Wär ich ein Tor

Wer Ungarisch lernt, stößt vielleicht auf das Lied „Ha én rozsa volnék“. An ihm kann man nämlich wunderbar den Konditional lernen – ich hab´s gleich auswendig gelernt –, der ausnahmsweise sogar einfach zu bilden und zu begreifen ist. An das Verb wird die Endung -nék angehängt und die braucht dann nur noch konjugiert zu werden.

„Ha én rozsa volnék“ heißt also „wenn ich eine Rose wäre“.

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Die Chemnitz-Depression

Ich muß was gestehen: ich bin depressiv. Heute zumindest. Gerade geworden. Mir ist kotzübel, ich könnte hinschmeißen! Junge Leute beim Feiern zu sehen, macht mich krank.

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Der Auschwitz-Rap

Vom Rap verstehe ich so viel wie mein Großvater vom I-Phone – trotzdem würde ich mein Leben dafür einsetzen, daß er seine Meinung dazu frei äußern kann.

Gerade lese ich Stefan George. Vielleicht verzeiht man vor diesem Hintergrund eher die leicht aggressive Stimmung, in die mich die mediale Beschallung mit einem Thema versetzt, von dessen Existenz ich bisher – glücklicherweise – noch nicht einmal wußte. Weder kannte ich Kollegah und Farid Bang noch ahnte ich, daß es eine Echo-Verleihung gibt. Allerdings war mir bekannt, daß die Künstlerszene in ihren ausgezeichnetsten Exemplaren zum Moralismus neigt.

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Roger Waters‘ (Juden?) Schweine

Das Gute am Extremismus ist: er frißt sich früher oder später selbst auf.

Wir sind gerade Zeugen, wie sich der Extremismus des radikalen Gutseins, der politischen Korrektheit immer öfter selbst zerstört, weil er in die eigenen unauflösbaren Paradoxien tappt. Aktuelles Beispiel ist das Trauerspiel um Roger Waters.

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Something is rotten

Ryanair machte es möglich. Im Jahre 2006 weilte ich zehn Wochen in Dänemark. Der Flug von London nach Tirstrup, nördlich von Århus, beinahe geschenkt. Fast in Laufdistanz davon entfernt die Folkehøjskole på Kalø – sie war mein Ziel, dort wollte ich Dänisch lernen und tat es auch.

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Die alten Zeiten

Es war einmal, bitteschön, eine wirklich schöne Zeit,
Als ein Mann noch ein Mann war und eine Frau noch eine Frau.
Den dreisten Verleumdungen folgte am Tag darauf das Duell
Und die Beleidigung wurde mit Blut abgewaschen.

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Ungarn in Rock

Jede Lebensphase hat ihre Musik. Drei Jahrzehnte lang, in Wellen der Intensität, vertrat ich die Ansicht, daß Musik, die es wert ist, gehört zu werden, eines leisten müsse: sie dürfe Welt nicht ausblenden, sondern müsse auf sie hinweisen. Sloterdijk hatte – da lag mein Musikgeschmack längst fest – diese Gedanken in „Weltfremdheit“ theoretisch untermauert.

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Nemzeti Dal – Übersetzung

„Dieses Gedicht eiferte am 15. März die Pester Jugend an. Ich deklamierte es zuerst im Kaffeehaus der Jugend, dann in der medizinischen Universität, dann auf dem Seminarplatz und schließlich vor der Druckerei, die wir mit Gewalt besetzten. Aus der befreiten Presse kam als erstes dieses Gedicht heraus.“ (Petöfi – handschriftliche Notiz auf dem Original)

„So aber war der Anfang des Nationalliedes, das der Dichter an diesem Morgen seiner Nation schenkte und das sich sogleich wie Feuer in die Ohren und Adern der großen Zuhörerschaft einfraß und die Herzen erschauern und schrecken ließ:

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Cat Stevens und das Ende der Kunst

Menschen meiner Generation haben meist sehr angenehme Erinnerungen an Cat Stevens. „Die sensibelsten Frauen“, wie Giovanni di Lorenzo in einem Interview mit dem Künstler gestand, legten meist eine seiner Platten auf, zündeten eine Kerze an, gossen ein Glas Wein ein … der Rest ist Geschichte, sweet, sweet memory bis … „Morning has broken“.

Dabei ist der einstige Superstar ein paradigmatisches Beispiel für die unheilige Verbindung von Kunst und Islam. Es lohnt, seiner Geschichte – übrigens nicht nur aus diesem Grund – ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

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Das Ende der Kunst

Besonders unter Künstlern und Intellektuellen scheint die bedingungslose Zustimmung zur „Flüchtlingspolitik“ der Kanzlerin hoch zu sein. Aber haben sich das unsere Gebildeten und Bildenden auch gut überlegt? Wissen sie – unter der Prämisse, daß die Zuwanderung zugleich eine deutliche Zunahme an Mitmenschen muslimischen Glaubens mit sich bringt, wissen sie also:

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Dylan

Man sollte die Klappe halten, wenn man keine Ahnung hat! Aber Bob Dylan für den Nobelpreis? In Literatur? Da fällt schweigen schwer, auch wenn ich Dylan weder kenne noch mag und auch wenn, aufgrund zu vieler Täuschungen, ich es längst aufgegeben habe, die moderne Literatur zu verfolgen.

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Roll over Beethoven

Auch die Musik trübt den Geist, weil sie Genüsse und Ekstasen mit sich bringt, die den Drogen gleichen. Eure Musik meine ich (die westliche). Gewöhnlich erhebt sie nicht den Geist, sie schläfert ihn ein. Und sie lenkt unsere jungen Leute ab, die von ihr vergiftet werden und sich nicht mehr um ihr Land kümmern.

Auch die Musik von Bach, Beethoven und Verdi?

Wer sind diese Leute? Ich kenne sie nicht. Wenn sie den Geist nicht trüben, dann sind sie nicht verboten. Einige eurer Musikarten sind nicht verboten, zum Beispiel die Märsche und die Hymnen zum Marschieren. Wir wollen Musik, die uns erhebt, wie die Marschmusik, die unsere Jugend bewegt, anstatt sie zu paralysieren, die sie veranlaßt, sich um ihr Land zu kümmern. Ja, eure Märsche sind erlaubt.

Ajatollah Khomeini im Gespräch (1979) mit Oriana Fallaci
Quelle: Oriana Fallaci: Le radici dell’odio. La mia verità sull’Islam. Milano 2015. S. 295f.

Zum Beweis: Mondscheinsonate