Reisenotizen: Berlin

Übernachte als Begleiter einer ungarischen Reisegruppe in einem großen Hostel. Hier sieht man die Zukunft. Eine dänische Klasse, eine deutsche aus Friedrichshafen, eine andere aus dem Ruhrgebiet … alle in allen Hautfarben der Welt. Ein paar neudeutsche Halbstarke mit Schalke-Beutel und pakistanischer Flagge auf dem Shirt, sprechen wohl Farsi, während der deutsche Lehrer einweist. Mehrere Mädchen im Kopftuch und Kaftan.

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Märtyrer, Versöhnung, Hirn …

Rumänisches Tagebuch IV

Die Rückfahrt gibt uns Gelegenheit, das Erlebte aufzuarbeiten. Die Autobahn gen Norden ist fast autofrei. Wir halten an einer Raststätte, um zu tun, was man hin und wieder tun muß, finden aber keine Gelegenheit. Zurück in der rumänischen Realität: eine Autobahnraststätte nebst Tankstelle ohne Toilette. Ich laufe um das Gebäude herum und stehe unverhofft vor dem Anblick dreier junger Damen, die Hosen heruntergezogen und in Hockstellung, sich entleerend. Da wurde mir der zweite Teil der Carl Schmittschen Sentenz, die gerade die Runde macht, unmittelbar einsichtig: „Für drei Dinge danke ich Gott: Erstens, daß ich ein Mensch bin und kein Tier. Zweitens, daß ich ein Mann bin und keine Frau. Drittens, daß ich preußischer Staatsrat bin und kein Nobelpreisträger.“

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Deutschland über Rumänien

Rumänisches Tagebuch III

Wir besuchen in Temeswar Bekannte ehefraulicherseits. Die Bekanntschaft reicht weit in die Vergangenheit, in DDR-Zeiten, zurück. Anfang der 80er Jahre wagte ein rumänisches Paar im Dacia 1300 die Tour in den Osten Deutschlands. Sie blieben auf der Straße liegen, ein Trabant-Fahrer hielt und half bei der Reparatur, so kam man sich nahe, lud sich gegenseitig ein und pflegte den Kontakt seither, wenn auch in großen Abständen. Meist in Form eines Weihnachtspaketes gen Süden und einer Weihnachtskarte nordwärts. Das berühmte Westpaket kam für die Rumänen aus dem Osten.

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Rumänien: Glanz und Elend

Rumänisches Tagebuch II

Rumänien empfängt uns mit allen Klischees. Hinter der Grenze wollen wir die Vignette kaufen, der Schalter ist offen, der Angestellte sitzt drin, tut nichts, schaut aus dem Fenster und bedient uns trotzdem nicht, weil er – wie er sagt – gerade Pause macht.

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Mein Rumänisches Tagebuch

„Rumänisches Tagebuch“ – so nannte Hans Carossa seine knappen Kriegserinnerungen – ein Buch, das durch seinen kühlen, sachlichen Ton hervorsticht. Man kann es sich als Beispiel nehmen, wenn man fremde Länder bereist.

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