Deutsche Bahn und Toleranz

Wer es noch nicht kennt, sollte sich jetzt die 52 Sekunden Zeit nehmen und das neue Werbevideo der Deutschen Bahn anschauen.

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Die Philosophie der Ahmadiyya

Im Herbst 2015 kam es in Weimar zu einem unverhofften und intensiven Gespräch mit Suleman Malik, dem Vorsitzenden der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde und im darauffolgenden Frühjahr konnte ich mit Said A. Arif, dem Imam der Berliner Moschee, sprechen und einen kurzen Mailwechsel führen. In den Beiträgen „Der friedliche Islam“ und „Friede und Islam in Sachsen?“ wurde über diese Begegnungen berichtet und die Zugriffszahlen beweisen, daß es ein Bedürfnis sowohl nach Aufklärung über den Islam als auch nach einer friedlichen Auslegung gibt. Beide empfahlen ein viel angepriesenen Buch, das Hauptwerk des Gründers dieser Glaubensrichtung – Mirza Ghulam Ahmad –  mit dem anspruchsvollen Titel: „Die Philosophie der Lehren des Islam“. Hier soll es auf Herz und Nieren geprüft werden; hält es einer kritischen Prüfung stand?

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Mohammed in der Literatur II

Tralow

Johannes Tralow war insbesondere in der DDR ein Gigant. Überhaupt erlangte der Historische Roman, dessen Großmeister Tralow im Osten war, enorme Beliebtheit, nicht zuletzt deswegen, weil die geschichtliche Verkleidung einerseits ideale Möglichkeiten bot, „geheime Botschaften“ weiterzureichen, und andererseits die ungestillte Reiselust der Ostdeutschen zumindest in der Phantasie befriedigte. Gerade mit seiner „Osmanischen Tetralogie“ befriedigte Tralow das Bedürfnis nach Exotik, verführte allerdings auch zu einer beschönigenden Orient-Sicht. Ich kannte jedenfalls Geschichtsstudenten, die ihr Studium zum Großteil mit seinen historischen Romanen meisterten.

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Mohammed in der Literatur

Klabund

Erhört eure Gebete! (Barbusse: Jesus)

Die Geschichte des Propheten ist so schillernd wie nur möglich: Frauen, Liebe, Eifersucht, Intrigen, Mord und Totschlag, Exotik, Erotik, Farben und Düfte, grandiose Natur, Kriege und Schlachten und die großartigsten Charaktere. Hätte es ihn nicht gegeben, man hätte ihn literarisch erfinden müssen. Eine solche Gestalt muß die Literaten und Poeten en masse angezogen haben, die Regale müßten sich unter Mohammed-Romanen biegen.

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Wenn Asylanten scheitern

Kleine Auseinandersetzung mit meinem syrischen Schützling. Der Kontakt wird schriftlich aufrecht erhalten und leidet darunter natürlich. Meist geht die Initiative von mir aus.

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Den Koran lesen

I took up the Bible and began to read, but my head was too much disturbed with the tobacco to bear reading, at least that time; only having opened the book casually, the first words that occur’d to me where these: Call on me in the day of trouble, and I will deliver, and thou shalt glorify me. (Robinson Crusoe)
Ich fummelte wie ein Irrer in dem ganzen Klo rum. Und dabei kriegte ich dann dieses berühmte Buch oder Heft in die Klauen … Leute, das konnte wirklich kein Schwein lesen. Beim besten Willen nicht. (Die neuen Leiden des jungen W.)

Robinson Crusoe, so erzählt uns Daniel Defoe, überlebte 28 Jahre auf einer einsamen Insel und dabei hat ihm – entgegen allen Popularisierungen – vor allem eines geholfen: die Bibel. Der Zufall (oder Gott?) wollte es, daß in einer der angeschwemmten Kisten auch das Buch lag, mit dem der junge Seemann zuvor noch keine Bekanntschaft geschlossen hatte. Im zweiten Jahr, während einer schweren Krankheit und psychischen Anfechtung, schlägt er es nach einem offenbarenden Traum auf und es spricht zu ihm. So, denke ich, muß man ein solches Buch lesen. Ohne Vorwissen, Vorgaben, Voreingenommenheit.

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Haddsch

 „So before I was nine I had learned the basic canon of Arab life. It was me against my brother; me and my brother against our father; my family against my cousins and the clan; the clan against the tribe; and the tribe against the world. And all of us against the infidel.“ (Leon Uris: Haj)

Vor einiger Zeit gab es wieder eine dieser sich selbst in den Schwanz beißenden Jubelschlangen. Demnach seien 89% der Araber gegen den IS. Macht im Umkehrschluß 40 Millionen Sympathisanten …

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Sex and the Cities

Wer die Sexualität eines Menschen beschneidet, vergiftet nicht nur die Quelle seiner Triebe, er verstört zugleich auch die Klarheit seines Denkens, die Reinheit seines Fühlens und die Sensibilität seiner Sehnsucht. (Eugen Drewermann: Kleriker)

Daß die Massenzuwanderung junger Männer aus fremden patriarchalen Kulturen zu einer deutlichen Zunahme auch an sexueller Gewalt führen muß, wurde auf diesem Blog von Anfang an argumentativ begründet. Das Zerstören eines relativen demographischen Gleichgewichts führt zwangsläufig zu Spannungen. Wenn es sich dabei um ein geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht handelt, kommt es folglich auch zu sexuellen Spannungen. Umso mehr, wenn es sich um ein schnell und drastisch herbeigeführtes Ungleichgewicht handelt, umso mehr, wenn es sich dabei um die Alterskohorten der unter 30-Jährigen handelt, umso mehr, wenn verschiedene kulturelle und religiöse Paradigmen aufeinanderstoßen und umso mehr, wenn ein patriarchalisches auf ein „freiheitliches“ Verständnis stößt …

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Ratzinger – Prophet oder Brandstifter?

Die Islamisierungsversuche im Westen sind nicht wegzureden. Und die damit verbundene Gefahr für die Identität Europas darf nicht aus falsch verstandener Rücksicht ignoriert werden. Die katholische Seite sieht das sehr klar und sagt es auch. Gerade die Regensburger Rede sollte einer bestimmten Blauäugigkeit entgegenwirken. (Georg Gänswein, Privatsekretär Benedikts XVI.)

Heute vor 10 Jahren hielt Papst Benedikt XVI. eine denkwürdige akademische Rede an der Uni Regensburg, die von kaum jemandem bemerkt worden wäre, wenn nicht wenige Tage später – die angsterregenden Erinnerungen an die tollwütigen Szenen nach der sogenannten Mohammed-Krise waren noch ganz frisch – erneut Teile der islamischen Welt am Aufruhr fast erstickt wären. Alles lief nach bereits eingefahrenen Ritualen ab: Massen strömten auf die Straßen, verlangten den Tod des Papstes und aller Christen, wollten am liebsten gleich das Abendland erobern, Fahnen brannten, Papst-Strohpuppen, Fatwas wurden ausgesprochen, Christen am falschen Ort zur falschen Zeit gelyncht … Die „Rushdie-Affäre“ galt als blueprint, seither wird das Programm nach Bedarf abgespult.

Auslöser war ein einziger Satz:

„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.

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Die Fliege im Glas

„Was ist dein Ziel in der Philosophie? Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen.“ (Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen)

Auf die Gefahr hin, meine Leser zu langweilen – ein Wunder muß noch sein. Nicht etwa, um meinen muslimischen Freund Hussain, der mir ans Herz gewachsen ist, lächerlich zu machen, sondern um den erbärmlichen Zustand des Argumentationsniveaus aufzuzeigen, in dem sich ein Teil der muslimischen Gedankenwelt bewegt. Und Hussain ist der mit Abstand intelligenteste und kritischste Kopf, den ich aus diesem Universum kenne.

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Drei auf einen Schlag

Besser kann man die Differenz der Welten nicht auf den Punkt bringen: „Forscher brauen Bier aus Urin“. So die Botschaft einer kleinen Zeitungsnotiz, die man früher überlesen hätte, bei der man heute sofort einhakt. Eine Zeile, die den Westen – man mag von ihm halten, was man will – positiv definiert, wie sie den islamischen Osten  negativ kennzeichnet.

img287Bier – Alkohol ist natürlich verboten im Islam, harām und unrein. In sehr seltenen Auslegungen wird das Verbot nur für Alkohol aus Trauben in Anspruch genommen. So hat ein Gelehrter der Al-Azhar Universität Kairo kürzlich das Brauen und den Genuß von Bier erlaubt, wenn es nicht zur Bewußtseinstrübung genutzt wird.

Urin – Während man vor ein paar Jahren in Deutschland den Urin als Heilmittel wiederentdeckte – Titel wie „Urin, ein ganz besonderer Saft“ oder „Lebenssaft Urin“ waren Bestseller, Hunderttausende versuchten sich daran, ihren eigenen Morgenurin zu trinken – gelten die Körperausscheidungen im Islam traditionell als unrein, najāsa. Laut Bukhari wählte Mohammed folgendes Beispiel, als er über die Peinigung der Sünder in den Gräbern befragt wurde: „Als der Prophet an zwei Gräbern vorbeiging, sagte er: ,sie werden gepeinigt! Aber sie werden nicht wegen schwerwiegender Verfehlungen gepeinigt.‘ Dann sagte er: ‚Doch, sicher! Der eine der beiden hat üble Nachrede (namiimah نميمة) verbreitet, während der andere sich von seinem Urin-Rest nicht gereinigt hat.‘“

Forscher – laut dem Arab Human Developement Report von 2002 exportierte die gesamte arabische Welt weniger Industrieprodukte als die Philippinen, lag die Zahl der angemeldeten Patente bei 2% deren von Südkorea, und die Zahl der ins Arabische übersetzten Bücher entsprach einem Fünftel der ins Griechische übersetzten (Pinker). In einem Jahr werden mehr Titel ins Spanische übertragen als in den letzten 1000 Jahren ins Arabische (Steyn). Das Trinity-College in Oxford hat drei Mal mehr Nobelpreisträger hervorgebracht als die gesamte arabische Welt (Dawkins). Der britische Historiker David Starkey faßte das so zusammen: „Nothing has been written in Arabic that matters for at least the last five centuries.”

Man kann es drehen und wenden wie man will und es mag viele Ursachen haben, aber die islamische Welt ist bis heute wesenhaft bildungs- und forschungsfeindlich, von punktuellen militärischen Interessen abgesehen. Der Großteil der geistigen Energie wird in Koran- und Schariaexegese investiert. Ein Interesse am internationalen Forschungsstand in Natur- und Geisteswissenschaften ist weitgehend absent.

PS: Das alles nur idealiter – realiter gibt es selbstverständlich auch in arabischen Ländern Kläranlagen, die menschliche Ausscheidungen zu frischem Trinkwasser recyceln.

Dank sei Allah!

Eine feine Seele bedrückt es, sich jemandem zum Dank verpflichtet zu wissen, eine grobe, jemandem zu Dank verpflichtet zu sein. (Nietzsche)

Man kann sich auf Jahre mit islamkritischen Schriften eindecken und sich so sein Islambild formen. Aber ich empfehle, sich daneben auch an die islamischen Quellen, die proislamische Literatur zu wagen. Das ist nicht immer eine angenehme Lektüre – das sprachliche und intellektuelle Niveau ist mitunter erschreckend niedrig –, schließt aber das apriorische Haßargument aus und gestattet einen ungefilterten Blick in die Köpfe der jeweiligen Muslime.

Ein Zentralwerk – im Übrigen auf hohem Niveau –, das ich jedermann wärmstens ans Herz lege, ist das „Handbuch Islam“ von Ahmad A. Reidegeld. Es wird in der muslimischen community einhellig gelobt, es vertritt den Mainstream in seiner Vielfalt und es ist umfassend: es behandelt die „Glaubens- und Rechtslehre der Muslime“ auf 800 Seiten aus allen Gesichtspunkten. Man findet dort eine Perle nach der anderen. Manches Geheimnis läßt sich dadurch lüften. Vielleicht auch das der Dankbarkeit.

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ISIS verstehen II

Fortsetzung von: ISIS verstehen I

Die Geschichte einer finnischen Konvertitin – aufgrund des Insiderwissens wohl authentisch –, die ins Kalifat reist, wird nur an einer Stelle wirklich interessant, dort, wo sie vom Märtyrertod ihres Sohnes schreibt und dies als „blessing“ versteht. Von Trauer kein Wort. Sie nennt sich Umm Khalid al Finlandiyah, also Mutter des Khalid aus Finnland und ein schönes Bild zeigt zwei glückliche blonde spielende Kinder in Kaftan und Hijab – ob das der kleine Märtyrer war? Ansonsten ist es die übliche Geschichte der religiös Wurzellosen, die die einfache Lösung findet und nun Werbung für die Reise ins Kalifat macht.

© Dabiq - glückliche Kinder im Land des Islam

© Dabiq – glückliche Kinder im Land des Islam

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ISIS verstehen I

Was den einen der „Playboy“ ist den anderen das IS-Magazin „Dabiq“. Beide Zeitschriften haben einiges gemeinsam: Mit hoher ästhetischer Perfektion wird der Zeitgeist eines Milieus eingefangen und beide lieben Oben-Ohne-Bilder. Die einen ohne BH und die anderen ohne Kopf. Wie dem auch sei, beide Magazine lohnen die Lektüre. Zwar: kennt man eines, kennt man alle, aber eines sollte man eben kennen. Warum nicht Nummer 15 – die neue „Dabiq“ ist da!

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Embryologie im Islam

Die Wissenschaft denkt nicht, weil sie nach der Art ihres Vorgehens und ihrer Hilfsmittel niemals denken kann – denken nämlich nach der Weise der Denker. Daß die Wissenschaft nicht denken kann, ist kein Mangel, sondern ein Vorzug. Er allein sichert ihr die Möglichkeit, sich nach der Art der Forschung auf ein jeweiliges Gegenstandsgebiet einzulassen und sich darin anzusiedeln. (Martin Heidegger)

Kennen Sie Keith L. Moore? Nein? Das ist keine Schande. Aber das könnte sich bald ändern, spätestens wenn Sie mit dem Moslem von nebenan sprechen. Unter Muslimen ist Keith Moore nämlich ein Star! Ich wurde mehrfach und aus verschiedenen Richtungen auf ihn angesprochen – also nahm ich mich der Sache an.

Keith Moore ist Embryologe. Er hat eines der größten Wunder des Korans erfunden. Entschuldigung, umgekehrt: Das Wunder war natürlich schon seit 1400 Jahren da, aber erst mit Keith Moore und der modernen Embryologie ist es aus dem Dunkel der Frauenschöße ans Licht der Welt gedrungen. Mohammed hat nämlich im Koran – in einem verkürzten Satz und in der Intonation des bedeutenden islamischen „Evangelisten“ Zakir Naik – „die Entwicklung des Fötus im Mutterleib in großem Detail beschrieben“.  Und wenn Männer wie Zakir Naik das sagen, die ein gutgläubiges Hundertmillionenpublikum haben, dann sollten wir es sehr ernst nehmen, denn heute gehört ihnen der Nahe Osten und morgen vielleicht die ganze Welt.

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Die Stuhlprobe: Scheiß Deutsche

Ich behaupte nicht, daß andere Völker nicht auch ein gesundes Interesse an diesem Bereich zeigen, sondern vielmehr, daß die Deutschen von diesem Thema in Besitz genommen zu sein scheinen. (Alan Dundes)

Heute geht es um Scheiße. Darf man so klipp und klar sagen, denn das Wort ist längst gesellschaftsfähig. Das zeigt auch ein Artikel in der „Welt“, bei dem es um künstlerische Umsetzung mit besagtem Material geht. Das war mal aufregend, langweilt nun aber nur noch. Alles schon tausend Mal dagewesen: Blut, Menses, Sperma, Scheiße … schocken uns nicht mehr.

Trotzdem, so besagen diverse Studien, sind die Deutschen besessen vom Thema. Till Eulenspiegel, Luther, Grimmelshausen, Mozart … waren alle bejahende Meister der Fäkalien und der Aufklärungsphilosoph Carl Julius Weber hat in seinem vielbändigen „Demokritos“ die Sache zur philosophischen Chefsache erklärt: „Ohne das Emana­tions­system der Posterio­ra könn­ten wir gar nicht existie­ren; und eine Stö­rung darin könnte unsere ganze Philosophie über den Haufen wer­fen…“

Gemessen daran erscheint Slavoj Zizeks Beobachtung, die die „Welt“ genüßlich wiedergibt, weniger originell: „Auch der Star der Gegenwartsphilosophie, Slavoj Zizek, wird nicht müde zu betonen, wie sich die drei großen europäischen Denkströmungen anhand der Bauart von Kloschüsseln analysieren lassen. In Frankreich flutscht alles sofort weg, weil die Franzosen gerne verdrängen. Die Deutschen dagegen blicken gerne zurück und untersuchen daher sorgfältig, was sich da im Becken offen vor ihnen ausbreitet. In England schwimmt die Notdurft im Wasser herum, man ist eben pragmatisch. Philosophisch kann man also einiges aus dem im Alltag so unliebsam weggespülten Stuhlgang ziehen – von der Charakterstudie bis zur Kulturgeschichte.“

Da ist was dran! Nur: Warum bleibt Zizek auf halbem Wege stehen? Wäre es nicht hilfreich, einen Blick über den europäischen Kloschüsselrand zu werfen? Wenn die Stuhlprobe kulturelle Aufschlüsse liefert, sollte man im multikulturellen Bereich auch die anderen Kulturen befragen. Zum Beispiel die islamische.

Der Begriff der „Besessenheit“ erhält hier neue Bedeutung – im negativen Sinne. Muslime haben ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrer eigenen Natur. Von Kleinauf wird Kindern eingetrichtert, Nacktheit zu vermeiden und insbesondere momentane Ausscheidungs- und spätere Fortpflanzungsorgane schamvoll zu verstecken.

Das Verrichten des Geschäftes in Richtung Mekka – in beiderlei Verlängerung – gilt als gotteslästerlich. Auch benutzen Muslime keine Urinale, da das Pinkeln im Stehen mißbilligt wird, makruh ist. Das Ausscheidungsorgan sollte danach sorgfältig mit Wasser gereinigt werden: „Während bei der Frau das reinigende Wasser über die Scheide fließt, muss der Mann zudem den Harnleiter von den letzten Tropfen befreien und den Penis derart halten, dass die äußere Öffnung der Harnröhre geöffnet und somit ein Teil der Röhre ebenfalls mit Wasser gereinigt wird.“ Das alles mit der linken Hand, die im Islam als unrein gilt, und für derartige Prozeduren prädestiniert ist. Überhaupt wird die Nutzung von Toilettenpapier nur in jenen Fällen befürwortet, wo keine Wasserreinigung möglich ist. Der Prophet nahm stets einen Lederbeutel mit Wasser auf die Toilette mit.

Während der Verrichtung ist es angeraten, sein Geschlechtsteil nicht zu betrachten und nicht zu berühren. Erfolgt sie im Freien, sollte man sich nicht in Richtung Sonne oder Mond – als „wichtige Zeichen Gottes in seiner Schöpfung“ – positionieren und möglichst den Blick in den Himmel vermeiden.

Im Idealfall handelt es sich um eine „französische Toilette“. Einige Muslime bevorzugen die Hockstellung auch bei Sitzklos und erklettern dann den Porzellanrand.

Die Toilette sollte man mit dem linken Fuß betreten und mit dem rechten Fuß verlassen, wobei man jeweils eine Gebetsformel murmelt: Beim Betritt: „Ich suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Oh Allah, ich suche Zuflucht bei dir vor dem Bösen und den Satanen, und ich suche Zuflucht bei Dir, oh mein Herr, vor ihrer Anwesenheit“, beim Abtritt: „Oh Allah, ich suche deine Vergebung“.

Der Koran darf das Licht des Aborts nie erblicken, auch andere Schriften, die den Namen Allahs beinhalten, sind verboten. Sogar arabisch-grün gestrichene Toiletten sollen schon zu kulturellen Verstimmungen geführt haben.

Zumindest beim finalen Händewaschen nähert man sich den europäischen Gepflogenheiten wieder an.

Nun bedarf es freilich eines hellsichtigen und tapferen Denkers wie Slavoj Zizek, um diese „außereuropäische Denkströmung“ von „der Charakterstudie bis zur Kulturgeschichte“ und besser noch bis zur sozialpsychologischen Studie zu anal-ysieren.

Quellen:
Handbuch Islam
Islam-Pedia
Enzyklopädie des Islam
Dundes, Alan: Sie mich auch! Das Hinter-Gründige in der deutschen Psyche.
Weber, Carl Julius: Demokritos oder die hinterlassenen Papiere eines lachenden Philosophen.

Die Faszination des Islam

Wenn man sich auch nur ein klein wenig mit dem Islam in Deutschland beschäftigt, dann kommt man nicht umhin, die Menge an Youtube-Videos zu bemerken, die junge deutsche Konvertiten voller Stolz und meist mit missionarischem Eifer ins Netz stellen. Junge Männer mit Ziegenbärten, diversen Kopfbedeckungen und oft beeindruckenden Arabisch- und Korankenntnissen.

deutsche Konvertiten auf Youtube

deutsche Konvertiten auf Youtube

Wie kommt es, fragt man sich, daß eine unserer Geisteswelt weit entfernte Religion und Kultur solch eine Attraktion ausüben kann? Einige werden sogar Gotteskrieger, kämpfen für islamistische Truppen oder sprengen sich für die heilig angenommene Sache in die Luft. Nicht selten sind es intelligente junge Männer, mit Abitur und oft glänzenden Aussichten. Einfache Erklärungen helfen nicht weiter. Einerseits müssen wir akzeptieren, daß die moderne Gesellschaft oft nicht mehr in der Lage ist, eine Sinngebung hervorzubringen, andererseits scheint gerade der Islam auf bestimmte Charaktere eine starke Magnetwirkung auszuüben. Um diesen ziehenden Anteil geht es hier.

  1. Der Islam in seinen wesentlichen Schriften bietet ein vergleichsweise einfaches Regelwerk und damit eine klare Strukturierung des Lebens.
  2. Theologisch wird die Lehre des Islam weder durch Komplikationen und Paradoxien (z.B. die Dreieinigkeit) beschwert, noch kennt er eine dem Christentum vergleichbare theologische Vielfalt und Differenzierung. Sein Lehrgebäude ist wesenhaft scholastisch und weitgehend abgeschlossen.
  3. Anhänger des Islam leben in der Überzeugung, Recht zu haben, auf der richtigen Seite zu stehen, sowohl historisch als auch theologisch. Der Islam wird siegen und er basiert auf der letztgültigen Offenbarung.
  4. Er befriedigt den agonalen maskulinen und adoleszenten Geist mit der Gewißheit, Sieger zu sein.
  5. Er beruhigt damit ein gewisses Protestbedürfnis junger Männer, gerade in einer „weichen“ Zeit, in der es scheinbar nichts mehr gibt, wogegen man sich auflehnen könnte.
  6. Muslime sind Internationalisten. Die Umma ermöglicht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, die Welt wird aufgeteilt in Gläubige und Ungläubige. Der Muslim trägt in erster Linie Verantwortung für sich selbst und für seine Glaubensgenossen.
  7. Viele Lehren des Islam enthalten einen inhärenten Männlichkeitskult. Der Koran spricht vornehmlich Männer an; er regelt zudem das Geschlechterverhältnis.
  8. Der männliche Konvertit bekommt das Versprechen, eine Frau zu finden, ohne daß er den komplizierten und verunsichernden Weg der Brautwerbung gehen muß. Diese Frau ist ihm zudem qua Scharia hörig.
  9. Es gibt eine strenge quantitative Begrenzung des Wissens. Wissenschaft im Islam heißt in erster Linie Konzentration auf Koran, Sunna, Hadithe und Rechtsschulen – es entfällt das Unendlichkeitskriterium des offenen Wissens.
  10. Der Islam bietet starke Vaterfiguren, was ihn in einer „vaterlosen Gesellschaft“ umso attraktiver macht. Statt schleichenden Autoritätsverlustes findet der junge suchende Mann in seinem Gott, dem Propheten und den Vaterfiguren in der Umma schützende Autorität.

Die moderne Gesellschaft mit ihren dekadenten Erscheinungen des Überflusses, der Materialität, der Entzauberung, des Sinn- und Gottesverlustes, der Offenheit …, vertreibt einen Teil ihrer Nachkommen, ekelt diese an. Auf der anderen Seite bietet der Islam als Sinnstiftung und bieten die muslimischen Gemeinschaften Heimat, Familie und Geborgenheit. Psychisch dürften diese jungen Männer durchschnittlich ihren Altersgenossen überlegen sein. Die Flucht vor der Freiheit in die Eindimensionalität setzt ungeahnte Kräfte frei.

Zwillinge: Jurastudent, Bundeswehrsoldat und Selbstmordattentäter

Zwillinge aus Castrop-Rauxel: Jurastudent, Bundeswehrsoldat und Selbstmordattentäter

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Islamismus – Ein- und Ausstieg

„Zahlreiche Politiker des rechten Flügels hat man lange Zeit als Rassisten bezeichnet, weil sie behaupteten, daß die dänischen Islamisten die Fünfte Kolonne des Kalifats seien. Es war einfach, diese Behauptungen abzuschießen, denn was wußten die Leute schon, die außerhalb standen und von außen in ein Milieu schauten, das sie nicht kannten? Aber ich, der ich jahrelang im Zentrum dieser Welt gestanden habe, muß heute zugeben: Sie hatten recht.“ Ahmed Akkari

Es gibt inzwischen dutzende Ausstiegsbücher, aber das vielleicht wichtigste wird dem deutschen Leser wohl nie bekannt werden. Ahmed Akkaris „Mein Abschied vom Islamismus“ zeichnet sich gleich mehrfach aus. Akkari überragt die meisten seiner Schicksalsgenossen durch Intelligenz und Gelehrsamkeit, er war an der Spitze der islamistischen Bewegung und Hauptverantwortlicher für die größte Nachkriegskrise des kleinen Dänemark, seine Einsichten in das System des Islamismus sind daher exklusiv. Und seine Abkehr von der Ideologie ist ein seltenes Beispiel, daß auch die tolerante, weiche Auseinandersetzung der Demokratie mit den Fanatikern zu Erfolgen führen kann.

Vor allem aber führt er den Leser in seinem voluminösen Buch in eine Parallelwelt, deren Existenz man sich kaum vorstellen mag. Ich jedenfalls saß gebannt und geschockt wie lange nicht mehr vor diesem Buch!

Darin erzählt er sein Leben, erklärt, wie ein gut aufgenommener libanesischer Junge aus säkularer Familie sich radikalisieren und in den innersten Zirkel des Fanatismus eindringen konnte und er verdeutlicht uns im zweiten Teil die wahren Hintergründe der Katastrophe um die Mohammed-Karikaturen, die Dänemark und Europa verändert haben. Dieser Schock sitzt tief und ist noch längst nicht überwunden.

Trotz eines sicheren Elternhauses treibt ein gewisses metaphysisches Ungenügen den jungen Eleven in die Arme der Ålborger Moschee. Dort erfährt er Respekt, Zusammenhalt, Wärme,  Anerkennung. Sein Lerneifer wird schnell bemerkt und angefeuert. Allmählich eignet er sich islamisches Wissen an, es werden ihm erste Aufgaben und Predigten überantwortet, was das Selbstwertgefühl des jungen und kleinen Mannes ungemein steigert. Unter diesen Vorzeichen übersieht man schnell die internen Machtkämpfe oder die Divergenzen zwischen den verschiedenen islamistischen Schulen – Salafisten, Muslimbrüder, Djihadisten, Dawaer etc. Sogenannter Arabisch-Unterricht für Kinder wird zur religiösen Indoktrination genutzt. Gemeinnützige Ziele – Kultur- oder Sportvereine etwa – werden vorgeschützt, um die Behörden hinters Licht zu führen.

Akkari schätzt, daß etwa ein Viertel aller dänischen Muslime im Banne des Islamismus stehen. Am gesellschaftlichen Leben sind sie nicht interessiert, es sei denn, es geht um die Sozialhilfe oder die letzten „islamfeindlichen“ Äußerungen der Dansk Folkeparti. Alle TV-Schüsseln in den Vorstadt-Gettos sind gen Mekka gerichtet. Moderate und integrierte Muslime ließen sich in den Moscheen in Aarhus, Odense, Ålborg oder Kopenhagen nicht sehen. Die meist nur gering ausgebildeten Flüchtlinge und Einwanderer aus dem Nahen Osten, die einen großen Teil der Auditorien ausmachten, hatten „nie einen gesunden Sinn für Kritik ausgebildet und die Vielfältigkeit der Welt in den Schulen gelernt, und sie waren daher prädestiniert, mit einfachen Regeln, die keinerlei Zweifel über richtig und falsch ließen, zu leben.“

So wurde Akkari immer tiefer und in unmerklichen Schritten in die Gehirnwäsche hinein gesaugt und mußte zwangsläufig mit der dänischen Gesellschaft kollidieren. Doch die Dänen sind hypertolerant und vergeben ihm gleich zwei Mal. Nur so kann er seinen Spagat zwischen radikalem Prediger und Student bzw. Lehrer aufrecht erhalten und im Nachhinein, so konstatiert Akkari, hat ihm das das Leben gerettet. Hätte die dänische Gesellschaft mit einem Ausschluß reagiert, dann wäre er verloren gewesen, dann wäre er vollständig im Sumpf des Islamismus versunken. Nur dank der Bereitschaft der dänischen Menschen und Institutionen wissen wir heute, was hinter den Türen der Moscheen und der Wohnungen geschieht.

Dort schöpft man zum Beispiel alle finanziellen und juristischen Mittel des Sozial- und Rechtsstaates gnadenlos ab, lacht sich aber ins Fäustchen ob der Naivität. Führende Islamisten kommen wegen der kostenlosen medizinischen Behandlung selbst mit Familienmitgliedern in das Land, das sie als verkommen und dekadent bekämpfen. Es fließen Schwarzgelder. An den religiösen Freischulen, an denen Akkari als Lehrer arbeitete, die alle vom Staat finanziert werden, wird hart ideologisch gearbeitet und eine wunderbare Show aufgeführt, wenn ministerielle Kontrollen durchgeführt werden …

Kurz und schlecht – ich muß mich hier bescheiden – Akkari beschreibt en detail eine voll ausgebildete Parallelwelt mit all ihrer Infrastruktur und es wäre naiv zu glauben, dies sei nur ein dänisches Phänomen. In ihr herrscht weitgehend die Überzeugung, daß das Bestehlen und Betrügen von Ungläubigen legitim sei, daß man eine zivile Fassade zu wahren habe, hinter der die eigenen Interessen durchgesetzt werden können.

Diese Fassade brach kurzzeitig in der Mohammed-Krise zusammen und Akkari war an erster Stelle. Er war Teil jener Delegationen nach Ägypten und in den Nahen Osten, die durch Doppelspiel und Falschinformation „Dänemark in die Knie zwingen“, die den ganz großen Clash provozieren wollte. Hunderte Tote waren in der islamischen Welt bei inszenierten Massenprotesten zu beklagen, Ambassaden brannten, die dänische Wirtschaft wurde durch Boykotte empfindlich getroffen, tausende Arbeitsplätze gingen verloren, eine ganze Reihe von Menschen müssen seither unter permanentem Polizeischutz leben … Dänemark ist seitdem ein anderes Land und die „Dänische Volkspartei“ wäre heute vielleicht nicht dort, wo sie ist – in Regierungsverantwortung –, wenn das skandinavische Land diesen Gewaltausbruch und den damit verbundenen Schock nicht hätte erleben müssen. Die Geschichte dieses Großereignisses muß nach Akkaris minutiösen Auflistungen neu geschrieben werden.

All dies zu erfahren, macht das Buch schon höchst bedeutsam. Wirklich ergreifend wird es, wenn man Akkaris Gründe für den Ausstieg begreift. Natürlich ist er abgestoßen von der Realität des radikalen Islam, der mit dem Ideal der Religion wenig zu tun hat, aber entscheidend ist der Umgang seiner zivilgesellschaftlichen Umgebung. Obwohl er dem Land unermeßlichen Schaden zugefügt hatte, begegnet man ihm immer wieder mit Offenheit, gewährt man ihm seine bürgerlichen Rechte, ja tritt sogar aktiv dafür ein. Akkari ist ein lebendes, wenn auch extrem seltenes Beispiel dafür, daß die urchristliche Botschaft des „Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Matthäus 5,39), funktionieren kann. Er ist auch ein Beweis dafür, daß Abneigung und Ausschluß in vielen Fällen wohl eher ein Beitrag zur Radikalisierung sind.

Die westlichen Gesellschaften haben demnach die schwere und schier unlösbare Aufgabe vor sich, dem Islam und dem Islamismus auf dem schmalen Grad zwischen Verteidigung des Eigenen und verständiger Akzeptanz des anderen zu begegnen. Gelingt dies nicht, wird der demographisch wachsende Islam unmerklich nach den wehrlosen Wirtsgesellschaften greifen oder sie aktiv und möglicherweise gewaltsam bekämpfen.

Ahmed Akkari lebt heute aus Sicherheitsgründen auf Grönland. Sein Buch sollte in alle Weltsprachen übersetzt werden.

Ahmed Akkari: Min afsked med islamismen. Muhammedkrisen, dobbeltspillet og kampen mod Danmark. Viborg 2016 (2014)

Terror als Ausweg

Euthanasie ist heutzutage ein Unwort geworden – die systematische Vernichtung „unwerten Lebens“ durch die Nationalsozialisten hat einen einst ehrenwerten Begriff entwertet.

Der „schöne Tod“ war einst ein Ideal der stoischen Philosophie. Der Weise entschied nach langer Meditation und ohne äußeren Drang den Tod als natürlich und unabänderlich zu akzeptieren und bestimmte selbst den Zeitpunkt. Schon Sokrates machte es vor, als er das Ansinnen seiner Jünger, den Todestrakt zu fliehen, ablehnte und gleichgültig den Schierlingsbecher leerte. Der Stoiker Seneca war einer der großen Sterbemeister – er schnitt sich in aller Seelenruhe die Pulsadern auf. Es gab vor allem zwei Todesarten, die den Stoiker überzeugten: Verhungern und Verbluten – in beiden Fällen war die Irreversibilität aufgehoben, konnte die Entscheidung bis zuletzt freiheitlich bestimmt rückgängig gemacht werden, war Reue nach der Tat also ausgeschlossen. Freitod ist der treffende Begriff dafür.

Aber dieses Ideal wird selten erreicht. Selbstmord ist in den allermeisten Fällen eine Verzweiflungstat, die keiner wohlüberlegten und philosophisch durchdachten freien Entscheidung, sondern meist psychisch determinierten Zwängen folgt. Die moderne Gesellschaft bringt immer mehr Menschen an den Rand dieser Verzweiflung – die Ursachen sind komplex.

Muslimen allerdings – die statistisch gesehen vermutlich unter den gleichen Zwängen, Ängsten, Depressionen, Frustrationen und Sinnentleerungen leiden – steht dieser Weg nicht offen. Koran und Hadithe sind hier eindeutig: „Und tötet euch nicht selbst. Siehe, Allah ist barmherzig gegen euch. Und wer das in Frevelhaftigkeit und Ungerechtigkeit tut, den werden Wir ins Feuer stoßen; und das ist Allah ein leichtes.“ (Sure 4.30f.) oder: „Jemand der sich erdrosselt, erdrosselt sich für die Hölle. Jemand der sich selber ersticht, der ersticht sich für die Hölle.“(Bukhari 2.23.446) u.a. Das Höllenfeuer droht und die meisten Muslime fürchten das Höllenfeuer mehr als irgend etwas, auch mehr als den Tod.

Turkmenistan und Mauretanien liegen als erste islamische Länder mit einer Quote von 8,5 Suiziden auf 100 000 Ew. weit abgeschlagen auf Rang 55 der Weltsuizidliste, andere arabische Länder geben sogar Null Prozent an.

Nur für den Märtyrer gilt das nicht unbedingt – so lehren es die heiligen Bücher und verschiedene Schulen: „Jeder, dessen Füße für die Sache Allahs mit Staub bedeckt werden, wird vom Fegefeuer unberührt bleiben.“ (Bukhari 4.52.66) oder: „‘O Prophet Allahs! Wer ist der Beste unter den Gläubigen?‘ Allahs Prophet antwortete: ‚Ein Gläubiger, welcher sein Äußerstes hergibt für die Sache Allahs mit seinem Leben und seinem Besitz.‘“ (Bukhari 4.52.45)

Wer, so glauben einige – ganz grob verallgemeinert –, für die Sache des Islam sein Leben gibt, kommt direkt ins Paradies. Damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Höllenfurcht wird „besiegt“ und eine Abkürzung ins Paradies geboten und die eigene Lebenssattheit kann positiv instrumentalisiert werden.

Was also liegt näher, als immer öfter auf Menschen zu treffen, die diese Verbindung herstellen werden, die glauben und sich einreden – denn natürlich ist es gegen die koranische Urintention – als Märtyrer (sprich Selbstmordattentäter) im Glaubenskampf durchzugehen, wenn sie sich medienwirksam an Flughäfen in die Luft sprengen oder sich in Lastkraftwagen oder Nachtklubs oder an Badestränden erschießen lassen?

Wir werden vielleicht in Zukunft verstärkt mit diesen „Märtyrern“ zu tun zu haben, die weder im Solde des „Islamischen Staates“ stehen, noch durch Geheimdienstarbeit auffindbar sind. Es könnten ganz einfach irregeleitete Irre falsch verstandenen und instrumentalisierten – aber auch ermöglichenden! – muslimischen Glaubens sein.