Raptus

In Pontoppidans Roman „Das Reich der Toten“ gibt es eine kurze Szene, die leicht überlesen werden könnte. Jytte, eine der Hauptfiguren des Buches und zum Zeitpunkt schwanger, erlebt inmitten Kopenhagens, beim Überqueren einer Straße, auf der gerade schwere Pferdewagen vorüberrasseln, einen seltsamen Moment, eine Erschütterung wie aus dem Nichts. Weiterlesen

Der Tod im Gedankenkarussell

In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der »Weltgeschichte«; aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mußten sterben. (Nietzsche)

Ununterbrochen – sofern man nicht gelernt hat, es durch gewisse Techniken abzustellen – dreht sich unser Gedankenkarussell. Meist sind es kurze Versatzstücke, die einem „in den Sinn kommen“, doch wenn man nicht aufpaßt oder – was heutzutage wahrscheinlicher ist – nicht durch neue Eindrücke – die andere Versatzstücke oder „Ideen“ verursachen – abgelenkt wird, dann kann es auch zu längeren Assoziationsketten kommen. Das meiste davon verschwindet schnell im Vergessen und ganz zurecht, denn oft ist es nur „Spinnerei“.

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