Jugendgewalt – einst und jetzt

Vor 20 Jahren hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, in einer Leipziger Straßenbahn von sechs Skinheads erbarmungslos zusammengeschlagen zu werden.

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Die staatsgefährdende Gewalttat

Da ist er endlich, der rechtsextreme, fremdenfeindliche Terrorist! Hätte es ihn nicht gegeben, man hätte ihn erfinden müssen. Oder hat man ihn erfunden?

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Dyskalkulie

Ich gestehe! Die Ankündigung der neuen Kriminalitätsstatistik habe ich mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. Darin bereiteten uns unsere Medien vor ein paar Tagen sanft auf die harte Wahrheit vor. Nicht etwa der Tatbestand, daß es eine deutlich erhöhte Ausländerkriminalität gibt, befriedigt dabei, sondern die Überzeugung, doch nicht verrückt und irre zu sein. Schließlich hatte ich hier in verschiedenen Anläufen darzulegen versucht, daß die Masseneinwanderung – insbesondere junger Männer, insbesondere aus kultur- und bildungsfernen Bereichen … – zwangsläufig zu einer statistisch signifikanten Erhöhung der Verbrechensrate, insbesondere im Sexual-, Körperverletzungs- und Eigentumsbereich führen muß! Alles andere wäre der Leugnung der Gravitation gleichgekommen.

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Habermas und Holocaust

„Man könnte so weit gehen und sagen, daß der ganze linksliberale Block aus undeutlichen Habermasianern besteht. Für diese große Mehrheit ist typisch, daß sie sich für eine verfolgte Minderheit hält und daß sie ihre fast nirgends angefochtene kulturelle Hegemonie im Stil von Notwehr gegen einen übermächtigen Gegner ausübt.“ Peter Sloterdijk

Fünf Wochen nach Björn Höckes Dresdner Rede, in der bekanntlich das Wort vom „Mahnmal der Schande“ fiel, haben sich die Wogen wieder geglättet. Das ist der Moment der Reflexion, der Einkehr und der Erinnerung. Denn Höckes Rede hat eine lange und vertrackte Geschichte, die Geschichte des „Holocaust-Denkmals“ oder, wie es offiziell heißt, des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“.

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Linke Liebe und richtige Liebe

Der aufrüttelnde – „Geschlechterrollen wurden in linken Kreisen höchstens pro forma in Frage gestellt“ – und bemerkenswert ehrliche – „ich stellte ihnen meine Vagina zur Verfügung, damit sie an und in mir ruhen und rasten konnten nach dem erschöpfenden Kampf gegen Nazis, die imperialistische Weltverschwörung und all die Bösen da draußen“ – Beitrag einer linken Feministin – ist das schon eine Platitude? – führt mich down the memory lane, weckt Erinnerungen.

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Bautzen ist überall

Die Vermutung darf man zumindest aussprechen. Denn was in Bautzen der Kornmarkt, sind in Plauen der Tunnel, der Klostermarkt und der Altmarkt …

Das Stadtbild vieler ostdeutscher Kleinstädte ähnelt sich. Zentrale Plätze wurden nach der Wende umgestaltet, nicht selten wurde alte Struktur entfernt, um Raum für den Fortschritt zu schaffen – in Form von Konsumpalästen, Einkaufspassagen, ganzen Kaufländern. In Plauen trägt das Schmuckstück den euphemistischen Namen „Stadt-Galerie“ und wird im Volksmund „UFO“ genannt.

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Die Nazikeule

Vor fast 20 Jahren – damals waren im Osten Baseballschläger meist ausverkauft – hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, in einer Leipziger Straßenbahn von sechs Skinheads erbarmungslos zusammengeschlagen zu werden. Man bemängelte meinen Haarschnitt. Alles ging in Sekundenschnelle vor sich. Wie aus dem Nichts standen die Herren vor mir und konnten in Nullkommanix eine unerklärliche Wut generieren. Zwei Dinge, so scheint mir, retteten mich: die sofort blutende Nase, die ein gewisses Bedürfnis befriedigte, und die Geistesgegenwart, mich wie ein Sack auf den Boden plumpsen zu lassen und trotz mehrerer Springerstiefeltritte in Leib und Kopf, reglos liegen zu bleiben. Man nannte mich „Zecke“ und auch der Name „Auschwitz“ fiel, und man ließ erst ab, als einer mich tot wähnte.

Ich kam ohne schwerere Verletzungen davon, nur dauerte es viele Jahre, bevor ich eine Glatze wieder ohne erhöhten Puls sehen konnte. Man nennt das wohl „Trauma“.

Wenn heute wieder Menschen – wie in Wismar und Magdeburg – mit Springerstiefeln und Baseballschlägern malträtiert werden, weil sie in Deutschland einen Zufluchts- oder Zukunftsort sehen, dann gilt es wachsam zu sein. Das sind symptomatische Enthemmungserscheinungen, die die Gesellschaft nicht weniger gefährden als eine kopf- und ideenlose Flüchtlingspolitik. Politisch sind sie zudem sinnlos, weil sie gerade einen gegenteiligen Effekt haben werden: Nicht Abschreckung wird das Resultat sein, wie die Täter wohl hoffen, sondern erhöhte Wehrfähigkeit und Abschottung. Das sind fatale Schritte in die Destabilisierung der inneren Ordnung. Sie zeugen von erschreckender Empathielosigkeit und Dummheit.

Aber auch das gilt: Je stärker die inneren Spannungen werden, je länger die schlecht organisierte und planlose Einwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen anhält, die schon aus logistischen Gründen nicht „integriert“ werden können, umso voraussehbarer und statistisch wahrscheinlicher sind derartige Eskalationen. Ursache und Schuld muß man trennen und doch gehören sie zusammen.