Was Barbie drunter hat

Großer Bahnhof wegen Hidschab-Barbie!

Sehen wir es doch mal von einer anderen Seite, von unten. Seit je ist das Entscheidende nicht, was Barbie anhat, sondern was sie drunter hat.

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Affirmation – Nietzsche und Deleuze

(Fortsetzung und Grundlegung von „Das dritte Geschlecht„)

Im Sein gibt es Unterschiede, aber nichts Negatives.      (Gilles Deleuze)

Die gesamte Frage der Affirmation zielt ab auf das Philosophieren Nietzsches[1].

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So geht Heidegger!

Ganz prinzipiell meine ich nämlich, daß man nicht nur die Erlaubnis, sondern sogar die Pflicht hat, zu den Gedanken eines Denkers Stellung zu nehmen, ohne Rücksicht auf den spezifisch persönlichen Hintergrund seiner Gedanken. (K.E. Løgstrup)
Hier erkennt man die gegenwärtige Tendenz, damalige Denker nazistischer zu machen, als sie waren. Je weiter man sich von dieser Zeit entfernt, desto nazistischer scheinen sie zu werden. (Hans Hauge)

Man mache den Test: Man erwähne den Namen Heidegger im Gespräch mit einem Nicht-Heideggerianer und man wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich zu Beginn das Zauberwort „Nazi“ zu hören bekommen. Und meist ist das Thema damit beendet.

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Sloterdijk, ohne zu lachen

„Daher sage ich, wir leben nicht so sehr in einer Umwälzung als in einer Ausfaltung. In meinem Sphärenbuch habe ich sogar den Vorschlag gemacht, den Begriff Revolution fallenzulassen und ihn durch Explikation zu ersetzen.“ (Sloterdijk: Ausgewählte Übertreibungen)

Schon Mitte der 80er Jahre, also lange bevor Sloterdijk zum deutschen Interview-Orakel wurde, das auf alles eine Antwort haben soll und offensichtlich auch eine hat, schon damals notierte Otto Kallscheuer in sein Tagebuch: „sturzbesoffen und zugleich überwach, bin ich mit Freunden seit drei Stunden im Gespräch mit Peter Sloterdijk. Ich habe ihn eben erst auf dieser Fete kennengelernt und bin begeistert. Wir reden über Gott und die Welt, vom Bumsen bis zur Negativen Dialektik; endlich einer, der etwas von Philosophie versteht und vom Leben …“[1] Kallscheuer traf den Nagel auf den Kopf und trifft ihn noch immer und wenn es eines Beweises noch bedurft hätte – hier ist er: „Ausgewählte Übertreibungen“!

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Sloterdijks Kunst

Sloterdijk polarisiert. Die Kritiken seiner Bücher, im Feuilleton ebenso wie bei Amazon, legen Zeugnis davon ab. Halten die einen ihn für einen genialen und sprachakrobatischen Neudenker, so sehen die anderen in ihm einen Schwätzer und aufgeblasenen Besser- und Alleswisser. Am Grunde der Aversion liegt oft ein frustrierendes Lektürescheitern. Tatsächlich ist die Einstiegshürde hoch und tatsächlich kann man Sloterdijk ohne ironisches Zwinkern – und vielen Menschen fehlt der Zugang zur Ironie – nicht genießend lesen. Um trotzdem einige seiner Gedanken kennenzulernen, mag man zur Sekundärliteratur greifen. Die ist vergleichsweise noch immer gering – vermutlich ein Zeichen der intellektuellen Verunsicherung, aber auch des weitgehenden Ausschlusses aus der akademischen Gemeinde des „philosophischen Schriftstellers“.

Zwei einführende Werke sind (bedingt) empfehlenswert: Hans Jürgen Heinrichs: „Peter Sloterdijk. Die Kunst des Philosophierens“ und Sjoerd van Tuinen: „Peter Sloterdijk. Ein Profil“

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Sehr geehrter Peter Sloterdijk

Heute, am 26.6., wird Peter Sloterdijk 70 Jahre alt. Ich halte ihn – man entschuldige die Wiederholung – für den bedeutendsten und schillerndsten Denker unserer Zeit. Wie gestern stehen mir die Feierlichkeiten zum 65. noch in Erinnerung – damals hoffte er, noch 13 Jahre leben und arbeiten zu können.

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Die Verteidigung des Fremden

Es wollte mich nicht beruhigen, daß alles Neue immer wieder ein Altes wird. Die gegenwärtigen Neubauten in London besaßen keine Eigenschaften, an die ich mich jemals gewöhnen würde. Karl Heinz Bohrer
Im Sein gibt es Unterschiede, aber nichts Negatives. Gilles Deleuze

Einen besonders intrikaten Gedanken versucht Karl Heinz Bohrer zu Ende seines bemerkenswerten autobiographischen Buches immer wieder neu zu fassen. Es ist die Frage nach dem Eigenen und dem Fremden und wie man sich, als weltoffener Mensch, dazu zu verhalten habe.

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