Mein Corona Update

Vor einiger Zeit schrieb ich eine kurze persönliche Darlegung der Gründe, warum ich nicht oder noch nicht geimpft bin, endete aber damit, meine Entscheidung jederzeit neuen Lagen und Erkenntnissen anzupassen.

Eine neue Größe ist offenbar das zunehmende Einsamkeitsgefühl. Vor ein paar Tagen rief mich jemand an und fragte, ob wir noch dabei wären, auf der richtigen Seite stünden oder ob wir auch schon umgekippt seien. Im dortigen Umfeld klappten die Leute zunehmend um und ließen sich impfen, was demnach einer Niederlage gleicht.

Es ist ein ganz normaler psychischer Vorgang, daß dieses Einsamkeitserlebnis Druck kreiert und Ängste schafft. Hinter dieser Dynamik verbirgt sich – so meine These – auch ein wesentliches Agens der Pressionen, die Politik, Medien und nun auch Teile der globalen Wirtschaft auf Ungeimpfte ausübt: weil der Nachbar impft, müssen wir es auch tun, denn wenn bei uns die Leute sterben sollten und drüben nicht, dann sind wir politisch erledigt. Es ist wie beim Arzt, der sich schuldig macht, wenn ein Patient unbehandelt stirbt, aber bei Behandlung exkulpiert ist, selbst dann, wenn er durch die (gängige) Heilmethode stirbt. Das führt zu einer fatalen sozialpsychologisch erklärbaren Kettenreaktion, der sich kaum ein Politiker entziehen kann. Am Ende zählt immer der gute Wille.

Dahinter eine einzige dunkle Macht im konkreten Verständnis zu sehen, halte ich für falsch. Es ist zum einen der Zeitgeist, der uns hier in die Kandare zwingt, denn eine Gesellschaft, der nur noch die „therapeutische Utopie“ (Sloterdijk) bleibt, deren letztes Versprechen in sinnentleerten Lebenswelten ist, wenigstens dieses leere Leben so lang wie möglich zu verlängern und fit und faltenfrei zu halten, muß in fast allen Problemlagen eine medizinische Lösung präsentieren. Die gigantische Macht der Pharmariesen ergibt sich daraus und ist nicht, wie man in bestimmten Kreisen als gesichert annimmt, Treiber dieser Spirale bzw. doch nur auf zweiter dialektischer Ebene.

Die Tatsache, daß man die Impf-Propaganda weltweit hört, über alle politischen, gesellschaftlichen und weltanschaulichen Grenzen hinweg, scheint mir in den diversen Verquerszenen nicht genug gewürdigt zu werden. Es ist doch kaum anzunehmen, daß man von Kuba bis Nordkorea, von Norwegen bis Südafrika, von Ungarn bis Deutschland, von Saudi Arabien bis Monaco … mehr oder weniger das gleiche Lied hört, natürlich in spezifische Melodien verpackt. Länder wie Kuba, Iran, Indien, China haben ihre eigenen Impfstoffe und vermutlich gänzlich ohne Bill Gates oder Pfizer entwickelt. In Ungarn etwa treffen sich Orbán und die Opposition in diesem Punkt komplett – in allen anderen widerspricht man sich notorisch …

Die wenigen Ausnahmen gehen meist auf psychisch labile, narzißtische Autokraten wie Lukaschenko, Bolsonaro oder Trump zurück und auch die mußten schon längst im Realitätscheck zurückrudern. Und daß ausgerechnet Schweden, das hyperliberale Land, das sich bereits selbst quasi via Masseneinwanderung zerstört hat, jenen Kurs fährt, denn man in rechten Kreisen nun als Vorbild erachtet, ist auch eine schöne Ironie der Geschichte. Die Schweden haben sich damit zumindest – Corona sprengt alle herkömmlichen weltanschaulich-politischen Zuordnungen – partiell jenem sozialen Druck entzogen, dem fast alle Politiker und auch die meisten normalen Menschen unterliegen.

Er wird im privaten Umfeld nicht nur durch die Umfaller, sondern auch durch die Wegfaller erhöht. Immer mehr Menschen unter den Ungeimpften haben sich mittlerweile infiziert und bisher habe ich noch keinen gehört, der diese Erfahrung genossen hat. Im Gegenteil, auch im privaten Umfeld gab es nun ernsthafte Hospitalisierungen und auch einen Todesfall, den eine Impfung vermutlich verhindert hätte.

Das geht nicht spurlos an mir vorüber. Man hat sich in jahrelangem Training eine gewisse Resistenz angeeignet, Einzelschicksale zu verallgemeinern, aber Menschen sind nun mal Nähewesen und können sich objektiv den unmittelbaren Erfahrungen nicht verwehren, bei aller Abstraktionskunst. Den Draufblick bewahren, das ist die philosophische Devise, aber die Psyche hat ihre eigenen Regeln.

Auch Fälle wie Kimmich und Choupo-Moting hinterlassen einen Eindruck. In Ungarn ist vor wenigen Stunden der legendäre Sänger der Gruppe „Omega“ ungeimpft gestorben, sicher im 78. Lebensjahr, aber doch als Vater kleiner Kinder, die er gern aufwachsen sehen wollte, und der durchtrainierte Turnmeister Szilveszter Csollány, Jahrgang 1970, hat nun auch das Atemrohr im Hals …

Nach dieser Welle seien alle entweder geimpft, genesen oder gestorben, so hatten die beiden Gesundheitsminister getönt. Nun, ich gehöre noch immer zu den anderen. Auch wenn ich versuche, mich nicht zu sehr von diesen Gedanken kapern zu lassen um meine eigentliche Arbeit fortzuführen, so verging wohl kein Tag, an dem ich mir nicht die Frage gestellt habe: ist jetzt der Moment? Solltest du deine Entscheidung umstoßen? Sie war auf jeden Fall wackliger geworden.

Doch dann habe ich mir immer wieder die statistische Realität vor Augen geführt: „Von 95.485 Toten entfallen 4692 in die Altersgruppe unter 60 Jahre“ (Stand Mitte November) und auch unter diesen dürften viele an Vorerkrankungen gelitten haben. Die Frage ist nicht: geimpft oder ungeimpft? Das ist zu pauschal und zu hektisch, auch wenn die Medien dieses Narrativ unermüdlich bedienen. Die Frage ist: Alt oder vulnerabel geimpft oder ungeimpft?

Hinzu kommt das Phänomen der Impfdurchbrüche und die sich daraus ergebende Logik der Booster-Impfungen, die zudem in immer kürzeren Abständen notwendig werden. Wir sehen: die Impfstoffe wirken nicht bzw. nicht so, wie man es sich dachte, die Realität ist stärker, „die Wissenschaft“ tappt noch immer in weiten dunklen Bereichen – das alles ermuntert mich nicht, mich ihr gerade jetzt anzuvertrauen. Das Virus ist noch ein zu großes Mysterium – der „Impf“stoff auch -, um schon letztgültige Urteile fällen zu können.

Und nun kommt der Gamechanger „Omikron“ hinzu. Die ersten bescheidenen Erkenntnisse lassen auch den Schluß zu, daß es ein Vorteil sein kann, weder geimpft noch genesen zu sein – die Daten sind freilich noch vage. Wenn aber die Voraussagen stimmen, daß sich Omikron innerhalb weniger Wochen durchsetzen wird, und wenn es tatsächlich weniger gefährlich sein sollte, dann liegen gute Gründe vor, die bisherige Strategie fortzuführen: entweder ansteckungsfrei zu bleiben oder – wenn schon, denn schon – dann bitte mit Omikron. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Überlegungen standhalten. Der Impuls, sich ausgerechnet jetzt impfen oder auch nur boostern zu lassen, scheint mir im Moment so niedrig wie seit langem nicht mehr.

Diese Entscheidung – um das noch einmal deutlich zu machen – treffe ich nicht aus Widerstand oder einem ominösen Durchhaltevermögen oder einem Zugehörigkeitsgefühl zu einem bestimmten Milieu oder aus politischer Überzeugung, sondern einzig und allein aus medizinischer Risikoerwägung in meinem ganz persönlichen Fall. Wer andere Einschätzungen trifft, hat ebenso meinen Segen. Nach wie vor halte ich die Impfung für vulnerable Gruppen als beste Lösung, nach wie vor stelle ich meine Entscheidung permanent auf die Probe und halte mir frei, sie jederzeit zu aktualisieren – solange man mir die Freiheit dazu noch zugesteht.

19 Gedanken zu “Mein Corona Update

  1. Michael B. schreibt:

    Einsamkeit ist einer der Ausgangspunkte des folgenden Videos zu einer Interpretationsebene des Covidproblems als einer Massenpsychose. Vielleicht ist das hilfreich zur Erklaerung der „Weltweitheit“ ueber Gesellschaftsunterschiede hinweg.

    Interessant dahingehend sind schon die relativ zu Beginn dort gebrachten hohen Zahlen zur Empfindung der Sinnlosigkeit der eigenen Arbeit und Rolle in der Gesellschaft durch den Einzelnen (als einer der Bedingungen fuer die Psychose), die schon Jahrzehnte auf entsprechendem Niveau existieren.
    Sie scheinen mir zwar immer noch staerker westlich gepraegt und erhoben, das wird aus dem Interview z.T. nicht ganz klar (es gibt aber auch spezifischerere Aussagen), liefern aber trotzdem einen nachvollziehbaren Ansatz:

    https://www.peakprosperity.com/mattias-desmet-on-mass-formation/

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  2. Nordlicht schreibt:

    Es bleibt dabei: Wir lassen uns nicht impfen, weil wir nach individueller Abwägung die Risiken mit den neuen Stoffen für unüberschaubar, die Corona-Risiken für mässig halten.

    Ok- wir sind im Ruhestand, sind nicht erpressbar und haben darüber hinaus wenig Kontakte mit Fremden, was die Infektionsrisiken gering hält. Wir fahren lieber mit dem Auto als mit der Bahn, und verausgaben uns nicht in Diskos. Obwohl dem Alter nach Risikogruppen angehörig, sind wir vom Verhalten her wenig bedroht.

    Die Impfung differenziert die Risiken jedoch nicht nach Verhalten, insofern ist bei uns das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Impfung sehr viel ungünstiger, als wären wir zB Sozialarbeiter oder Kellner. (Als Ärztin im Dienst würde meine Frau sicherlich anders abwägen.)

    Sollte dieser Staat versuchen, uns zur Impfung mit diesen Stoffen zu zwingen, würden wir durch alle Instanzen dagegen klagen. Und ins Ausland ziehen, denn im Gegensatz zu den Andeutungen im Text wird es weder in den USA noch in China noch in Polen noch in der Schweiz noch in Schweden eine allgemeine Corona-Impfpflicht geben.

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  3. wikilurkep schreibt:

    „Die Welt verkommt, weil sich die Gedankenlosigkeit virulent verbreitet!“

    Ist Covid Ursache oder Wirkung?
    Diese Frage möge jeder für sich selbst beantworten. Meines Erachtens gibt es hierzu nur zwei inhaltlich völlig konträre Möglichkeiten. Zu 99% wahrscheinlich ist der Tiermarkt in Wuhan bzw. der „Laborunfall“. Aber besteht nicht ein minimales Restrisiko, dass die „Fledermaus“ auf dem Rücken einen Rucksack hatte in welchem keine dampfenden Bratkartoffeln waren, hatte sie zwei Beine…? Was für ein kruder Gedanke, Science-Fiction oder kranke rechtsradikale Verschwörungstheorie?
    Cui bono?
    Ein Blick in die Geschichte unterschiedlicher Epochen könnte Licht ins Dunkel bringen.
    Hat Kaiser Nero Rom angezündet um die Tat den Christen unterzuschieben? Möglich und nicht ganz abwegig, aber historisch nie zweifelsfrei bewiesen, ergo Restrisiko.
    Haben die Nazionalsozialisten am 27. Februar 1933 den Reichstag in Brand gesteckt oder war es der holländische Kommunist? Cui bono? Aber historisch bewiesen wurde die Variante mit den den Nazis als Brandstifter nie = Restrisiko.
    Hätte je ein normaler Amerikaner auch nur ansatzweise geglaubt, dass ein amerikanischer Präsident in die Büros eines politischen Widersachers einbrechen lässt um „Wanzen“ zu installieren? Abenteuerliche Vorstellung, dennoch war es die Realität.
    So unglaubhaft ob des äußeren Scheins, es gibt nichts was nicht möglich sein könnte…
    Nachfolgend mein privates „Corona-Nähkästchen“:
    Im Februar 2020 verabschiedete ich mich Freitag Nachmittag von meinem Arbeitskollegen im Büro, er hatte mit seiner Frau einen Kreuzfahrturlaub beginnend in Singapur geplant und sich verständlicherweise schon Tage vorher darauf gefreut. Etwa eine Woche vorher wurden die ersten Meldungen bezüglich des Virus über die Nachrichten in Europa verbreitet. Ich verabschiedete mich von meinem Arbeitskollegen mit den üblichen Wünschen den Urlaub zu genießen und ich weiss nicht welcher Teufel mich geritten hatte, gab ihm mit auf den Weg „Passt auf euch auf, die Nummer mit dem Virus ist diesmal kein Spaß“. Er fragte ungläubig was ich mit „diesmal“ meinte. Ich beschwichtigte und wünschte nochmals schön Urlaub….
    Ich hatte bereits die ganze Woche ein komisches Gefühl konnte es nur nicht sofort verorten woher meine Unruhe kam. Es kennt wohl jeder, das sogenannte „Déjà-vu“. Mich hat es an diesem Freitag Abend ereilt, wie auf Fingerschnipp war „Es“ da.
    Im Mai 2013 war eine meiner beruflichen Aufgaben die Errichtung einer Radwegbrücke über die Weiße Elster, wer sich noch erinnern kann, aus dem Frühjahrshochwasser 2013 resultierten beträchtliche Schäden an der Infrastruktur. Dr.Google sei Dank (oder auch nicht) landete ich durch Zufall während meiner beruflichen Recherchen auf einer Risikoanalyse an den dt.Bundestag zu „Schmelzhochwassern aus Mittelgebirgen“. Hat mir nicht viel weitergeholfen bei meiner eigentlichen Suche bezüglich den Schäden an der Baustelle an der Weißen Elster. Ich hab mir das dennoch angesehen, da es zwar nicht relevant aber zumindest inhaltlich interessant war.
    Man möge mich einen geistig Verwirrten, einen Nazi oder dergleichen rufen……..Restrisiko: Die Drucksache 17/12051 (frei verfügbar auf bundestag.de) besteht aus zwei Risikoanalysen. Teil zwei beschäftigt sich mit einer Viruspandemie, ich würde es eher als eine Art Drehbuch der vergangenen 21 Monate und der nächsten Jahre bezeichnen.
    Würde ein normaler Mensch für sich allein Samstags 20 Brote kaufen um am darauffolgenden Dienstag 18 Brote wegzuwerfen, da sie ungenießbar, weil knochenhart sind? Nein, zumindest niemand mit ein wenig gesundem Menschenverstand.
    Wer legt sich einen Vorrat an Impfstoffen an, größer als der Bedarf und vor Ausbruch der „Pandemie 2009“, wer macht das?
    Mein „diesmal“ heißt H1N1 und ich erlaube mir ob des Restrisiko’s zu fragen: cui bono?

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  4. Andreas R. schreibt:

    Gefunden bei klonovsky:
    „Ich hätte ja gar nichts gegen eine Impfpflicht wegen Covid, aber sollte man nicht zuerst einen wirksamen Impfstoff entwickeln? Ansonsten ist die Debatte doch arg akademisch.”
    ….oder wenigstens eine ordentlich zugelassenen Impfstoff, der wirklich ein Impfstoff ist ??

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    • @ Andreas R.

      Kann man so sehen. Beschreibt aber nur eine Seite eines mindestens dreiteiligen Problems.

      Die andere enthält die Frage nach der tatsächlichen Gefährlichkeit des Virus – ob diese überhaupt eine Impfung, ganz gleich welcher Art, rechtfertigt. Da die Risiken sehr unterschiedlich verteilt sind, sollte es hier auch sehr unterschiedliche Zugänge geben. Kinder wären demnach vollkommen raus, Ältere hingegen könnte man evtl. auch verpflichten-

      Aus diesem Urteil ergibt sich dann die juristische Frage einer Impf-Pflicht. Da dies ein massiver Eingriff in die Grundrechte ist – Recht auf körperliche Unversehrtheit – sollte eine sehr dringende medizinische Indikation bestehen. Eine allgemeine Impfpflicht scheint mir in diesem Fall keinerlei med. oder jur. Grundlage zu haben.

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  5. Warum lässt man sich nicht einfach impfen und hilft dabei mit, dass es nicht eines Tages zu Schlägereien vor den Krankenhäusern um freie Betten kommt? Kann ja immer noch passieren (und fast wünscht man sich, manche Regionen würden diese Erfahrung machen müssen, aber das ist schon wieder unangebrachter Hochmut).
    Warum analysiert man richtigerweise, dass der Virus noch lange nicht verstanden ist (ach diese ewig langsame Naturwissenschaft) und glaubt gleichzeitig daran, den eigenen Organismus so gut zu kennen, dass da sicher keine Vorerkrankungen lauern, die einen „vulnerabel“ machen? Auch ein eigenartiger Hochmut. Oder Verblendung? Wie hat Alicia Keys, die göttliche Göre aus Hell’s Kitchen eben gesagt, auf die Frage, was die Tarotkarten ihr sagen sollen: „Was brauchen die Menschen jetzt am meisten von mir?“ Von ihr vielleicht weiterhin Musik. Für alle Minderbegabten reicht es, sich impfen zu lassen. Ein großer Dienst an der Gesellschaft.

    Seidwalk: Die Antwort ist einfach. Ich bin nicht so klug und verständig wie Sie.

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  6. Otto schreibt:

    Meiner vollkommen konkordante Einschätzung der Lage. Seit gestern ist meine Mutter (84) – etwas übergewichtig – coronakrank, und ich – selber ungeimpft – gebe ihr den Rat, doch die Ärztin zu fragen, ob nicht schon herkömmliche Vakzine greifbar sind. Hatte am 30. 10. die Idee, um den ewigen Diskussionen zu entgehen, mich impfen zu lassen, doch da stand in den Losungen „Ich der Herr, bin dein Arzt“. Heute steht drin: Der Herr macht zunichte die Pläne der Völker. Ich denke: Soll er ruhig! Aber gründlich!
    Impfgegner ist eine Kampfvokabel, sui generis. Als ob diejenigen, die die Impfung bisher verweigern, Gegner des Impfprinzips sind. Sie sind alle geimpft schon in ihrem Leben, sie wollen aber nicht Versuchskaninchen für ungenügend erprobte Impfstoffe sein. Natürlich gibt es prinzipielle Impfgegener, aber die sind von den 13 Mio in D vllt 1%
    Ausserdem ist für zu viele zu deutlich, dass die Mächtigen mit und hinter der Coronakulisse, ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Und es ist auch nicht so, dass sie über den grossen Reset nicht reden.
    Ich weiss nicht, warum Sie über Einsamkeit so klagen. Einsame Tage sind Tage, an denen man besonders viel schafft, wo es keinen Ärger und kein Generve und keine Reibereien gibt, keine unpassenden Worte, nur Sonnenschein.

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    • Nochmal zum Thema Einsamkeit – das ist offenbar nicht recht klar geworden. Nicht ich klage über Einsamkeit, sondern ich sehe, daß andere darunter leiden. Vermutlich hätte ich besser das Wort „Alleinsein“ verwenden sollen und zwar allein sein mit seiner Position in der gewohnten sozialen Umgebung. Darunter leiden offensichtlich viele Menschen, zumal die Toleranzschwelle und die Einfühlungsschranke, die Akzeptanz der anderen Meinung unter den schon Heiligen kontinuierlich und rapide sinkt. Durchaus verständlich: Geimpftsein ist in der vorherrschenden aufgeheizten Situation immer schon ein lebender Vorwurf an die Ungeimpften und natürlich müssen sich diejenigen, die den Schritt gegangen sind fragen, warum DU es noch nicht getan hast. Das geht bis in Familien und Ehen. Und wenn man dann niemanden hat, der verständnisvoll reagiert, wenn dann auch noch die wenigen „überlaufen“ – aus welchen Gründen auch immer – mit denen man bisher noch dieses eine Merkmal teilte, wenn die vielleicht auch noch zu agitieren beginnen, dann muß das zwangsläufig zur Empfindung des Alleinseins führen. Folglich sucht man nach Verbündeten, um sich seiner eigene Vernünftigkeit noch zu versichern – denn dran beginnt man zu zweifeln, wenn man allein ist mit seiner Position. Das ist in der Psychologie zur Genüge erforscht – man denke nur an das Asch-Experiment, das tausendfach bestätigt wurde, oder an MIlgram.

      Was nun meine Lage betrifft: Weder Einsamkeit noch Alleinsein sind ein Problem. Im Gegenteil, mir wäre es lieb, noch weniger Kontakte zu haben – coronaunabhängig – und Menge durch Qualität zu ersetzen. Aus diesem Grund nehme ich auch kaum Telefonate an und ignoriere hin und wieder auch das Klingeln an der Tür. Ist sowieso alles für meine Frau … und das ist gut so.

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      • Michael B. schreibt:

        Nur nebenbei:

        Weder Einsamkeit noch Alleinsein sind ein Problem.

        Zwei sehr verschiedene Sachen. Die Erste ist immer ein Problem.

        Zum realen Problem mit den Experimenten gesprochen: An Asch und Milgram sind wir schon bald vorbei – oder besser, die sind mittlerweile in fast voller Schoenheit in neuer Form unuebersehbar im Taeglichen integriert – aber Stanford zeigt sich am Horizont. Und da hoert es halt irgendwie doch dringend auf mit der ausschliesslichen Rederei um eigene Befindlichkeiten.

        Covid ist dahingehend nicht schwer. Etwas naturwissenschaftliche Bildung laesst zuerst genuegend Fragen entstehen. Dieses Level erfordert ueberhaupt nicht, selbst Antworten geben zu koennen. Der Umgang mit diesen Fragen durch andere Mitspieler in Machtpositionen allerdings – zu dem auch gezielter Nichtumgang gehoert – ist vollstaendig hinreichend, um sich quer zu stellen. Das ist dann wiederum eine Frage der politischen Bildung, in den allermeisten Dingen genuegt auch diesbezueglicher Instinkt. Der Rest ist Ziehen eigener Konsequenzen, Neusprech: „Radikalisierung“. Auch und gerade ‚kritische‘ Intellektuelle sind dieser Sprache gegenueber selbst anfaellig. Und zwar aus dem Grund, die eigene sichtbare Positionierung in Handlung zu vermeiden. Die Strasse sagt: Zu feig.

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        • Borsalino schreibt:

          „Und zwar aus dem Grund, die eigene sichtbare Positionierung in Handlung zu vermeiden. Die Strasse sagt: Zu feig.“

          Und da sind wir dann wieder beim Asch-Experiment, das auf sein Wesen reduziert auch das Ergebnis der jeweils genossenen Bildung und Erziehung repräsentiert.

          Das Letztgenannte berücksichtigend sind wir heute Zeugen einer zivilisatorischen Katastrophe. In vielen Blogs kann man lesen, dass die Gesellschaft heute die Wissenschaft betreffend auf ein voraufklärerisches Niveau zurückgefallen sind. Da ist leider sehr viel dran.

          Auch wenn theoretisch das Allerschlimmste noch verhindert werden kann, so sieht es praktsich danach aus, dass dieses Land, sein Volk und vor allem seine Intellektuellen (!!!) ihre jeweiligen Lektionen aus der jüngeren Geschichte nicht gelernt haben.
          Damit ist nicht gemeint, ob nun pro oder contra richtig oder falsch ist. Es ist gemeint, dass die Gesellschaft keine ressistenten Strukturen gegen mißbräuchliche äußere und innere Einflüsse in der Lage war aufzubauen – Bildung, Wissenschaft, Politik, Gesellschaft … , die sie wiederum in die Position versetzen würden, eine der Situation angemessene strikt lösungsorientierte jedoch ergebnisoffene Diskussion zu führen UND DANN zu entscheiden, welcher Weg wie gegangen werden soll. Als Instrument bietet sich zuallererst das Grundgesetz an. Doch dazu gehört eben vor allem anderen der unbedingte Respekt vor ihm und dessen allumfassende Achtung.

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          • Michael B. schreibt:

            Es ist gemeint, dass die Gesellschaft keine ressistenten Strukturen gegen mißbräuchliche äußere und innere Einflüsse in der Lage war aufzubauen

            Das ist ein Punkt, ueber den ich immer wieder nachdenke. Auch wenn er i.M. fuer mich wie gesagt nicht Prio 1 darstellt, eher eine andere Ebene.

            Ich zitiere immer wieder gern den Herrn Gallina mit seinem kurzen interessanten Artikel zum Gewaltenteilungsprinzip des alten Venedig, einem Teilaspekt der Frage:

            https://www.marcogallina.de/traktate/die-vorteile-des-venezianischen-aemtersystems/

            Das hat eine Nichtdemokratie geschafft (erwaehnt, weil Demokratie Gewaltenteilung gern als sozusagen eigenstes Fleisch deklariert).
            Dass das funktioniert erfordert aber klaren Blick auf die Realitaeten. Das hatte Venedig als Ganzes verinnerlicht. In seiner Lage als winziges Gebilde umgeben von aggressiven auch grossen Nationen musste es die tatsaechlich besten Mittel fuer die eigene Aufstellung benutzen, keine Augenwischerei. Deswegen hat es das Prinzip auch praktisch stringent gehandhabt. Ich schliesse weitergehend, dass jede Struktur nur durch eine Idee (und auf Dauer gesehen muss diese eine reale richtige Einsicht darstellen) dahinter gehalten werden kann. Und dahingehend ist der Westen mittlerweile voellig entleert. Jede Religion und auch Ideologie wischt mit ihm bald den Boden auf, denn seine ueber diese hinausgehenden originaeren Staerken beseitigt er mit Hingabe in aller Gruendlichkeit selbst.

            Westliche Demokratien zeigen hier einen grundlegenden Webfehler. Nicht sie ausschliesslich, aber ihre Strukturen – auch die Fundamentalsten – zeigen sich extrem anfaellig gegenueber dem Irrationalen (da das Gegengewicht i.S. o.g. Idee fehlt). In Deutschland noch verstaerkt durch das Prinzip betreuter – speziell Aussen- – Politik seit dem zweiten Weltkrieg, ob nun durch Russen oder Amerikaner. Das verhindert auch heute noch den o.g. unverstellten Blick der Venezianer in diesem Land. Auch die deutsche spezifische Form an Unterordnung unter Struktur wie gegenwaertig im Ausbau der EU zum supranationalen Gebilde zu sehen, findet hier noch extra fruchtbaren Boden, zusaetzlich zum historisch Vorhandenen deutscher Mentalitaet. Das ist eine Giftmischung an Unmuendigkeit.

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            • Borsalino schreibt:

              Vielen Dank für den interssanten historischen Exkurs ins Venedig des Mittelalters. Ich gebe es gern zu, ich wußte davon bislang so gut wie nichts. Vor dem Hintergrund der heutigen Geschehnisse erscheinen jedoch viele mögliche Lösungen für staatliche Strukturen bedenkenswert.

              Vor vielen Jahren fragte mich ein Iraner bei einer politisichen Diskussion: Welche Staatsform ist die beste für das Volk? Seine Lösung: Eine Monarchie unter Führung eines wirklich unabhängigen, aufgeklärten, also umfassend gebildeten Monarchen.

              Es dauerte bei mir einige Zeit, um zu verstehen, was er meinte. Ich wage zu behaupten, dass ein Monarch dieses Typs den derzeit grassierenden Irrsinn nicht zugelassen hätte.

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              • Da springt er wieder aus der Kiste, der ewige Traum seit Platon vom guten Philosophenkönig in einem autoritären Staat. Eine Utopie für Unmündige, mehr nicht. Hat es nie gegeben, wird es nie geben, außer vielleicht im Jenseits, wer weiß das schon?

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                • Borsalino schreibt:

                  Lieber lynx,

                  ja, mag sein. Eine Utopie schließt für mich allerdings die Diskussion um den besten Weg ein. Und das sollten wir tun, über jegliche Alternativen nachdenken und streiten – nachdrücklich und auch vernehmlich – um den Menschen insgesamt wieder eine Perspektive zu geben. .
                  Diese derzeitige Dystopie – entwachsen ohne Übergang und ohne jeglichen parlamentarischen Widerstand (von Protesten im Parlament hat man erst recht nichts gehört) der sogenannten demokratischen Verfasstheit der deutschen Nachkriegsordnung – in der wir uns gerade befinden und die ja noch lange nicht bis zur Neige ausgekostet ist, wird uns ein sehr böses Erwachen bringen.

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        • Robert X. Stadler schreibt:

          „Und da hoert es halt irgendwie doch dringend auf mit der ausschliesslichen Rederei um eigene Befindlichkeiten.“

          Der medizinisch-rationale Zugang ist zunächst auch meiner, und er unterscheidet sich eigentlich nicht von einer allgemeinen Rationalität, die das soziale Umfeld in Rechnung stellt. Doch könnte man irgendwann an erster Stelle die Pflicht sehen, das Los der Ausgegrenzten weiterhin zu teilen, obwohl – gerade weil – der Ausweg so einfach wäre.

          Bis zu einem gewissen Punkt. Jeder Mann hat nicht nur seinen Preis, sondern auch den Druck, den er nicht mehr aushalten will.

          Ähnliche Motive jedenfalls scheinen bei nicht wenigen – den „Radikalisierten“ – in den Vordergrund zu treten.

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  7. Bahroschüler schreibt:

    Ich stimme Ihnen zu. Diese Art abzuwägen, sich betreffen zu lassen und dennoch dabei kühl zu bleiben, entspringt langer philosophischer Schulung. In die Vereinsamung führt ein solches Denken, da es sich dem Anschluss an Ideologien und die sie repräsentierenden Gruppen enthält. Aus der Einsamkeit kommt ein solches Denken, insofern es sich als ein offenes und offen philosophisches ausweist.
    Wenn Sie nun die Frage des Impfens im Zusammenhang mit sozialer Einsamkeit betrachten, zeigt sich diese (auch) als eine Frage der psychischen Gesundheit.
    Wenn auf allen Seiten ein Mangel an Informationen herrscht und die daraus resultierenden Leerstellen in den Begründungszusammenängen von Handlungen mit Konformitätsdruck und Hysterisierung überspielt wird, dann ist man auf sich zurückgeworfen – auf seine Fähigkeit zur Intuition, zum Vertrauen, zur Abwägung und zur Entscheidung.
    Das war und ist in der Regel eine Überforderung, die auch geübte Geister in einem alten Glauben und der dazugehörigen Organisation oder in einem der neueren Zuflucht nehmen lässt.
    Dem nicht nachzugeben und damit die individuelle Impfentscheidung nicht zu kontaminieren, ist das was am Ende bleibt – und das unabhängig von der Ausrufung einer allgemeinen Impfpflicht. Verpflichtet mich diese zum Widerstehen, wenn sie unzureichend begründet ist, doch welchen Sinn hat ein Widerstehen, das sich selbst als notwendig unzureichend informiert weiß.
    Ich bin auf Ihren Beitrag gespannt, wenn es soweit ist.

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    • Borsalino schreibt:

      „Dem nicht nachzugeben und damit die individuelle Impfentscheidung nicht zu kontaminieren, ist das was am Ende bleibt …“

      Lieber Bahroschüler,
      ihrer zitierten Schlussfolgerung stimme ich unbedingt zu! Ich bezweifle, dass die meisten Menschen auch nur eine ungefähre Ahnung davon haben, wie wichtig eine gelebte Überzeugung für die von Ihnen erwähnte psychische Gesundheit insgesamt ist. Es geht ja bei einer individuellen Impfentscheidung bei weitem nicht nur nur um diese! Sie wird – egal ob so oder anders – gravierende Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen und darüber hinaus haben. Gerade deshalb ist ihr ziiterter Satz so wichtig.

      Ich gehöre zu der Generation, die am eigenen Leben gesellschaftliche Brüche erlebt, besser durchlebt hat. Ob in Familie oder Freundeskreis, Menschen, die grundlegende Entscheidungen bewusst gegen ihre tiefsten Überzeugen glaubten treffen zu müssen, haben schwerste Folgen für ihre psychische Gesundheit tragen müssen. Es ist eben nicht nur eine Impfung.

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  8. Michael B. schreibt:

    Sie haben ja in einem anderen Forum ja schon genuegend Wind bekommen, dessen Beobachtung mich hier inhaltlich nichts weiter hinzufuegen oder diskutieren laesst. Hauptsaechlich, weil Ihre Meinung dort offenbart, wie fuer mich etwas ueberraschend wenig von dem angekommen ist, was auch hier schon wiederholt gesagt und gebracht wurde.

    Zur Einsamkeit, die weder dort noch hier bis jetzt thematisiert wurde – gehen Sie einmal mit anderen Leuten spazieren, so wie das hier in Sachsen passiert. Da lernen Sie zwar auch Geschichten von Isolation kennen, aber zum groesseren Teil eher anders Veranlagte. Und selbst unter den Angenknackten den Willen, sich nicht unterbekommen zu lassen. Termine und Orte dazu gibt es immer aktualisiert auf dem Telegram-Kanal der Freien Sachsen. Dessen Existenz allein mittlerweile den hiessigen MP Kretschmer schon psychisch auffaellig werden laesst.


    Seidwalk: Ankommen und annehmen sind doch zwei verschiedene Dinge. Vermutlich halten Sie mich für unbelehrbar? Aber sind wir nicht alle wie eine Fliege im Glas? Ich höre mir die Argumente an und muß dann entscheiden, ob sie schlüssig sind. Das Vortragen von Argumenten kann doch nicht die Forderung nach sofortiger Akzeptanz einschließen.
    Spaziergänge sind mir nicht fremd, über Sinn und Genossenschaft kann man sich streiten. Kretschmers Ruf nach Verbot der Telegramm-Gruppen ist natürlich eine Katastrophe – die Forderung ist wohl aus den Morddrohungen (was immer das bedeutet) zu erklären. Ich halte Kretschmer für einen der wenigen authentischen Menschen im Politikgeschäft, auch wenn er andere Positionen als die meinen vertritt.

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    • Michael B. schreibt:

      Ich halte Kretschmer für einen der wenigen authentischen Menschen im Politikgeschäft

      In Abwandlung von Herrn K: Sehend dein Ziel und deine Handlungen, interessiert mich deine Authentizitaet eher sehr marginal.

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