Geständnis und Aufklärung

 Albert Wass: Die Landnahme der Ratten

Nun muß ich etwas gestehen – es handelte sich gestern nicht um eines meiner Märchen, der Text wurde von Albert Wass verfaßt. Daß ich diesem lange vergessenen und unterdrückten ungarischen Autor in Zukunft besondere Aufmerksamkeit widmen werde, hatte ich an anderer Stelle bekannt gegeben.

Der Trick war notwendig geworden, um ein kleines Experiment zu ermöglichen. Wass hatte die Geschichte 1944 geschrieben, er nannte sie „Die Landnahme der Ratten“. Der Begriff der Landnahme (honfoglalás) ist in Ungarn freilich mythisch besetzt – er beschreibt die Landnahme des Karpatenbeckens durch Árpád, den magyarischen Großfürsten, der die sieben Stämme geeint und im Jahre 896 ins neue Land geführt hatte. Er ist der Stammvater des Árpádengeschlechts, des ersten ungarischen Herrscherhauses.

Wass nannte seine kleine Parabel im Untertitel „Eine lehrreiche Geschichte für junge Ungarn“ – er adressierte sie also an Kinder und Jugendliche. Dieser Tatsache ist wohl ihre Einfachheit und Direktheit geschuldet, die sie – wie ich finde – literarisch entwertet. Er fügte ihr ganz am Ende auch noch den didaktischen Satz an (den ich ebenfalls unterschlagen habe): „Denkt darüber nach – und handelt entsprechend!“

Nun zum Experiment. Wass gilt in Deutschland als rechter Autor, als „Schriftsteller und Dichter völkischer Prägung“ (Wikipedia) – womit er erledigt scheint. In Ungarn zählt er jedoch mittlerweile zu den modernen Klassikern, ja er gilt fast als Nationalschriftsteller.

Und wenn einer „völkisch“ ist, dann muß er in dieser Denke auch antisemitisch sein und voilà, der letzte Satz des insgesamt recht dürftigen Wikipedia-Artikels bescheinigt ihm exakt dies: „Unter Rechtsradikalen erfreut sich vor allem seine antisemitische[5][6] Fabel A patkányok honfoglalásaTanulságos mese fiatal magyaroknak (deutsch: Die Landnahme der Ratten. Ein Lehrstück für junge Ungarn) großer Beliebtheit.“ Das ist der ultimative Hammer, kein Deutscher mit ein bißchen Restvernunft wird Wass von nun an auch nur mit der Kneifzange anpacken – sollte es zumindest nicht tun, im eigenen Interesse … so die subtile Botschaft des Urteils.

Nun die Frage an die Leser, die das „Märchen“ durch meine Unterlassung unvoreingenommen gelesen haben – ist die Geschichte antisemitisch?

Ob Wass Antisemit war, kann ich nicht sagen. Mag sein. Vielleicht hat er den „gewöhnlichen“ Antisemitismus der Zeit mitgetragen – der in Ungarn eine lange und verwickelte Geschichte hat. Mir jedenfalls fällt es schwer, in dieser Geschichte Antisemitismus auszumachen.

Wenn überhaupt, dann hat sie einen anti-rumänischen Ton, denn Wass kam aus Siebenbürgen und war in die Nationalitätenkämpfe verwickelt. 1940 hatte er die Plünderung seines Hauses durch rumänische Truppen miterleben müssen. Vier Jahre später war anzunehmen, daß dies erneut passieren könnte.

Möglich ist auch – wenn man die Metapher überhaupt konkretisieren will –, daß er an Russen gedacht hatte. Um diese These zu untermauern, müßte man das exakte Erscheinungsdatum wissen. Im April 44 drang die Rote Armee nach Rumänien ein, im August wurde Antunescu von eigenen Generälen entmachtet und Rumänien wechselte die Seite – viele Ungarn hatten daraufhin extrem grausamen rumänischen Terror zu erleiden. Damit waren die Beschlüsse des Zweiten Wiener Schiedsgerichtes von 1940, das für die Ungarn in Rumänien zum Wiederanschluß an die Heimat führte und von vielen, zumindest aber von Wass, als goldene Zeit empfunden wurde, de facto wieder obsolet.

Ist es nicht eher so, daß derjenige, der hier die Ratten mit den Juden gleichsetzt, des Antisemitismus überführt wurde? Und zwar eines sehr militanten Antisemitismus, denn auf diesen absurden Gedanken muß man erst kommen. Aber vielleicht bin ich ganz einfach blind auf diesem Auge.

Ich empfinde es jedenfalls als erschreckend, daß der Meinungsriese „Wikipedia“ mit seiner Macht reihenweise vernichtende Urteile fällt. Das betrifft heutzutage Tausende: Denker, Künstler, Politiker, Verleger und andere Personen des öffentlichen Lebens.

Da man sich aber nie auf Urteile anderer verlassen sollte, vor allem, wenn sie zerstören wollen, da man stets seiner eigenen Vernunft – wenn auch nicht blind – vertrauen und man vor allem keine Angst vor „gefährlichen“ Texten haben sollte, habe ich diese Geschichte übersetzt, um sie der deutschen Öffentlichkeit zum Abgleich zur Verfügung zu stellen.

Schauen wir uns den Wikipedia-Eintrag etwas genauer an. Der inkriminierende Satz, der sowohl Wass als auch „Die Ratten“ ein für allemal verurteilen soll, führt zwei Quellen an.

Bei der ersten handelt es sich um einen Artikel des verdienten Historikers Krisztián Ungváry, der in Deutschland ausgebildet wurde – sein Buch „Die Schlacht um Budapest“ war ein Meilenstein –, in dem er anhand der Verteilung von Stelen und Erinnerungssteinen in Ungarn nach der Wende das geistige Klima des Landes ergründen will. Wass führt die Liste mit großem Abstand an. Das muß nun nicht am „Nationalismus“ liegen, sondern ließe sich auch aus einem anderen Effekt heraus erklären. Wass war nämlich unter Kádár verboten, aber seine Bücher „schwelten“ vor sich hin. Nun plötzlich konnten sie wieder frei erscheinen und erlangten schnell hohe Auflagen. Wass wurde zum Star, er war wiederentdeckt, er war ein Ereignis, viele Menschen fühlten sich ganz unmittelbar angesprochen, die Siebenbürgner Ungarn erkannten sich direkt wieder, der Schmerz von Trianon durfte endlich artikuliert werden … kurz, Wass traf den Ton der Zeit und das könnte zur Genüge die Euphorie erklären, die sich auch in 49 Gedenkstätten niederschlug. Schon hier ist Ungvárys Argumentation fraglich.

Direkt kann er Wass nichts vorwerfen, also wird ihm in Rechnung gestellt, was er nicht gesagt hat: er hat sich nicht zur Vertreibung der Juden geäußert – aber das ist offenbar ein Muß, will man zum „demokratischen Spektrum“ zählen. In Deutschland hat man mit diesem Argument seinen größten DenkerHeidegger – erledigt, in Ungarn wird einer der bedeutendsten Schriftsteller damit ad acta gelegt.

Man muß annehmen, daß Ungváry die Werke Wass‘ kennt – es sollte ihm also ein Leichtes sein, Antisemitismus positiv nachzuweisen. Aber alles, was er vorzeigen kann, ist dies: „Im Gegenteil, nach der Ghettoi­sie­rung der Juden in Siebenbürgen publizierte er einen Aufsatz (sic!) unter dem vielsagenden Titel ,Land­nahme der Ratten‘. Diese Er­zählung war zwar nur eine Allegorie, aber im gegebenen Kontext ist eine andere Inter­pretation als die Gleich­setzung der Juden mit den Ratten wenig glaubhaft.“

Die Gleichsetzung der Ratten mit den Juden in der „Landnahme“ findet m.E. nur an einer Stelle statt und zwar im Kopf des Kritikers. Dabei ist – wie gesagt – es durchaus möglich, daß Wass die Allegorie im inkriminierten Gestus verfaßt hat, allein, es bedarf stärkerer Beweise dafür, um ihn mit einem solch zerstörerischen Urteil zu konfrontieren.

Aber unabhängig davon, wie man dazu steht, sollte diese äußerst schwach begründete Einzelmeinung Wikipedia nicht dazu ermächtigen, dem Schriftsteller weltweit – man findet den Satz auch auf der englischen, deutlich umfänglicheren Version – einen solchen Schandfleck anzuheften.[1]

Aber wer hat diesen Satz in Wikipedia hineingeschrieben und wer hat die Links gesetzt?  Unter den 10 maßgeblichen Autoren sticht „Raczrobert“ mit 23,7% Prozent Bearbeitungsanteil hervor – er ist auch sichtbar der einzige mit einem ungarischen Namen, sofern dies ein Klarname ist. Die Versionsgeschichte gibt ihn konsequenterweise als denjenigen an, der die Seite am 6.8.2007 angelegt hatte. Robert Racz (ung.: Róbert Rácz) ist allerdings ein häufiger Name, auch in Deutschland, es gibt einen Fidesz-Politiker gleichen Namens, den wir wohl ausscheiden können – wir können seine Identität nicht ohne Schwierigkeiten feststellen. Da die meisten anderen Autoren jedoch sichtbar deutsche Namen tragen und in ihren Profilen, sofern sie aufzuschlagen sind, Deutsch und Englisch als Verkehrssprachen angeben, darf man die Hypothese wagen, daß Rácz den Link gesetzt  doch zumindest gebilligt hat.

In einer früheren Version lesen wir übrigens noch ganz andere Zeilen: „Seine Kritiker werfen Wass persönlich, aber auch seinem literarischen Werk, antisemitische, rumänenfeindliche und völkische Tendenzen vor, unter anderem wegen der heute in rechten Kreisen weithin rezipierten Fabel A patkányok honfoglalása – Tanulságos mese fiatal magyaroknak (deutsch: Die Landnahme der Ratten. Ein Lehrstück für junge Ungarn).” – Wer sollen eigentlich diese Rechtsextremen sein? – für diese Behauptung fehlt jegliche Quelle.

Der zweite Nachweis ist noch hanebüchener, benötigte diesmal aber definitiv einen ungarischen Muttersprachler (was Róbert Rácz wahrscheinlicher macht). Verlinkt wird uns ein Dokument, ein Strafbescheid der Ungarischen „Staatlichen Behörde für Medien und Nachrichtenübermittlung“ (NMHH) gegen eine Wohlfahrtsstiftung aus Arló, die aufgrund eines Verstoßes gegen die Richtlinien zu 25000 Forint Strafe verurteilt wurde. Diese Stiftung hatte am 23.12.2010 in einer Sendung namens „Weihnachtsgrüße“ offenbar antizigane Meinungen verbreitet: Kriminelle wurden dort über die Ethnie und nicht als Individuen gekennzeichnet.  Trotzdem die damals noch junge Behörde dem Fidesz hörig war – so informiert uns … Wikipedia –, schien der Kampf gegen die Diskriminierung von Minderheiten recht gut zu funktionieren.

Im zweiten Teil der Sendung wurde nun Albert Wass‘ „Ratten“ als Theaterstück aufgeführt – was in Ungarn keine Seltenheit war und auch von maßgeblichen Bühnen und Aktoren getragen wurde (sind das die „Rechtsextremen“?). Der Richter stellt dazu fest, daß die dort verwendete Rattenmetapher im ursächlichen Kontext – also bei Wass – sich offensichtlich (sic!) auf das Volk der Juden bezog und von den hier Verantwortlichen nur auf die Cigányok übertragen wurde[2]. Inwieweit ein Medienrichter – vermutlich Fidesz-nahe – dazu befugt ist, die Intentionen eines literarischen Werkes zu ergründen und diese (seine eigene Phantasie) in eine Urteilsbegründung einzubauen, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache ist, daß wir es – wie bei Ungváry – mit einer einzigen Privatmeinung, einer individuellen Lesart zu tun haben, die sich auch nicht mal auf den Text bezieht, sondern eigene Assoziationen (Ratten=Juden) zum Maßstab eines literarischen oder moralischen (und hier juristischen) Urteils nimmt.

Weder Ungváry noch der Richter haben sich die Mühe gemacht, die Allegorie literarisch zu untersuchen. Ihre Urteile sind nach Gründen der Rechtschaffenheit obsolet und sollten auf einer Plattform wie Wikipedia, die über Sein und Nichtsein entscheiden kann, keine Erwähnung finden.

© Übersetzung: Seidwalk

siehe auch: Wass – Schund oder Kunst?


[1] Da werden exakt die beiden selben Quellen angegeben – leider finde ich dort keinen Autorenlink; es wäre interessant zu sehen, ob es sichtbare Überscheidungen und wer von wem abgeschrieben hat.
[2] Bár a bejátszott publicisztikában használt patkány-metafora eredeti kontextusában egyértelműen a zsidónépre vonatkozott, a közvetlenül előtte felolvasott és a cigánybűnözés narratívát felállító jegyzet, valamint a műsorvezetői intenció („a publicisztika 1944-ben íródott, tehát minden egyezés a leírtak és a 3 jelen történései között a véletlen műve”) világossá teszi, hogy jelen esetben a romákra vonatkozó, a publicisztika köntösébe bújtatott degradáló vélemény kinyilvánításáról van szó.

7 Gedanken zu “Geständnis und Aufklärung

  1. Robert X. Stadler schreibt:

    Principle of malice: Es ist sinnvoll, der als feindlich oder bloß als widerständig wahrgenommenen Gruppe die moralisch schlechtestmöglichen Beweggründe ihres Handelns zu unterstellen. Als je böser der Feind beschrieben wird, desto fester schließen sich die eigenen Reihen, und desto mehr verwirren und lichten sich die Reihen des Feindes – schließlich wollen wir nicht mit dem Bösen im Bunde stehn, und wollen wir das Böse in uns selbst tilgen.

    Ich kann die Feindesgruppe eines absichtlichen, mittel- und zweckbewussten üblen Gemeinschaftshandelns bezichtigen – ohne weitere Beweise stelle ich damit eine Verschwörungstheorie auf. Oder ich kann ihr ein un- oder halbbewusstes Verhalten vorwerfen, stammend aus üblen Neigungen, die sich zu gesellschaftlichen Strukturen verfestigen, ressentimentbeladen, vorurteilshaft, toxisch, zersetzend, kultur-, klassen- oder rasseninhärent. Ein gängiger Begriff dafür fehlt (bezeichnenderweise); ich würde von einer Neigungs- und Strukturtheorie sprechen.

    Im Klassen- und Kulturkampf überschätzt typischerweise das einfache Volk die Willens- und Handlungsmacht (agency) der Eliten und wirft ihnen volksfeindliche Verschwörungen vor; und unterschätzen die (neuen oder auch alten) Eliten die Willens- und Handlungsmacht des einfachen Volkes, und verachten sie aufgrund ihrer instinktiven, besserungsunwilligen Un- und Antimoral. Wenn deren Erziehung durch Schule, Medien und Kirche nicht hinreicht, dann straft sie das Gericht: Bei Meinungs-, Sprach- und Hassdelikten scheinen die unteren Volksschichten deutlich überrepräsentiert.

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  2. Michael B. schreibt:

    Erklären Sie uns noch mal in aller Deutlichkeit

    Was erwarten Sie denn seidwalk, Rezepte? Es variiert, je nach Situation. Das ist die erste Einsicht. Die gewinnt man aber nicht hinter einem huebschen Zaun aus Moral.

    Was aber, wenn man gar nicht kämpfen will, weil diese Art Kampf als falsch oder verlogen begriffen wurde, von dem abzustehen auch eine gewisse moralische Einsicht oder Ehre verlangt?

    DAS ist, was ich meine. Es gibt keinen falschen, verlogenen Kampf, es gibt nur Kampf um einen Gegenstand dem man Wert beimisst. Wenn Sie eine Bande Strassenjungen in Manila angreift, dann machen die das schmutzig (schon mal erlebt? Aber heute muessen Sie nicht mehr so weit fahren). Entweder Sie werden damit fertig oder Sie verlieren. Der Gegenstand ist dort ihre Gesundheit und moeglicherweise auch ihr Leben. Das ist die ganze Wahrheit. Uebrigens kann die Konsequenz der Annahme dieser Einsicht auch eine Menge an Moral und Ehre abfordern. In jedem Fall wirkt sie sehr persoenlichkeitsbildend.

    Ich sage doch nicht, dass Argumentieren nur der wohlfeile Luxus des Intellektuellen ist und komplett zu unterlassen waere. Man muss nur seine Grenzen kennen und diese Ebene dort verlassen, wo sie sinnlos wird.
    Das gilt auch andersherum fuer Aktionismus um seiner selbst willen. Hier schrieb kuerzlich ein frisch konvertierter Nietzschejuenger (ist wohl mittlerweile wieder weg), der meinte mir in einer kleinen Auseinandersetzung einen logischen Widerspruch zum Thema Masketragen untergerieben zu haben. Es ist dasselbe dort. Ich mag den Fussel nicht, aber ich waehle die Gelegenheiten aus, zu denen ich gegen die mit diesem Thema verbundenen Auflagen verstosse. Aber umgekehrt auch die, wenn nicht. Gerade so verliere ich das Problem und Endziel nicht aus den Augen und erhalte mir meine Armfreiheit. Diese ganzen Prinzipienhelden koennen mir gestohlen bleiben. Trotzdem achte ich wirkliche Konsequenz. Wie die der Frau die ins Gefaengnis ging, weil sie ihre Propagandagebuehr nicht bezahlen wollte.

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  3. Michael B. schreibt:

    Nazis haben Juden mit allem moeglichen Getier verglichen. Ein unbekannter Ungar hat

    a) zur selben Zeit
    b) ein Gleichnis geschrieben
    c) eine Tierart verwendet, die die Nazis in ihren Vergleichen benutzt haben.

    Ob es derselbe Vergleich war ist unerheblich. Es war einer, das genuegt!
    Was wollen Sie noch mehr, seidwalk? Das reicht doch, der Mann ist schuldig. Noch langwierig zu argumentieren zeigt nur, dass Sie selbst etwas zu bemaenteln haben, also dazugehoeren.

    Sie begehen einen Kategorienfehler im puren Ansatz der Verwendung des Argumentativen zur Ueberzeugung oder Wahrheitsfindung. Das interessiert heute niemand mehr. Zumindest nicht den Personenkreis, den Sie widerlegen wollen. Die Ebene der Wahrheitsbewertung genauso wie der Begriff der Wahrheit selbst sind mittlerweile fest ganz woanders aufgehaengt.

    „ist eine andere Inter­pretation als die Gleich­setzung der Juden mit den Ratten wenig glaubhaft.“

    „wenig glaubhaft“, also im eigentlich geleugnet. Den Schluss zieht das konditionierte Hirn dann allein.

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    • Ja nun, dann müßte man Günther Grass‘ „Die Rättin“ auch neu lesen oder Kafkas „Ratte im Palais“ eine bestimmte Wendung geben, der Rattenfänger von Hameln wäre dann nicht mehr kindgerecht, Rieux‘ Rattenfund in Camus‘ „Die Pest“ wäre zu diskutieren, „The Rats in the Walls“ von Lovecraft müßte als direkter Vorgänger von Wass gelesen werden und nicht mehr nur als Gruselgeschichte. Orwells Ratten-Szene ist eineindeutig und Gerhart Hauptmanns „Ratten“ würden den ungeliebten Mann endlich erledigen usw.

      Mag sein, daß das alles niemanden mehr interessiert – ich mach‘ trotzdem weiter. Das ist ein Fehler, den man immer wieder begehen sollte.

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      • Michael B. schreibt:

        dann müßte man Günther Grass‘ „Die Rättin“ auch neu lesen

        Und wieder der Versuch, eine logische Argumentationsebene einnehmen zu wollen 🙂 Seien Sie sicher: wenn der Grass abgeschossen werden soll, dann wird er Ihnen und allen Anderen neu vorgelesen werden.

        Das ist ein Fehler, den man immer wieder begehen sollte.

        Der Fehler ist, wenn man es dabei belaesst. Damit ist man dem Demagogen unterlegen, weil man die Werkzeuge nicht versteht (genauer gesagt – und in der Wirkung selbstlimitierend: verstehen will). Man muss die Angriffsvektoren lernen und sich ihnen immer wieder neu aussetzen um wirksame Paraden aufbauen zu koennen. Und auch Gegenangriffe. Wir sind im Krieg, aber es sind nur Worte. Noch. Wie Corona zeigt, kann man mit solchen Techniken auch Realitaeten der Unterdrueckung aufbauen.

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        • Wir waren ja schon mal an dieser Stelle. Wie sähen denn wirksame Paraden aus? Man müßte ja dann – um bei der Fechtmetapher zu bleiben – aus der Parade auch in den Gegenangriff kommen. Was aber, wenn man gar nicht kämpfen will, weil diese Art Kampf als falsch oder verlogen begriffen wurde, von dem abzustehen auch eine gewisse moralische Einsicht oder Ehre verlangt? Man muß sich doch nicht auf dieses Niveau begeben, um seine Punkte kundzutun oder auch durchzusetzen. Das falsche Spiel mitspielen?

          Erklären Sie uns noch mal in aller Deutlichkeit, wie eine wirksame Parade auszusehen hätte.

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