Viro-Logisches VI

1.  Die Haltung zur Corona-Politik bringt die alte Links-Rechts-Dichotomie in die Bredouille. Linke demonstrieren für den straff durchgreifenden kapitalistischen Ausbeuterstaat und Rechte oder auch nur Heimatverbundene – traditionell staatstreu – verweigern den Gehorsam … und so an vielen Fronten.

Einstige erbitterte Gegner werden plötzlich Verbündete – als man sich auf maßnahmenkritischer (tendenziell rechts) Seite verzweifelt fragte, wo denn Ulrike Guérot (traditionell extrem links) abgeblieben sei, da wurde mir das deutlich. Guérot und Heribert Prantl sind für mich die auffälligsten Kippfiguren. Aber sind sie wirklich gekippt?

Erinnern wir uns daran, daß es die bekannte Politikwissenschaftlerin, gemeinsam mit Robert Menasse, einem an sich genialen Schriftsteller, war, die das wahnwitzige Konzept einer „Europäischen Republik“ vorschlug und verbreitete. Die Nationalstaaten sollten in einem Groß-Europa aufgelöst, die Migration forciert werden und Migranten sollten sich eigene Metropolen wie Neu-Damaskus, Neu-Aleppo, Neu-Diyarbakir oder Neu-Ondo bauen, wo sie von aller Integration und Assimilation unbehelligt, ihr traditionell syrisches, afghanisches oder nigerianisches Leben fortführen könnten. In einem aufsehenerregenden Manifest „Warum Europa eine Republik werden muß! Eine politische Utopie”, erschienen im ultralinken Dietz-Verlag, wurden die Forderungen festgenagelt. Das ist gerade mal fünf Jahre her!

Oder denken wir an Heribert Prantl, ehemals Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, der wie kein anderer in Beiträgen gegen den „rechten Haß“ das Wort „Haß“ haßerfüllt aussprechen konnte – siehe dazu meinen Beitrag: „Abrüsten: Haß und Hetze“ – und der sich nicht entblödete, Pegida mit der Mafia gleichzustellen, von einer „Veralltäglichung des Kriminellen“ zu sprechen und der den Staat in die Pflicht gegen Pegida nahm, „massiv und ganz konkret“ den Einsatz der Staatsgewalt forderte, und überhaupt viel vom Verbieten sprach.

Vor einem Jahr nun hielt der gleiche Mann mit ähnlichem Engagement im „umstrittenen“ „Servus TV“ ein Plädoyer für die Freiheit und gegen die coronamotivierten Freiheitsbeschränkungen und gerade hatte er in der „Berliner Zeitung“ nach dem Karlsruhe- Urteil, daß die Maßnahmen im Nachhinein juristisch legitimierte, kräftig nachgelegt. Es lohnt sich, diese Quellen zur Kenntnis zu nehmen.

Auch Ulrike Guérot scheint in dieser Frage die Seiten gewechselt zu haben. Ihre meist aufgeregt vorgetragenen Reden sind zahlreich, zuletzt wurde sie in Der „Welt“ mit einem Grundsatzartikel vorstellig.

Daraus lassen sich viele Lehren ziehen – ich möchte auf eine weniger wahrgenommene hinweisen. Gerade diese beiden Personen waren bis vor kurzem regelrechte Feinde für mich, sie wollten alles zerstören, was uns heilig ist. Heute sind sie die Feinde unserer Feinde, denn natürlich sind sie aus ihren communities sogleich exkommuniziert worden. Sie haben einen sehr hohen Preis bezahlt. Daß sie ihn bezahlt haben, nötigt mir allergrößten Respekt ab! Ich mußte lernen, zu schnell geurteilt zu haben, denn selbstverständlich hatte ich ihnen seinerzeit unlautere Ziele oder schwere Denkfehler oder Boshaftigkeit oder Dummheit oder Haß auf alles Gewachsene usw. unterstellt. Vor allem immer in Zweifel gezogen, daß sie das, was sie damals gesagt haben, auch tatsächlich so meinen konnten, denn zu unerhört erschienen mir ihre Aussagen.

Heute weiß ich: Leute dieser Art sind aufrichtige Menschen mit festen Überzeugungen, mit Rückgrat. Was sie sagten – so absurd und schädlich es uns auch erschienen sein mag – haben sie aus voller Gewißheit, unter festen moralischen Prämissen und nach guter Überlegung gesagt – was es nicht richtig macht, aber doch immerhin bedenkenswert. Es lohnt, auch den verquersten Gedanken solcher Leute zu folgen, Motivation und Argumentation zu verstehen und diese ernst zu nehmen. Denn man darf, nach den neueren Krisenerfahrungen und ihrem Umschwenken in die Ecke der wirklichen Freiheit, davon ausgehen, daß sie auch damals einem Gespräch nicht ausgewichen wären, sofern die Rahmenbedingungen gestimmt hätten. Diese Überlegungen ergeben sich zumindest, wenn man eine charakterliche Kontinuität der meisten Menschen unterstellt. Aufrichtigen und widerborstigen Kämpfern für ihre Überzeugungen sollte man das zumindest zutrauen.

2. Die Corona-Krise beim FC Bayern zeigt uns den wahren Grund der Pandemie. Nicht allein das Virus ist der Verursacher, auch Kimmich ist nicht schuld, sondern der Globalismus. Es wäre regional geblieben, gäbe es nicht diesen unerhörten Verkehrsstrom an Personen, Gütern und Informationen. Wie sonst hätte das Virus in kürzester Zeit von der Südspitze Afrikas Europa oder Amerika erreichen sollen? So ist der Fußballklub nur ein Spiegelbild der modernen Welt. International, mit Spielern und Angestellten aus allen Weltteilen, ist er ein Knotenpunkt permanenter globaler Bewegung. Und selbst in den Ferien haben die Spieler keine Ruhe: Neuer etwa steckte sich auf den Malediven an, Coman in Dubai, Tolisso in Frankreich.

Weltweite Pandemien in modernen Zeiten – das ist die Konklusion – sind eine hohe Wahrscheinlichkeit und vielleicht eine Art „evolutionäre“ oder kybernetische Gegenregulation innerhalb eines hyperkomplexen Systems, das sich – wie jedes System – irgendwann selbst destruieren muß. Vielleicht sind die Viren der Schlüssel zum Ende der Menschheit, der globalisierten Menschheit.

3.  Bremen und Hamburg sind im Augenblick die Länder mit den höchsten Inzidenzen. In Bremen dürfte die 1000-Marke in ein paar Tagen geknackt werden. Man könnte das zum Anlaß nehmen, um daran zu erinnern, wie vor wenigen Wochen erst die 1000er Inzidenz in Sachsen etwa genutzt wurde, um alle möglichen Erklärungen in der Presse zu lancieren: AfD, Spaziergänge, renitente Sachsen, Demokratiefeinde, Querdenker … was wurde nicht alles aufgefahren, um die Sachsen, die Ostsachsen, die Erzgebirgler zu diskreditieren.

In Bremen gibt es keine 25% AfD-Wähler, aber 25% Ausländer, in Hamburg sind es gar 37%, vornehmlich Türken und Syrer, in Bremen haben ein Drittel die SPD gewählt, in Hamburg ebenfalls, in beiden Städten ist die SPD an der Macht, der Hamburger Bürgermeister hatte sich kürzlich nachweislich falscher Belegzahlen bedient, um die Stimmung gegen Ungeimpfte anzuheizen, in Bremen sind fast 90 % der Menschen geimpft und fast die Hälfte geboostert … kurz, es gibt genügend Material für unsere Journalisten und Politiker, daraus eine schöne Geschichte zu basteln, so wie vielleicht diese, oder wissenschaftliche Studien zu betreiben, wie etwa diese und viele viele andere.

9 Gedanken zu “Viro-Logisches VI

  1. Nordlicht schreibt:

    „Es lohnt, auch den verquersten Gedanken solcher Leute zu folgen …“

    Nein, durchaus nicht immer. Da hatte sich schon früher eine Ulrike total verrannt, schon in den 50er/60er-Jahren als Hamburger Kolummnistin mit nahen SED-Kontakten, bevor sie – mE durch Liebesenttäuschung gekickt – in den Terrorismus ging.

    Die hier genannte Ulrike irrlichtert als Deutschlandhasserin und EU-Statsgläubige seit mehreren Jahren herum. Dass sie über den Corona-Faschismus von Merkel+Scholz empört ist, ehrt sie; ihre allgemeinpolitischen Vorstellungen bleiben mE abstrus und schädlich

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  2. Michael B. schreibt:

    Hier noch einmal ein anderer Blickwinkel für die in Zusammenhang mit Corona mittlerweile relativ offensichtliche ersatzreligiöse Verwendung von „Wissenschaft“ als Ganzer unter Setzung eines Bezugs zur völlig aus dem Ruder geratenen generellen Verhausschweinung im Gegensatz zu realer Freiheit:

    https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/der-mensch-als-gefuegiger-sklave-des-wohlfahrtsstaats/

    Ganz wesentlicher Punkt m.E..

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  3. Michael B. schreibt:

    zeigt uns den wahren Grund der Pandemie. Nicht allein das Virus ist der Verursacher, auch Kimmich ist nicht schuld, sondern der Globalismus. Es wäre regional geblieben, gäbe es nicht diesen unerhörten Verkehrsstrom an Personen, Gütern und Informationen.

    Das zieht nur, wenn man der Panademierzaehlung als Ganzem zustimmt. Grippe und andere Erreger tun all das schon seit vielen Jahrzehnten ohne im Vergleich zu Corona auch nur mit dem Mikroskop sichtbarer Auswirkung auf das normale Leben im gesellschaftlichen Massstab. Ohne die durchdringende mediale Flak wie bei Corona gibt es keine Pandemie. Inhaltlich – viel Vernetzung, viel Verbreitung – richtig, aber eigentlich fuer Dinge wie C irrelevant. In meiner persoenlichen Aufstellung unter der Graskante fuer hypchondrisches Verhalten, aber da lebe ich auch mit ganz anderen Sichtweisen, solange sie nicht aufdringlich im Sinn von Forderungen an mich werden. Als Grund heranzuziehen, die Welt wieder kleinteilig abzuschliessen ist das jedenfalls m.E. nur als Opfer der Ueberhitzungen auf voellig anderen Ebenen als Handlungsoption vorstellbar.

    Neben Grippe trifft das uebrigens auch auf Dinge wie Tuberkulose zu, die durch Migrationsstroeme auch schon laenger wieder nach Mitteleuropa gelenkt wird. Und die nun aber mit zu den Krankheiten gehoert, die immer oefter nach vorn ruecken in der Liste derer, deren Anfaelligkeit moeglicherweise durch die Immunsystemaenderungen durch die Spritzungen extra ehoeht wird. So wie Autoimmunerkrankungen, explodierende unter Kontrolle befindlicher Krebse etc.. DAS ist das, was mir auf rein gesundheitlicher Ebene wirklich das Blut gefrieren laesst.

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    • Es geht hierbei um das Verhältnis von Raum und Zeit und Information. Ob Covid eine ernstzunehmende Krankheit darstellt die den Begriff der „Pandemie“ rechtfertigt, ist Diskussionsfrage – man kann beide Gesichtspunkte argumentativ vertreten, eine Entscheidung wird schwer zu treffen sein, da es keine natürlich vorgegebenen Grenzen für menschliche Definitionen gibt, sondern nur Konsens oder Dissens.

      Covid ist nur der Blueprint für das was kommen könnte, sofern das globalisierte Sein fortgelebt oder gar noch intensiviert wird. Insofern hat Bill Gates vollkommen Recht und kann in der Tat als „Visionär“ bezeichnet werden, insofern er auf diese Wahrscheinlichkeit hingewiesen hat. Seine Involvierung in laufende Prozesse dabei außen vor.

      Selbstverständlich ist, daß Globalisierung nicht alleinige Ursache von globalen Pandemien ist, sehr wohl aber notwendige Voraussetzung. Wenn man den Begriff weiter faßt und nicht erst die letzten Jahrzehnte darunter versteht, vielleicht sogar – wie Sloterdijk – bei der Antike beginnt, wo man erstmals den Globus gedacht und entworfen hat, also die Gemeinsamkeit allen menschlichen Lebens in einer Sphäre, wenn man also in großen historischen Dimensionen denkt, dann wird sich zeigen, daß alle bisherigen Pandemien Resultat der Globalisierung sind, auch die des Altertums. Daneben gibt es auch regionale Bedingungen wie Genetik, Klima, Ernährung, Lebensweise, Kultur und Glaube, Bevölkerungsdichte, Bewegungsmuster etc. Das betrifft nicht nur Menschenkrankheiten, sondern auch Tier- und Pflanzenwelt – man denke an Myxomatose.

      Dabei transportiert der Mensch nicht nur Erreger am Körper, sondern er ermöglicht auch die Verbreitung der Wirtstiere. So stammt die Hausratte wohl aus Indien und wurde erst durch den beginnenden Seeverkehr nach Europa gebracht und mit ihr die Flöhe, die das Pestbakterium verbreiteten. Auch hier ist das gegen-globalistische Pattern schon zu sehen: Schiffsverkehr schlägt in Hinblick Übertragungsweite und –geschwindigkeit den Landverkehr. Mit dem Flugverkehr wird dies auf gigantische Weise beschleunigt.

      Selbst im Altertum kann man größere Plagen auf eine Art Globalisierung zurückführen. William Mc Neill hatte in „Plagues and People“ die historische Dynamik rekonstruiert. Sie beginnt in der Regel in ländlichen Regionen, wo die Menschen engen Kontakt zur Tierwelt haben. Ausbrüche sind dort sehr lokal und aufgrund geringer Population begrenzt. Erst mit der Urbanisierung entstand ein Versorgungsungleichgeweicht, d.h. die Metropolen konnten sich nicht selbst versorgen und benötigten Transport und Migration und zwar um so mehr und ausladender, je größer sie wurden. Damit wurden die Erreger in die Städte getragen, wo sie sich massenhaft und in schnellster Zeit verbreiten konnten. Insofern hat Migration seit eh und je getötet – aber natürlich auch Vorteile gebracht.

      „When however, travel across the breadth of the Old World from China and India to the Mediterranean became regularly organized on a routine basis, so that thousands of individuals began to make a living of travelling to and fro, both on shipboard and by caravan, then conditions of the Old World altered profoundly. The possibility of homogenization of those infections, whose most critical limit was defined by the number of new human hosts available day in and day out, opened up. It is my contention that something approximating this condition did in fact occur, beginning in the first century A.D.”

      Seither ist die Globalisierung mitverantwortlich für Epidemien und Pandemien aller Art und hat damit Milliarden Menschenleben auf dem Gewissen.

      Dennoch war man nicht unmittelbar global vernetzt – das ist man erst heute und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß ein tatsächlich hochansteckender Erreger – wie Omikron etwa – mit tatsächlich letaler Wirkung – wie das Pestbazillus etwa – der Sargnagel der globalen menschlichen Zivilisation sein wird. Dazu muß es ja nicht mal einen globalen Ausbruch geben, den man mithilfe der Kommunikation und der Medizin vielleicht verhindern könnte, denn es genügt in der hyperkomplexen und vernetzten Welt bereits der Ausfall nur eines Knotenpunktes, einer zentralen Metropole (New York, Singapur, Schanghai o.ä.) oder eines Nadelöhrs (Suezkanal haben wir gerade gesehen) um die Gesamtstabilität zu gefährden.

      Der Prozeß der Globalisierung wird früher oder später an intrinsische Grenzen stoßen – die spätestens natürliche Grenzen sein werden – und eine Infektionskrankheit ist ein heißer Kandidat; das sollten wir von Corona lernen.

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      • Michael B. schreibt:

        Es geht hierbei um das Verhältnis von Raum und Zeit und Information. Ob Covid eine ernstzunehmende Krankheit darstellt die den Begriff der „Pandemie“ rechtfertigt, ist Diskussionsfrage – man kann beide Gesichtspunkte argumentativ vertreten, eine Entscheidung wird schwer zu treffen sein, da es keine natürlich vorgegebenen Grenzen für menschliche Definitionen gibt, sondern nur Konsens oder Dissens.

        Das ist eine prototypische Formulierung von Geisteswissenschaftlern, die mich immer kopfschuettelnd dastehen lassen. Denn damit ist genau nichts anzufangen. Natuerlich kann man beide Gesichtspunkte erst einmal annehmen, irgendwann muss man aber einmal ganz dringend weiterkommen als sich auf die Schulter klopfend zu versichern, wie sehr man jeden Standpunkt respektiert. Das fordert naemlich die Realitaet, die reale Loesungen sucht.
        Und dazu muss man immer einmal deutlich sagen, es gibt eben bessere, die Realitaet korrekter annaehernde und in anderer Hinsicht Ueberlegene als andere, die dabei simpel verlieren. Verlieren. Schlechter. Auszusortieren. Ganz deutlich. Kein Gequatsche von einem kontinuierlichen Spektrum von „Wahrheiten“. Eine gibt es, die ist anzunaehern. Das ist manchmal nur paretooptimal moeglich, aber auf dieser Ebene ist die Vielfalt den Verwaesserern nicht gemeint. Die meisten wissen nicht einmal, was das bedeutet.

        Diese Wahrheiten sind aufzusuchen mit aller Anstrengung und allem Wissen und auch als solche zu benennen. Das macht Wissenschaft aus. Und wer schon diesem Grundanliegen knueppelwerfend (also bewusst!) im Weg steht, der gehoert aus demselben und ist ein Gegner. Und zwar ganz berechtigt, denn ihm stand faire Diskussion offen. Ich kann nicht beste Loesungen suchen, wenn mir der Weg auf voellig problemfremde Art und Weise von waltender Bosheit verlegt wird.
        Ich meine nicht Sie, @seidwalk, nur nebenbei zur Sicherheit. Mir geht es um ganz andere Leute.

        daß alle bisherigen Pandemien Resultat der Globalisierung

        Ja, ja und ja. Jedes Gehen ueber jeden Rand beinhaltet das. Sie schreiben ja auch

        – aber natürlich auch Vorteile gebracht.

        Allerdings ist das ein Halbsatz in einer Suada von Gruenden und was auch immer dagegen. Es uebersieht auch das Nichtbinaere. Manche Aenderung ist nicht schlecht oder gut, sondern ‚einfach‘ anders. Unter Anders faellt auch gelegentlich ’neu‘ (ohne jede gut/schlecht-Bewertung).
        Damit muss man leben und zwar ohne Angst genauso wie ohne leichtfertige Dummheit und Ueberhebung.

        Ich schreibe ja Software. Das ist ein gutes Beispiel fuer das obige Problem. Es beginnt mit dem, was ein Programmierer als „Hello World“-Programm bezeichnet. Einem Ein- bis 5-Zeiler, der das ganze Programm ist. Auf den Menschen bezogen der Ausgangspunkt eines Kindes, vor dem die Welt offen liegt. Problem ist, dieses richtige und komplett robuste Programm loest kein einziges reales Problem. Dazu muessen Sie mehr schreiben. Und dann gehts los:
        Es entstehen Entitaeten die sich reiben. Inhaltlicher Natur. Auch lassen Sie ihr Programm in eine durchaus auch oefter feindliche Umwelt los, denn dort wollen Sie ja etwas bewirken. Da kommen dann die Hacker, die Schadprogramme, die sinisteren Ausnutzer (s. den Missbrauch von KI), die Geldverdiener ohne Ruecksichten, andere Software, Hardware die Dinge auf Befehl der Software tut, und auch einfach Komplexitaet, welche Ihrer Uebersicht als Erschaffer und den Allmachtsvorstellungen des urspruenglichen Kindes zunehmend Grenzen setzt. Dann muessen Sie z.B. auch kooperieren. Alles ganz wie im Leben.
        Dann muessen Sie auch Schutzmassnahmen einziehen. Oft durch technische Mittel wie Modularisierung. Sehen Sie die Parallelitaet! In Ihrem Kleine Welt-Grosse Welt Problem ist das die Suche nach dem Optimum welches alle Skalen dazwischen kombiniert. Politisch Weltstaat und Einzelpersonenanarchismus als die extremen Grenzen. Dazwischen alles ueber kulturelle, rassische und was weiss ich fuer Gruppierungen mit Ausdruecken als Familie, Clan, Dorf, Staat, Firma – whatever. Subsidiaritaet, aber eben die, die Grenzen sowohl auf- wie zumachen kann. Nach Kontext, flexibel. 1000 andere Dinge.

        Sie machen aber die Tube Globalismus nicht wieder als Ganzes zu, Sie muessen Loesungen finden, die seine Akzeptanz einschliessen. Das beinhaltet durchaus auch Expansion. Z.B. auch Gedanken, diese ueber diesen Planeten hinaus zu fuehren. Aber das schliesst alles einander nicht aus. Ein Schiff hat Schotten, warum nicht, uebertragen auf Krankheitserreger. Es sollte aber ein Schiff bleiben. Gibt man dessen ursprungliche Aufgabe auf, braucht man die Schotten auch nicht und bleibt zu 100% sicher vor Wasser. Nur kann man nicht mehr darueber fahren…

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        • FRDNKNDR schreibt:

          Vielen Dank für Ihren neuerlichen Versuch, Seidwalk zumindest teilweise der Konsensfalle zu entziehen.

          Sie schrieben im vorherigen Strang von nix Kleinerem als einem bereits begonnenen Zivilisationszusammenbruch, gegen den sich die Ereignisse um ’89 herum wie Spielzeug bemessen würden und ich komme nicht umhin, Ihnen vollumfänglich zuzustimmen (und ja, auch ich weiß, wie irre sich das anhören muss).

          Hier ist, unabhängig der etlichen einzelnen Aspekte, von denen die Covid-Geschichte derzeit lediglich der sichtbarste ist, etwas angestoßen worden, was mit konventionellen, zumindest ansatzweise zivilisierten Methoden vermutlich nicht mehr eingehegt werden kann – und genau darin scheint auch das Ziel zu bestehen: ordo ab chao mit bislang nicht einmal für denkbar gehaltener allumfassender brutaler globaler Einflussnahme seitens einiger Weniger nicht nur ohne Rücksicht auf, sondern geradezu mit dem Ziel möglichst hoher Verluste.

          @seidwalk

          Da Sie den gern genommenen Verweis auf Ockhams Rasiermesser aufgriffen, um damit die immer öfter, immer offener kolportierte sogenannte ‚Weltverschwörung‘ als Erklärung für die aktuell durch beinah jeden in der westlichen Hemisphäre lebenden Bürger nur noch schwer zu verdrängenden Ereignisse zu entkräften: ich betrachte es genau andersherum und gebrauche das Prinzip der Parsimonie gerade als Beleg für derartige Auslassungen – es ist schlicht das Einfachste, Naheliegenste, Wahrscheinlichste, dass die jüngst für alle sicht- und spürbaren, praktisch identischen und zeitgleich in dutzenden Ländern ergriffenen Maßnahmen inkl. der sich immer mehr als komplett konstruiert erweisenden Begründungen dafür das Ergebnis eines seit Längerem von ‚einigen Wenigen‘ in die Wege geleiteten Plans sind, für den innerhalb weniger Jahrzehnte viele entscheidende Positionen in Politik und Wirtschaft mit besonders willfährigen und geeigneten Leuten besetzt wurden, die jetzt nichts anderes machen als das, für was sie unterschwellig ausgebildet und versteckt bis offen gefördert wurden. Die in dem selben Zeitraum ebenfalls gezielt veränderten systemischen Bedingungen in praktisch allen gesellschaftlichen Institutionen tun hierbei ihr Übriges, ebenso der durch allgegenwärtige propagandistische Maßnahmen erzeugte Zeitgeist.

          Bis 2020 waren diese Einflussnahmen allesamt ein mehr oder weniger halbsichtbarer ’steter Tropfen höhlt den Stein‘ – lediglich die letzten zwanzig Monate musste, wahrscheinlich aus finanzpolitischen Zwängen, immer öfter mit der Brechstange und damit erkennbar offen widersprüchlicher agiert werden und nur Gott weiß, inwieweit sich das alles tatsächlich weiter entwickeln wird.

          Bleiben wir hoffnungsvoll, doch bitte auch nüchtern.

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          • Michael B. schreibt:

            Ockhams Rasiermesser […] Prinzip der Parsimonie

            Wenn Ihnen der Zugang besser liegt, @seidwalk: Ihre Bekannte hat auf sezession gerade eine Teiluebersetzung eines Interviews mit R. Malone veroeffentlicht. In dem kommt auch der Name Desmet prominent vor. Ich hatte glaube hier schon einmal verlinkt, tue es aber noch einmal:

            https://www.peakprosperity.com/mattias-desmet-on-mass-formation/

            Wie Malone sehe ich ebenfalls die Konstellation aus sinnentkernter Gesellschaft, die auf Heilsversprechen trifft und durch den von Desmet beschriebenen Mechanismus gezielt umgeformt wird.

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            • FRDNKNDR schreibt:

              Ergänzend zum oben verlinkten aktuellen Beitrag auf SIN, in welchem vorrangig die aktuellen weltweiten ‚Pandemie- und Impfentwicklungen‘ und wie es dazu kommen konnte, thematisiert werden, anbei die Weiterleitung auf einen von einem Prof. Fabio Vighi verfassten Text, in dem mögliche Erklärungen angesprochen werden, weshalb das Ganze ausgerechnet jetzt und mehr oder minder exakt so, wie es passiert, passieren muss:

              https://tkp.at/2021/12/30/die-hintergruende-der-pandemie-eine-analyse-von-prof-fabio-vighi/

              Michael B: Ich hatte den Artikel von Vighi hier auch schon einmal verlinkt (Original oder nicht weiss ich gerade nicht mehr). Es gibt mittlerweile einen Neueren von ihm. Hier die Verlinkung ebenfalls zu einer Uebersetzung:

              https://blog.bastian-barucker.de/kontrollierte-zerstoerung/

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              • Dozoern schreibt:

                Ja, genau so ist es passiert. Ich habe selber die Fakten in einem 40-seitigen Papier mit 180 Literaturverweisen von Sep.21 bis Dez.21 zusammengetragen. „Die Dimensionen der Corona-Krise. Die sog. Corona-Krise hat drei Dimensionen, eine gesundheitliche, eine politische und eine gesellschaftliche.“- Norbert Haering stellt den Sachverhalt in seinem neuen Buch, Endspiel des Kapitalismus, ja auch so dar. Wobei er, anders als in seinen Interviews in Servus-TV, als Handelsblatt Redakteur natürlich eine DIREKTE Verbindung zwischen Corona und den Schwierigkeiten des Kapitalismus nicht zieht. Genauso übrigens wie Streeck, der natürlich auch weiß, dass ihm sonst der soziale Tod droht. Ich weiß, für Nicht-Volkswirte und Nicht-Soziologen ist das was Vighi und auch ich schreiben, nur schwer vorstellbar. Dabei liegen die Puzzleteile doch (auch für Philologen) auf dem Tisch: Die totale Überschuldung, die Orgie des Gelddruckens, die auch immer neue Verstellungen vor dem Publikum als Begründung braucht, die Ablenkung durch eine Pandemie mit einer IFR von 0,4 %, für unter 70-Jährige von 0,04%) als genialem Schachzug, das instinktive Mitmachen aller sog. Eliten und ihrer Helfer, weil sie wissen was auf dem Spiel steht, die vorangegangenen Pandemieübungen, die Einführung autoritärer und digitaler Kontrollmechanismen der Massenmenschen, etc, etc. Die Weltelite der 3000 Oligarchen & Plutokraten ist sich da näher als alle Anderen: Sie betrachten die Massenmenschen als Verfügungsmasse und wollen nicht, dass ein Zusammenbruch der Weltfinanzordnung ihren immensen Reichtum gefährdet. Politiker sind da als willige Helfer an vorderer Front eingebunden. Sonst kommen sie garnicht an die Macht. Mitläufer, die Psychologen nennen sie die Flying Monkys des Systems, gibt’s immer genug. Sie MÜSSEN die totale Kontrolle der Menschen sicherstellen und sie haben zwei bekannte Schrauben: Angst & Propaganda (Hannah Ahrendt). Jetzt ergänzt durch Digitale Kontrolle. Diese Instrumente werden sie sich nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Deshalb auch der Krieg Macrons gegen die Impfskeptiker, hier geht’s nicht um Gesundheit sondern um Unterwerfung. Richten wir uns darauf ein: Die Kontrolle beginnt erst. Und sie wird den Neo-Faschismus des 21. Jahrhunderts gebären.

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