Was Barbie drunter hat

Großer Bahnhof wegen Hidschab-Barbie!

Sehen wir es doch mal von einer anderen Seite, von unten. Seit je ist das Entscheidende nicht, was Barbie anhat, sondern was sie drunter hat.

Nämlich nichts! Unter all dem Glamour und Glimmer steckt ein symbolischer weiblicher Körper ohne Geschlechtsorgane – er steht für Vollkommenheit. Die Absenz betont die Präsenz. Er ist verkörpertes, frei verfügbares Begehren (das nutzten bereits erfahrene Antarktisreisende), er ist die Darstellung des Kapitalismus, der Moderne schlechthin.

Deleuze und Guattari fanden dafür den Begriff der „Wunschmaschine“[1] und die fulminanten Eingangsworte: „Es funktioniert überall, bald rastlos, dann wieder mit Unterbrechungen. Es atmet, wärmt, ißt. Es scheißt, es fickt. Das Es …“ Es siegt!

Es ist Destruktion, Bewegung. Wir wissen nicht, wie viele Kinderseelen Mattel bereits auf dem Gewissen hat, aber wir wissen jetzt: muslimische Kinderseelen werden die nächsten sein. Und mit weit größerer Wucht, denn eine Kultur, die den weiblichen Körper nur als schwarzen huschenden raschelnden Schatten und die weibliche Sexualität nur als leises Stöhnen aus der elterlichen Kemenate kennt, die ansonsten kaum eine Sprache, geschweige denn eine Erotik, sondern vor allem Verbote hervorgebracht hat, wird von diesem vorbildhaften thigh gap zur Explosion gebracht werden.

Jungen werden mit Erektionen ringen, Väter mit Pollutionen, Mädchen werden sich vergleichen, gestandene Mütter sich als Verliererinnen fühlen und alle werden damit sündig werden. Die Komplettverhüllung steigert das Begehren ins Unermeßliche.

Die Barbie ist ein Trojanisches Pferd. Wer es in sein behütetes Heim eingelassen hat, kann nicht mehr zurück – die Wunschmaschine rattert, arbeitet, „bald rastlos, dann wieder mit Unterbrechungen“, sie „scheißt“ und „fickt“, die Wunschproduktion ist in Gang und wird alles mitreißen – zuletzt Allah und seinen Propheten.

Die wahre Tragik liegt in der vollkommenen Verwahrlosung der inneren Krieger und Barbie-Veteranen, der Sheroes, die weder Werte noch Sinn für Ästhetik haben. Der Kapitalismus kann den Islam besiegen: seine Krieger heißen McDonalds, Coca Cola, Mattel, Apple, Toyota und FC Barcelona – er kann das Loch jedoch nicht ausfüllen.

eine echte Ninja Kampfmaschine: die McDonalds-Barbie

„Die Wunschmaschinen stecken nicht in unserem Kopf, sind keine Produkte der Einbildung, sondern existieren in den technischen und gesellschaftlichen Maschinen selbst.“

Gilles Deleuze/Félix Guattari: Anti-Ödipus: Kapitalismus und Schizophrenie I. Frankfurt 1977
[1] Zugegeben: Sie meinten etwas anderes damit.

siehe auch: Sex and the cities

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