Das Schweigen der Landsmänner

Wesentlich interessanter – aus einer höheren, abstrakteren Perspektive – als die Messermorde, die Messerstechereien, Vergewaltigungen, Schlägereien, Raubtaten, ja selbst als die ge- und mißglückten Terrorfälle – sofern sie nicht apokalyptische oder systemrelevante Ausmaße annehmen – sind die Geschichten, die sich dahinter verbergen und die ganz offenbar immer nur dann ans Licht kommen, wenn solch ein Fall öffentlich aufgearbeitet werden muß.

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Den Koran lesen

I took up the Bible and began to read, but my head was too much disturbed with the tobacco to bear reading, at least that time; only having opened the book casually, the first words that occur’d to me where these: Call on me in the day of trouble, and I will deliver, and thou shalt glorify me. (Robinson Crusoe)
Ich fummelte wie ein Irrer in dem ganzen Klo rum. Und dabei kriegte ich dann dieses berühmte Buch oder Heft in die Klauen … Leute, das konnte wirklich kein Schwein lesen. Beim besten Willen nicht. (Die neuen Leiden des jungen W.)

Thilo Sarrazin hat den Koran gelesen, versichert uns die Kritik, seine Schlüsse gezogen, ein Buch daraus gemacht – und wird dafür medial gesteinigt, gevierteilt, verlacht und böser Absichten bezichtigt. Eine Leseempfehlung!

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Frauen in Plauen im Islam

„… daß Frauen niemals ihre vollen Rechte, natürliche Freiheit und vollständigen persönlichen Rechte genießen werden, als unter dem SCHUTZ des ISLAM. Der Islam hat eine Menge Rechte für Frauen festgelegt und eingesetzt. Dem entsprechend hat er auch bestimmte Pflichten benannt und festgelegt, die sie einhalten und erfüllen muß. All dies aus dem Grund, weil der Islam eine Göttliche Religion ist, im Gegensatz zu den von Menschen gemachten Gesetzen.“

Plauen ist aufgewühlt. In der örtlichen Moschee scheint salafistisches Gedankengut gepredigt zu werden. Vor kurzem wurde ein aktives IS-Mitglied verhaftet . Der Fall ging durch die nationale Presse.

Mit der Moschee hatte ich vor Jahren schon zu tun. Die von mir betreuten Syrer gingen dort – wie fast alle Sunniten der Stadt – zum Freitagsgebet.

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Der Gute

Hussain, das bedeutet „der Gute”. Gut worin, das sagt der Name nicht. Wohl eine gute Seele und diesbezüglich trägt „mein“ Hussain seinen Namen wohl zu Recht.

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Mein erster Muslim

Zum ersten Mal hatte ich 2005 mit einem leibhaftigen Muslim zu tun. In Florenz.

Dort weilte ich zwei Monate lang. Wohnte in der Via S. Guiseppe, gleich gegenüber der weltberühmten Basilica di Santa Croce. Ein Traum, so schien es zu Beginn. Aber der Schleier fiel bald. Auf der großen Piazza di Santa Croce trafen sich jeden Abend hunderte Menschen und feierten in allen Sprachen der Welt und sangen und tranken … an Schlaf war nicht zu denken.

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Der Twitter-Tod

Es ist wieder passiert – jemand hat sich zu Tode getwittert. Eine US-Schauspielerin setzt einen „rassistischen“ Tweet ab und im Handumdrehen wird die ganze Serie eingestellt, deren Star sie ist. Die Serie hat eine große Fan-Gemeinde. Sie einzustellen, dürfte der an schwerer PC leidenden TV-Gesellschaft weh getan haben, aber der selbst erzeugte Druck war größer und wird durch derartige Entscheidungen für folgende Fälle noch größer. Er wird eine Gefahr für künstlerisches und geistiges Schaffen überhaupt.

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Gedankensplitter

Die Geschichte der Menschheit war ein ewiger Kampf der sich widersprechenden Eigeninteressen. Sie war blutig, aber sie hat auch das Überleben garantiert. Daß wir sind, was wir sind, haben wir dieser Geschichte zuzuschreiben. Aufklärung, Befreiungskämpfe, philosophische Ideologisierung und liberale Demokratie haben in einem komplizierten Prozeß einen neuen Aggregatzustand geschaffen. Man kämpft nun für die Interessen der Anderen: Männer für Frauen, Weiße für Schwarze, Christen für Muslime, Arme für Reiche, Heterosexuelle für Homosexuelle, Deutsche für Syrer und Afghanen … Das utopische Element daran ist der Glaube, daß damit beides erreicht werden könnte: das Blutvergießen beenden und die Fortexistenz sichern. Es könnte jedoch nur funktionieren, wenn alle Teilnehmer des Weltprozesses auf gleicher altruistischer Ebene stünden. Andernfalls werden die sich selbst Verleugnenden hinweggefegt werden – blutig.

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