Die Connexus-Inseln

Erinnert sich noch jemand an Conne Island? Ja, man kann den Überblick allmählich verlieren. Es bleibt nur zu hoffen, daß jemand aufmerksam Buch führt und uns irgendwann mit einem „Schwarzbuch der Willkommenskultur“ bereichert.

Conne Island war das „linke Kulturzentrum“ in der internationalistisch befreiten Zone Connewitz in Leipzig. Dort mußten die Willkommenstrunkenen einen Rückzug machen, als ihre Integrationsdiskos in sexueller Gewalt oder Diebstahlorgien endeten. Zuerst ging die Erklärung – ganz im leninschen Duktus: Ein Schritt vor, zwei zurück – in den sozialen Netzwerken einer gewissen Interessengruppe viral, dann sahen sich sogar die Großen gezwungen, zu berichten.

Nun, das ist kein Einzelfall, wie es scheint. Wie viele Connexus-Inseln mag es geben im Land? Eine jedenfalls steht in meiner Heimatstadt, im legendären Malzhaus. Dort habe ich manch lange Nacht verbracht, die Jacke einfach unbeschwert an die Wand gehängt und oft großartiger Musik gelauscht. Das Publikum bestand meist aus Althippies, Alternativen, Langhaarigen, Rock’n Rollern, Bluesern – nette, harmlose Leute, die von einer besseren Welt träumten und sie im Plauener Sternquell entdeckt zu haben schienen.

Dann kamen die Migranten und ließen in diesem Land keinen Stein auf dem anderen (wofür wir weniger sie als die politisch Verantwortlichen verantwortlich machen). Auch das 800-jährige Gemäuer des Malzhauses, in dem Rio Reiser sein letztes Konzert gab – woran ein Denkmal erinnert – muß Ungewohntes sehen.

„Als zunehmend junge Asylbewerber mitfeierten, hätten sich Schwierigkeiten gehäuft. Jacken und Taschen seien gestohlen worden, Portemonnaies verschwanden. Die Männer hätten Frauen bedrängt und begrapscht. Eine Besucherin sei auf der Toilette überwältigt und beinahe vergewaltigt worden. Und manchmal hätten die jungen Männer Flaschenhälse abgeschlagen und sich gegenseitig mit diesen Bierflaschen attackiert. Nachbarn beschwerten sich über Lärm.“ Die Polizei mußte oft mehrfach pro Veranstaltung kommen.

Das schreibt die Freie Presse, die zu den Jubelmedien gehörte, und das schreibt Manuela Müller – muß man nicht googeln, nur Lokalinteresse –, die hier schon einmal eine ehrenhafte Erwähnung fand. Sie ist nur als Typ von Interesse. Seit Jahren schreibt sie eine Kolumne über die Freuden und Leiden des Mutterseins, hat sogar Bücher daraus gemacht und wird nun wohl, wo die Kinder größer werden, hin und wieder an deren Zukunft denken. Wird mein Sohn, der gerade erste Lebenspläne entwirft, noch ohne Gefahr zur Disko gehen können oder auch nur die Innenstadt durchqueren? Muß meine Tochter Erfahrungen sexueller Gewalt machen …? Vielleicht geht ihr so etwas durch den Kopf, denn ihre Artikel scheinen eine gewisse Verunsicherung auszusprechen. Vor zwei Jahren noch sah sie die Gefahr in den protestierenden Silberrücken auf dem Rathausplatz, jetzt scheint sie zu begreifen, daß die dicken alten Männer, auch wenn die mal mit Wut im Bauch „Merkel muß weg“ oder „Volksverräter“ rufen, eigentlich ganz gemütlich sind.

Einsicht ist freilich ein Prozeß, für Müller, Malzhaus und Millionen. Man muß differenzieren lernen und weigert sich oft noch. So lautet ihr letzter pädagogischer Satz – Aussage eines Malzhausmannes – „Es nimmt sich wenig, ob ein Deutscher oder ein Araber im Alkoholrausch ist“.

Nun, es gibt Unterschiede! Denken oder Erfahrungslernen?

Freie Presse: Disko-Verbot für Asylbewerber

Ein Gedanke zu “Die Connexus-Inseln

  1. Pérégrinateur schreibt:

    Widersprüche zwischen Reden und Handeln stören nicht, sofern die betreffenden Themen mit einem Sprechtabu belegt sind. Lizenzen davon gibt es dann allenfalls gegenüber den naiven und oft so entsetzlich ehrlichen Kindlein, denen man es ja erst einmal beibringen muss: „Wenn’s auch so ist, man darf’s aber nicht sagen. – Hörst du? – Das ist bäh!“

    Gefällt 1 Person

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