Warum ich nicht geimpft bin

Noch nicht – müßte es eigentlich heißen. Denn ich bin kein sogenannter Impfgegner. Ich glaube auch nicht, daß die Impfungen irgendein sinistres Geheimnis transportieren, daß sie uns Menschen irgendwann zu irgendetwas machen oder uns ausrotten soll, ja, ich vermute sogar, daß die Wahrscheinlichkeit negativer Spätfolgen vergleichsweise gering ist, und wenn es sie gibt, dann sind sie wohl ungewollt. Sollte es je einen Moment geben, in dem mir das Bewußtsein einer tatsächlichen, statistisch relevanten Gefahr durch „das Virus“ aufsteigt, dann werde ich mich ohne größere Bedenken unter die Nadel begeben.

Bisher sah ich dafür einfach keine Notwendigkeit. Mein Kontakt zu lebenden Menschen ist – gottlob! – sehr eingeschränkt. Wenn er stattfindet, dann versuche ich durch Nutzung von Mundwasser und Nasenspray die sehr geringen Ansteckungsrisiken in beide Richtungen noch zu minimieren. Bereitwillig trage ich Maske, wo man es von mir erwünscht – ich trage sie nicht gern, aber weder leide ich unendlich darunter, noch halte ich sie für ein Repressionsinstrument: sie ist die ganz logische Reaktion auf ein durch „Aerosole“ übertragbares Virus. So gesehen bin ich ein Stino – kein Problem.

Vor allem aber mag ich es nicht, auf fahrende Züge aufzuspringen, und das umso weniger, wenn ich deren Ziel nicht mal kenne. Das aber scheint mir das passende Bild zu sein: ein vorbeirasender Zug, ohne Lokführer, ohne Fahrplan und ohne erkennbare Destination.

Fast alles am Virus und an seinem Umgang damit ist voller Rätsel und scheinbarer Anomalitäten. Jeden Tag werden wir mit Informationsmassen versorgt, die für den Laien nicht zu durchdringen sind[1], die von „Experten“ vorgebracht werden, denen man nicht vertrauen mag und die sich – die Informationen und die Experten – immer wieder widersprechen. Keiner der Spezialisten hat bisher immer richtig gelegen, weder Drosten noch Bhakdi, weder Lauterbach noch Wodarg weder „die Wissenschaft“ noch „die Kreuz“- oder „Querdenker“, alle haben wahrnehmungsverändernde Interessen und Agenden, alle haben bereits Unsinn geredet und manchmal auch Sinn, die einen mehr, die anderen weniger.

Tatsache aber ist, daß dieses Virus, von dem man nicht ausschließen kann, daß es einem Labor entstammt – wieder so eine Unbekannte – uns in rasender Geschwindigkeit überrumpelt hat und daß „man“ in paralleler Hektik Gegenmittel massenweise verspritzt, von deren langfristigen Effekten noch niemand etwas wissen kann. Gut möglich, sogar wahrscheinlich, daß es keine gravierenderen massenhaften Spätfolgen haben wird, aber wissen kann es niemand. Warum also eilen? Zumal man seltsame Techniken nutzt, die bisher unerprobt waren.

Mir drängt sich der Eindruck auf, daß es sich beim „Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2“ nicht nur um ein neues, sondern auch um kein gewöhnliches, kein herkömmliches, kein „normales“ Virus handelt. Zu vielfältig die Absurditäten und Kapriolen, die es noch immer hervorbringt. Jeden Tag eine neue Studie mit überraschenden Ergebnissen, unlogischen, schwer einzuordnenden Resultaten. In Israel steigen die Infektionen trotz massiver Impfkampagne, selbst in Island, wo mehr als 90% aller Erwachsenen geimpft sind, explodieren die Zuwachsraten. Wie kann das sein? Andernorts sinken sie just in jenem Moment, wo man die Zügel locker läßt. Viele Länder haben ganz verschiedene „Strategien“ durchgesetzt, aber geholfen hat es kaum jemandem. Die Liste solcher „Rätsel“ ist ewig lang, ich bin kein Experte, ich sehe nur diesen Zug an mir vorbeirasen und verspüre keine Lust, blindlings aufzuspringen.

Wer dies tut, darf sich meines mitfühlenden Interesses gewiß sein; den älteren unter meinen Bezugspersonen habe ich sogar explizit zugeraten, weil sich dort Spätfolgen relativieren und generationsübergreifend irrelevant sind. Eventuelle Nachteile muß jeder für sich tragen. Die seltsamen Lösungen nicht in meinem Körper zu haben, verleiht mir eine gewisse Leichtigkeit, Sorglosigkeit, Angstlosigkeit, aber dafür muß ich gesellschaftliche Abstriche in Kauf nehmen und eine Sorge um Ansteckung ertragen. Die gesellschaftlichen Restriktionen und mehr oder weniger kaschierten Zwänge mögen grundgesetzwidrig sein, aber ich verstehe die Argumente, mehr noch die Empfindungen der Verfechter durchaus und trage die privaten Folgen bisher stoisch. Und vielleicht wird mich einst das Virus hinwegraffen – nun, man kann auch sterben, wenn man neben einem vorbeirasenden Zug steht und nicht aufspringt.

Sollte demnächst ein traditioneller Totimpfstoff auf den Markt kommen, der gute Papiere hat, dann werde ich mich vermutlich anstellen. Bis dahin gilt voraussichtlich – das heißt, solange die Lage so ist, wie sie bisher war und keine neuen verschärfenden Umstände dazukommen – beobachten, vorbeisausen lassen, warten: bereit sein.

[1] Weshalb ich mich zu diesem Thema bisher bewußt zurückgehalten habe.

17 Gedanken zu “Warum ich nicht geimpft bin

  1. Zorn Dieter schreibt:

    Ich könnte jetzt die gesamte Debatte um COVID 19 und Impfen mit mRNA Impfstoffen aufrollen. Ja, ich habe die Pfizer/ Biontec – Zulassungsstudie gelesen und analysiert, mit der die VORLÄUFIGE Zulassung begründet wird. Ich kann das, ich bin Dr.rer.pol. mit Statistik und Ökonometrie im Hauptfach. Und ich sage Ihnen, sie ist das Papier nicht Wert, auf dem sie gedruckt ist. Ich habe außerdem so viele Primärquellen zu COVID 19 gelesen, wie seit meiner Dissertation nicht mehr. Ich will aber heute einmal als Großvater zweier Enkel im Alter von 2 und 6 Jahren argumentieren. Meine Frau und ich haben uns seit 18 Monaten in einem der guten Stadtteile von Hamburg bewusst dem Risiko einer Infektion ausgesetzt, indem wir den Kontakt zu unseren Enkeln auf dem Spielplatz und in ihrem Leben dauernd aufrecht erhielten. Was haben wir erlebt? In den gesamten 1204 Hamburger Kitas gab es fünf Infektionen in dieser Zeit, alle unter den Erzieherinnen. Leider auch in unserer Kita, die daraufhin für 2 Wochen in Quarantäne ging. Eine Erzieherin war positiv getestet jedoch asymptomatisch ohne zu erkranken. Die jungen Mütter und Väter waren jeden Tag, wie wir auch, ohne Maske auf dem Spielplatz. Bis auf die Monate Februar bis April 2021 als Herr Tschentscher in Hamburg die Maskenpflicht auch auf Spielplätzen einführte. Ich kenne bisher keinen COVID 19 Fall im weiten Kreis dieser Eltern und Kinder. Übrigens auch nicht in meinem weiten Bekanntenkreis, in dem die meisten wie ich und meine Frau über 70 Jahre alt und ungeimpft sind. Wo also ist die Bedrohung durch COVID 19? Warum sollen wir uns alle impfen lassen?

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    • R.-Burkhard Zittlau schreibt:

      Vielen Dank, Herr Zorn, für die mir sehr wohltuenden Wort. Ich bin ein Stück jünger als Sie, doch alles in mir schreit „Nein“, wenn es um diesen C-Wahnsinn geht.
      … und dennoch wird die Schlinge immer enger geschnürt. Als ob der Nürnberger Kodex nie geschrieben worden wäre und die entsetzlichen Taten, die ihm vorausgingen, nie stattgefunden hätten …

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  2. Stefanie schreibt:

    Bei der Risikoabschätzung sollten Sie zwei weitere Dinge in Betracht ziehen: 1. Werden die Folgen der Krankheit systemaisch überschätzt ( siehe Zählweise der „Covidtoten“) und die der Impfung systematisch unterschätzt (Meldesystem, statt systematische Kontrolluntersuchungen der Probanten)
    2. Sie können die beiden Risiken nicht gegeneinander aufrechnen, sondern müssen sie faktisch addieren, da der Impfschutz gerade bei den besonders gefährdeten Gruppen, mit geschwächtem Immunsystem, kaum wirkt (der Anteil der „vollständig Immunisierten“ bei den hospitalisierten Covidfällen, in England und Israel, lag in etwa in der Größenordnung bei deren Anteil an der Gesamtbevölkerung).
    Instinktiv scheinen das auch viele der Geimpften zu merken (jedenfalls der fanatisierte Teil davon): sie halten weiter zwanghaft an Masken und Abstandsregeln fest und haben Angst vor Ungeimpften. Für diejenigen, die Regierung , Ärzten und Medien vertraut haben, bewirkte die Impfung, wenigstens vorerst, eine Angstreduktion – die ich für äußerst wirksam halte, weil andererseits die durch die Massenhysterie erzeugte Angst und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten reichlich gesundheitlichen Schaden angerichtet hat. Nur wird diese nicht von Dauer sein: man kann auf nicht Dauer eine Lüge mit einer anderen Lüge bekämpfen. Dazu müßte auch die Berichterstattung der Medien den Fokus von den „Coronafallzahlen“ wegbringen, doch gerade in den Medien tummeln sich die Covid-Fundamentalisten mit abgeschotteten Überzeugungen. Wenn der Staat auf dem Wege „die Zahlen“ runterbrinbgen wollte, dürften Geimpfte gar nicht mehr getestet werden – auch Kontaktpersonen nicht mehr. Eine Massenpanik lässt sich zwar leicht anschieben, aber Einfangen lässt sie sich Ende nur durch die Wiedergewinnung der Ratio und vielleicht noch die Erschöpfung der Herde.

    Was außerdem noch gegen einen inszenierten Erfolg der Impfung spricht, ist die unvermeidlich sich radikalisierende Gegenbewegung , die, wie Michael B. Oben bemerkte, die Hysterie in die Kommentarspalten der kritischen Medien trägt. Das hat schon fast etwas dialektisches , wie diese die Panik vor der Impfung schieben, gespiegelt zur Panik vor dem Virus. Beide trägt die Angst vor apokalyptischen Szenarien:

    Hier die Angst vor dem Genozid durch Unfruchtbarkeit und sozialverträgliches „Totspritzen“ der sozialen Kostgänger, dort modellgestützte „exponentielle“ Verbreitung der Viren und die auch oben von Lauterbach prophezeite Zunahme der Gefährlichkeit durch die weltweiten Impfkampagne. Ich möchte nur zu Bedenken geben, daß auch gegen Pocken, Polio, Masern u.v.a. Krankheiten weltweit geimpft wurde, ohne das dadurch neue „Superviren“ entstanden sind. Im Sinne dieser Spiegelung gehe ich inzwischen davon aus, daß die Folgen der Krankheit und die Folgen der Impfung in ähnlichen Größenordnungen liegen werden: weniger akute Tote durch die Impfung, dafür durch die Impfschäden jüngerer Leute ein Verlust an Lebensqualität und Lebensjahren in einer ähnlichen Dimension. Allerdings bleiben zwei Damoklesschwerter zunächst noch hängen: Gefahr von ADEs (Antikörperverstärkte Erkrankungen), Autoimmunerkrankungen und der Einfluß auf die Fruchtbarkeit. Dazu kommen die politischen Folgen: Wirtschaftskrise, Überwachungs- staat?-regime? und die Zuspitzung der Spaltung in der Bevölkerung. Gerade in Hinblick auf letzteres kann ich Ihre Position inzwischen besser verstehen, sich in diesen Konflikt nicht hineinzubegeben. In der einen oder anderen Form, wird er Sie aber letztendlich trotzdem erreichen. Da Sie schreiben, philosophisch bleiben zu wollen, werden Sie sich auch irgendwann auf Wahrheitssuche begeben müssen, vor allem aber eben nicht auf Dauer in der Lüge leben können. Kann es sein, daß Sie deshalb die tiefere Recherche vermeiden, um nicht in diesen Konflikt hineinzugeraten und sei es bei solchen scheinbaren Nebensächlichkeiten wie der Maske?

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    • Um nicht so viele Worte machen zu müssen – Klonovskys neuester Beitrag macht ja genau dieses Faß auf: Da ist die Meldung:

      Biontech: Immunabwehr reduziert? https://www.klonovsky.de/2021/08/21-august-2021/

      Eine verläßliche Quelle – Fake? – kann ich dazu nicht finden, dafür aber den Ausgangstweet:

      Die Diskussion darunter zeigt das ganze Dilemma. Viele Menschen dilettieren (mehr oder weniger) mit Fachwissen.

      Und schließlich hat der SWR auch gleich eine beruhigende Interpretation im sogenannten Faktencheck parat:

      https://www.swr.de/wissen/corona-biontech-impfstoff-einfluss-auf-angeborene-immunantwort-100.html

      Die Meldung wurde just heute aktualisiert:

      https://www.google.com/search?q=Faktencheck:+Schw%C3%A4cht+der+Biontech-Impfstoff+das+Immunsystem%3F&client=firefox-b-d&sxsrf=ALeKk03SG-Ooq17d4UMci7aK8ij395k-Tw:1629709463698&source=lnt&tbs=qdr:d&sa=X&ved=2ahUKEwjZrK7t5MbyAhVTC2MBHfEFA3cQpwV6BAgBECc&biw=1314&bih=684

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      • Stefanie schreibt:

        In dem SWR-Artikel findet sich ein Link zum Originaltext:

        https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.05.03.21256520v1.full-text

        Wenn Sie nun genau wissen wollten, was diese Studie bedeuten könnte, müßten Sie Michael B.s Rat annehmen und versuchen, daraus schlau zu werden. Das müssen Sie selbstverständlich nicht tun – ich weiß nicht, ob ich mir die Zeit dazu nehmen werde, den Inhalt habe ich allerdings vor ein paar Wochen schonmal aufgeschnappt. Es handelt sich dabei aber nicht um diese ADE, von der ich vorhin geschrieben habe, daß wäre letztlich ein Phänomen, bei dem die Viren durch die Antikörper nicht komplett unschädlich gemacht werden und dadurch entweder besser in die Zielzellen eindringen können als vorher oder die Makrophagen, die die so markierten Viren aufnehmen zerstören. Makrophagen sind sozusagen die Truppe fürs grob Reinemachen – die putzen alles an fremden Proteinen weg. Wenn dieser Zweig des Immunsystems wegfällt, wird dafür ein anderer aktiv – die Proteine werden oxidiert – d.h. verbrannt, es entsteht viel Wärme und damit hohes Fieber. Dabei kommt ein interner Regelmechanismus aus dem Takt und die Entzündung verläuft mehr oder weniger unkontrolliert ab – das geht in Richtung dieses Cytokinsturmes, von dem am Anfang der Pandemie so oft die Rede war. Wenn so etwas tatsächlich in größerem Umfang auftreten sollte, würden vor allem jüngere Geimpfte in größerem Umfang mit Grippesymptomen flachliegen ggf. auch daran sterben. Würde es nur bei wenigen auftreten, ginge es sicher im Grundrauschen unter, denn die Statistiken werden nicht sauber genug geführt um Phänomene im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu bemerken. Im besten Fall tauchen solche Fälle dann in den Medien unter dem Schlagwort „immer mehr Jüngere auf der Intensivstation“ auf. Wenn es allerdings häufiger vorkommt, werden Sie in ihrem Bekanntenkreis davon hören… Aber wie gesagt – ich will sowas nicht prophezeien, ich kann es nicht wissen, es führt nirgenwo hin, ich kann nichts daran ändern und man landet in derselben Denkfalle wie diejenigen, die sich vor den Hochrechnungen und Modellierungen zur Erkrankungszunahme und überlasteten Krankenhäusern fürchten.

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        • Ja, das könnte man machen, aber bereits ein erster Blick zeigt mir, daß das schlecht investierte Zeit wäre. Lieber arbeite ich an meiner Übersetzung, an meinen selbstauferlegten Projekten weiter.

          In der diskutierten Causa nehme ich die Abkürzung. Ich lese ein, zwei Zusammenfassungen anderer Leute, möglichst mit diversen Schlußfolgerungen, glaube keinem von diesen, und speichere die Informationen im Konjunktiv und Konditional ab: X könnte sein, wenn Y etc. Von diesen Sätzen lagert hier bereits eine ganze Bibliothek, vieles habe ich auch schon wieder vergessen. Nichts davon hat mich so sehr überzeugt, daß ich konsequent dieser oder jener Fraktion zugehören wollte – ich bleibe allgemein skeptisch.

          Vielleicht wird sich die eine oder andere Prognose ja irgendwann im Realen verwirklichen – auf einem der „alternativen“ Blogs las ich ja, daß ab September und innerhalb von zwei Jahren alle Geimpften sukzessive sterben werden. So etwas sollte nicht unbemerkt bleiben, so lange kann ich auch noch warten. Lauterbach andererseits meinte, daß alle Ungeimpften sich anstecken werden – ich werde versuchen, ihn zu widerlegen. Bisher lagen – wie es scheint – nahezu alle Prognosen im Heils- oder Untergangsmodus falsch. Weder das Virus noch die Impfung sind vermutlich so gefährlich – in der Breite, statistisch betrachtet – wie es die jeweiligen Protagonisten verkünden, aber beide sind dennoch mit Risiken behaftet. Gesundheitlich, wohlgemerkt. Die intellektuelle und gesellschaftliche Vergiftung ist das eigentliche Problem und da traue ich mir eine gewisse Kompetenz zu. Schuster usw.

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          • Michael B. schreibt:

            Weder das Virus noch die Impfung sind vermutlich so gefährlich – in der Breite, statistisch betrachtet – wie es die jeweiligen Protagonisten verkünden. Gesundheitlich, wohlgemerkt.

            „vermutlich“: Worauf stuetzt die Vermutung sich?
            „statistisch“: Hoffentlich keine Vermutliche.

            Sie sind ja sensibel fuer Sprache seidwalk, gebrauchen sie hier aber leichtfertig. Denn nur allein diese Beispiele haben Riesenprobleme: Die Statistik z.B. schon in der Datenerhebung, noch gar nicht von ihrer Bewertung zu sprechen. Stefanie hat das schon qualitativ angedeutet:

            Werden die Folgen der Krankheit systemaisch überschätzt ( siehe Zählweise der „Covidtoten“) und die der Impfung systematisch unterschätzt (Meldesystem, statt systematische Kontrolluntersuchungen der Probanten)

            ‚Systematisch‘ ist ein Schluesselwort fuer jede Statistik. Wenn die Systematik falsch ist, stimmt die Statistik nicht (weswegen es z.B. auch keine Kohorten- oder/und parallele Influenzatests gibt. Trotzdem das Mittel auf der Hand liegt und immer bekannt war!). Erst recht aendert es die nichtquantitative Einschaetzung einer statistischen Verteilung nach Bauch, die nicht auf den Primaerdaten basiert sondern z.B. auf Diskussionen darueber, deren – der Diskussionen – wiederum eigener individuell und meist unbewusst wahrgenommenen Verteilung der Opponenten u.v.a.m.

            Genau das sind die Art Schwierigkeiten meiner Sensibilitaeten. Wenn ich deutlich sehe, wie statistisch sinnvolle Datenerhebung systematisch(!) hintertrieben wird, wie Veroeffentlichungen die sauber sind, zurueckgezogen oder gar nicht erst Veroeffentlichungen werden, wie wissenschaftliche Gruppen an entsprechenden Erhebungen in den Startloechern gehindert werden, wie die Autoren entweder unhoerbar gemacht oder wenn das nicht genuegt verteufelt werden. Wie sie aus ihren Positionen entfernt oder darin gefuegig gemacht werden wie juengst in Deutschland die STIKO. Wie der wissenschaftliche Nachwuchs selbst schon systematisch(wieder: !) breit vorher so konditioniert wird, dass er das Selbstverfassen solcher Arbeiten schon als gefaehrlich oder gar moralisch verwerflich ansieht und sie nicht mit der Zange anfasst. Wie durch falsche Sprache – Begriff der ‚Pandemie‘, der ‚Infektion‘, der ‚Inzidenz‘, ja von Krankheit selbst Dinge im Inhalt verschoben bis zur Nichtaussagekraft werden.

            Wenn all das passiert, hat das Auswirkungen auf ihre erwaehnte Kompetenz. Dann werden auch Sie darin manipuliert, weil diese Dinge zusammengenommen ein falsches Bild – in Ihrem Fall eines von vermeintlicher Gleichwertigkeit simplifizierter zwei Lager – erzeugen, welche aber nicht gegeben ist und nie war. Denn die einen haben die Mittel zu Manipulationen der Wahrnehmung dieser in der Geschichte in ihrer schieren Groessenordnung und Geschwindigkeit vorbildlosen Verzerrung der Realitaet und die anderen nicht.

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            • @ Michael B.
              Sie machen es m.E. komplizierter, als es ist.

              Vermuten kann ich nur, weil ich – wie im Beitrag klargestellt – den Eindruck habe, daß alle Diskussionen über Covid und ganz gleich von welcher Seite aus, ebenfalls auf Vermutungen basieren und dort, wo Evidenz vorzuliegen scheint, wird sie durch gegenteilige Evidenz (Studien etc.) konterkariert. Aber egal, welche Statistik oder welche absolute Zahl man nimmt: nirgendwo kann man den Eindruck gewinnen, daß das Virus oder die Impfung massenhaft gesundheits- oder lebensgefährlich ist. Und das bestätigt auch der enge empirische Horizont. Alle Erkrankten in meinem Erfahrungskreis haben die Krise schadlos überstanden, aber im Kreis der Bekannten der Bekannten gab es auch schwere und einen Todesfall. Insgesamt sind die meisten Menschen aber gar nicht betroffen gewesen. Statistiken und Einzelerfahrungen komplementieren sich also im Großen und Ganzen. Daraus ziehe ich den (persönlichen) Schluß, daß Vorsicht angebracht ist, aber ohne Angst oder Panik und daß das Erkrankungsrisiko/Folgeleidrisiko/Todesrisiko statistisch gesehen nicht groß genug ist, um das Risiko durch Spätfolgen einer Impfung aufzuwiegen. Sollten sich die Koordinaten ändern, muß man das neu bewerten. Und nochmal: mehr als Vermutungen kann ich nicht wahrnehmen, noch niemand hat mir eine absolute Position begreifbar machen können, auch – z.B. – Bhakdi nicht: https://www.youtube.com/watch?v=4KD_3igxz0k

              Daß Statistik ein eigen Fach ist, daß es viele nicht beherrschen (mich inbegriffen) und daß es also ideal zur Manipulation geeignet ist, versteht sich von selbst. Wie ist z.B. die signifikant höhere Sterberate in Ungarn zu erklären? Mir fällt kein hard fact ein, höchstens das Gesundheitssystem, aber gerade die Ungarn hatten massiv in neue Beatmungstechnik investiert. Es läßt sich vermuten, daß verschiedene statistische Erhebungen eine Rolle spielen. Dennoch ist aber die Gesamtzahl auch in Ungarn nicht so exorbitant hoch, daß man andere Schlüsse ziehen müßte. Die Systematiken mögen also falsch sein, aber noch keine Statistik hat bisher Zahlen produziert, die meinen momentanen aber flexiblen Entschluß in Frage gestellt hätte. Auch ich bin manipuliert, das weiß ich wohl, aber selbst diese Manipulation verfehlt bei mir die Angstreaktion – bisher.

              Ähnlich die Bilder. Erinnern wir uns an die aus Bergamo oder die Scheiterhaufen in Indien – apokalyptisches Images. Aber jeder, der es wollte, konnte mit zwei Mausklicks ihre Relativität begreifen.

              Daß „statistisch sinnvolle Datenerhebung systematisch hintertreiben“, Autoren mundtot gemacht werden etc., das scheint mir auch so, aber an meiner Einschätzung der gesundheitlichen Lage ändert das nichts. Da befinden wir uns ja im gesellschaftlichen Bereich.

              Mir ist übrigens auch bewußt – um auf Ihren früheren Einwurf einzugehen -, daß meine Position eine gewisse Arroganz ausstrahlt, daß ich privilegiert bin, eben weil ich es mir leisten (und es genießen) kann, auf menschlichen Kontakt weitgehend zu verzichten. Wenn man kleine Kinder hat oder etwa als Pfleger, Lehrer, Erzieher arbeitet, dann ist der Eingriff ins alltägliche Leben natürlich viel größer. Dort kann man sich diese Distanz vielleicht nicht leisten. Deswegen habe ich betont, daß ich nur für mich allein spreche .

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              • Michael B. schreibt:

                Mir ist übrigens auch bewußt – um auf Ihren früheren Einwurf einzugehen -, daß meine Position eine gewisse Arroganz ausstrahlt

                Bei mir jedenfalls kam ein solcher Eindruck ueberhaupt nicht an (vielleicht, weil mein Leben lang Arroganz ein stehender Vorwurf mir selbst gegenueber war :). Auch meine gesamten Kritikpunkte sind ja auf andere Dinge bezogen, welcher Einwurf soll das gewesen sein (ich habe allerdings eine Vermutung)? Die gesamte langewundene Hervorhebung von Statistik habe ich eigentlich nur so breitgetreten, weil Sie selbst das Wort in einer Selbstverstaendlichkeit gebrauchten, um dann den Schluss zu ziehen

                Weder das Virus noch die Impfung sind vermutlich so gefährlich – in der Breite, statistisch betrachtet – wie es die jeweiligen Protagonisten verkünden.

                der mit dieser Begruendung nun gerade ueberhaupt nicht zu leisten ist. Ich meine, mir ist schon klar dass es Umgangsverwendungen des Wortes Statistik gibt, die stark von seiner Bedeutung abruesten. Aber es gibt da eine Grenze, hinter der sollte man davon absehen, wenn man etwas anderes meint (s. Bauchgefuehl, gespeist aus Aufnahme selbst in sich befangener Metainformation).

                Was die Seiten aus dem zweiten posting betrifft, die sind in meiner Sichtweise alle ‚meta‘, ob Klonovsky, Franz (das ist ein Arzt, oder? Sie koennten jetzt einwerfen, der sitze an der Quelle. Wuerde jetzt zu weit fuehren, warum ich das trotzdem so sehe. Im Prinzip hat er mir schon zu viel ’skin in the game‘, wenn es der ist, den ich meine), Reitschuster, etc..
                Letzterer hat mittlerweile einen signifikanten fanatischen Anteil an Kommentatoren angezogen, die Dinge nur erschweren. Da er das auch irgendwie foerdert, halte ich mich dort schon laenger zurueck.

                Es wird begeistert gesucht nach jedem Unfall, nach jedem Versprecher, jeden verdrehten Zahl … und wenn man was gefunden hat – was an sich natürlich gut und richtig ist – dann wird daraus sofort auf das Gesamtfalsche geschlossen.

                Den Punkt habe ich – glaube sogar mehrfach in verschiedener Form – in meinen Kommentaren ja vorher angesprochen. Das lese ich im Prinzip kaum noch, es landet sofort im Filter um Menge zu reduzieren. Das ist mehr eine Ebene fuer persoenliche Begegnungen, in denen man auch nachhaken kann, um Untersetzung zu bekommen.

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            • @ Michael B.
              Noch zur Ergänzung: Franz schreibt auf Twitter, bei ihm gebe es nun keinen Tag mehr in der Praxis, an dem nicht Leute über Impffolgen klagten. Ihm antworten andere Ärzte, die behaupten, schon hunderte Dosen geimpft zu haben, und noch kein einziger Fall einer Komplikation sei aufgetreten. Wem soll ich glauben? Oder haben beide recht?

              Michael Esders – den ich sehr schätze – sammelt auf seinem Twitter mit Eifer alles, was über Impfschäden informiert. Gerade eben gab es einen Strang über Appendizitis: https://twitter.com/MichaelEsders/status/1429132967109177345
              Aber die absoluten Zahlen sind gering, die Bedeutung recht vage …

              Kubitschek hatte sich mal über das „vernutzende Lesen“ geäußert, das vor allem die linken Kritiker anwenden, um überall den diskreditierenden „Nazi“ zu entdecken. Mir scheint, vernutzendes Lesen hat sich längst auch in „unserer“ Ecke etabliert und vor allem, wenn es um Covid geht. Es wird begeistert gesucht nach jedem Unfall, nach jedem Versprecher, jeden verdrehten Zahl … und wenn man was gefunden hat – was an sich natürlich gut und richtig ist – dann wird daraus sofort auf das Gesamtfalsche geschlossen. Und diese Methode findet man leider sehr häufig, sie hat mir viele Seiten vergällt (Reitschuster z.B.)

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  3. Michael B. schreibt:

    daher zweifle ich an der Fähigkeit – sicher an meiner –

    Welche sollte in einem solchen Kontext sonst eine Rolle spielen? Natuerlich immer die Eigene. Zusammen mit

    weshalb meine zugegebenermaßen erbärmlichen Reflexionen

    … gewinne ich den Eindruck Sie versuchen hier einem vermeintlichen persoenlichen Angriff mit Polemik begegnen zu muessen, seidwalk? Ich schreibe nicht Kommentare, um Sie dumm dastehen lassen zu wollen. Fuer Leute die eine derartige Voreinschaetzung meinerseits erfuellen, schreibe ich gar nichts.

    mir fehlen […] Motivation

    Das kann ich nicht nachvollziehen, schon im ganz eigenen auch familiaeren Interesse moechte ich diesen Versuch an Gesellschaftsexperiment schnellsten beendet sehen. Dafuer lese ich auch Telefonbuecher, wenn es sein muss.

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    • Nein, Sie haben das in den falschen Hals bekommen. Ich bin mir tatsächlich bewußt, daß meine ganz persönlichen Überlegungen zu diesem Thema unterkomplex sind, allein schon weil mir der Einblick ins Fachgebiet fehlt. Dennoch muß ich mir ja, wie jeder Mensch, eine Position aneignen – eine Entscheidung wird ja jedem abverlangt. Weder hatte ich Ihre Worte als Angriff aufgefaßt noch war das Polemik. Die Motivation fehlt mir aus ebenjenem Grunde: Warum sich mit einer Sache abplagen, die unerreichbar ist (gemeint ist die biologische, virologische Seite der Debatte, nicht die gesellschaftliche)? Ich höre mir die verschiedenen Seiten an und das muß genügen. Meine Entscheidung zum Impfen ist eher eine habituelle als eine intellektuelle.

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      • Michael B. schreibt:

        Nein, Sie haben das in den falschen Hals bekommen.

        Das kommt vor. Nichts fuer ungut.

        eine Entscheidung wird ja jedem abverlangt.

        Ja, und ich weiss nicht, ob ich sie hinbekomme. Es ist verrueckt: Ich habe einen Beruf mit der ganz praktischen Moeglichkeit, jederzeit von ueberall zu arbeiten, wo es Internet gibt. Aber ich habe auch eine Familie, um die ich mich kuemmern muss. Mein juengstes Kind kommt naechstes Jahr in die Schule. Wir – zum groessten Teil meine Frau – haben es geschafft, sie froehlich aufwachsen zu lassen, auch in diesem Moment. Ein kleines Maedchen, das jeden Tag beweisen will, wie gross sie schon ist. Dann gibt es sehr alte Leute, die uns brauchen. Und es gibt Naechste, die die Gefahr bis jetzt nicht realisieren. Nicht realisieren wollen. Ich kann sie aber nicht im Stich lassen.
        Meine Familie ist gross, die Bindung zum Land und den Leuten stark, staerker als ich mir in meiner Jugend ausmalen konnte. Noch vor 10 Jahren steckte ich in einer realen Auswanderung. Jetzt kann ich nicht mehr weg und muss es hier austragen. Und das ist ein grosses Problem aber auch irgendwie – sinnvoll.

        Mein obiger Rat kommt aus folgender Beobachtung: Ich lese die einschlaegigen deutschen Seiten, reduziert, aber ich lese. Ich sehe in Reitschuster, in sciencefiles, gelegentlich in Tichy usw. Ich sehe die Wut dort, auch die staendigen Versuche mit Zahlen Anderer, Vermutungen zu Verschwoerungsvarianten, mit was auch immer, ebensolche Dinge einer Gegenseite zu trumpfen. Das Abarbeiten am Giftmuell der unredlichen Giftmischer, die damit aber den Takt vorgeben. Das ist mittlerweile ein nicht mehr diskreter, sondern praktisch ein kontinuierlicher Strom von Meinungen, Ereignissen, Ungerechtigkeiten und auch schon existentieller Bedrohung geworden. Ich spuere aber oft auch die Unsicherheit, die Fiebrigkeit, den Zweifel, doch nicht im Recht zu sein. Gegen diesen Zweifel ist Kenntnis der ersten Prinzipien hilfreich. Es geht nicht so sehr um den Umfang, es geht um ein individuell passendes Minimum. Es hat den Vorteil endlich zu sein – im Gegensatz zu den unendlichen manipulativen Tagesmoden. Das schafft wenigstens etwas Ruhe und Sicherheit im eigenen Selbst.

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  4. Michael B. schreibt:

    weiß aber nicht, ob ich prägnant in unter 5000 Worten erklären könnte, wo der Pferdefuß ist.

    Ja, das ist ein Problem. Es gibt eine Loesung, die darin liegt, sich die Primaerinhalte selbstzu erschliessen. Fuer die Tests – speziell PCR – ist das nicht sehr schwierig, fuer mRNA eigentlich auch nicht. Damit hat man eine Basis, aus der erst einmal die medizinischen Risiken deutlicher werden und ueberhaupt eigene Bewertungsfaehigkeit hergestellt wird. Mit ‚primaer‘ meine ich z.B. Dinge wie ein Lehrbuch aus einem biochemischen undergraduate curriculum (*). Grundlegende statistische Kenntnisse helfen gegen die Ueberschwemmung durch die entsprechenden erstickenden Griessbreiberge von „Studien“ und ‚Inzidenz‘-Betrachtungen, die taeglich ausgekippt werden.
    Ich hatte aus diesem Grund hier schon einmal ein Video des Coronaausschusses mit Zeitmarke und allem Drumherum (der Ausschuss neigt zu stundenlangen unstrukturierten Aufzeichnungen) eingestellt. Darin erklaert eine in der Form etwas unorganisierte, im Inhalt aber feste Biochemikerin den Ablauf der koerperlichen Reaktion auf eine mRNA-Injektion mit ausreichend vielen Schluesselwoertern zum Einstiegsgoogeln in das Thema.

    Das Hintertreiben dieses einfachen klassischen Goldstandards zum Wissenserwerb ist eine Kriminalgeschichte fuer sich, fuehrt bevor der Primaererwerb vollzogen ist aber gerade an den Punkt des selbstauferlegten ‚Laiensyndroms‘ des Seitenbetreibers, dem zu viele Leute ermuedet erliegen. Auch (und vordergruendig paradoxerweise gerade) wenn sie nachweisbar darin geschult sind, Meinungen verschiedener Mitspieler eines Problems zu analysieren und zu beurteilen. Letzteres ist aber Sekundaerinformation und der Unterschied zur fachlichen Grundlage ist hier absolut notwendig zu ziehen! Es wird wichtig bei Schluessen politischer und cui bono Betrachtungen der zweiten Ebene, benoetigt aber dringend den inhaltlichen Unterbau. Sonst wird man von den Profis der Metaebene manipuliert.

    (*) Das ist wie beim Klima mittlerweile teilweise nichttrivial – nicht die Inhalte selbst,das Auffinden. Ich bin sicher in so etwas geuebt. Als Mathematiker und Softwareschreiber in KI-Themen muss ich mir fortlaufend den background der Neurowissenschaften erarbeiten, in denen ich keine formale Ausbildung besitze. Aber die schon nichttrivialen inhaltlichen Schwierigkeiten hier sind wiederum einfach gegenueber dem Zustand in den politisch heissen Gebieten, auf die die dunkle Seite ihr Sauronauge geheftet hat und welche sie mit all ihren spezifischen Mitteln und Intentionen der Machtausuebung zu durchdringen angesetzt hat.

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  5. Stefanie schreibt:

    Ich will hier nicht allzusehr auf dei medizinischen Details eingehen, das ist erstens ein Fass ohne Boden und zweitens habe ich zwar viel gelesen und gehört, weiß aber nicht, ob ich prägnant in unter 5000 Worten erklären könnte, wo der Pferdefuß ist. Nur kurz: Sie persönlich werden von dem Impfstoff persönlich wohl nicht profitieren (rein statistisch gesehen, ich kenn ja Ihre Krankengeschichte nicht). Sie können auch andere dadurch nicht schützen (da Sie durch eine Injektion keine neutralisierenden IgA-Antikörper auf ihrer Schleimhaut entwickeln), wenn Sie sich ggf. im Winter mal Erkälten und SARS-Cov-2 sich auf ihren Schleimhäuten ein wenig vermehrt hat, ehe in den Mandeln die B- und T-Zellen zu arbeiten anfangen. Ihre älteren Bekannten, so sie sich vor der Krankheit fürchten, profitieren möglicherweise psychologisch, allerdings nur solange, bis sie im Herbst einige Impfdurchbrüche im Bekanntenkreis mitbekommen haben werden.

    Zur RNA- und auch Vektorimpfung: denken Sie bei diesen Verfahren am besten an das Märchen vom Süßen Brei: Sie kriegen ein Protein-Kochrezept in die Zellen geschleußt und Ihre Ribosomen fangen fleißig an zu kochen. Anschließend verteilt sich das Spike-Protein über die Blutbahn und richtetet nebenbei ein paar Gefäß-und ggf. auch Organschäden an. Irgendwann kommen Ihre T-Killerzellen ins Spiel und schießen (Töpfchen steh!) die Protein auscheidenden Zellen ab. Oder anders ausgedrückt: Sie bekommen keine vorher festgelegte Dosis einer biologisch aktiven Substanz, sondern es hängt vom Glück und Ihrem Immunssystem ab, wo, wieviel Spikeprotein exprimiert und alloziert wird. Das ist ein Grundsätzliches Problem bei allen gentechnischen Verfahren: über die tatsächliche Expression in der Zelle und damit implizit im Zielorganismus haben wir (noch?) keine Kontrolle. Bei den gentechnisch manipulierten Pflanzen wird im Anschluß noch einiges an ganz altmodischer Züchtungsarbeit gemacht, um letztlich die Pflanzen vom gewünschten Phänotyp zu erhalten.

    Eigentlich habe ich dazu schon wieder zuviel geschrieben, denn letzlich wollte ich auf den politischen Teil des Impf-Problems hinaus, genauergesagt auf den Immunitätsnachweis, den Sie in Zukunft, ganz bequem, auf Ihrem Smartphone an jeder Würschtlbude vorzeigen können. Zwar sind sie von der Planlosigkeit all diese Pandemieexzesse überzeugt, aber dieses praktische Werkzeug ist nicht mal eben in den letzten Monaten vom Himmel gefallen, sondern man konnte-welch glücklicher Zufall!- auf einen bereits fahrenden Zug aufspringen:

    https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_pandemie_nach_gleichschritt_plan

    (Dort können Sie Norbert Häring verfolgen, der Ihnen von dem bereits 2018 angeschobenen Projekt ID2020 und dem Known-Traveller-Programm berichten kann)

    Selbst wen sich nächstes Jahr die große Impfernüchterung einstellt und die Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte wegfallen sollten, bleibt uns diese Infrastruktur sicherlich erhalten, so wie das Schuhe ausziehen am Flughafen und all die anderen Anti-Terror-Maßnahmen nach 911. Letztendlich etabliert sich damit eine weltweite, privatwirtschaftlich kontrolllierte Paß-Agentur, um die herumzukommen faktisch unmöglich werden wird. Das ganze wird in den nächsten Monaten versucht werden durch „Unbequemlichkeiten“ für Ungeimpfte, die sich in vielen Fällen wohl zu existenziellen Unmöglichkeiten auswachsen werden, durchzudrücken. Es kann durchaus passieren, daß auch ich eine Möglichkeit finden werden muß, einen entsprechenden Nachweis zu bekommen. Allerdings halte ich einiges an Unbequemlichkeit aus.

    Ach so, den Maggus hatte ich noch ganz vergessen: „Die Leute sollen nicht glauben, daß es mit zwei Pieksern getan ist…“
    Wie praktisch, daß diese Impfungen so schnell verfallen: Sechs Monate und man verwandelt sich vom solidarischen Musterimpfling zurück zum unverantwortlichen Impfmuffel.Die im Februar durchgeimpften zählen da jetzt ja schon dazu, sofern sie sich nicht haben „boostern lassen.“ Mal sehen wie hoch die Impfquote in einem Jahr noch sein wird.

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    • @ Stefanie

      Das klingt alles sehr überzeugend, zumindest aber beeindruckend – dennoch übersteigt es mein Beurteilungsvermögen. Ganz sicher könnten kundige Impfbefürworter ähnlich beeindruckend argumentieren. Mir bleibt nur die Rolle des Beobachters, ohne eine Position tatsächlich vertreten zu können. Risikobehaftet sind offensichtlich beide Wege. Warum? – weil es ein Leben ohne Risiko nie geben wird und weil jede Lösung schon immer auch der Beginn des kommenden Problems war.

      Soweit ich es verstehe, ist das Risiko ernsthafter Folgen durch eine Impfung kurzfristig signifikant geringer als das einer Erkrankung. Das spräche für die Impfung.
      Vollkommen offen jedoch sind die Langzeitfolgen, auch generationenübergreifend, und das liegt an zwei Tatsachen: es werden neue und weitgehend unerforschte, aus objektiven Gründen kaum getestete Techniken verwendet und es findet mit der Massenimpfung ein Massenexperiment statt, das eine Eigendynamik entwickeln kann, deren Folgen vollkommen offen sind. Es war Lauterbach selbst (8:30), der vor ein paar Wochen auf die Tatsache hingewiesen hatte, daß wir uns in einer historisch neuen Situation befinden und zwar in der Geschichte der Menschen und in der Geschichte der Viren(!). Denn zum ersten Mal sieht sich „ein Virus“ durch den Impfangriff einem globalen Gegner gegenüber und das setze ihn unter einen unnatürlichen Mutationszwang und wohin der führt, kann keiner sagen. Impfen könne sich demzufolge historisch ebenso als Nachteil erweisen …

      @ Michael B.

      … daher zweifle ich an der Fähigkeit – sicher an meiner – sich die Primärinhalte erschließen zu können. Vielmehr habe ich den Eindruck, daß selbst die Protagonisten ohne wirkliches Verständnis der Primärinhalte agieren, zumindest was dieses konkrete Virus betrifft. Natürlich kann jeder für sich selbst entscheiden, wie weit er in die Materie eindringen will – mir fehlen Zeit und Motivation, dies extensiv zu tun. Viel mehr interessieren mich die philosophischen Fragen und diese haben sich dadurch nicht geändert, sie sind höchstens dringlicher geworden. Insofern stehe ich zum selbstauferlegten Laiensyndrom – weshalb meine zugegebenermaßen erbärmlichen Reflexionen darüber niemanden dazu verführen sollten, sie zu übernehmen.

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