglaubte Mehrheit zu den Parlamentswahlen am 8. April für Viktor Orbán und den Fidesz in Gefahr. Die Ursachen sind mannigfaltig. Hinter allen liegt die schlechte Stimmung im Volk und der resignierte Wille, Orbán loszuwerden.

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Leerstand

Ein Leser, der sich als ostdeutscher Handwerksmeister und Besitzer eines Handwerksbetriebes vorstellt, schreibt mir:

„Mir fällt auf, daß in Ungarn sehr viele und teils sehr schöne Immobilien in schöner Lage zu (nach deutschen Maßstäben) äußerst günstigen Preisen angeboten werden. Teilweise sind diese erst wenige Jahre alt oder neu erbaut. Dieses Phänomen kann ich mir als Außenstehender nur schwer erklären. Es entsteht fast der Eindruck, daß viele ungarische Bürger ihr Land ,fluchtartig‘ verlassen.

Können Sie diesen Eindruck bestätigen?

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