Homosexualität und Evolution

Fortsetzung von: Homosexualität und Verantwortung

Zwei Prämissen.

Es gibt ein weit verbreitetes Mißverständnis über die Evolution, vermutlich ist die unglückliche Formulierung „survival of the fittest“ dafür mitverantwortlich. Es äußert sich in Wozu-Fragen oder etwa in der Konstruktion: Was will die Evolution/Natur damit? Selbst weltberühmte Wissenschaftler treten in diese Falle – zuletzt hörte ich einen nach dem evolutionären Sinn von vererbbaren Geisteskrankheiten fragen.

Zwar scheint es in bestimmten Prozessen auch ziehende, entelechieartige, auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitende und noch wenig verstandene „Kräfte“ zu geben, im Großen und Ganzen ist die Evolution aber blind. Das heißt, sie funktioniert über Ausscheidungsprozesse, also nicht über Siege (survival), sondern über Niederlagen. „Non survival of the unfittest“ käme ihrer „Logik“ schon näher. Anders ausgedrückt, „die Natur“ gestattet Irrläufer bis zu einem gewissen Maße. Evolutionäre Gesetze können sich dennoch nur über Fortpflanzung realisieren. Dazu muß sich aber nicht jede Mutation, jedes Individuum fortpflanzen, sondern nur eine notwendige Menge.

All das unter bestimmten natürlichen Bedingungen. So konnten Vögel auf Neuseeland es sich leisten, auf flugfähige Flügel zu verzichten – ein evolutiver Vorteil, der vor allem Energie sparte. Dieser wurde zu ihrem Todesurteil, nachdem der Mensch in Form von Ratten, Mäusen und Katzen neue Jagdtiere einführte.

Exorbitante Schmuckfedern etwa können einen gewissen evolutionären Vorteil bieten, wenn dadurch besser Fortpflanzungspartner angelockt werden. Aber sie können auch zum tödlichen Hindernis werden, wenn sie die Funktionalität einschränken oder wenn sich die Lebensumstände ändern. Dann werden sich die Weibchen auch mit den Trägern der zweit- oder drittlängsten Schwanzfedern paaren usw. Gäbe es aber nur noch langfedrige Männchen in einer sich ändernden Umwelt, dann wäre die Art zum Aussterben verdammt.

Jede Art braucht eine kritische Menge an fortpflanzungsfähigen Individuen. Bei vielen ist die Zahl der Weibchen dabei viel bedeutender als die der Männchen. Ein Geschlechtsgleichgewicht ist evolutionär ein Luxus. Die Menschheit etwa könnte aus biologischer Sicht auf einen Großteil ihrer Männer verzichten – entscheidend ist die Reproduktionsfähigkeit der Frauen[1]. Ein menschliches Weibchen kann im Laufe eines Lebens vielleicht zehn Junge gebären, während ein menschliches Männchen viele hundert zeugen könnte. Es müßte nur garantiert sein, daß es im Laufe der Generationenfolge nicht zu Inzesterscheinungen kommt.

Zweitens. Homosexualität ist eine natürliche Gegebenheit, eine natürliche Varianz und tritt bei zahlreichen Tierarten im Reich der Säugetiere, Fische und Vögel auf. Zwar spielt beim Menschen auch hier die Frage von Vererbung und Erziehung eine Rolle, aber man kann davon ausgehen, daß es einen gewissen Prozentsatz von rein anlagebedingter Homo- oder Heterosexualität gibt. Viele Menschen wissen ganz einfach, daß sie dieses oder jenes sind. Freilich gibt es durch den sich wandelnden Hormonhaushalt im Laufe eines Lebens auch Übergangsbewegungen.

Dennoch darf man annehmen, daß die wachsende Zahl an unbestimmten oder nicht-heterosexuellen Orientierungen in der modernen westlichen Gesellschaft nicht nur eine Frage der Wahrnehmung ist – verstärkte mediale und öffentliche Sichtbarkeit, Outing als Akt der Zivilcourage etc. –, eines Auflösens des Zwanges zur Unsichtbarkeit und Verheimlichung, sondern auch eine gesellschaftliche Komponente hat.

Da es keine harten Grenzen zwischen Weiblichkeit/Männlichkeit oder Hetero- und Homosexualität gibt, muß man von einem Übergangsbereich sprechen. Es gibt also Menschen, die im Übergangsfeld zwischen den Geschlechtern und den sexuellen Orientierungen sich bewegen. Aus ihnen dürfte sich die Mehrzahl der nun problematischen Existenzen rekrutieren.

Die gesellschaftliche Entwicklung – dazu zählen neben materieller Absicherung auch daraus folgende gesellschaftliche Bewußtseinsveränderungen – stärkt im Moment den Grenzbereich, was einerseits zu einer weitflächigen Verunsicherung der betroffenen Menschen führt, andererseits zur Entscheidungsfindung ermutigt und bestimmte Entscheidungen im androgynen Bereich sogar gesellschaftlich belohnt, etwa durch Aufmerksamkeit, Anerkennung, Bevorzugung, Konkurrenzvorteil bis hin zu literarischen Preisen. Man steht plötzlich vor einer Wahl, die es noch vor wenigen Jahrzehnten – in denen noch existentielle Not herrschte – oder in weniger offenen Gesellschaften nicht gab.

Würde der Satz „survival of the fittest“ bedingungslos gelten, dann dürfte es keine Homosexualität geben, denn Homosexualität kann sich nicht direkt fortpflanzen. Es mag indirekte Vorteile mit sich bringen, wenn eine gewisse Gruppe einer Art homosexuelles Verhalten zeigt – man hat das anhand des Brutverhaltens einiger Vogelarten nachweisen wollen –, doch dürfte unabdingbar feststehen: Wären alle Nachkommen einer Art homosexuell oder auch nur eine gewisse kritische Masse, dann müßte diese Art aussterben – zumindest im Zeitalter vor der technischen Reproduzierbarkeit. Sind hingegen alle Nachfahren heterosexuell, stünde einem Weiterleben weder in biologischer noch in kultureller Hinsicht etwas im Wege.

Insofern kann man Homosexualität als einen „Irrläufer der Natur“ (Koestler nannte den Menschen einen „Irrläufer“) betrachten oder, um es affirmativ auszudrücken: ein Luxus. Es ist eine natürliche Varianz, die der Art primär nicht schadet, bevor sie ihr etwas nützt, die evolutiv unter den Bedingungen der letzten Jahrtausende nicht ausreichend schadet, also die Fortpflanzung hemmt. Gäbe es Homosexualität nicht, würde evolutiv nichts fehlen; gäbe es Heterosexualität nicht, würde nichts (höher) Lebendes sein.

„Die Natur“ kann sich Homosexualität leisten, weil sie andere, stärkere Fortpflanzungsmechanismen „entwickelt“ hat, die den Fortpflanzungsverlust durch Homosexualität kompensieren kann. Homosexualität hat keinen sichtbaren evolutionären Sinn – wie auch Heterosexualität keinen Sinn hat –, sie bringt der Art keinen entscheidenden Vorteil, was die Heterosexualität freilich garantiert. Sie ist im nicht-pejorativen, im etymologischen Sinne pervers, sie bewegt sich nicht im Sprachraum moralischer Invektiven, sondern im Spannungsraum von Konversion, Inversion, Subversion, Diversion. Ihr linguistischer Kern ist das lateinische Verb „vert“ für „drehen“ etc., sie ist eine natürliche „Verdrehung“, sie ist eine „ver-kehrte“ Form der Sexualität. Sie ist „normal“ im Sinne ihres Seins, aber sie ist nicht normal im Sinne der Norm, des für den Fortbestand der Art Normativen.

Müßig anzuhängen, daß – wie aus allen Einsichten in den Prozeß der Evolution – sich daraus direkt keine Urteils- oder Handlungsanweisungen ergeben: das wäre Sozialdarwinismus, wobei „Sozialdarwinismus“ hier kein Schimpfwort wie das inflationär genutzte Wort  „Faschismus“ sein soll– der Sozialdarwinismus könnte Recht haben, man kann ihn nicht a priori ausschließen, aber das ist eine andere Diskussion.

Fortsetzung: Homosexualität und Sexualität

[1] Robert Merle hat das in „Die geschützten Männer“ literarisch durchgespielt.

6 Gedanken zu “Homosexualität und Evolution

  1. Peter Zinga schreibt:

    “ Homosexualität ist eine natürliche Gegebenheit, eine natürliche Varianz“
    Kann sein, dass die Homosexualität natürlich, eingeboren ist, dass heisst aber noch lange nicht, dass sie auch normal ist. Wie zweikőpfige Kalb… Sorry.

    Gefällt 1 Person

  2. Stefanie schreibt:

    Mir geht Ihre (und auch Peregrinateurs) Interpretation von Vererbung ein bisschen zu einseitig in Richtung Ausschlußverfahren für unnütze oder schädliche Genvarianten. Sie beschreiben ja auch, daß es zwischen den Geschlechtern einen gewissen Übergangsbereich gibt: Mannweiber und effemierte Männer etc. (Was übrigens wiederum wenig mit den „Gender-geschlechtern“ zu tun hat: dort wird ja stärker auf die sexuellen Vorlieben Bezug genommen – physische Erscheinung und Verhaltensweisen sind wieder ein etwas anderes Spektrum, wobei das eine mit dem anderen natürlich irgendwo korreliert). Sowas wie ein „Schwulen-Gen“ wird es höchstwahrscheinlich nicht geben. Für den Spiegel der verschiedenen Sexualhormone und die physiologische Entwicklung (im Mutterleib und auch später) sind wahrscheinlich eine ganze Reihe von Genen verantwortlich, von denen – und hier kommt mein Punkt – wiederum einige „angeschalten“ oder „ausgeschalten“ sind oder vielleicht in einem kritischen Entwicklungsfenster nicht so funktionieren, daß sie eine klare Geschlechtsdifferenzierung hervorbringen. Das wäre dann der Bereich Epigenetik und Embryonalentwicklung. In dem schon erwähnten Film von Harald Eia über Homosexualität bringt er das Beispiel einer bestimmten Hirnregion, die sich in Abhängigkeit der Testosteronkonzentration im vierten Schwangerschaftsmonat entwickelt. Ist sie bei männlichen Föten zu niedrig, ähnelt das Areal später eher dem von Frauen und es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß aus diesen Föten irgendwann homosexuelle Männer entwickeln.- Und ich bezweifle, daß das das der einzige Bereich im Körper ist, der während der Entwicklung durch den Hormonspiegel beeinflußt wird. In dem Zusammenhang könnte man auch mal auf künstliche Hormone im Trinkwasser hinweisen oder hormonell wirksame Chemikalien in Nahrungsmittelverpackungen und im Kindespielzeug. Es gab mal eine Studie über die gesunkene Intelligenz und die Zunahme von delinquenten Verhalten bei Jugendlichen, die an stark befahrenen Strassen wohnten. Als verbleites Benzin verboten wurde, nahm dieser Effekt den stark ab. Vielleicht ist dieser Transenhype zur Zeit ja nicht bloß kulturell beeinflußt?

    Gefällt 1 Person

  3. Nordlicht schreibt:

    Ein Problem scheint mir in der deutchen Sprach aus der engen Übersetzung von „fittest“ entstanden zu sein. Die Nähe zum sportlichen „fit“ suggeriert eine kräftige Form von körperlicher Fitness, während die Bedeutung von Darwin im Wort „angepasst“ liegt.

    Die „Fittest“ sind die an eine Situation Angepassten, das können eben auch Männer sein, die nicht mit Frauen zwecks Zeugung von Nachkommen zusammen kommen, sondern zufrieden in Männergesellschaften leben. Insogern könnte Homosexualität durchaus eine Berechtigung haben, um in Nebenbereichen eine Gesellschaft zu befrieden.

    Dass jede Gesellschaft die Mann-Frau-Beziehung in den Mittelpunkt stellen und deutlich bevorzugen muss, steht für mich aber ausser Frage. Insofern ist mE jede Gleichsetzung oder gar Bevorzugung der diversen Großbuchstaben-Sexualformen schädlich.

    Like

  4. Pérégrinateur schreibt:

    „Ein Geschlechtsgleichgewicht ist evolutionär ein Luxus.“ – Den Viehhaltergesellschaften ist es in Jahrtausenden nicht gelungen das Geschlechtsverhältnis 1:1 bei neugeborenen Rindern wegzuzüchten, obwohl man doch viel weniger Besamer bräuchte als nützliche Milchkühe. Diese Regulation sitzt offenbar sehr tief, und selbst wenn dem nicht so wäre, sorgte unter natürlichen Lebensumständen der folgende Mechanismus für einen Wiederausgleich des gestörten Verhältnisses: Wir ein Geschlecht seltener, so hat jedes Exemplar erhöhte Fortpflanzungschancen, also setzte sich jede Mutation durch, die für mehr Nachkommen dieses Geschlechtes sorgte.

    Die Evolution wirkt nicht in Richtung des Vorteils der Art, sondern des Vorteils des einzelnen Gens.

    Es gibt Vogelarten, bei denen die Jungvögel bis nach der Aufzucht der nächstjährigen Generation bei den Eltern bleiben und ihnen bei der Brutpflege assistieren. Täten sie es plötzlich nicht mehr, gäbe es vielleicht zu viele Ausfälle bei der Brut, um die Art zu erhalten. Eigene Fortpflanzung kann also manchmal genauso schädlich für die eigenen Gene (und „für die Art“) sein, wie der Verzicht auf eigene Fortpflanzung. Bei den staatenbildenden Hymenoptera ist es hauptsächlich wegen der haplodiploiden Geschlechtsdetermination geradezu so, dass einen Arbeitsbiene im Interesse der eigenen Gene besser auf eigene Fortpflanzung verzichtet.

    Sie kennen sicher das Konzept der totalen evolutionären Fitness, in dem solche förderlichen Effekte auf dasselbe Gen im Verwandtenkreis auch berücksichtigt werden, und die Hypothese, dass etwa menschliche Homosexuelle auf diesem Wege (Hilfe bei der Brutpflege u. ä.) den „Familiengenen“ einen Vorteil verschaffen könnten. (Natürlich nicht unter heutigen Umständen, sofern die fröhlichen Jungs dann nach San Franzisco ziehen und dort ein Luderleben führen …) Wilson, Stammvater der Soziobiologie, hat das freihändige Rekurrieren auf dieses Konzept (und damit Dawkins, den er übrigens einmal „einen guten Popularisator“ nannte … ) übrigens scharf kritisiert, vereinfacht gesagt, weil man es gerne als Theorie-Lückenbüßer heranzieht für etwas, das man wissenschaftlich-kausal im Einzelfall noch gar nicht nachgewiesen hat, oft gebe es nicht einmal den Gedanken an Falsifikationsversuche. Es braucht also Empirie, aber Empirie ist teuer. Durch historische Studien nachgewiesen wurde meines Wissens, das Kollokation des Paares mit der Großmutter mütterlicherseits (und nur mütterlicherseits) die Überlebenschancen des Kleinkindes erhöht, ohne einen gleichen Effekt durch die männliche Stammverwandtschaft.

    (In unserer Weltgegend verschaffen die Männer ihren Kindern und weiteren Nachkommen wohl schon seit langem vor allem dadurch einen Vorteil, dass sie sich als “good providers” erweisen, vulgo reich sind, Reichtum aber ist beweglich. Und in etwas rauheren Zeitläuften dadurch, dass sie Macht haben und zugunsten der eigenen Brut einschüchtern können. Etwas davon lebt auch heute in den Rechtsanwälten, die der notengebenden Lehrerin einen geharnischten Brief mit den Briefkopf der eigenen Kanzlei schreiben, sobald die eigene schulische Pflaume wieder einmal eine schlechte Note nach Hause gebracht hat. Mit diesem stehe ich jetzt auf dem 10-Meter-Brett der Kühnen.)

    Die Frage nach dem biologischen Sinn oder Unsinn der Homosexualität muss also als noch offen gelten, und man sollte sich nicht zu schnell einen Reim machen.

    Seidwalk: „Die Evolution wirkt nicht in Richtung des Vorteils der Art, sondern des Vorteils des einzelnen Gens.“

    Ja, Dawkins, der sprach sogar von „Replikatoren“, die in uns allen sind und wirken: „Sie schufen uns, Körper und Geist, ihr Fortbestehen ist der letzte Grund unserer Existenz“ usw. Die Planlosigkeit der Gene ist ja der Garant für die Ziellosigkeit der Evolution.
    Auf dieser Ebene können wir aber nicht über Sexualität sprechen und letztlich ist die „Art“ der Bote, das Vehikel des Replikatoren.

    Numerische Ungleichheit der Geschlechter: gerade die Bienen und verschiedene Insekten sind ja ein Bsp. für mögliche Ungleichgewichte. Bei den Krokodilen bestimmt die Bruttemperatur über die Geschlechtszuordnung. Einige menschliche Kulturen bringen aufgrund ihrer Eigenheiten eine Überzahl an Männern hervor, was zwar zu sozialen Problemen führen kann, das Überleben der Kultur nicht verunmöglicht.

    Gefällt 1 Person

    • Pérégrinateur schreibt:

      Das Vehikel des Gens ist nicht die Art, sondern das Individuum. Im weiteren Sinne verstanden gibt es Sexualität, nämlich Mischung von Genomen verschiedener Individuen, sogar bei Bakterien, und zwar auch zwischen solchen verschiedener Art (falls man deshalb diesen Begriff überhaupt verwenden will). Diese lagern sich zuweilen aneinander an und tauschen dann Erbmaterial – ein Mechanismus, der übrigens mit für die schnelle Verbreitung von erworbenen Antibiotika-Resistenzen über Artgrenzen hinweg verantwortlich ist.

      Zwischen strikter Homosexualität und strikter Heterosexualität kann es ja auch ein Spektrum zu geben. Manche Männer gehen dem Anschein nach mit allem ins Bett, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Siehe auch die „Zweigleisigkeit“ der Knabenliebe im altgriechischen Kulturbereich. Ulrich Kutschera behauptet aber, wenn ich mich recht erinnere, in seinem Buch über Genderfragen, in Bezug auf männliche Homosexualität Exklusivität, jedoch anhand des eher anekdotisch angeführten Beispiels von Tschaikowski. War das nun beispielhaft für alle männlichen Homosexuellen gemeint oder vielleicht nur für die Extremfälle?

      In der Natur ist nichts perfekt, so gibt es ja auch asexuelle Individuen, wenn auch (beim Menschen) nochmals etwa eine halbe Größenordnung weniger als Homosexuelle. Ist eine Population so gering, dass Aussterben droht, dann kommt es übrigens auf den Ausfall von vielleicht 5% Homosexuellen auch nicht mehr so sehr an. Von denen sich zudem etliche bei fehlender anderer Gelegenheit in der klein gewordenen Horde wohl auch mit weiblichen Reizen trösten würden.
      Manche Männer scheinen in solchen Notsituationen ja sogar auf andere Arten auszuweichen.

      Für die weibliche Seite kenne ich hierzu nur das Beispiel des Magischen Esels von Lukian, wo dann aber sogar eine Prädilektion einer Matrone für eine equine Art insinuiert wird. (In Christoph Martin Wielands Übersetzung mit den apart keuschen Worten „Hier musste der Esel beschnitten werden“ ausgelassen.) – Lukian ist für Sie doch gewiss glaubwürdig? – Mir ist er jedenfalls der liebste Syrer.

      Verzeihen Sie bitte die gauloiserie; wenn man halt viel Französisches liest …

      Gefällt 1 Person

  5. Fuzzer schreibt:

    Insofern ist Homosexualität ein Irrläufer der Natur

    Ich wäre jetzt nicht so schnell und v.a.D. absolut damit, gerade nach der Vorarbeit der Betrachtung von sich ändernden zahlenmäßigen Anteilen dieser Gruppen. Der kann viel Sinn ergeben. Kann ja ein Stellhebel sein. Zur Mengenbegrenzung z.B. , mal was anderes als „kein Fressen da“ (deshalb auch gerade in höherentwickelten Gesellschaften sichtbar?). Es kann auch eine Umleitung an Energie sein. Kindersorge raus, dafür „Sublimation“ durch andere Gebiete. Dabei wird ein Charakteristikum von Sexualität erhalten, nämlich den Suchraum zu erweitern, erhöhtes Potential zu qualitativer Änderung. Ich meine nicht den nach Partnern, sondern gerade den kognitiven, das Neudenken in der Exploration und Ausnutzung der Umwelt einer Spezies. Sonst könnte das alles auch simple Asexualität erledigen (obwohl, zu deren Entwicklung gäbe es wohl auch etliches zu sagen, aber zumindest für mich bildet sie eher „Alter“ und Stagnation ab).

    Seidwalk: Habe der Formulierung nun das Apodiktische genommen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..