Die Vielfalt der Menschen

Dieser Tage fragte ich einen Bekannten, wie er sich hier in Ungarn denn so fühle, nach einem Jahr etwa.

Ja, es sei ganz nett und interessant. Nur der Mangel an Demokratie störe ihn. Immer nur Orbán und keine Gegenstimme, keine Meinungsfreiheit.

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100 Jahre Trianon

Der Abschluß dieses folgenschweren „Friedensvertrages“ jährt sich heute zum hundertsten Mal; er markiert zugleich das einschneidendste und tragischste historische Ereignis in einer für die Ungarn ereignisreichen und leidvollen Geschichte.

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1. Weltbürgertum und Globalisierung

Heute fragte mich ein ungarischer Freund, ob ich nicht auch Weltbürger sei? Sein Sohn war zu Gast, nebst Familie. Die lebt nun in Spanien, hatte zuvor lange Jahre in der Schweiz gewohnt. Die Enkeltochter, um die 12 Jahre, mit der ich ein paar Worte sprechen konnte – auf Deutsch – nannte Englisch ihre bevorzugte Sprache. Die Muttersprache beider Eltern ist freilich Ungarisch, in Zürich lernte sie Deutsch als Umgangssprache und Schweizerisch als Lebensgefühl, und nun erlernt sie an einer englischen Schule in Spanien auch Französisch. Und Spanisch nebenbei auf der Straße.

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Vorurteile retten!

Ich hatte mich verkalkuliert – mit meiner Blase. Unmittelbar vor der Grenzkontrolle in Nickelsdorf drückt sie unangenehm im langen Stau. Man ist auch ein wenig aufgeregt, weiß ja nicht, was einen am Schlagbaum in diesen panischen Stunden erwartet. Also fahren wir an der Raststätte raus und parken unmittelbar hinter der Tankstelle.

Genau an dieser Stelle hatten wir schon einmal ein paar interessante Erlebnisse.  Es weht ein genius loci über diesem Ort.

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An der Grenze

Puh, das war knapp! Hals über Kopf haben wir Deutschland verlassen, um wieder nach Ungarn zu kommen. Überall machten die Länder dicht, auch die Ungarn hatten begonnen, an den Übergängen zu kontrollieren, jeden Moment konnte gänzlich Schluß sein.

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Stuhlweißenburg

Bevor man nach Székesfehérvár reist, sollte man eine halbe Stunde in Zungenübungen investieren und lernen, den Namen der Stadt akkurat auszusprechen. Jeder Akzent muß sitzen! Andernfalls riskiert man, von jedem Ungarn mit dem man spricht, eine phonetische Lektion zu erhalten. Im phonetischen Alphabet sieht das so aus:ˈseːkɛʃfɛheːrvaːr – die deutsche Transkription vielleicht so: ßeehkeschfäheehrvaahr.

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Grenzen der Freiheit

Georges Perec hatte bekanntlich einen Roman geschrieben, in dem er auf den Buchstaben „E“ komplett verzichtete – das hätte er mal auf Ungarisch probieren sollen – aber dazu später.

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Die deutsch-ungarische Differenz

Auf einer Festveranstaltung eines deutsch-ungarischen Unternehmens halten beide Direktorinnen eine Rede, zuerst die Deutsche, dann die Ungarin. Die erste spricht Deutsch, die zweite Ungarisch. Ich lasse mir die Rede der ungarischen Leiterin geben, denn natürlich habe ich beim Zuhören fast nichts verstanden. Nun, nachdem ich sie in aller Ruhe gelesen habe, bestätigt sich der erste Eindruck.

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Es braut sich was zusammen

Ein Deutscher in Ungarn erzählt von seiner Wochenendradtour gen Süden, streng die Donau entlang, bis zur serbischen Grenze. Auf den letzten Kilometern immer wieder Polizei und Militär. Es wird ihm etwas mulmig, aber er will es wissen und bis an den Zaun fahren. Kann er auch, wird dann aber von Polizisten gestoppt und ausgefragt, muß Papiere vorzeigen und eine Weile warten. Sie wundern sich, was er da wolle. Kann schließlich aber zurückfahren. Für den Deutschen ein seltsames Erlebnis, das gewisse Klischees zu bestätigen scheint. Was er offenbar nicht weiß, erfahre ich zwei Tage später von einem Ungarn.

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Drei Wochen im Ballon

28.9. 2019

Das dreiwöchige intensive Studium der ungarischen Sprache in Budapest hatte noch einen interessanten Nebeneffekt. Das größte Problem überhaupt war es, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu finden. Vielleicht ein Studentenheim oder eine billige Pension? Nichts dergleichen tat sich auf, bis dann ein guter Freund seine Budapester Zweitwohnung zu akzeptablen Konditionen anbot. Die Wohnung war perfekt, die Anbindung exzellent – nur einen Internetanschluß besaß sie nicht.

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Die Budapester Burg

Budapester Impressionen VIII

Auch die Burg gehört zum Basisprogramm eines jeden Budapest-Reisenden. Vom Szell-Kalmán-Ter nehme ich den Bus, der den Anstieg bequem in drei Minuten schafft und steige gleich an der ersten Station innerhalb der Mauern aus. Wie der Zufall es will, stehe ich fast direkt vor dem Militärmuseum, das schon von Anfang an auf meiner Liste stand. Also wird der Burgspaziergang nach hinten verschoben, wohl wissend, daß sich das Gelände am Sonntagmittag bald zu einem Ameisenhaufen verwandeln wird.

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Das Stadtwäldchen

Budapester Impressionen VI

Der Városliget – der Stadtwald – gehört nun zu den touristischen Hauptpunkten der ungarischen Metropole. Man kann ihn trotzdem kaum umgehen, weil sich in seiner Nähe einige nicht zu missende Attraktionen befinden.

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Budapester Höhlenwunder

Budapester Impressionen V

Der Reiseführer empfiehlt unter den Höhlen Budapests besonders die Pál-Völgyi-Barlang. Da sie nur wenige Minuten Laufweg von meiner Wohnstatt entfernt ist, ist ein Besuch obligatorisch. Ich gehe an einem Montag. Das Handbuch sagt, daß die Höhle täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet und der Eintritt frei sei. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Montag geschlossen, Begehzeiten von 10 bis 16 Uhr und der Eintritt kostet 2000 Forint (ca. 6 Euro).

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Eine Ohrfeige für Orbán

Pofon – dieses schöne ungarische Wort dürfte Viktor Orbán und den Seinen durch den Kopf gegangen sein, als er die gestrigen Ergebnisse der Kommunalwahlen erfuhr. Es bedeutet „Ohrfeige“.

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Budapest – Geheimtipps

Budapester Impressionen IV

Es gibt jene Plätze, die man als Reisender in Budapest gesehen haben muß und die jeder Tourist anstrebt. Das Parlament, die Burg, die Kettenbrücke, das Gellért-Thermalbad … Andere Orte, meist stillere, werden oft vernachlässigt. Während meines dreiwöchigen Budapest-Aufenthalts habe ich bewußt solche Plätze aufgesucht.

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Fußball in Ungarn

Budapester Impressionen III

Seit langem hatte ich mir vorgenommen, in Ungarn ein Fußballspiel zu sehen. Zwei Jahre lang verfolgte ich die erste Liga im Fernsehen, zuerst der Sprache wegen, aber dann auch, um die Atmosphäre, die Stimmung – die uns ja immer in das Innere eines Volkes führt – kennen und verstehen zu lernen. Es gibt leider in unserer Gegend keine attraktive Mannschaft. Man könnte nach Paks fahren, das sind 50 Kilometer, aber diese Mannschaft strahlt den Charme des dortigen Atomkraftwerkes aus. Seit Jahren spielt man da grottigen Fußball vor leerer Kulisse in einem wenig einladenden Stadion.

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