Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

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Demokratie – ein schönes Wort

Am 29. April 1933 schreibt Kurt Hildebrandt an Stefan George: “Ich bin gestern in ‘die‘ Partei eingetreten. Die Beamten sind in den letzten Tagen in solchen Mengen übergetreten und eingetreten, daß ein Nicht-Eintreten geradezu Widerstand und freiwillige Selbstausschaltung bedeutet. Der Universität gegenüber könnte der Eintritt eine eher positive Bedeutung haben und ich glaube, es besteht kein Grund, dieser auszuweichen.“

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2. Incipit historia.

Die Suche nach einem Sinn strukturiert das Denken, nachdem dieser als Ursinn verloren gegangen ist. Im eigentlichen, im Ursinn gab es nie Sinn, sondern nur Sein. Dieses selbst war der Sinn. Laotse, so scheint es, ist der früheste Zeuge dieses Bruches[1]; die Art seines Sprechens könnte darauf hindeuten, daß er Zeitzeuge war, daß er diese, für die gesamte Menschheitsgeschichte fundamentale Bewegung tatsächlich wahrnahm:

verloren ging das große Dau –

güte und rechtschaffenheit entstand

hervortrat die klugheit –

die große heuchelei entstand

zerrissen war die sippe –

der familiensinn entstand

in wirrnissen zerfiel der staat –

der treue minister entstand

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Idiotie und Intriganz

Nicht die Politiker sind beschränkt, sondern die Beschränkten werden Politiker. (Günther Anders)

Ja, man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wenn man liest, daß nun Ursula von der Leyen, die siebenfache Mutter und Verteidigungsministerin, als neue NATO-Generalsekretärin im Gespräch sei.

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Vertragssex

Darf ich bitten, oder wollen wir erst tanzen?

In Schweden, da kann man Fortschritt! Jetzt haben sie sich was Neues ausgedacht: Der Mann, wenn ihm mal so ist, muß die Frau ausdrücklich um Erlaubnis bitten, daß er jetzt ran darf.

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Auf die Hündin gekommen

Frau Göring-Eckardt hat gelitten – „wie eine Hündin“. Das hat sie gesagt: „Ich habe an dem Morgen, an dem ich darüber nachgedacht habe, gelitten wie eine Hündin.“ Es geht um die Koalitionsverhandlungen, doch die sind nebensächlich. Die Hündin ist wichtiger! Das eine ist nur Politik, das andere Ontologie.

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Der große und der kleine Marx

Heute vor 199 Jahren wurde Karl Marx geboren, neben Luther wohl der wirkmächtigste Denker der letzten Jahrhunderte. Ähnlich Luther ist die Bilanz seines Denkens aus der Retrospektive sehr gespalten, die Wertungen werden am Leitfaden der eigenen Überzeugungen gezogen.

Vermutlich werden im nächsten Jahr eine ganze Reihe an gewichtigen Marx-Biographien erscheinen, mutmaßlich wird das Niveau oft mittelmäßig sein, man wird sich hier und da besonders Marx‘ Liebesleben widmen, seinen Affären, dem illegitimen Sohn mit Helena Demuth, seinen Furunkeln, den billigen Zigarren und auch seinen Charakterschwächen. Heute, nach dem Untergang des real existierenden Sozialismus wird uns deutlich: Marx war ein Mensch. Die Geschichte seines Lebens wurde vielfach erzählt. Ich möchte hier drei klassische und sehr unterschiedliche Biographien plus ein Marxsches Kuriosum vorstellen:

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