Europa schweigt

Europa schweigt schicksalsergeben.

Weiterlesen

Advertisements

The Stranger within my gate

The Stranger within my gate,
He may be true or kind,
But he does not talk my talk–
I cannot feel his mind.
I see the face and the eyes and the mouth,
But not the soul behind.

Weiterlesen

Nationallied – Petőfi

Er war der erste, der in den einfachen Menschen das Bewußtsein weckte, was es eigentlich bedeute, ein Volk zu sein. Was das Wort „Heimat“ bedeute. Und damit verbunden, das Wort „Freiheit“. Denn er konnte beide nicht voneinander trennen.  László F. Földényi

Schon Tage zuvor tauchen sie auf, die Nationalkokarden in den ungarischen Landesfarben. Zuerst auf den Märkten, dann in den Auslagen und Schaufenstern und schließlich an den Revers, Schals und Kragen der Menschen. Bald ist der 15. März, der Nationalfeiertag.

Weiterlesen

Volk oder Völk? Grundtvigs Grundlegung

 Volk! Was ist denn Volk im Grunde?
Was bedeutet „volklich“ wohl?

Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783 – 1872), der Mann mit dem lustigen Bart, ist an Bedeutung kaum zu überschätzen.

© Den store danske

© Den store danske

Weiterlesen

Nicht Mord nicht Bann noch Kerker

Nicht Mord, nicht Bann, noch Kerker
nicht Standrecht obendrein
es muß noch stärker kommen
soll es von Wirkung sein.

Ihr müßt zu Bettlern werden
müßt hungern allesamt
Zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und verdammt.

Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last.

Erst dann vielleicht erwacht noch
in Euch ein besserer Geist
Der Geist, der über Nacht noch,
Euch hin zur Freiheit heißt.

(Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Einer, der es wissen muß …

Oh, East is East and West is West, and never the twain shall meet, Till Earth and Sky stand presently at God’s great Judgment Seat …

… ist Rudyard Kipling (1865-1938) gewesen. In Indien geboren, im heutigen Pakistan gelebt, ein Weltreisender, der den Kontakt mit anderen Kulturen immer gesucht hatte. Man kennt ihn heutzutage fast nur noch wegen seiner Kinderbücher („Dschungelbuch“, „Kim“), zu Lebzeiten galt er als einer der Meister der Kurzgeschichten, für die er auch den Nobelpreis erhielt.

„The return of Imray“ ist so ein Kleinod, wundersam erzählt, ganz und gar britisch ironisch, zugleich düster und unheimlich, vor allem aber mit einer entscheidenden Aussage.

Der junge und erfolgreiche Kolonialoffizier Imray verschwindet plötzlich über Nacht und alle Nachforschungen im ganzen Land führen ins Nichts. Also wird sein indischer Bungalow verkauft, der eiskalte Strickland nebst einem riesigen Hund zieht ein. Aber das Verhalten des Tieres verändert sich; etwas bleibt mysteriös an diesem Haus.

Der Erzähler, der für einige Tage Gast Stricklands ist, wird Zeuge einer seltsamen Szene. Zwei sich liebende Schlangen hängen von der Decke. Um sie zu fangen, kriecht Strickland in den dunklen Deckenbereich aus Bambusstämmen und Deckentuch. Herunter fällt, zusammen mit den giftigen Tieren, der Leichnam Imrays, die Kehle von einem Ohr zum anderen aufgeschlitzt.

„Imray was guileless and inoffensive, wasn’t he?“, meint Strickland und doch mußte er sterben. Schnell überführt er den langjährigen Diener des Hauses, „Bhadur Khan, a great green turbaned, six-foot Mohamedan.“ Der wiederum gesteht, daß ihm keine andere Wahl geblieben sei, nachdem Imray seinen vierjährigen Sohn mit „dem bösen Blick“ gestraft hatte. Als der Junge an einem Fieber litt, strich Imray ihm liebevoll über den Kopf – in den Augen des Inders ein Sakrileg, das den Tod des Kindes besiegelte.

„Imray made a mistake. Simply and solely through not knowing the nature of the Oriental, and the coincidence of a little seasonal feaver. Bahadur Khan had been with him for four years.”

Auch nach Jahren des Zusammenseins und der scheinbaren Vertrautheit – das will uns Kipling aus eigener Erfahrung sagen – kann es ein wirkliches Verständnis zwischen den Kulturen nicht geben, und ein einfacher „Fehler“ kann fatale Folgen haben. Es wäre Nonsense, Kipling mit modernen Begriffen wie “Rassismus” oder “Eurozentrismus” und dergleichen zu belegen. Kipling wußte, wovon er sprach. Mag diese Geschichte in ihrer Konkretheit erfunden worden sein, so gibt sie doch eine Hauptlehre des Weitgereisten wieder. In seinen berühmten poetischen Worten lautet sie:

Oh, East is East and West is West, and never the twain shall meet,

Till Earth and Sky stand presently at God’s great Judgment Seat;

Doch geht die Balladenstrophe weiter und auch diese Aussage darf nicht vergessen werden. Ist die Begegnung auf Augenhöhe auch in der Abstraktion auf lange Zeit unmöglich, so kann sie individuell, in sicher seltenen Fällen, gelingen, wenn beide Seiten stark, selbstbewußt und aufrecht sind:

But there is neither East nor West, Border, nor Breed, nor Birth,

When two strong men stand face to face, though they come from the ends of the earth!

Rudyard Kipling: Life’s Handicap. Being Stories of Mine Own People.

Wie aktuell diese Geschichte ist, zeigt ein Interview in der Basler Zeitung: Unsere Politik ist oberflächlich und dumm