Die Messer-Falle

Wir erhalten täglich eine Liste von Erregungsvorschlägen und dürfen entscheiden, worüber wir uns echauffieren wollen. (Peter Sloterdijk)

Die folgenden Zeilen werden nicht allen meiner Leser gefallen – ein Grund mehr, sie zu schreiben.

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Klopps Liverpool als Vorreiter

Spiele dieses Kalibers, wie das CL-Finale, enthalten immer wichtige Lehren, wie wir bereits letztes Jahr gesehen haben. Auch dieses ebenfalls denkwürdige Endspiel, wenn auch aus ganz anderen Gründen, verdient ein paar Zeilen.

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Warum das Ende naht

Das Langsamste wird im Lauf niemals vom Schnellsten eingeholt werden; erst einmal muß doch das Verfolgende dahin kommen, von wo aus das Fliehende losgezogen war, mit der Folge, daß das Langsamere immer ein bißchen Vorsprung haben muß.
Aristoteles über das Achillesparadox des Zenon von Elea (Physik VI 9. 239 b)

Seit Jahrzehnten gehörte in ein gutes allumfassendes Schachbuch die Computerrubrik, und die wiederum konnte es sich offensichtlich nicht leisten, ohne Prognose auszukommen: Wann würde der Computer endgültig den Menschen – gemeint sind natürlich immer nur die besten der Spezies – hinter sich lassen. Gesucht wurde der Zeitpunkt, an dem auch die hervorragendsten Geister keinerlei Chance mehr haben werden, so als würde Max Mayer tausend Mal gegen Magnus Carlsen antreten und tausend Mal verlieren.

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Kindergarten Deutschland

Wer sich lange an der Macht halten will, darf kein Programm haben – das hat Frau Merkel verstanden. (Norbert Bolz)

Es gibt Menschen, die haben die göttliche Gabe, sich jedes Problem wegzurationalisieren – im psychoanalytischen, nicht ökonomischen Sinne. Wenn sie eine gute Seele haben, nennt man sie naiv, sind sie dagegen berechnend, dann darf man sie zynisch nennen. Sie sind besonders für „soziale Berufe“ geeignet. Meist sind sie weiblich und verdingen sich als Kindergärtnerin oder Altenpflegerin.

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Orbán von hinten

In der deutschen Presse und Politik wird das Urteil des EuGH, Ungarn und die Slowakei zu in Brüssel festgelegten Migrantenkontingenten zu zwingen, bejubelt. Von vorn, sozusagen, aus dem konfrontativen Blickwinkel.

Nimmt man eine andere Position ein, dann freilich entstehen gänzlich diverse Ansichten.

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Die Wahl der Qual

Wenn die Ungarn im nächsten Jahr zur Parlamentswahl gehen, dann dürften sie vor einem schier unlösbaren Dilemma stehen. Vom Ausgang der Wahl könnte das Schicksal Europas abhängen.

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Augen auf und durch!

Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem

Es war voreilig, als ich Anfang Januar Lothar Fritzes „Der böse gute Wille“ als das Buch des Jahres 2016 anpries. Rolf Peter Sieferles „Das Migrationsproblem – Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung“, das nachfolgend vorgestellt werden soll, macht noch stärkere Ansprüche auf diesen Titel. Wo Fritze auf stringente Art und Weise all das zusammenfaßt, was jedem common-sense-Inhaber bewußt und einleuchtend sein muß, geht Sieferle weiter, denkt einerseits um die Ecke, deckt die Dialektik und die Paradoxien des Prozesses auf, nimmt aber auch die Außenposition ein und ist so in der Lage, das jüngere Geschehen in die großen historischen Prozesse einzuordnen.

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Einwanderung = Vergewaltigung?

So einfach ist es nicht und ich würde niemanden ernst nehmen können, der Derartiges so holzschnittartig behauptet. Daher ist auch der Begriff des „Rapefugees“ wenig hilfreich. Aber Thomas de Maizières kürzlich veröffentlichter Kriminalitätsbericht deutete dennoch auf Abhängigkeiten beider Größen hin, ohne sie freilich näher darzulegen.

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Negativkosten der Einwanderung

Ein aufsehenerregender Artikel über die Negativkosten der Einwanderung erschien heute in der „Welt“. Er beginnt mit einer dreifachen Lüge – oder sollte man von Selbstbetrug sprechen?: „Offizielle Zahlen trudeln nur zögerlich ein, aber nach und nach wird das Ausmaß der Herausforderung klar.“

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Sprachkompetenz

Zweisprachig aufzuwachsen ist ein Glücksfall. Kinder, die in fremden Landen heranwachsen und im elterlichen Heim einen festen und sicheren Stützpunkt haben, der sie ungezwungen auch mit der Muttersprache vertraut macht, haben enorme Vorteile für das ganze Leben. Ich kenne Familien, die sogar drei- oder viersprachig (ein Elternteil als Katalane zweisprachig) aufwuchsen und diese Herausforderung, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten, meisterten. Oft lernen diese Kinder dann noch ein oder zwei Fremdsprachen in der Schule und können mit 18 auf ganz natürliche Art und Weise in fünf verschiedenen Idiomen parlieren.

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Ghettoisierung

Wenn man sich eine vernünftige Harmonie der Gesellschaft wünscht, dann läuft mit der Verteilung der Einwanderer etwas schief. Aber ich werde nichts Schlechtes über die ethnischen Mitbürger sagen, und wir werden niemanden aus unserer Kommune hinauswerfen. (Ib Terp, Sozialdemokrat und Bürgermeister von Brøndby)

Einwanderung und mangelnde Integrationsbereitschaft der und in die Gesellschaft führt zu Segregationen. Das ist in der Theorie alles bekannt, doch braucht es offenbar die Empirie, um die Menschen aufzurütteln.

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Hegemoniebegriffe

Vor dem Handeln steht das Denken – im Idealfall. Um zu denken, braucht man Sprache. Sprache bestimmt aber darüber, was wir überhaupt denken können. Wer neu denken will, vielleicht weil eine festgefahrene Situation neue Wege verlangt, muß sich reflexiv seiner Sprache zuwenden. Mitunter gelingt es, Begriffe ausfindig zu machen, die einem alternativen Denkansatz im Wege stehen. Dabei handelt es sich oft um Hegemonie-Begriffe, Begriffe also, die schon durch ihre Nennung und Nutzung Handlungsvorgaben oder Handlungsverbote beinhalten, die moralisch aufgeladen, wertbesetzt sind, Machtansprüche verteidigen.

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Nationalität und Alimentierung

Wir hatten auch auf diesem Blog schon heiße und hochwertige Diskussionen um die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Zuwanderung aus nicht-westlichen Ländern.

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Kriminalitätsstatistik

In Deutschland scheint es schwer, an belastbare Zahlen zu kommen. Deswegen lohnt ein Blick über die Landesgrenzen. In Dänemark etwa veröffentlicht das Institut „Danmarks Statistik“  regelmäßig die neuesten Trends, schön sauber nach Quartal getrennt.

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Wie man Terror bekämpft

Zugegeben, das ist schwer … eigentlich unmöglich. Aber man kann immerhin die relative Wahrscheinlichkeit senken, Opfer eines Terrorangriffes zu werden und damit die Wahrnehmung beeinflussen und die Angst besiegen. Das zumindest suggerieren diverse Milchmedienrechnungen.

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Hilfe, ich bin rechtsextrem!

Jetzt ist es also amtlich, wissenschaftlich bewiesen und es steht sogar in allen Zeitungen: ich bin rechtsextrem.

Studie: Die enthemmte Mitte

Erst gestern gab es dafür den Beweis. Ich fuhr friedlich mit meinem Rad durch die Innenstadt – laut einer Befragung fühlen sich die Hälfte der Plauener dort nicht mehr sicher –, um von meinem syrischen Freund zu meiner dänischen Freundin zu radeln und „fühlte mich wie ein Fremder im eigenen Land“. Nicht durch die vielen Muslime, wie die Studie der Universität hinterlistig fragte, sondern durch die vielen fremdländischen, seltsam gekleideten, in nicht zu verstehenden Idiomen sprechenden und sich manchmal auch komisch verhaltenden Menschen, von denen freilich die meisten Muslime sein dürften. Dieses sich-Fremdfühlen erfüllt demnach den Tatbestand des Rechtsextremismus.

Was kann man tun? Laut Bundeskanzlerin soll man den Kontakt zu Flüchtlingen suchen. Nun dürfte mein Kontakt zu Flüchtlingen ungefähr – um es im Özil-Jargon zu sagen – 10000% intensiver sein als der der Kanzlerin und trotzdem bin ich noch nicht geheilt, trotzdem fühle ich mich manchmal fremd, trotzdem habe ich den Eindruck, Sinti und Roma können mitunter ein Problem sein – gerade fährt eine befreundete Mutter ihre Kinder jeden Tag zur Schule, weil diese von Sinti und Roma regelmäßig in der Straßenbahn belästigt und beklaut werden –, trotzdem glaube ich, daß ein bißchen mehr nationales Selbstbewußtsein uns nicht schaden könnte, trotzdem meine ich – nein weiß ich –, daß es eine ganze Reihe an „Flüchtlingen“ gibt, die wegen des Sozialsystems nach Deutschland kommen, trotzdem bin ich überzeugt, daß die Bundesrepublik dabei ist, sich gerade „in einem gefährlichen Maße zu überfremdem“, auch wenn mir dieses Wort nie über die Lippen käme, ich glaube sogar, daß „die Deutschen“ in mancher Hinsicht – im Guten wie im Bösen übrigens – anderen Nationen überlegen sein können, nur wäre ich nicht so perfide wie die Leipziger, das auf „die Natur“ zu gründen, ja ich bin sogar davon überzeugt, daß „der Nationalsozialismus auch seine guten Seiten hatte“ und das wäre ich sogar, wenn ich darüber gar nichts wüßte, denn als Dialektiker weiß ich, daß es nichts, aber auch gar nichts gibt, das nur schlecht oder gut ist. Laut Studie der Uni Leipzig alles Kriterien für Rechtsextremismus.

Nur mit den Juden, da muß ich mich entschuldigen, gegen die habe ich gar nichts. Im Gegenteil, ich bewundere sie kritisch.

fallende Tendenzen

fallende Tendenzen

Und jetzt mal ohne Augenbinde, ohne Pressehilfe. Was sagt die Studie mit dem tendenziös-reißerischen, gänzlich unwissenschaftlichen Titel, die gerade viel Wind produziert, denn eigentlich aus? Der Trend, verglichen mit den Nullerjahren, geht nach unten: weniger „Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur“, weniger „Chauvinismus“, weniger „Ausländerfeindlichkeit“, weniger „Antisemitismus“, weniger „Sozialdarwinismus“, weniger „Verharmlosung des Nationalsozialismus“, weniger „manifeste rechtsextreme Einstellung“, alles weniger! Much ado about nothing.

Nicht ganz: es gibt tatsächlich jeweils einen Aufwärtstrend im letzten Jahr, aber das wäre auch jede vernünftige Prognose gewesen und daß sich vieles in der AfD sammelt, ist ebenfalls logisch – sonst gäbe es sie doch gar nicht.

Man kann die Studie auch ganz anders lesen: Antisemitismus, Verharmlosung des NS und Sozialdarwinismus sind nahezu verschwunden und Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus verhalten sich vollkommen folgerichtig: sie steigen mit der Zahl der Ausländer, so wie zuckerbedingte Karies mit dem Zuckerverbrauch steigen muß.

verschwiegene Gewaltbereitschaft

verschwiegene Gewaltbereitschaft

Manchmal bringt sie auch Unerwünschtes ans Tageslicht. So ist die „Gewaltbereitschaft“ im „Rebellisch-autoritären Milieu“ deutlich höher als im „Ethnozentrisch-autoritären Milieu“ – in letzterem akzeptiert man Gewalt, in ersterem befindet man sich statistisch weit im Bereich der aktiven Anwendung von Gewalt. Es handelt sich dabei wohl um Euphemismen für links- und rechtsradikale Chaoten. Erwähnt hat das, soweit ich sehe, kein einziger Presseartikel.

Methodologisch ist die Umfrage kritisch zu bewerten: Wenn nach „Dimensionen rechtsextremer Einstellung“ geforscht wird, dann kann man nicht mehrfach nach Gefühlen fragen. Auf diese Art und Weise ließe sich etwa Misogynie durch die Frage: „Fühlen Sie sich von Ihrer Schwiegermutter bevormundet?“ ermitteln. Aus einem Entfremdungsgefühl eine „Abwertung von Muslimen“ zu generieren, ist unseriös, wenn nicht „rassistisch“. Chauvinismus mit dem „Mut zu einem starken Nationalgefühl“ zu verbinden ist ähnlich unsinnig, wie die Fragestellungen bis zur Anzüglichkeit primitivisiert und verallgemeinert sind etc.

Verwundert? Nicht, wenn man weiß, daß die Studie von der „Rosa Luxemburg Stiftung“ (Die Linke) und der „Heinrich Böll Stiftung“ (Grüne) und der „Otto Brenner Stiftung“ (IG Metall) finanziert wird. Dort weiß man sicher, was man finden will, und wenn man es nicht findet, wie die Zahlen beweisen, dann hat man seine Adressen, die es entsprechend skandalisierend präsentieren und aufbauschen können:

Deutschlands häßliche Fratze

Deutschland aus rechten Abwegen

Jeder Zweite fühlt sich vom Islam bedroht

Islamfeindlichkeit nimmt deutlich zu

Studie zeigt wachsende Ressentiments gegen Muslime

Deutschland rückt noch weiter nach rechts

Leipziger Studie warnt vor weiterer Radikalisierung

Rechtsextreme immer gewaltbereiter

Haß auf Muslime, Parolen gegen Asylbewerber

Fast jeder siebte Ostdeutsche wünscht sich eine Diktatur zurück