Märtyrer, Versöhnung, Hirn …

Rumänisches Tagebuch IV

Die Rückfahrt gibt uns Gelegenheit, das Erlebte aufzuarbeiten. Die Autobahn gen Norden ist fast autofrei. Wir halten an einer Raststätte, um zu tun, was man hin und wieder tun muß, finden aber keine Gelegenheit. Zurück in der rumänischen Realität: eine Autobahnraststätte nebst Tankstelle ohne Toilette. Ich laufe um das Gebäude herum und stehe unverhofft vor dem Anblick dreier junger Damen, die Hosen heruntergezogen und in Hockstellung, sich entleerend. Da wurde mir der zweite Teil der Carl Schmittschen Sentenz, die gerade die Runde macht, unmittelbar einsichtig: „Für drei Dinge danke ich Gott: Erstens, daß ich ein Mensch bin und kein Tier. Zweitens, daß ich ein Mann bin und keine Frau. Drittens, daß ich preußischer Staatsrat bin und kein Nobelpreisträger.“

Weiterlesen

Deutschland über Rumänien

Rumänisches Tagebuch III

Wir besuchen in Temeswar Bekannte ehefraulicherseits. Die Bekanntschaft reicht weit in die Vergangenheit, in DDR-Zeiten, zurück. Anfang der 80er Jahre wagte ein rumänisches Paar im Dacia 1300 die Tour in den Osten Deutschlands. Sie blieben auf der Straße liegen, ein Trabant-Fahrer hielt und half bei der Reparatur, so kam man sich nahe, lud sich gegenseitig ein und pflegte den Kontakt seither, wenn auch in großen Abständen. Meist in Form eines Weihnachtspaketes gen Süden und einer Weihnachtskarte nordwärts. Das berühmte Westpaket kam für die Rumänen aus dem Osten.

Weiterlesen

Rumänien: Glanz und Elend

Rumänisches Tagebuch II

Rumänien empfängt uns mit allen Klischees. Hinter der Grenze wollen wir die Vignette kaufen, der Schalter ist offen, der Angestellte sitzt drin, tut nichts, schaut aus dem Fenster und bedient uns trotzdem nicht, weil er – wie er sagt – gerade Pause macht.

Weiterlesen

Mein Rumänisches Tagebuch

„Rumänisches Tagebuch“ – so nannte Hans Carossa seine knappen Kriegserinnerungen – ein Buch, das durch seinen kühlen, sachlichen Ton hervorsticht. Man kann es sich als Beispiel nehmen, wenn man fremde Länder bereist.

Weiterlesen

Carossa: Rumänisches Tagebuch

Gerade mal drei Monate des Jahres 1916 umfaßt dieser schmale Band Tagebuch, Einquartierung in Frankreich, Verlegung nach Siebenbürgen, Märsche, Einquartierungen, wieder Märsche, wieder Einquartierungen, nur wenige Kampfhandlungen … Hans Carossa begleitet den Troß als Arzt, mit nahezu sezierendem Blick, scheinbar emotionslos zeichnet er das große Treiben auf, verliert den Blick für das individuelle, das menschliche Schicksal nicht, bestaunt, inmitten der herbstlich-winterlichen Kriegswirren die grandiose Natur, zeichnet akribisch eigene Träume auf, notiert am Wegesrand verwesende Leichname und zerfetzte Torsi, erinnert sich eindringlicher Poesie.
Weiterlesen

Naivität politischer Parteilichkeit

Nobody can deny that Orbán is a political talent but personally he is a coward, a sneaky bar fighter. He’s like North Korean software running on Japanese hardware. The base is good but the end result is bad. Gábor Vona 

Eine Frau wird von zwei „Typen“ belästigt. Ein junger Mann kommt hinzu und schreitet ein, verteidigt die Frau. Sympathisch! Wir fragen ihn, woher er komme. Er weist auf einen Raum in der Nähe. Dort finden wir vier Leichen.

Weiterlesen

Was ist deutsche Kultur?

Ein erbärmlicher Versuch

Der „Focus“ ist schon zu einem argen Wurschtblatt verkommen. Zusammen mit der Schwesterzeitung „Huffpost“, die mittlerweile zum Zentralorgan der Islamophilie mit klarem missionarischem Auftrag geworden ist. Propaganda! Ich scheue mich nicht, diesen Begriff zu verwenden. Vor allem wenn es konkret gegen die AfD und allgemein gegen Andersdenkende geht. Da wird jede Gelegenheit genutzt – mal mit dem Hammer, dann wieder etwas subtiler –, um exakt das zu tun, was man dieser Partei und ihren Anhängern vorwirft: zu hetzen und zu ängstigen.

Weiterlesen