Härte und Vernunft

Wir sind doch alle schon längst infiziert. Vom Humanitarismus und vom strukturell linken Denken, also jenem Konstrukt, daß von einer prinzipiellen Gleichheit der Menschen ausgeht und daraus eine apriorische Gerechtigkeit ableitet und althergebrachte Regeln und Normen durch „fortschrittlichere“ ersetzen will. Das ist sogar als Zivilisationsfortschritt beschreibbar. Dabei spielen richtige und falsche Überlegungen ein verwirrendes Spiel – man kann das an Kleinigkeiten gut illustrieren.

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Stuhlweißenburg

Bevor man nach Székesfehérvár reist, sollte man eine halbe Stunde in Zungenübungen investieren und lernen, den Namen der Stadt akkurat auszusprechen. Jeder Akzent muß sitzen! Andernfalls riskiert man, von jedem Ungarn mit dem man spricht, eine phonetische Lektion zu erhalten. Im phonetischen Alphabet sieht das so aus:ˈseːkɛʃfɛheːrvaːr – die deutsche Transkription vielleicht so: ßeehkeschfäheehrvaahr.

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Klimanotstand – ein Szenario

Mit der Notstandsresolution des Europäischen Parlaments wurde die Panikschraube eine entscheidende Runde weitergedreht. Der Beschluß ist selbst bereits ein Beweis tiefsitzender Angst und weitverbreiteter Kopflosigkeit. Diese wird die Demokratie in der jetzigen Form weiter schwächen und vielleicht sogar abschaffen.

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Budapester Höhlenwunder

Budapester Impressionen V

Der Reiseführer empfiehlt unter den Höhlen Budapests besonders die Pál-Völgyi-Barlang. Da sie nur wenige Minuten Laufweg von meiner Wohnstatt entfernt ist, ist ein Besuch obligatorisch. Ich gehe an einem Montag. Das Handbuch sagt, daß die Höhle täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet und der Eintritt frei sei. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Montag geschlossen, Begehzeiten von 10 bis 16 Uhr und der Eintritt kostet 2000 Forint (ca. 6 Euro).

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Ursache und Wirkung – ein Lehrstück

Wir wissen nicht, was wir tun

Vor zehn Jahren steckte ich eine fingerdicke, ein Meter lange Weidenrute in die Erde. Sie war Teil einer aus Naturmaterialien geflochtenen Begrenzung für einen kleinen Komposthaufen in unserem Garten. Schon wenige Wochen später hatte der dünne Stab kleine Sprossen ausgetrieben. Ich sah’s mit Lust. Denn Leben und leben lassen ist das Motto für den Garten. Mein Ziel: die Schaffung verschiedener kleiner Biotope für alles, was kreucht und fleucht und fliegt.

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Einsame Frauen

Vor Jahren schockierte mich eine Anwältin, deren beeindruckende Bücherwand ich befragte, mit dem Satz: „Wenn ich lese, will ich nicht nachdenken“. Ihre Sammlung bestand aus hunderten Krimis und Thrillern und sogenannten Bestsellern aller Art.

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Die Erde brennt!

Gestern mußte ich wieder mal den Oberschlauen spielen. Meine Frau kam mit ganz besorgtem Gesicht ins Zimmer und klagt über das Abbrennen des Urwaldes in Brasilien. „Feuer neben Feuer neben Feuer“, „in zehn Jahren sei alles vorbei“

Wohl der Frau, die einen starken Mann an ihrer Seite weiß, der ihr die Ängste nimmt, an den sie sich anlehnen kann. Ich nahm sie tröstend in den Arm und sagte:

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Die Angst-Maschine

Ich saß heute im Garten, las ein Buch und beobachtete die Natur um mich herum. Die Katzen hatten die Hälfte ihres Futters verschmäht. Bald fanden sich Wespen ein und brauchten eine Stunde, die Schüssel sauber zu fressen. Mit Eifer durchbissen sie mit ihrem scharfen Mundwerkzeug die Fleischfasern und flogen mit ihrer Beute davon. Trafen sich mehrere Exemplare, dann gab es erbitterte Kämpfe, manchmal waren vier oder fünf Tiere in einander verknäult. Mit meinem Nahglas war ich unmittelbar dran.

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Das innere Werdeziel der Kellerassel

„Ich sammle Kellerasseln“ – mit diesem Eingangssatz fängt Fritsche seinen Leser sofort ein. Noch weiß man nicht, was der Titel „Pan vor den Toren“ bedeuten soll, aber schon sind alle Sinne gespannt.

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Was die Pfütze lehrt

„Wenn du am Wassergraben vorüberkommst, unvorbereitet und ohne Zeit zu besinnlichem Aufenthalt, so bleibe getrost stehen. Ich weiß, du hast Pflichten. In Wahrheit haben die Pflichten dich. Laß einmal die Dinge, die dich rufen, vergeblich auf dein Kommen warten. Denn hier ergeht ein höherer Ruf an dich.“

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Verschwörungstheorien

„Kein Gedanke ist so alt oder so absurd, daß er nicht unser Wissen verbessern könnte.“ Paul Feyerabend

Ich bin einem Verschwörungstheoretiker begegnet. Und das lief so ab.

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Die Greta-Vision

Ich muß mich korrigieren! Die Gretaisierung von Politik und Gesellschaft wird nicht spurlos an uns vorübergehen, wie ich bis vor kurzem annahm – sie könnte unser Leben sehr bald sehr drastisch verändern.

Heute hatte ich eine Vision. Während ich mir die Sendung mit der Anne Will anschaute, stieg vor meinem geistigen Auge die Zukunft auf.

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Greta Thunberg Superstar

Die meisten Menschen haben ein paar lebenslange Maximen, an die sie sich halten. Mein Großvater zum Beispiel, der sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft verbracht hatte und erst 1950 nach Hause – nein, das ist falsch, denn die Familie war inzwischen vertrieben worden –, also in die neue Heimat kam, die nie seine wahre Heimat wurde, mein Großvater lebte nach dem Motto: „Lieber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt.“

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Die Populismusrechnung

Zugegeben, die Frage ist nicht letztgültig beantwortet, was Populismus eigentlich sei. Aber immerhin scharf genug, um der AfD oder Trump oder Salvini oder der FPÖ … das Etikett anzuhängen.

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Demokratie frißt Widerstand

„Widerstand“ ist eine Vokabel, die im Deutschland unserer Tage vor allem von rechts genutzt wird. Widerstand von links ist zumeist Widerstand gegen den Widerstand von rechts. Schon da wird es kompliziert.

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Vegetarismus – Pro und Contra I

Antwort auf die Kritiken zu „Warum ich kein Vegetarier bin

Ernährungsfragen polarisieren, allein schon, weil sie mit Gewohnheiten und Traditionen, letztlich also auch Identität, zu tun haben. Wenn einem das Problematische der eigenen gewohnten Ernährung bewußt gemacht wird, reagiert der Mensch in der Regel mit Ablehnung. In heutigen Zeiten steht ihm zudem das bewährte Mittel der ideologischen Vorhaltung zur Verfügung. So kommt es, daß auch Ernährungsfragen entlang des politisch-ideologischen Risses diskutiert werden. Es gibt eine gewisse Tendenz: als Rechter hat man nicht nur Masseneinwanderung abzulehnen, sondern auch menschengemachten Klimawandel, Impfpflicht, Fleischverzicht, Evolution, sechs Millionen, Bienensterben, Dekonstruktion, Dieselverzicht etc. … tut man es nicht, gilt man als links. Umgekehrt funktioniert das genauso. So hält die Idiotie durch Ideologie Einzug in alle Lager.

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Klassiker des Vegetarismus

Der Artikel „Warum ich kein Vegetarier bin“ wurde für eine Zeitschrift geschrieben. Dort wurde mir mitgeteilt, daß momentan „der Impuls fehle“, das ins Heft zu bringen. Das schien mir einleuchtend, bin ich mir doch der Unzulänglichkeit des Artikels bewußt. Es ist ein denkerischer Weg – ich bin noch nicht am Ende.

Die Zeitschrift unterlegt ihre Artikel mit signifikanten Randzitaten. Hiermit präsentiere ich in willkürlicher Reihenfolge die von mir vorgeschlagenen Zitate.

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Geteiltes Leid ist doppeltes Leid

Man entsinnt sich sicher der Geschichte der Katze, die fast verhungert bei uns auf der Terrasse lag. Die Geschichte ging weiter und hat nun ein Ende, wie es jede Geschichte haben muß und auch nur haben kann.

Trotzdem kann man etwas daraus lernen, sogar vieles. Vor allem, wenn man sie mit anderen Geschichten vergleicht.

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Die Katze

Als wir in Ungarn ankamen, haben wir die Katze der Vorgängerin übernommen. Kein Problem – wir sind Katzenliebhaber und der kleine schwarze „Kormos“ (der Rußige) hat sich schnell angepaßt.

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