Budapester Innenstadt

Budapester Impressionen II

„Südliche Innenstadt“, so nennt mein Reiseführer jenen Teil der Metropole, den ich am ersten Tag erkunde. Das ergibt sich aus der einfachen Tatsache, daß die Sprachschule in der Váci Utca liegt. Zu meinem Erstaunen realisiere ich, daß dies die moderne Flaniermeile der Stadt ist.

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Die Lehre aus der EU-Wahl

… die gibt es nicht. Nur im Plural. Sie zu ziehen, soll hier nicht versucht werden – die Gazetten sind voll und manche Analyse durchaus treffend. Ich möchte hier nur auf ein paar einzelne Aspekte aus ganz persönlichem Interesse eingehen.

Wenn ich sage, es gibt nicht die, sondern viele Lehren, dann kann man daraus vielleicht doch eine Lehre ziehen: Vielfalt. Zu diesem Wort kann man das Synonym „Buntheit“ bilden – das tun unsere politischen Gegner ad nauseam – oder das Wort „Zersplitterung“. Das trifft es wohl eher.

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Unter fremden Völkern

Eine These

Ungarn sprechen meist über das Essen.

Italiener sprechen meist über Schönheit.

Engländer sprechen  meist über nichts.

Skandinavier sprechen meist nicht.

Deutsche sprechen meist über Geld und Schnäppchen. Oder Arbeit. Oder andere.

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Mein erster Muslim

Zum ersten Mal hatte ich 2005 mit einem leibhaftigen Muslim zu tun. In Florenz.

Dort weilte ich zwei Monate lang. Wohnte in der Via S. Guiseppe, gleich gegenüber der weltberühmten Basilica di Santa Croce. Ein Traum, so schien es zu Beginn. Aber der Schleier fiel bald. Auf der großen Piazza di Santa Croce trafen sich jeden Abend hunderte Menschen und feierten in allen Sprachen der Welt und sangen und tranken … an Schlaf war nicht zu denken.

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Untergang des Imperiums

Historische Vergleiche hinken immer. Immer! Allein weil es diese konkreten Menschen nicht mehr gibt mit ihren ganz konkreten Denk- und Fühlweisen. Und da wir zum ersten Mal seit Menschengedenken in einem Zeitalter der Gleichzeitigkeit, der permanenten Verfügbarkeit und der Schrumpfung der Erde zu einem gemeinsamen Ort leben, dessen Karte wir zudem im Kopf haben, können wir uns mit keiner historischen Epoche der Vergangenheit vergleichen, die länger als 20 Jahre zurück liegt.

Dennoch: wenn gesagt wird, es gebe keinen historischen Präzedenzfall für die epochalen Ereignisse des Jahres 2015, also das freiwillige Öffnen einer administrativen, durch ein politisches und/oder ethnisches Gefüge definierten Grenze und das gewollte Hereinlassen von Millionen Menschen anderer Kulturkreise, dann kann die Geschichtsschreibung mindestens einen Fall vorweisen, wo derartiges bereits geschehen war. Wir können den Ablauf vergleichen und die Folgen abschätzen.

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