Hotel Amerika

Es gibt in Plauen eine Bücher-Telefonzelle. Man stellt ein Buch hinein und nimmt sich eines heraus – im Idealfall. Funktioniert seit drei Jahren recht ordentlich. Deswegen gehe ich nie ohne ein, zwei ausrangierte Schwarten in die Stadt. Man fischt dort keine Edelsteine heraus, aber da es praktisch nichts kostet und für mich nur Recycling ist, kann man mal etwas mitnehmen, was man sonst nicht kaufen würde, mal was probieren.

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Neue Grenzen der Zivilreligion

Vielleicht eine Petitesse, aber eine signifikante, die beim täglichen Presserundgang ins Auge fiel.

Ein beliebtes Argument der Integrationsproblemwahrnehmungsverweigerer-fraktion ist die Frage: „Und wo tangiert es dich?“, „Wie hat es denn dein Leben verändert?“, „Geht es dir etwa schlechter?“ und dergleichen. Besonders häufig hört man solches in netten, gut gemähten und getrimmten Eigenheimsiedlungen, in denen die Gardinen wackeln und die Telefondrähte glühen, wenn sich doch ein Mal ein Dunkelhäutiger dahin verläuft.

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Kuczynski kommt!

Genau wie Marx und Engels vorausgesehen, geht die kapitalistische Gesellschaft bei dauernd steigernder Produktivität ihrem Untergang entgegen – ganz gleich, wie lange sich der Weg in den Untergang hinzieht. (Kuczynski)

Jürgen Kuczynskis Buch „Probleme der Selbstkritik“ hat Erinnerungen geweckt, an eine Lebensphase, die heute nahezu unwirklich erscheint. Vermutlich werden die westdeutschen Leser ratlos über den folgenden Zeilen sitzen, während mancher Ostdeutscher mich vielleicht begleitet bei diesem Abstecher in eine – ja, absurde Zeit.

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Jugendgewalt – einst und jetzt

Vor 20 Jahren hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, in einer Leipziger Straßenbahn von sechs Skinheads erbarmungslos zusammengeschlagen zu werden.

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Frühe Anzeichen

In Italien kippt die Stimmung, schreibt die „Junge Freiheit“.

Dort, in Italien war es, wo wir im Sommer 2015, einige Wochen vor der Geschichtszäsur, zum ersten Mal eine Ahnung davon bekamen, was auf Europa zukommt.

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Something is rotten

Ryanair machte es möglich. Im Jahre 2006 weilte ich zehn Wochen in Dänemark. Der Flug von London nach Tirstrup, nördlich von Århus, beinahe geschenkt. Fast in Laufdistanz davon entfernt die Folkehøjskole på Kalø – sie war mein Ziel, dort wollte ich Dänisch lernen und tat es auch.

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Müll in den Städten

„Als ich in diese Schule eintrat, wurde mir schwer ums Herz. Ich habe diese Mauern gesehen, voller Graffiti und voller Schmutz, alles ohne Liebe und ich habe verstanden: Gewalt erzeugt Gewalt. Ihr seht eine Welt, die vergewaltigt wurde. Wenn diese Mauern mit allerlei Schweinereien zugeschmiert sind, dann stimuliert das neue Schweinereien …“ (Tiziano Terzani: Vortrag vor Schülern in Pisa)

Das beklagt die „Welt“: „Und es wird immer schlimmer!“

Demnach sammelt sich in unseren Städten zunehmend unachtsam weggeworfener Müll. Gerade im Sommer verwandeln sich die Straßen und Parks über Nacht wie von Geisterhand in Müllhalden.

Was ist da los?

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