Homosexualität und Verantwortung

Unsere Eigenliebe verträgt Kritik an unseren Neigungen weniger als Kritik an unseren Überzeugungen. (La Rochefoucauld)

Also ich habe nichts gegen Schwule, aber …

Ja, das ist ein heikles Thema, es geistert mir seit einigen Wochen im Kopf umher, Kim de’l Horizons „Blutbuch“ hat nun den Ausschlag gegeben, es dennoch zu wagen. Das Thema ist komplex – wir werden ohne an sich unzulässige, aber auch unvermeidbare Vereinfachung zu keinen wertenden Aussagen kommen. Objektiv. Ich behandle zudem „aus dem Bauch heraus“, ohne längere Auseinandersetzung mit Forschung und Literatur, quasi am inneren Stammtisch. Wenn ich Unsinn erzähle, dann weise man bitte darauf hin – gesittet!

Ursächliche Auslöser waren zwei längere Beiträge in der „Berliner Zeitung“. Im ersten wird ein junger und offensichtlich vielseitig begabter Künstler vorgestellt, der zudem als Gigolo arbeitete, also als Prostituierter einer höheren Klasse, der darauf besteht, kein „Straßenstricher“ zu sein, und der gern Pornos dreht – „Ficken und Blasen“, „Pisse geht leider (sic!) nicht“. Seine Partner sind Männer.

Wie so oft in dieser Szene, legt man Wert auf eine „offene Beziehung“, d.h. man hat einen Lebensgefährten zu Hause, aber man möchte gerne auch sonst noch ein bißchen „rumficken“. Dazu trifft man sich – so erfahren wir – in bestimmten Lokalen, in Berlin etwa in der „Bar jeder Vernunft“, und gibt sich auch gern dem Drogenrausch hin, selbst Chrystal Meth wird konsumiert, was „den Sex“ offenbar noch hemmungsloser macht und zu erhöhter Aktivität führt … Das sind – von der Abhängigkeit abgesehen – erwünschte Effekte.

Wenige Tage darauf brilliert die BZ erneut mit einem Beitrag aus der Szene: Diesmal geht es um Affenpocken und also um Homosexualität. Nicht Homosexualität an sich, denn die kann man auch defensiv oder sogar enthaltsam ausleben, sondern um das Sexualverhalten vieler Homosexueller und die gesundheitlichen Konsequenzen.

Sätze wie diese lassen tief blicken: „Anton weiß noch genau, wo er es sich geholt hat, möchte darüber aber nicht sprechen. Sein Partner Georg weiß nicht genau, bei wem er sich angesteckt hat.“ Wir erfahren, daß die Affenpockeninfektion bei vielen Betroffenen nicht zur Veränderung ihres Verhaltens führt, daß man also wissentlich und willentlich die Keime weitergibt, denn Affenpocken, das ist doch nichts, „Ich hatte zwei Pickel am Hintern, meine Güte, deswegen muss ich doch nicht zu Hause bleiben.“

Neben den inhaltlichen Details ist vor allem eines auffällig: der offene, unverschämte Umgang mit der eigenen Sexualität, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch als pervers gegolten hat. Ich halte den Begriff nicht für verfehlt. Eine Zeitung nimmt sich des Themas sehr affirmativ an und versorgt uns mit Details, die man – zumindest viele – gar nicht wissen will. Das ist einerseits zu begrüßen, denn nur wer sich mit den Realitäten auseinandersetzt, kann die Realität auch begreifen, aber es stellt auch eine Entgrenzung dar, der Öffentlichkeitsbegriff wird radikal erweitert, die Kategorien „Scham“ oder „Privatsphäre“ oder „Intimität“ spielen keine Rolle mehr.

Dann kam das „Blutbuch“ – die minutiöse Beschreibung derartiger sexueller Praktiken wurde zur hohen Kunst erklärt. Man muß in diesem Falle differenzieren zwischen der Kunst der Beschreibung und deren Inhalt. An anderer Stelle hatte ich versucht, darzulegen, daß Kims Buch im modernen Kontext einen gewissen künstlerischen Wert hat, und das muß man anerkennen. Auf rein sachlicher Ebene ist das Buch zudem informativ. Wir erfahren, was ein solches Leben antreibt und daß es eine Vielzahl solcher Leben gibt. Damit sind nicht homosexuelle Existenzen gemeint, die zur natürlichen Varianz dazugehören – dazu später –, sondern der subkulturelle Umgang damit.

Die Menge der Geschlechtspartner des Erzählers im Buch ist exorbitant. Die Geschwindigkeit, mit der man sich einig wird, atemberaubend. Da gibt es diese Grindr-App, auf der man alle paarungsbereiten Männer in der Nähe ausfindig machen kann, und in einer Großstadt scheinen das alles Laufwege zu sein. Man klingelt sich an, wechselt ein paar Bilder und Zeichen und wenn man sich „sympathisch“ ist, dann verabredet man sich irgendwo und los geht’s. Oder man trifft – zum Beispiel im Altenpflegeheim – auf einen Augenaufschlag eines Pflegers und zehn Minuten später besorgt man es sich auf der Toilette.

Oder man verführt den Pizza-Jungen und bestellt danach immer wieder bei dieser Firma. Viele von diesen Männern sind in festen Beziehungen, die natürlich „offen“ sein müssen. Manche haben Frau und Kinder, andere sind Muslime und natürlich nicht schwul, sondern nur frustriert oder neugierig. Kondomsex gilt als wenig populär, lieber geht man regelmäßig zum Urologen, der auch mal den bedauernswerten Zustand des Enddarms anmahnt, oder schluckt en masse Tabletten zur „Präexpositionsprophylaxe“, der Pille für den schwulen Mann, die zumindest vor HIV recht sicher schützt.

Kims Erzähler gesteht, daß Streß oder Frust mit Sex abreagiert werden muß, das heißt – auch wenn man das vielleicht nicht hören möchte: man braucht, gebraucht, mißbraucht den anderen, man macht ihn zum Objekt, zum Mittel. „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“ – lautete das einst bei Kant und alle konnten sich darauf einigen, aber das nur nebenbei. Die Frage ist, inwieweit die Einvernehmlichkeit dieses Gebot tangiert.

Die „Roman“-Figur führt akribisch Listen über seine Geschlechtspartner und notiert die anatomischen Eigenheiten oder die Vorlieben, Schwächen und Stärken. Ein Ausschnitt der Liste steht im Buch – ihr können wir auch entnehmen, daß die Klientel sehr international, ja global ist, alle Altersklassen, alle sozialen Schichten umfaßt. Das ist wichtig, wenn es um eine ethische Bewertung des Verhaltens geht. Einmal beklagt die Figur, es noch nie mit einem Libanesen getrieben zu haben, freilich nicht ohne Schuldeingeständnis des eigenen „Rassismus“.

Man darf davon ausgehen, daß fast jeder dieser Männer ein vergleichbares Leben führt, auch sie verkehren mehrmals wöchentlich, manchmal auch täglich, mit anderen Männern, ungeschützt, die wiederum ebenfalls mehrfach wöchentlich, manchmal auch täglich, mit anderen Männern aus aller Herren Länder verkehren. Dies – so der Eindruck – ist die Norm in Zürich und warum sollte es in Berlin, New York oder Bangkok anders sein? In einer globalisierten Welt – die Pandemie-Erfahrungen der letzten Jahre haben das für jedermann sichtbar gelehrt – ist diese permutative Sexualunmoral ein valides Problem. Man stelle sich das Beziehungsnetz bildlich vor, um die wahre Bedeutung zu erahnen.

Der Begriff der Homosexualität kann vollkommen außen vor gelassen und dennoch ein solches Verhalten als problematisch empfunden werden. Eigentlich sollte ein normales Empfindungsvermögen dazu ausreichen, man sollte die Falschheit spüren können, auch wenn man sie vielleicht nicht argumentativ begründen kann. Es wäre auch dann zu verurteilen, wenn es sich um „normale“ Mann-Frau-Beziehungen handelte. Um das festzustellen, muß man kein Moralapostel sein. Sexsucht oder Nymphomanie gehört in der heterosexuellen Welt zu den Pathologien, in der homosexuellen scheint man sich weniger Sorgen um die geistige Gesundheit zu machen.

Wir wissen, daß die Sexualität eine mächtige Triebkraft ist, möglicherweise sogar die bestimmende, die wirkmächtigste in der Geschichte der Menschheit, wir wissen, daß die Monogamie Vor- und Nachteile, daß die Polygamie starke natürliche Fürsprecher hat, wir wissen, daß es im Durchschnitt unterschiedliche sexuelle Verhaltensmuster bei Männern und Frauen gibt und können uns vieles davon evolutionär und kulturell erklären, wir wissen aber auch, daß die individuelle Vielfalt in diesen Fragen enorm ist, daß Triebe ganz unterschiedlich ausgebildet sein könne, daß etwas, was den einen komplett verrückt macht, den anderen vollkommen kalt lassen kann … Wir wissen, daß es schwer ist, in Fragen der Sexualität Verallgemeinerungen zu treffen – aber es ist nicht unmöglich.

Historisch ist die Einhegung dieser Triebkraft eine der größten kulturellen Leistungen der Menschheit, die im Übrigen eine Menge ganz verschiedener Lösungswege dazu eingeschlagen hat, schon die urältesten Texte sprechen direkt oder indirekt davon – keiner davon löst alle Probleme und alle schaffen neue.

Gemeinsam aber ist allen, daß es Regeln gibt. Wege zur Beherrschung. Es ist eine kulturelle Leistung, den sexuellen Drang zu steuern und zu kanalisieren. Neben den offensichtlichen ethischen Vorteilen – etwa stabile Beziehungen –, oder den genetischen Zwängen, gibt es knallharte hygienische Gründe. Affenpocken mögen im Moment nicht mehr als „Pickel am Arsch“ sein, doch gibt es bereits Mutationsforschungen, die ein weitaus höheres Gefahrenpotential entwerfen. Was da in schwulen Kreisen geschieht, ist nicht richtig! Weder moralisch, sexualethisch, gesellschaftshygienisch, zwischenmenschlich noch verantwortlich allen Menschen gegenüber, denn es ist ein Spiel mit dem Feuer: AIDS und Affenpocken sind keine Zufälle.

Fortsetzung folgt: Homosexualität und Evolution

siehe auch: Blutbuch

8 Gedanken zu “Homosexualität und Verantwortung

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Männer neigen deutlich mehr zur Promiskuität als Frauen, folglich ist bei männlichen Homosexuellen die mittlere Verkehrsfrequenz höher, weil die Hemmung von der anderen Seite fehlt. Trotzdem habe ich mich schon bei den Berichten vom Beginn der Aids-Epidemie über diesen Patienten Null und die anderen HWG-Personen aus dem Milieu gefragt, wie die Herren denn die dort genannten Tageshäufigkeiten zuwege bringen. Es ist doch nicht jeder Mann ein sexuell hochleistungsfähiger Herakles, der in einer Nacht zwanzig Mädchen (oder eben Jungs) entjungfern kann. Und wenn man über den rein „leistungssportlichen“ Aspekt hinausdenkt, gibt es doch auch eine sexuelle Sättigung. Aber vielleicht wird ja der gegenüber auch mit Mittelchen aufgeholfen. Fragt sich nur aus welchem Motiv? Vermutlich sind unter den Hochleistern viele, die nach einem rauschhaften Leben gieren, von denen dann wiederum viele wie bei den Rockmusiker ihren dreißigsten Geburtstag nicht erleben.

    Was man auch immer von diesem Psychoanalyse-Tiefenschwindel halten mag, „sublim“ ist so eine Lebensführung nicht, sondern monoman.

    Bei Homosexuellen gibt es aber durchaus auch „geschlossene Ehen“.

    Warum das aufgeblasen wird? Denkbare Gründe:

    Menschen, die in der Presse, der Werbung, allgemein der Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, sind extrovertierter als andere. Es gibt unregelmäßige Arbeitszeiten, was dann schon einmal eine Vorselektion für familiär weniger gebundene, homosexuelle, und vor allem kinderlose Personen bewirkt. Da das Milieu überdies noch progressiv ist, haben die jeweils designiert „Diskriminierten“ einen Bonus, den nicht infrage zu stellen man wohl um des eigenen Fortkommens willen gut tut. Und dieser „Diskriminierungbonus“ breitet sich dann wie ein Ölfleck auch über alle angrenzenden Sondergruppen (Promiske, Transsexuelle, Kindermißbraucher usw.) aus.

    Die Anfälligkeit der (zumindest früheren) Grünen gegenüber der Pädophilen-Propaganda war wohl mehrheitlich demselben progressivkonformistischen Effekt geschuldet, denn unter diesen gab es ja durchaus auch skeptische und ablehnende Mütter. Aber es ist schwer mit dem Wunsch nach Restriktionen durchzudringen, wenn der ideologische Vektor der eigenen Bewegung auf Liberalisierung weist. Zum Progressismus gehört eben seit langem das unbeschränkte Herumbumsen, von dem man sich die magische Verbesserung der Menschheit erhofft. Vgl. die Verehrung der amour fou bei den Surrealisten, die vielen Liedlein und Gedichtlein etwa von Jacques Prévert ab den Dreißiger Jahren. Nachdem die ἀποκατάστασις πάντων mittels Elektrifizierung und Sowjetmacht unverkennbar nicht so recht geklappt hat, umso mehr. Deshalb ja auch die Eingemeindung des Psychoquarks ins linke Denken in den Sechzigern.

    Wenn man Weltverbesserer ist, sollte die Welt tunlichst aus einem oder doch nur wenigen Punkten zu kurieren sein, denn sonst verginge einem doch die Hoffnung, die wie bei allen Religionen das Wichtigste ist, wichtiger jedenfalls als jede nüchtern bemessene Realisierbarkeit. Also muss die Welt simplifiziert werden, und tunlichst so, dass der unmittelbaren eigenen Befreiung Vorschub geleistet wird, denn die fühlt sich gut an und ist propagandistisch vorteilhaft. Die Fremd- und Fernwirkung dagegen fasst man aus demselben Grunde oder mangels Weisheit ohnehin nicht ins Auge. Also heißt es und wird es immer heißen: „Man muss doch nur … und schon … “

    Dave Allen über Zeitläufte und Homosexualität

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    • Fuzzer schreibt:

      Warum das aufgeblasen wird? Denkbare Gründe:

      Das ist mir zu konventionell. Es erklärt nicht, warum bestimmte Einzelthemen viel durchgehender exerziert werden als andere. Liegt eigentlich nie in der herausgegriffenen Gruppe oder dem Problem selbst, sondern in der Brauchbarkeit der Verwertung. Transen sind eher übergreifend (mit aber schon starken Konnotationen an Import des Themas), aber man achte auch einmal auf Unterschiede.
      BLM läuft eher in den USA, von Nazis und ‚rechts‘ bedroht zu werden in Deutschland, andere Länder fahren auf Gesundheitsthemen stärker ab, was ebenfalls mit ihrer klassischen Stellung dazu korreliert. Vgl. hier die frühen Null-Covid-Bestrebungen – und die generelle Behandlung des Themas – in AUS und NZ, die den dort vorhandenen allgemeinen Boden an Angst vor invasiven Arten ausnutzte.

      Allen gemeinsam ist ein irrationaler Zug gewisser Minimalstärke und Breite der Verbreitung in der Zielpopulation, verbunden mit starker und immer negativer Emotionalität wie Schuldbegriffen (für Deutschland vgl. Sieferles Bemerkung zum Gründungsmythos) , „Urängsten“ und überhaupt die fundamentale Stabilität der Persönlichkeit – auch der gesellschaftlichen – schädigende Formen die dauerhaft und in verschiedenen Repetitionsmustern überhöht werden. Trotzdem treten diese vordergründig inhaltlich verschiedenen Phänomene nahezu zeitgleich auf bzw. und variieren ihren Impakt ebenfalls oft eng zeitlich gekoppelt.
      Erstaunlich uniform in Umfang und gezieltem Einsatz auch aggressiver Mittel ist aber auch die mediale Behandlung all dieser Dinge, die das jeweilige Aufregerlevel immer entsprechend flankiert und auch steuert. Und die auch alle erfolgreichen Gegenentwürfe zu obigen irrationalen Charakteristika besonders bekämpft, ganz vorn wirkliche Wissenschaftlichkeit, und allgemeiner eigenständiges Denken mit Mut zum Kopfrausstecken.

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      • Pérégrinateur schreibt:

        Natürlich packt man als Agigator die Leute immer bei dem, wo sie zu packen sind. Weshalb Greta das Thema „Mehr Kernkraftwerke, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren“ hierzulande einmal angesprochen, aber dann gleich fallengelassen hat; sie hatte da wohl (wie wohl immer) ihre Berater oder Gewissensführer.

        Das Thema „Rassismus gegen Schwarze“ wird doch auch hierzulande gespielt, vgl. die Aufregung über diese MILF-Kuh auf der Buchmesse, und es ist im Hinblick auf die Zielgruppe vergleichsweise wenig nützlich; zynisch gesagt: Wir haben ja schon das Holocaust-Abonnement. Und wozu äußert sich Greta antikolonialistisch gegenüber den Schweden? antizionistisch gegenüber Israel? Der Wahn ist viel zu heteroklit, um allein auf Einflüsterer aus dem Dunkeln zurückgeführt werden zu können. Religionen sind nie nur das Machwerk einer Pfaffenverschwörung, sondern gedeihen nur dank der Akzeptanzbereitschaft der Missionierten, denen sie einen zumindest subjektiv empfundenen Vorteil verschaffen. Vgl. die in der Hinsicht sehr realistische Religionskritik von Marx.

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  2. Stefanie schreibt:

    Wie so vieles, was die conditio humana betrifft, wurde auch dieses Thema schon besungen:

    Der Schlüsselsatz dabei ist: There’s no stopping me
    Der männliche Trieb, findet seine Begrenzung entweder am Weiblichen, am kulturellen Überbau (Moral, Über -Ich) und in letzter Konsequenz dann in Krankheiten körperlicher oder seelischer Natur, die einen Stop oder eine Zügelung erzwingen.
    Wobei ich auf das Thema natürlich gleich in zweierlei Hinsicht von außen blicke.

    Seidwalk: So weit war ich bei Queen nicht vorgedrungen. Man singt sowas seit der Kindheit ohne Bedenken mit und macht sich keine Gedanken. Dabei ist das ziemlich explizit:
    I’m a rocket ship on my way to Mars
    On a collision course
    I am a satellite I’m out of control
    I am a sex machine ready to reload
    Like an atom bomb about to
    Oh oh oh oh oh explode

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    • Stefanie schreibt:

      Nun, bei genauerem Hinhören, haben Sie recht: er singt tatsächlich „Stopping“ -ich habe immer „there`s no Stop in me“ verstanden (ein „Agathe Bauer“-Moment). Also das fehlen des Stopsignals, was bei Frauen alle vier Wochen oder in Gestalt eines Kindes auftaucht und dann, in monogamen Beziehungen, auch auf den Mann einwirkt.

      Fuzzer: Das sind jetzt aber schon viele Spekulationen zu einer allgemeinen Natur der Sexualität des Mannes. Und die dann noch abgezogen aus dem Lied eines Schwulen. Der bietet mir persönlich schon derart viele Unbekannte, dass ich gerade die allgemeinen Schlüsse (eh immer schwierig oder auch nur sinnvoll) daraus nicht ableiten könnte. Völlig fremd, auch mir als Mann.

      Stefanie: Die These habe ich in einem Film von Harald Eia aufgeschnappt – und sie erschien mir einleuchtend. Es muß wohl die dritte der sieben Folgen seiner „Brainwash“-Reihe gewesen sein. Die anderen sind auch sehenswert. Auf Youtube, habe ich sie allerdings nicht mehr gefunden.
      https://vimeo.com/user5971760
      Folge 5/7 (Sex) ab Minute 15.

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  3. Fuzzer schreibt:

    Wir erfahren, was ein solches Leben antreibt und daß es eine Vielzahl solcher Leben gibt.

    Die doch eigentlich viel interessantere Frage. Wie viele gibts denn wirklich? Schon in den Neunzigern waren deutliche Bestrebungen zu sehen, die Zahl normaler Homosexueller hochzurechnen. Heute nimmt man Promille und deutlich kleinere Größenordnungen an Transen etc. dazu – oder ersetzt gleich komplett dadurch und macht Drama draus. Im medialen Geschäft wie Film wird dann völlig überzogen, in vollendeter Widerwärtigkeit auch noch bis in „Produkte“ mit anvisiertem Kindespublikum hinein.
    Was bliebe denn von dem ganzen Spaß bei Rückstutzen auf reale Dimensionen? Fast nichts. Und wer bläst das auf und warum?

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    • Man kann das Argument sogar herumdrehen – so geschehen bei Böhmermann. Dort zog er aus der Tatsache einer immer mehr zunehmenden Darstellung von Trans-Themen durch Nicht-Transen in den Medien den Schluß, daß dies auf Diskriminierung beruhen müsse, denn schließlich sei das Transe doch ganz normal und man müsse es daher auch nicht besonders thematisieren. Indem wir das tun, stigmatisieren wir.

      Das Argument ist gleich mehrfach hinterfotzig. Zum einen hält sich heutzutage jede große Zeitung ihre Quoten-Transen und die produzieren auch fleißig, haben sogar eigene Magazine, zum anderen ist das natürlich ein Erfolg der Gleichstellung aller selteneren Sexualorientierungen.

      Das ist erneut ein schönes Bsp. dafür, daß ähnliche Wahrnehmungen zu ganz unterschiedlichen Schlüssen herhalten können. Während man hier die Überrepräsentiation annimmt, will die andere Seite – die lange für die Sichtbarkeit gekämpft hat – jetzt daraus erneut Diskriminierung ziehen … und scheut auch vor Lügen nicht:

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    • JJA schreibt:

      Ich kenne im Umfeld keinen Homosexuellen, der nicht erst einmal durch diesen Sumpf gewatet ist, selbst wenn der Wunsch nach monogamer Beziehung da war.

      „Da es keine harten Grenzen zwischen Weiblichkeit/Männlichkeit…“
      Sie nun auch? In welchem Sinne gibt es keine harte Grenze zwischen den Geschlechtern? Psychologisches, soziales, biologisches Geschlecht? Bitte um Ausführung, vielleicht kann ich den gendernden Kollegen ja doch etwas entgegen kommen…

      Seidwalk: Nicht gleich unruhig werden. Daß es Übergangszonen gibt, heißt nicht, daß es mehr als zwei biologische Geschlechter geben muß. Es gibt aber ein Mehr oder Weniger an Männlichkeit und Weiblichkeit. Wenn dem so ist, dann muß es in der Mitte Bereiche geben, wo diese sich treffen und auch verwischen. Es gibt biologische Grenzen zwischen Mann und Frau aber es gibt unterschiedliche Wahrnehmungen vom Männlichkeit und Weiblichkeit, sowohl von außen als auch von innen. Dort sind die Grenzen fließend.

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